Grundstücksverkauf innerhalb der 10 Jahre

Dieses Thema im Forum "Immobilien - Erwerb/Veräußerung im Inland" wurde erstellt von kabus, 23.01.2014.

  1. kabus

    kabus Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    wir haben ein Baugrundstück in 01/2005 gekauft und könnten es jetzt in 01/2014, also nach 9 Jahren, verkaufen. Der Gewinn liegt bei ca. 10.000 € - erhofft hatten wir uns mehr, aber es wäre gerade noch akzeptabel.
    Ich muss ergänzen, dass das Grundstück vom Schnitt sehr speziell ist, jedoch für unsere Familie von der Größe und Lage her ideal war. Aufgrund einiger Änderungen - Berufsort, weniger Personen im Haushalt, etc. - versuchen wir das Grundstück seit längerer Zeit zu veräußern. Nun hat sich ein Käufer gefunden.

    Daher meine Fragen:
    1. Meines Wissens nach müssen wir doch nur den Gewinn mit meinem Steuersatz als Spekulationssteuer versteuern, oder sehe ich das falsch?
    2. Zählt die Differenz zwischen notariellem Kauf- und Verkaufspreis oder kann ich die damaligen Ausgaben (Notar, Grunderwerbssteuer) vom damaligen Kaufpreis abziehen?
     
  2. AdMan

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  3. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    War es bebaut?
     
  4. kabus

    kabus Erfahrener Benutzer

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    Nein, unbebautes Grundstück bis heute.
     
  5. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Dann werden wohl die 10.000 € versteuert werden, nach eurem Steuersatz.
     
  6. Andres

    Andres
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    Richtig.


    Notar- und Grundbuchkosten, Grunderwerbsteuer und Maklerprovision darfst du abziehen. Besteuert wird der Gewinn (d.h. in deinem Fall der Überschuss der Einnahmen über die Ausgabem), nicht der Verkaufspreis.


    Dass die Sache für dich wesentlich profitabler wird, wenn du noch ein Jahr wartest, brauche ich dir wohl nicht zu sagen ...
     
  7. ArminR

    ArminR Neuer Benutzer

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    Ja die 10.000 werden versteuer werden.
     
  8. #7 kabus, 24.01.2014
    Zuletzt bearbeitet: 24.01.2014
    kabus

    kabus Erfahrener Benutzer

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    Beim Kauf in 2005 fielen Notar-, Grundbuchkosten und Grunderwerbsteuer an. Diese Kosten und den damaligen Kaufpreis ziehe ich also vom heutigen beurkundeten Verkaufspreis ab. Beim jetzigen Verkauf fallen für mich keine Kosten an.
    Kann ich Finanzierungskosten (Zinsen, etc.) auch abziehen? Seit 3 Jahren ist das Grundstück frei, sodass keine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt.

    Sicher wäre das Warten ggf. profitabler. Allerdings stellt sich die Frage, wann ich den nächsten Käufer/Kaufinteressenten habe und welchen Kaufpreis ich dann erziele. Das Abziehen der damaligen Kaufnebenkosten reduziert ja meinen Gewinn nochmals.
     
  9. #8 BHShuber, 24.01.2014
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Veräusserungsgewinn

    Hallo Kabus,

    ist es nicht so, dass nur der Veräusserungsgewinn versteuert werden muss?

    Ermittlung des Veräußerungsgewinns
    Nach § 23 Abs. 3 S. 1 EStG errechnet sich der Gewinn bzw. Verlust aus einem privaten Veräußerungsgeschäft aus dem Unterschied zwischen dem Veräußerungspreis einerseits und den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und den mit dem Veräußerungsgeschäft im Zusammenhang stehenden Werbungskosten andererseits.

    Unter dem Begriff der Anschaffungs- und Herstellungskosten sind die vom Steuerpflichtigen getragenen Aufwendungen i.S. des § 255 HGB zu verstehen. Hierunter fallen auch nachträgliche Anschaffungs- und Herstellungskosten, Anschaffungsnebenkosten (z.B. Notarkosten und Grunderwerbsteuer) sowie übernommene Verbindlichkeiten.

    Veräußerungspreis ist dagegen jede Gegenleistung (sei es in Geld oder Geldeswert), die der Veräußerer für das veräußerte Grundstück erhält. Wird dem Veräußerer ein Nutzungsrecht (Vorbehaltsnießbrauch) an dem übertragenen Grundstück eingeräumt, liegt keine Gegenleistung vor (BFH 24.4.91 BStBl II, 793). Zahlt der Erwerber den Kaufpreis in Raten, ist eine Abzinsung vorzunehmen. Die in den Raten enthaltenen Zinsen unterliegen dann nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG der Besteuerung.

    Quelle:

    Immobilien | Private Veräußerungsgeschäfte - Sonderprobleme bei Grundstücken

    Gruß

    BHShuber
     
  10. Andres

    Andres
    Super-Moderator

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    Dazu gibt es eine Entscheidung des BFH vom 16.06.2004 (X R 22/00). Solange Schuldzinsen nicht z.B. bereits als Werbungskosten angesetzt wurden oder ein Abzug wegen Selbstnutzung nicht in Betracht kommt, dürfen sie vom Kaufpreis abgezogen werden.
     
  11. kabus

    kabus Erfahrener Benutzer

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    Ich möchte mich bei Euch allen für die informativen Posts bedanken. Die Infos haben mir geholfen.
     
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