Gutachten für rausgenommene Wand

Diskutiere Gutachten für rausgenommene Wand im Bautechnik Forum im Bereich Technische Abteilung; Hallo! Wir haben eine Wohnung gekauft und sanieren die nun von Grund auf, da seit DDR Zeiten nicht viel darin gemacht wurde. Zwischen Küche und...

  1. FS84

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    Hallo!
    Wir haben eine Wohnung gekauft und sanieren die nun von Grund auf, da seit DDR Zeiten nicht viel darin gemacht wurde.
    Zwischen Küche und Essbreich steht eine Wand. Diese Wand haben wir z. T. rausgenommene und mit einem Stahlträger ersetzt. Links stehen noch 60 cm und rechts noch 80cm von der eigentlichen Wand. Nun haben sich 2 Mietparteien unter uns aufgeregt, dass wir die Wand (bzw. nach ihrer Aussage "ganze Wände") entfernt haben und das nicht abgesprochen wurde. Die Hausverwaltung möchte gerne ein Gutachten von uns haben.
    Da ich mich noch nicht so gut auskenne, frage ich euch nun um Rat. Muss ich ein Gutachten vorlegen, weil ich habe ja die Wand nicht komplett entfernt sondern nur etwas verändert ohne die Statik zu gefährden? Alles mit dem Bauunternehmen, der es gemacht hat abgesprochen.
     
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  3. Andres

    Andres
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    Das ist grundsätzlich die falsche Reihenfolge. Wenn man sich nicht auskennt, fragt man zuerst nach und reißt dann Wände raus. Genau dieses Vorgehen dürfte auch die anderen Parteien auf die Palme gebracht haben.


    Nein, aber du willst ein Gutachten vorlegen. Der Reihe nach:

    Die Verwaltung hat überhaupt keine Ansprüche. Wenn überhaupt haben das die Eigentümer, z.B. auf Unterlassung. Man sollte möglichst nicht abwarten, bis es soweit kommt, dass diese Ansprüche verfolgt und durchgesetzt werden. Das wird teuer.

    Tragende Wände sind zwingend Gemeinschaftseigentum. Daran darfst du nicht einfach Änderungen vornehmen, egal ob sich die Wand innerhalb deiner Wohnung befindet. Hier ist die Zustimmung jedes Eigentümers erforderlich, der durch die Maßnahme beeinträchtigt wird, § 22 Abs. 1 WEG. Eine Beeinträchtigung wird bei Baumaßnahmen mit Einfluss auf die Statik grundsätzlich vermutet. Genau diese Vermutung willst du durch ein Gutachten ausräumen - dann bedarf die Maßnahme nämlich nicht mehr der Zustimmung der anderen Eigentümer. Eine freundliche Ankündigung wäre trotzdem nett gewesen - jetzt ist die Stimmung schon im Eimer.


    Du verstehst, warum das niemanden überzeugt?
     
  4. FS84

    FS84 Neuer Benutzer

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    OK. Danke für deine schnelle Antwort!
    Ein Gutachten kann mir der Bauunternehmer erstellen, hab schon mit ihm gesprochen.
    Es sind 24 Mietparteien und eine Mietpartei beschwert sich. Da die anderen wie ich jetzt vom Schornsteinfeger erfahren habe z. T. das gleich wie wir gemacht haben, aber auch ohne Zustimmung und Gutachten.
    Na gut... Ich lasse ein Gutachten erstellen zur Vorlage.
    Danke!
     
  5. #4 immobiliensammler, 14.06.2019
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    Ist der denn gleichzeitig Statiker? Sonst darf er wohl so ein Gutachten sicher erstellen, die Frage ist halt, ob das dann anerkannt wird!
     
  6. #5 SaMaa, 14.06.2019
    Zuletzt bearbeitet: 14.06.2019
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    Ich bin nicht der Fachmann bzw die Fachfrau.
    Aber rein logisch betrachtet, ändert- in meiner Wahrnehmung- ein Gutachten nichts an der Tatsache,
    dass eigenmächtig eine Veränderung am Gemeinschaftseigentum - sofern es sich wirklich um eine tragende Wand gehandelt haben sollte - getätigt wurde und das ist genehmigungspflichtig.

    Somit wäre ab zu warten wie die anderen Eigentümer das werten
     
  7. #6 immobiliensammler, 14.06.2019
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    Erkennst Du den Unterschied?
     
  8. FS84

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    Ja. Ich habe heute mit den Mietern unter uns gesprochen, die beim Gespräch nicht dabei waren. Sie haben mir versichert sich nicht beschwert zu haben. Die Hausverwaltung meine die 2 Mietparteien unter uns haben sich beschwert. Also ist fraglich was nun stimmt.
    Der Hausverwaltung würde ein Schreiben vom Bauunternehmen ausreichen. Sie bräuchte nur was für die Unterlagen, so ihre Aussage. Die andere Mietpartei war ja mit bei dem Gespräch dabei und sie hat auch gesehen, was wir gemacht haben. Das es keine komplette Wand ist und der Rest so steht wie immer.
    Ich warte mal ab, ob nun noch was kommt oder ob sie das schon beruhigt hat.
     
  9. #8 ehrenwertes Haus, 14.06.2019
    ehrenwertes Haus

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    Eine sehr gute Idee...

    Im schlimmsten Fall hast du den Bewohner über dir in der Küche stehen, ohne den Umweg übers Treppenhaus oder irgendwelche Wohnungstüren.
    DAS wäre bestimmt "günstiger" als einen Statiker mit einem Gutachten beauftragen und evt. noch Nachbesserungen an der Wand vornehmen, bevor es soweit kommt.

    Klar reicht der HV irgendein Wisch auf dem Fritzchen Schlaumeier sagt "das passt so schon". Die HV hält dafür auch nicht den Kopf hin, du schon. Fritzchen Schlaumeier ist auch aus dem Schneider, wenn er kein Statiker ist und einfach eine persönliche Meinung abgibt. Ein ernsthaftes Gutachten ist was Anderes.
     
  10. Duncan

    Duncan
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    Und das kannst du z.B. durch Gutachten eines (Prüf-)Statikers nachweisen? Wenn nicht ganz großer Mist unbedingt nachholen.
    Und zwar genau deshalb! Wände haben nicht nur die Funktion Räume abzuteilen und/oder Lasten von oben nach unten abzutragen sondern werden auch für die seitliche Aussteifung benötigt. Mal kann da ein Wandstummel genügen, aber wenn man das überall macht reicht es irgendwann nicht mehr und dann wird es gefährlich. Dann drückt dir ein ordentlicher Wind halt mal die Seitenwand ein...
    Genau deshalb braucht man für so etwas einen Statiker der sich das Gesamtkunstwerk ansieht und nicht nur eine Wohnung als Ausschnitt, das Risiko heißt hier im Extremfall Totalverlust des Hauses inkl. Option auf Tote und Verletzte, von weiteren Sachwerten ganz zu schweigen.
     
    Northman, dots, GJH27 und 2 anderen gefällt das.
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