Gutachter für Berechnung der Heizkörperfaktoren?

Dieses Thema im Forum "Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan" wurde erstellt von Fabula, 15.01.2014.

  1. Fabula

    Fabula Neuer Benutzer

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    Hallo Zusammen,
    mich würde interessieren, ob es eine Gutachterstelle gibt, die die Einstufung der Heizkörperfaktoren unabhängig überprüft.
    Wir sind Eigentümer von zwei Wohnungen in einem 6-Familienhaus. Unsere Tochter hat eine Wohnung von 30 qm, unser Wohnung beträgt 80 qm.
    Die Wohnung unserer Tochter produziert regelmässig mehr Heizkosten, als unsere große Wohnung, obwohl sie nur 3 Heizkörper hat, unsere 7! Unserer Meinung nach liegt es daran, dass zwei Heizkörper mit Faktor 6,3 und 6,8 eingestuft sind, während unsere Heizkörper bei 1,6 und 1,8 liegen. Baugleiche Heizkörper werden bei einer anderen Abrechnungsfirma mit maximal 4,5 eingestuft. Nachfragen, sowohl beim Verwalter als auch bei Minol, werden verzögert, abgeschmettert oder ignoriert. Als wir die Abrechnung nur unter Vorbehalt akzeptieren wollten, wurden wir bei der Eigentümerversammlung massiv unter Druck gesetzt.
    Wir möchten die Einstufung zumindest nachvollziehen können und würden gerne einen Gutachter beauftragen. Wer weiß, wo man sich hinwendet?
    Danke für jeden Tipp!

    Fabula
     
  2. AdMan

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  3. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Hallo Fabula,

    ein Gutachter wäre nur dann von Nutzen, wenn er alle HK der Immobilie begutachtet.
    Die Provider haben alle mehr oder weniger dieselben oder ihre eigenen (top-secret:smile050:)Tabellen.
     
  4. Fabula

    Fabula Neuer Benutzer

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    Gutachter

    Also, in 4 von 6 Wohnungen könnte der Gutachter schon prüfen, die anderen wehren sich, weil sie Angst haben mehr zahlen zu müssen, wenn wir runtergestuft werden :-)

    Es muss doch möglich sein, die Einstufung in die Faktoren nachzuvollziehen, ohne einen Rechtsanwalt einzuschalten. Nach seriösem Geschäftsgebaren klingt das, was ich bisher mit unserer Ablesefirma erlebt habe, jedenfalls nicht.
     
  5. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Das könnte ja jeden treffen...
     
  6. abula

    abula Gast

    Gutachter

    Klar trifft das dann möglicherweise jeden, aber die anderen finden es richtig, wenn wir herausfinden, warum wir so viel mehr bezahlen sollen.
     
  7. #6 Martens, 16.01.2014
    Zuletzt bearbeitet: 16.01.2014
    Martens

    Martens
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    moin,

    das Thema ist schwierig und arbeitsintensiv jedoch - zumindest aus Verwaltersicht - immer wieder spannend.
    Die WEG gibt also die Ausstattung der HK im Haus mit Erfassungsgeräten in Auftrag, die Fa. X erfaßt die vorhandenen HK (Länge, Breite, Tiefe, Typ, Leistung) und benennt einen Faktor für diesen HK mit dem speziellen Erfassungsgerät, der dann im Produkt mit den angezeigten "Verbrauchseinheiten" die Grundlage für die Kostenverteilung darstellt.

    Hier kann der Verwalter nicht mehr tun, als die Anfragen der Eigentümer an X weiterzuleiten und um Antwort zu bitten oder zu drängen. Bei der Fa. Y - mit der ich in genau dieser Frage im vergangenen Jahr intensiv korrespondierte - kamen Antworten, die die Fragen nur teilweise beantworteten und letztlich ein Haufen Information, der den betreffenden Eigentümer zumindest "ruhiggestellt" hat. Ich gehe aber davon aus, daß er nach wie vor nicht zufrieden ist.

    Selbst dann, wenn der Verwalter spurt und die Fa. X Informationen gibt, bleibt der Punkt, daß niemand von uns diese Faktoren überprüfen kann, weil wir nicht im Meßlabor waren, als sie ermittelt wurden und meist auch nicht über die notwendige Qualifikation verfügen, um den Meßvorgang oder das Meßergebnis letztlich beurteilen zu können.

    Nun ja, die Abläufe in Eigentümerversammlungen sind oftmals eigentümlich ;)
    Man muß sich nicht unter Druck setzen lassen, aber das ist manchmal leichter gesagt als getan.
    Unter Vorbehalt akzeptieren ist ein untaugliches Mittel, entweder man stimmt dafür oder dagegen oder enthält sich. Dann entscheidet die Mehrheit und gut.
    Wenn einem das Ergebnis nicht gefällt, gibt es die Möglichkeit, dieses gerichtlich überprüfen zu lassen, Stichwort Anfechtungsklage. Tut man das nicht, hat man zu zahlen.

    Ich weiß keinen Gutachter dafür, leider.
    Im Vorfeld würde ich einen großen Installateurbetrieb / Heizungsfachmann nehmen und mir von diesem die Hersteller und Typen der fraglichen Heizkörper bestimmen und sowie die technischen Daten geben lassen.
    Gleichzeitig von Fa. X die Bestandsaufnahme mit den dort vorliegenden Daten anfordern, anschließend vergleichen, ob offensichtliche Abweichungen bestehen, evtl. kann der Heizungsbauer auch mögliche Unterschiede erläutern. Oftmals haben nämlich HK, die für den Laien gleich oder gleichartig aussehen, eine ganz andere Leistung, z.B. wenn in Platten-HK keine/eine/mehrere Bleche montiert sind. Das kann einem aber der Handwerker sicherlich kostengünstiger erläutern, als ein Gutachter.

    Bei Vergleichen der Faktoren mit denen anderer Firmen (bei angeblich baugleichen HK) ist zu berücksichtigen, daß der Faktor auch die Montageart des Erfassungsgerätes und das jeweilige Erfassungsgerät selbst umfaßt. Ist also einer dieser beteiligten Parameter anders (wovon meist auszugehen ist), ist Vergleich wertlos.

    Man kann auch den kostenintensiven Weg wählen, indem im Zuge der Anfechtungsklage das Gericht den Gutachter bestellt (dann suchen die den auch aus), allerdings müßt ihr den vorab zahlen, letztlich zahlt die unterlegene Partei.
    Wenn die Frist für die Anfechtung des Genehmigungsbeschlusses nun abgelaufen ist - wovon Mitte Januar i.a. auszugehen ist - wird das dieses Mal nix mehr, man kann aber die nächste Abrechnung anfechten.

    Christian Martens
     
  8. Fabula

    Fabula Neuer Benutzer

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    Gutachter

    Sehr geehrter Herr Martens,

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das scheint ja wirklich ein Thema zu sein, bei dem man sehr schwer weiterkommt.

    1.) Wir haben die Abrechnung für Juni 2012 - Mai 2013 erst gestern erhalten, hatten also gar keine Möglichkeit vorher etwas zu unternehmen....

    2.) Haben wir nach mehr als einem halben Jahr endlich wenigstens die Maße und Brennwerte unserer Heizkörper erhalten. Dabei haben wir festgestellt, dass das Maß einer Heizung völlig falsch erfasst ist (wird mehr als doppelt so groß berechnet). Das sollte unserer Meinung ein Grund sein, die Abrechnung nicht zu akzeptieren. Ist unsere Meinung korrekt?

    Danke und freundliche Grüße
     
  9. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Entschuldige bitte, wenn ich mich in den "privaten" öffentlichen Schriftverkehr einklinke.
    Die ist in erster Linie ein Diskussionsforum.

    Wenn ein Heizkörper offensichtlich falsch taxiert wurde, ist dies selbstverständlich ein Reklamationsgrund.
     
  10. #9 Martens, 16.01.2014
    Martens

    Martens
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    Ah ja, ich war von einer kalenderjährlichen Abrechnung ausgegangen, so aber... ist über die fragliche Abrechnung auch noch nicht beschlossen? Das ist gut.

    Als erstes den Verwalter darauf aufmerksam machen, daß die Daten der Heizkörper nicht stimmen und ihn darum bitten, bei der Fa. X um Aufklärung des Widerspruchs nachzufragen, dies mit dem Hinweis auf den nahen Termin der Eigentümerversammlung.

    Ändert sich bis zur Eigentümerversammlung nichts, muß man laut und deutlich :) darauf hinweisen, daß die Abrechnung fehlerhaft ist und nicht genehmigt werden sollte. Wird sie es trotzdem: eine Anfechtungsklage ist die einzige Möglichkeit, den Zug aufzuhalten.

    Zwischenzeitlich würde ich die Sache mit der Überprüfung der Eckdaten zu den Heizkörper voran treiben, wie oben skizziert. Anfechtungsklagen können auch nach hinten losgehen und teuer werden, wenn man schlecht vorbereitet ist.

    Chrisian Martens
     
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