habe wohnungsvermietung mündlich zugesagt, will aber jetzt nicht mehr vermieten

Dieses Thema im Forum "Rücktritt vom Mietvertrag" wurde erstellt von sunshinestgt, 02.04.2016.

  1. #1 sunshinestgt, 02.04.2016
    sunshinestgt

    sunshinestgt Gast

    Hallo, ich habe einem potenziellen Mieter schon einen blankomietvertrag ohne meine unterschrift zugeschickt und mündlich vor zeugen zugesagt. Jetzt wird er immer komischer und ich habe ein schlechtes Gefühl. Komm ich da wieder raus?
     
  2. AdMan

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  3. Pitty

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    Wie komisch wird er? Was hat er gemacht?
     
  4. #3 anitari, 02.04.2016
    anitari

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    Hier wurde ja wohl mündlich lediglich vereinbart einen schriftlichen Mietvertrag abzuschließen.

    Da kann man es sich immer noch anders überlegen und sagen "nein ich möchte doch nicht".

    Ruf den Interessenten an sage ihm das es Dir anders überlegt hast und Dein Angebot, denn mehr ist der Vertrag im Moment nicht, zurück nimmst.

    Sehr klug!
     
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  5. Andres

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    Auch wenn ich die Einschätzung von anitari grundsätzlich teile, würde ich doch gerne wissen, was genau zugesagt wurde.
     
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  6. #5 BHShuber, 02.04.2016
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    Hallo,

    anderslautend der Meinung anderer User bin ich der Überzeugung, denn es wurden mündliche Verhandlungen geführt über Miethöhe, Nebenkosten, Besichtigung der Mietsache und Mietbeginn mit anschließender Zusage, dass der potenzielle Interessent die Wohnung beziehen kann, zum Nachteil auch noch ein Mietvertrag zugesandt.

    D. h. es ist ein Mietvertrag entstanden!

    Es kommt nun darauf an, was genau und hier ist der Wortlaut wichtig, vor Zeugen vereinbart wurde!!!!!!!!!!!

    Allerdings ist die weitere Überlegung anzustellen, ob nicht ein wirksamer Vorvertrag geschlossen wurde, der den Vermieter zum Abschluss eines Mietvertrages verpflichtet.

    Grundsätzlich kann ein Vermieter auch auf Abschluss eines Mietvertrages in Anspruch genommen und sogar verklagt werden so BGH NJW 2006, 2843, wenn nach Bewertung aller Fakten von einem verbindlichen Vorvertrag ausgegangen werden muss welcher mündlich vor Zeugen besprochen wurde. Die von dir geschilderten Umstände deuten darauf hin, dass eine erforderliche Verbindlichkeit der vorvertraglichen, mietvertraglichen Vereinbarung vorliegt.

    Ich würde versuchen, mit dem Mietinteressenten eine schriftliche Aufhebungsvereinbarung zu treffen, sofern der sich darauf einlässt, sollte dieser aber auf die Anmietung bestehen, sieht es nicht sehr gut aus, kommt immer darauf an, in wie weit die Eine oder Andere Partei gewillt ist auf Vertragseinhaltung zu klagen.

    Gruß
    BHShuber
     
  7. #6 Akkarin, 02.04.2016
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    Nur mal interessehalber, den Vorvertrag müsste man aber separat kündigen können?
     
  8. Berny

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    Der Mieter hat schwarz gemachtes Papier bekommen. Ein mdl. MV wurde m.E. jedoch nicht abgeschlossen.
     
  9. #8 Pharao, 02.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 03.04.2016
    Pharao

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    Hi,

    das man zB bei einer Wohnungsbesichtigung über den Vertragsinhalt diskutiert, handelt, etc., das bedeutet noch lange nicht, das deswegen hier ein Mietverhältnis entstanden ist! Und auch das Zusenden eines Mietvertrages zum durchlesen ändert daran nichts. Sorry BHShuber, aber das ist m.E. Käse.

    Ich mein, ein Indiz für "man hat nur vor, einen Vertrag abzuschließen" ist doch, das man den nicht unterschriebenen Mietvertrag dem potenziellen Mieter mitgegeben hat. Natürlich wäre hier schon sehr interessant, was genau man vor den Zeugen gesagt hat.

    Entscheidend wird hier letztlich aber sein, ob man nur vorhatte einen Mietverhältnis einzugehen oder ob man tatsächlich hier einen mündlichen Mietvertrag eingegangen ist.


     
  10. #9 BHShuber, 04.04.2016
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    Hallo,

    ob das Käse ist oder nicht ist dein subjektives Empfinden, nicht mehr und nicht weniger, lies doch nochmal nach.

    Was genau hat der Vermieter hier gemacht, sich unter Zeugen mit dem Mieter auf die Vermietung an den potenziellen Mietinteressenten geeinigt und aufgrund der Übereinkunft dann einen Mietvertrag zugesandt, da nennt sich konkludentes Handeln und es ist anzunehmen und dass der Vermieter hier an der Vermietung mit dem Mieter, seine Meinung im Nachhinein verloren hat.

    Der Vertrag ist entstanden als er die Wohnung zugesagt hat. wenn er nun kalte Füße bekommt ist das sein Problem und er muss mit den Konsequenzen seines Handelns leben.

    Immer vorausgesetzt, der Mieter wird Forderungen stellen.

    Noch was persönliches, du brauchst nicht immer so zu tun als ob wir hier alle Deppen sind nur weil du anderer Meinung bist, d. h. nicht dass du dabei immer Recht hast.

    Ferner wirst du in der aktiven Diskussion mit dem nötigen Respekt behandelt und ich habe noch nie gelesen, dass jemand deine Beiträge wie sinnig oder unsinnig verfasst als Käse bezeichnet wurden also möchte ich dich bitten das künftig zu unterlassen.

    Gruß
    BHShuber
     
  11. AJ1900

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    Die Frage war ja "Komme ich da wieder raus". Alle juristische phantasieren mal beiseite gelassen, ja er kommt da wieder raus, einfach keinen MV. unterschreiben.
    Alles andere wird man dann sehen. Das der Mieter hier ernsthaft juritisch gute Chancen hätte, weil die Mutti oder sonstwer dabei war und sonstwas gehört haben will, wage ich mal zu bezweifeln.
     
  12. Berny

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    Es würde mir schwerfallen. die Zeit zw. mdl. Mietzusage und dem Abschluss eines schriftl. MV als mdl. MV zu bezeichnen. Also: nein zur Verbindlichkeit.
     
  13. #12 BHShuber, 04.04.2016
    BHShuber

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    Hallo Berny,

    ich bin schon der Meinung, dass dem so ist, siehe hier:

    http://www.frag-einen-anwalt.de/Mietwohnung-Erst-Zusage,-dann-auf-einmal-Absage---f11666.html

    Zwar nur ähnlich gelagerter Fall, allerdings im Inhalt dasselbe.

    Zitiere:
    "Sie haben gegenüber Ihrem vermeintlichen Vermieter (in Folge Vermieter) einen Anspruch aus §§ 280, 311 Abs. 2, 241 II BGB, vormals c.i.c. (culpa in contrahendo).
    Denn Ihr Vermieter erweckte bei der Verhandlung über den Mietvertrag Ihr Vertrauen auf Zustandekommen des Vertrages, er sagte Ihnen zu den Vertrag mit Ihnen schließen zu wollen, und verweigerte im Anschluss den Vertragsschluss ohne triftigen Grund.
    Daraus ergibt sich ein Schadensersatzanspruch gegen den Vermieter. Dieser ist verpflichte, Ihnen das sog. „negative Interesse“ sprich den Vertrauensschaden zu ersetzen. Dies kann im Falle eines Mietvertrages der Maklerlohn sein, der aufzuwenden ist, um eine entsprechende Ersatzwohnung unter Hinzuziehung eines Maklers zu finden.
    Problematisch könnte vorliegend die Beweislage sein. Denn die genannten Voraussetzungen (Vertrauenserweckung und Absage ohne triftigen Grund) sind von Ihnen zu beweisen. Als Beweismittel käme hier die Zeugenaussage eines Zeugen in Frage, der bei den Vertragsverhandlungen anwesend war."
    ZItat Ende

    Gruß

    BHShuber
     
  14. AJ1900

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    Und deine Antwort auf die Frage "Komme ich da wieder raus" wäre dann welche?
     
  15. #14 BHShuber, 04.04.2016
    BHShuber

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    Hallo,

    gar nicht oder er lässt es darauf ankommen, die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Auch das zählt zum unternehmerischen Risiko eines Vermieters das haben wir glaub ich alle schon mal durchgemacht.

    Gruß
    BHShuber
     
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  16. Andres

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    Meine Antwort wäre: Bin ich überhaupt drin?

    sunshinestgt scheint es ja nicht für notwendig zu erachten, uns hier mit Fakten auszuhelfen, aber eine Zusage ("Sie können die Wohnung haben.") begründet noch keinen Vertrag. Dafür sind nach wie vor übereinstimmende Willenserklärungen beiderseits erforderlich und mir fehlt bisher eine Information, dass der Interessent in irgendeiner Form eine Annahme erklärt hätte.

    Selbst wenn man hier das Angebot auf einen mündlich geschlossenen Vertrag sehen wollte, was ich ausdrücklich nicht tue, ist dieser Antrag höchstens bis zum Auseinandergehen bindend. Der Interessent kann diesen Antrag jetzt nicht mehr annehmen, schon gar nicht, indem er den schriftlichen Vertrag unterschreibt.
     
  17. #16 Pharao, 04.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 04.04.2016
    Pharao

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    Hi,

    das ist ja alles schön & gut, aber hier geht es m.E. nicht darum was hier anzunehmen ist/wäre, sondern um beweisbare Tatsachen. Bzw. "konkludentes Handeln" ergibt sich hier m.E. garnicht.

    Entweder man hat die Absicht ein Mietverhältnis abschließen zu wollen oder man hat einen mündlichen Mietvertrag abgeschlossen. Und nein, das ist eben nicht das gleiche.

    Genau das muss es eben m.E. nicht bedeuten!

    Ich kann zB auch einem Mietinteressenten die Wohnung "zusagen" und mit ihm gleichzeitig vereinbaren, wir treffen uns morgen zur Vertragsunterzeichnung, um dann alles im "Kasten" zu haben. Und dann hat man eben nur vor einen Vertrag einzugehen und ist dadurch eben nicht vorab schon einen mündlichen Mietvertrag eingegangen.

    Es wäre hier also durchaus sehr interessant, was genau da besprochen worden ist und ohne dieses Wissen, kannst du hier nicht einfach sagen, so muss es gewesen sein, weil man zB dem Mieter einen nicht unterschriebenen Mietvertrag zur Durchsicht mitgegeben hat. Das ist einfach nur Käse!

    Erstens tue ich das nicht und zweitens habe ich das auch nie behauptet! Ich kann nix dafür, wenn du das beim lesen so auffasst.


     
  18. #17 BHShuber, 04.04.2016
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    Hallo,

    ist schon manchmal seltsam was hier für eine Meinung vertreten wird, wie würdest du das hier deuten?

    Hallo, ich habe einem potenziellen Mieter schon einen blankomietvertrag ohne meine unterschrift zugeschickt und mündlich vor zeugen zugesagt. Jetzt wird er immer komischer und ich habe ein schlechtes Gefühl. Komm ich da wieder raus?

    Aber sei es drumm, der Fragende wird es als erstes erfahren je nach dem wie er sich entscheidet.

    Gruß
    BHShuber
     
  19. #18 BHShuber, 04.04.2016
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    Hallo,

    ebenso kannst du die These des Gegenteils nicht aufstellen und darauf beharren dass es eben nicht so war, da zählt aber für dich nicht defakto lesen sich deine Posts oft sehr schulmeisterisch und manchmal schießt du über das Ziel hinaus, was nicht sein muss um eine konstruktive Diskussion zu führen.

    Gruß
    BHShuber
     
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  20. Syker

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    Hallo zusammen,

    Kommt der MV mit der Unterschrift des M zum VM zurück = Angebot
    Folgende Unterschrift des VM = Annahme.

    VG Syker
     
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  21. #20 Papabär, 04.04.2016
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    Hier gibt durchaus eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die mündlich erfolgte Zusage bereits bindende Wirkung hat. Dazu müsste man aber wissen, was genau besprochen wurde. Die Zusage an den Mieter, dass er die Wohnung bekommen wird, kann u.U. sogar schon als mündlicher Mietvertrag interpretiert werden (je nachdem, was noch so vereinbart wurde).

    Ohne detaillierte Informationen des Fragestellers kommen wir hier nicht weiter ... und natürlich ist das ganze rein theoretisch. Wie man damit in der Praxis umgeht, steht (zumindest weitestgehend) auf einem anderen Blatt. Einen Rechtsstreit würde ich in so einem Fall aber vermutlich nicht riskieren.
     
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