Haftung des WEG-Verwalters

Diskutiere Haftung des WEG-Verwalters im WEG-Verwaltung Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo zusammen, ich bin Mitglied einer Eigentümergemeinschaft. Mit der Einladung zur letzten Versammlung hat der Verwalter die Tagesordnung...

Tinktur

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Hallo zusammen,

ich bin Mitglied einer Eigentümergemeinschaft. Mit der Einladung zur letzten Versammlung hat der Verwalter die Tagesordnung "schwammig" formuliert, so dass ich nicht genau wusste, welche Beschlüsse er bei der Versammlung fassen wollte.

Bei der Versammlung war ich leider verhindert und habe auch keinen Bevollmächtigten ernannt, mich zu vertreten.

Als ich dann das Protokoll erhielt, war ich mit einem gefassten Beschluss nicht einverstanden und habe mich an das Amtsgericht gewandt, um diesen Punkt anzufechten.

Meiner Klage wurde stattgegeben und der Beschluss wurde für ungültig erklärt.

Nun zu meiner Frage: Ich bin auf meinen Prozesskosten sitzen geblieben (da wohl freiwillige Gerichtsbarkeit). Habe ich jetzt eine Möglichkeit mir meine Auslagen beim Verwalter wieder zu holen? Wenn ja auf welcher Rechtsgrundlage (Urteil, § etc.) Schliesslich hat er doch den Fehler gemacht...

Vielen Dank für Ihre hoffentlich hilfreichen Antworten!
 

Martens

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moin,

in WEG-Angelegenheiten gilt der Grundsatz, daß jeder seine Kosten zu tragen hat. Das wird am Ende des Beschlusses auch so stehen, nicht wahr?

Somit habem Sie recht und trotzdem die Kosten - das sollte man wissen, wenn man klagt (nicht als Vorwurf gemeint, nur für die anderen, die hier mitlesen).

hoffe geholfen zu haben,
Christian Martens
 

Immo-Man

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Guten Abend, ja so ist das momentan noch im WEG-Recht. Jeder trägt seine eigenen Kosten.

Jedoch wird gerade an einer Reform gearbeitet, so dass der Richter auch entsprechend im Urteil festlegen kann, wer die Kosten zu tragen hat.

Ob jetzt in diesem Fall von Ihnen die Kosten beim Verwalter geltend gemacht werden kann wage ich zu bezweifeln.

Schönen Abend
Immo-Man
 

Martens

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moin Herr Kollege,

um das mal etwas zu präzisieren, es ist seit Einführung des WEG in den 50er Jahren (des letzten Jahrhunderts) so, daß grundsätzlich jede Seite ihre Kosten trägt. Davon wird nur in Ausnahmen abgewichen.

Die sog. Reform ist seit Jahren im Gespräch, liegt letztlich auch seit zwei Jahren in einer eigentlich abgestimmten Fassung vor, wird aber aus politischen Gründen bisher nicht in Kraft gesetzt.

Somit ist bis auf weiteres auch mit Kostenentscheidungen nach dem bekannten Schema zu rechnen, da es keine andere Rechtsgrundlage gibt.

hoffe geholfen zu haben,
Christian Martens
 

Tinktur

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Erstmal vielen Dank für Ihre Antworten.

Einleuchtend ist mir Ihr Resultat trotzdem nicht. Bei Hausgeldstreitigkeiten wurde in unserer WEG auch immer der verklagte Eigentümer belastet (auch mit den Kosten des Rechtsanwaltes der WEG). Dementsprechend würde das ja Ihrer These entgegen stehen?!

So gesehen, kann unser Verwalter ja zukünftig nur noch "wilde Sau" spielen und ich müsste jedes Mal meine Kosten selbst tragen, wenn er Mist baut?! Unglaublich....
 

Martens

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moin,

die Kostenentscheidungen des Gerichtes variieren und es kann vom Grundsatz abgewichen werden.

Bei Zahlungsklagen wird vom Grundsatz abgewichen, wenn der nichtzahlende Eigentümer durch sein Verhalten die Klage provoziert hat.

Da die Verwaltung meist an einer einvernehmlichen und langfristigen Zusammenarbeit mit den Eigentümern interessiert ist, verbietet sich das genannte "wilde Sau spielen" von ganz allein.

Wenn der genannte Einladungsmangel der Grund war, den Beschluß aufzuheben, spricht nichts dagegen, daß die Gemeinschaft(!) genau denselben Beschluß in der nächsten Versammlung erneut faßt.
Der Verwalter sollte dann die Einladung natürlich präzise fassen.

hoffe geholfen zu haben,
Christian Martens
 

Tinktur

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Hallo Herr Martens,

sagen wir es mal so - es ist nicht das 1. Mal, dass ich mit dem Verwalter zusammenrassel. Den anderen Eigentümern (80 Stück) geht es nicht so, da diese sich auch nicht wirklich um die Anlage kümmern.

Mein Einwand, dass er nicht korrekt arbeite, wird wohl "verpuffen"... Selbst wenn ich noch 10 solcher Rechtsstreite gewinnen sollte.

Ich muss mal schauen, ob ich ihm nicht eine Haftung aus dem Verwaltervertrag nachweisen kann. Keine ordnungsgemässe Einladung ergo Haftung, da der Fehler aus seiner Tätigkeit folgte. Lt. Verwaltervertrag soll er ja ordnungsgemäss laden.
 

Irmi

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Hallo,

keine ordnungsgemäße Einladung? Dann hättest Du ja entsprechend nachfragen können, was das mit den schwammigen Punkten auf sich hat. Und wenn Du an der Versammlung nicht teilnehmen kannst, hättest Du die Möglichkeit einer Vertretung nutzen können. Deshalb ja auch die Vertretungsvollmacht. :banana

Gegenwelchen Beschluss hast Du denn Rechtsmittel eingelegt :vertrag

Gruß Irmi
 

Tinktur

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Der TOP lautete: Klingelanlage

Entschieden worden ist, dass eine neue gekauft werden sollte.

Dieses konnte ich der Tagesordnung nicht entnehmen. Da ich kurzfristig zum Arzt musste, konnte ich niemanden mehr instruieren, dort hin zu gehen. Dann bringt mir auch eine Vertretungsvollmacht herzlich wenig.

Folglich habe ich gegen diesen Beschluss Rechtsmittel eingelegt.
 

Irmi

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Hallo,

ist ja eine recht missliche Lage mit dieser Verwaltung. :wand:

Lese Dich mal in das WEG Gesetz ein. Du wirst sicherlich etwas finden, was Deine Ansprüche vom Amtsgericht anbetreffen.

Vielleicht solltest Du auch, denn ich finde, dass die Verwaltung nicht nach den gesetzichen Vorschriften handelt, einen Fachanwalt für Wohnungseigentumsrecht einschalten. :vertrag Bin mir ziemlich sicher, dass Du Deine Kosten erstattet bekommst und für die Zukunft auch weiteren Rat. :wisper :banana :top

Gruß Irmi
 

Martens

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nunja,

also gehe ich mal davon aus, daß die Klingelanlage marode ist oder war und deshalb erneuert werden muß oder mußte.

Der Beschluß ist vermutlich deshalb aufgehoben worden, weil der Tagesordnungspunkt nicht genau genug bezeichnet worden ist und nicht, weiß die Installation einer neuen Klingelanlage ordnungsgemäßer Verwaltung widersprechen würde. Ein reiner Formfehler also...

Ob es für die Bewirtschaftung oder die Erhaltung des technischen Bestandes der WEG sonderlich sinnvoll war, diesen Beschluß anzufechten, weiß ich nicht, tendiere aber eher zu einem "nein".

bis denn,
Christian Martens
 

Irmi

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Hallo,

das sehr ich etwas anders :error

Es kann nicht sein, dass ein Verwalter nicht ordnungsgemäß handelt, heute ist es eine Klingelanlage( bei einer Wohneinheit von ich glaube ich habe gelesen 80 Einheiten) dürften es bei einer neuen Anlage nicht nur ein paar Pinats sein :motzki
Beim nächsten Mal vielleicht eine Balkonsanierung etc. :gehtnicht und das hanze Pocedere auch offenbar ohne Vergelichsangebote :top :motzki

Hier meine ich auch, es geht um den Grundsatz. :vertrag :wand: :top :party

Gruß Irmi
 

Martens

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moin Irmi,

laß uns bitte sachlich bleiben, es ist weder der aufgehobene Beschluß der Eigentümerversammlung noch die Begründung für die Aufhebung des Beschlusses bekannt, alles was Du schreibst ist reine Spekulation.

Christian Martens
 

Insolvenzprofi

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Original von Martens

Somit habem Sie recht und trotzdem die Kosten - das sollte man wissen, wenn man klagt (nicht als Vorwurf gemeint, nur für die anderen, die hier mitlesen).

dem schließe ich mich voll an, ich gebe aber Tinktur ein Tipp, man hat bei einer klage die möglichkeit die Kosten des Rechtstreit auf den Beklagten zu übertragen, sofern der antrag in der klage erwähnt wurde...

da es sich hier aber um eine anfechtung handelt, trägt dieser alleine die Kosten der Anfechtung....
 

Tinktur

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@ Insolvenzprofi

Danke erstmal.

Defekt war und ist die Klingelanlage nicht. Es sollte nur ein neues Tableau (weils dem neusten Standard entspricht) gekauft werden. Also keine Dringlichkeit oder sonstiges.

Ich werde mich jetzt an einen WEG-Spezi von Rechtsanwalt wenden und dann schau ich mal, ob ich mich auf die Haftung des Verwalters berufen kann.

Denn wie Irmi so treffend sagte... Ich befürchte sonst in den nächsten Jahren noch schlimmere Sanierungsarbeiten.
 

Martens

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moin zusammen,

in WEG-Angelegenheiten entscheidet der Richter von Amts wegen über die Kosten, einen separaten Kostenantrag gibt es nicht.

Schon gar nicht kann man die Kosten übertragen, wie auch.

In der Beschwerdeinstanz kann man anregen(!), auch die außergerichtlichen Kosten einer Partei aufzuerlegen, wenn die unterlegene Partei erkannbar Unsinn vorträgt o.ä.

Tinktur,

halten Sie uns bitte auf dem laufenden, es würde mich interessieren, ob Ihr Anwalt anderer Ansicht ist, als meiner... :wink

hoffe geholfen zu haben,
Christian Martens
 

Insolvenzprofi

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Original von Martens

Schon gar nicht kann man die Kosten übertragen, wie auch.

Christian Martens

bitte Martens,

Die Kosten des Rechtsstreits trägt immer der, der unterliegt; bei teilweisem Obsiegen und Unterliegen werden die Kosten entsprechend aufgeteilt. Bei Klagerücknahme trägt die Kosten der Kläger, bei Anerkenntnis der Beklagte; bei einem Vergleich können die Parteien die Kostenregelung selbst treffen. Tun sie dies nicht, gilt Kostenaufhebung, d.h. die Gerichtskosten werden hälftig geteilt, die außergerichtlichen Kosten - insbesondere Anwaltskosten - trägt jede Partei selbst.

Ich nehme den Antrag mit in die KLage auf, z.b. bei Rückständen, der Beklagte trägt die KOsten des Rechtsstreits...nun in dem Fall ist klar, dass der Beklagte unterliegt...daher kann man das hier machen!

Anwaltskosten hat nichts mit den Verfahren nach dem GKG zu tun sondern nach dem RVG!

daher würfel doch bitte das eine nicht mit dem anderen zusammen...das macht die Leute die sich nicht auskennen sehr wirr, nehme ich mal an... oder wie seht Ihr das??? danke vorab und viele Grüße und nice Weekend
 

Martens

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moin Profi,

wir meinen schon dasselbe, stellen es nur unterschiedlich dar...

Bei der Bewertung des wirtschaftlichen Risikos bei Verfahren innerhalb der WEG kann man die Gerichtskosten praktisch vernachlässigen, die Anwaltskosten sind der entscheidende Faktor.

Die Anwaltskosten berechnen sich "ganz normal" nach dem Streitwert, wie in Zivilverfahren auch, zusätzlich gibt es (noch immer in diversen Situationen) die Erhöhungsgebühr. Die Gerichtskosten betragen nur einen Bruchteil dessen, was sie in Zivilsachen kosten.

Diese "außergerichtlichen Kosten" (Anwaltskosten) trägt aber im Regelfalle eben jede Seite selbst und da können problemlos mehrere tausend Euro pro Instanz für ein Beschlußanfechtungsverfahren zusammenkommen (Beispiel: Anfechtung der Genehmigung von Abrechnung und Wirtschaftsplan).

Oftmals vertritt der Antragssteller sich im Verfahren selbst und hat im Falle des Unterliegens nur die Gerichtskosten zu tragen.

Würde der Antragssteller auch riskieren, die Anwaltskosten der Gegenseite tragen zu müssen, könnte das Risiko helfen - und wird es nach der Novellierung hoffentlich auch - viele unnütze Prozesse zu vermeiden.

soweit dazu,
Christian Martens
 
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