Haftung für Müllgebühren des Mieters

Dieses Thema im Forum "Müllentsorgung" wurde erstellt von Hansi3000, 06.05.2015.

  1. #1 Hansi3000, 06.05.2015
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    Wir wohnen in Baden-Württemberg und haben den ersten Stock unseres Hauses vermietet. Bisher haben sich die jeweiligen Mieter immer um die Müllensorgung gekümmert bzw. gab es nach der Anmeldung beim Einwohnermeldeamt einen entsprechenden Bescheid über seine Müllgebühren direkt an den Mieter. Nun haben wir in der Zeitung gelesen, und dies würde uns auch so vom örtlichen Landratsamt bestätigt, dass ab 2016 wir als Vermieter/Grundstückseigentümer eine Gesamtrechnung auch für die Müllgebühren des Mieters bekommen und diese quasi über die Nebenkostenabrechnung selbst eintreiben müssten. Dies würde ja ein zusätzliches Risiko bedeuten wenn der Mieter seine Miete nicht zahlt. Das Lansratsamt hat uns dann aber auch gesagt, dass wir über eine sog. Zustellvertretung diese Gesamtrechnung vermeiden könnten und wie bisher eine seperate Rechnung an den Mieter gehen würde. Allerdings konnte man uns nicht sagen wie das letztendlich mit der Haftung ist. Wir hatten in den letzten Jahrzehnten 2 Mietausfälle, allerdings mussten wir dabei als Vermieter nie die Müllgebühren des Mieters übernehmen.

    Hat sich jemand schon mit dem Thema auseinandergesetzt, d. h. hafte ich dann als Vermieter im Extremfall (z. B. Privatinsolvenz) trotz Zustellvertretung für die Müllgebühren des Mieters? Denn das Landratsamt konnte uns darauf keine abschließende Antwort geben.

    Bereits im voraus besten Dank.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    So weit richtig.


    Ganz einfach: Ihr seid weiterhin Gebührenschuldner. Der Bescheid wird nur direkt an eure Mieter zugestellt. Solange es keine Probleme gibt, ist dem LRA egal, wer die Rechnung zahlt. Wenn es Probleme gibt, wird man auf euch zukommen.
     
  4. #3 Hansi3000, 06.05.2015
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    Toll, das ist ja mal wieder ne riesen Sauerei. Muss der Vermieter zukünftig auch für den Stromverbrauch des Mieters haften. In was für einer Bananenrepublik leben wir eigentlich. Die Kosten werden doch klar vom Mieter verursacht, warum wird dann bei einem Zahlungsausfall der Vermieter in Haftung genommen???? Aber da wollen wohl die komunalen Einrichtungen einfach das Risiko minimieren.
     
  5. #4 Aktionär, 06.05.2015
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    In NRW ist es schon lang so, dass der Vermieter die (Gesamt-)Rechnung bekommt. Bleibt Dir nur bei Nichtzahlung die Mietermülltonne, sofern er denn eine eigene hat, abzubestellen.
    Das spart dann Kosten, löst aber nicht das Entsorgungsproblem, denn der Mieter wird sicher weiter Müll produzieren.
     
  6. Syker

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    Hallo Hansi3000,

    Wenn du die SuFu benutzt wirst du feststellen das dies schon heute realität ist.

    VG Syker
     
  7. #6 Hansi3000, 06.05.2015
    Hansi3000

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    Aber vermieten soll man noch oder wie. Tja, wenn das alles so stimmt, macht eine Zustellvertretung in der Praxis gar keinen Sinn. Ohne dieses Schriftstück muss ich als Vermieter zwar immer zahlen, aber dies muss ich bei einem worst case Szenario ja sowieso. Zudem behalte ich auch so den Überblick über den Geldfluss und bekomme auch Nachricht wenn es irgendwelche Probleme gibt. Wenn ich mir eine Zustellvertretung geben lasse und der Mieter nicht zahlt, erfahre ich davon ja nichts. Hab mal gegoogelt, anscheinend muss die Entsorgungsfirma den Vermieter über Zahlungsprobleme auch nicht informieren und kann selbst wenn der Mieter schon ausgezogen ist Forderungen an den Vermieter stellen, aber dann ist die Kaution ja schon längst ausgezahlt.

    Sehe ich das richtig, vermieten als Durchschnittsbürger ist in Deutschland ein Ritt auf der Rasierklinge?
     
  8. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    zwingt Dich jemand hier zu wohnen? Überziehst Du mit Deiner Aussage über unsere Republik nicht deutlich?

    auch hier stellt sich mir die Frage warum Du Dir das Vermieten überhaupt antust, wenn "mal wieder ne riesen Sauerei" auf Dich zukommt.

    Da merkt man dass Du noch nicht auf einer Rasierklinge geritten bist.

    Übrigens was spricht denn außer der Ausfall der Nebenkosten dagegen, die Müllgebühren auch über die Nebenkosten abzurechnen ?
     
  9. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Noch ein Grund, die Kaution nicht direkt bei Auszug an den Mieter zurückzuzahlen.

    Wenn du derart plump auf deine eigenen Rechte verzichtest, und im gleichen Atemzug das Wort "Bananenrepublik" von dir gibst, wirkt das auf mich ziemlich dumm.
     
  10. #9 Hansi3000, 06.05.2015
    Hansi3000

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    Jetzt muss ich doch wirklich fragen warum ich hier so angegriffen werde? Ich wollte doch nur anmerken, dass die Haftung für die Müllgebühren des Mieters total unfair und absolut nicht gerechtfertigt ist. Letztendlich ist ja auch der Müll Engentum des Mieters. Warum soll ich also im Zweifel dafür finanziell gerade stehen?

    Und was die Kaution angeht, hierbei ging es mir um dieses Beispiel:

    Hauseigentümer haften bei unbezahlten Müllgebühren für Mieter

    Der Vermieter erfuhr von den Ausständen erst lange nachdem der Mieter ausgezogen war.

    Zudem frage ich mich ob aus Datenschutzgründen der Vermieter überhaupt Auskunft über eventuelle Ausstände bekommt.
     
  11. Andres

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    Vermieten ist ein Geschäft wie jedes andere auch:
    • Man sollte wissen, was man tut. Andernfalls kann man sich böse die Finger verbrennen.
    • Es gibt Risiken. Einige kann man verringern, andere sogar ausschließen. Letztendlich gibt es aber keine Gelddruckgarantie.
    Dann gibt es noch ein paar Besonderheiten. Dazu gehört die relativ starke Rechtsposition der Mieter in Deutschland. Das ist aber auch nichts Neues.

    Ich sehe daher nicht so ganz, wo eigentlich das Problem ist. Die Müllgebühren werden zukünftig über die Betriebskosten abgerechnet. Falls du pauschalierst, ist die Pauschale anzupassen. Wenn der Mieter kooperativ ist, kann das alles zum 1.1.16 passieren, sonst wird eben nach einem Abrechnungsjahr angepasst. Das Zahlungsausfallrisiko ist absolut läppisch im Vergleich zum Risiko der Kaltmiete oder der Heizkosten.

    Also nicht jammern, sondern die Verhältnisse für's neue Jahr sortieren.
     
  12. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Naja mit der Äußerung über unser Land bist Du meiner Meinung nach eben über das Ziel hinausgeschossen.

    Das kann Dir ab dem 1.1.2016 dann eben nicht mehr passieren. Da Du die Kosten ja an Deinen Mieter weitergibst und somit sofort merkst wenn er seine Miete (also inkl. Nebenkosten) nichtmehr bezahlt.

    Das kann ich mir durchaus auch vorstellen, dass Du da keine Auskunft bekommst.
     
  13. #12 Nero, 06.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 06.05.2015
    Nero

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    Bei mir ginge es - nur als Beispiel - bei einer 120 Restmüll + grünen Tonne bei einer Vb.partei um einen jährlichen Gesamtbetrag von 204,76 €. (2014) Erste ist aber verbrauchsabhhängig, beide wären damit zunächst nur über die Grundgebühren pauschal via NKV vorzuziehen.

    Na ja, wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert --- aber
    Ich fände die Sache auch ärgerlich - doch sie wäre mir kein "Grummeln " wert.

    Vielleicht hilft dir mein Vorschlag, die Sache künftig über die Grundgebühren/Vorauszahlungen abzusichern.
    Was danach übrig bleibt, sollte wirklich nicht mehr weh tun.
     
  14. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Hallo, Hansi3000

    Wohne ebenfalls in Bad-Wü.Mit dem Wasser wird doch seit eh und jeh so verfahren. Die Gemeinde rechnet über den Hauptzähler mit mir als VM
    ab. Wie ich zu meinen Wasserkosten komme ist der Gemeindeverwaltung ziemlich egal.

    Ich berechne die Wasserkosten mittels Kaltwasserzähler mit den BK, so wird es dann auch mit dem Müll sein. Wahrscheinlich wird nach Personen
    abgerechnet. Kein Problem.
     
  15. #14 immodream, 07.05.2015
    immodream

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    Hallo Hansi3000,
    wir kennen das in NRW überhaupt nicht , das die Müllgebühren von der Stadt direkt mit den Mietern abgerechnet werden.
    Wenn man dann eine Öl- oder Gaszentralheizung hat, streckt man als Vermieter auch noch die Heizkosten vor.
    Vermieten ist kein Hobby , sondern ein knallhartes Geschäft wie jede andere selbständige Tätigkeit.
    Leider haben das viele Vermieter noch gar nicht begriffen. Wenn du ein Geschäft eröffnest und dich verkalkulierst oder deine Kunden nicht bezahlen oder du die falsche Ware hast , bist du ganz einfach " Pleite ".
    Genauso ist das im Vermieterleben.
    Wenn sich die Gesetze ändern, das der Vermieter überwiegend renovieren muß oder der Vermieter die Makler bezahlen muß , sollte man einfach die Mieten erhöhen.
    Wer das verpennt und hier im Ruhrgebiet z. B. noch für 4,50 € - 5 € /m² vermietet , hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und ist selber Schuld, wenn beim Vermieten nichts übrig bleibt.
    Grüße
    Immodream
     
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