Haftungsbegrenzung im Verwaltervertrag

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von PHinske, 02.12.2015.

  1. #1 PHinske, 02.12.2015
    PHinske

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    Hallo zusammen,

    im Entwurf eines Verwaltervertrags heißt es:

    "Eine vertragliche Haftung des Verwalters für leicht fahrlässiges Verhalten ist ausgeschlossen und besteht nur bei grob fahrlässigem oder vorsätzlichem Handeln."

    Frage an euch:

    Kann man diese Art der Haftungsbegrenzung als durchaus üblich ansehen?

    Was ich in einem anderen Thema schon gelesen habe: Die Haftung für fahrlässiges Handeln ist auf die Höhe der Versicherungssumme beschränkt.

    DABEI wäre mir - ehrlich gesagt - viel wohler.

    Danke im Voraus für eure Antworten.

    MfG PHinske
     
  2. AdMan

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  3. #2 BHShuber, 03.12.2015
    BHShuber

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    Hallo,

    das Problem kennen wir, wenn es nicht absichtlich zu einem Schaden kommt, dann ist es eben fahrlässig, so die Aussage eines Amtsrichters.

    Grob fahrlässig und vorsätzlich ist akzeptabel und steht sehr oft in Verwaltervertägen!

    Die Höhe der Versicherungssumme sollte natürlich eine Rolle spielen und Minimum 3 Mio. betragen für Personen und Sachschäden, evtl. auch Vermögensschäden.

    Gruß

    BHShuber
     
  4. #3 Akkarin, 04.12.2015
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    Gegenfrage, was ist das für eine WEG und für ein Verwalter?
    Also wie groß ist die und ist das ein Profi (gewerblicher) oder macht das einer nebenbei?
     
  5. #4 PHinske, 05.12.2015
    PHinske

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    Hallo,

    also ich bin ein Eigentümer in einer WEG mit 10 Einheiten.

    Das Verwaltungsangebot ist gewerblich.

    Inzwischen habe ich zwei weitere Verträge gesehen, in denen auch die leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen wird.

    Im Ernst:
    Welchen Sinn hat dann noch eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, wenn ernsthaft kaum Gefahr besteht, dass ein Schadenfall eintritt?

    Ich werde versuchen, diese Klausel zu verhandeln.

    MfG PHinske
     
  6. #5 BHShuber, 07.12.2015
    BHShuber

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    Hallo PHinske,

    Verwalterverträge in dem auch leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen ist, würde ich von vornherein ausschließen bei meiner Wahl.

    Gruß
    BHShuber
     
  7. Andres

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    Genau das dürfte die Überlegung des Verwalters sein, der solche Klauseln vereinbaren möchte.
     
  8. #7 Akkarin, 07.12.2015
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    Oder es ist ein Haus mit 3-5 Einheiten und einer funktionierenden Gemeinschaft. 1 der Eigentümer macht die Verwaltung ehrenamtlich, damit sich die WEG die Kosten für einen Externen Dienstleister sparen kann.

    In so einem Fall muss der Verwaltervertrag die Klausel beinhalten.

    Sobald aber eine gewerbliche Verwaltung bestellt wird, hat die Klausel im Vertrag nix zu suchen. Dafür hat der Verwalter eine Haftpflicht.
     
  9. Andres

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    Guter Einwand, aber auch dann würde ich doch lieber eine Lösung sehen, bei der die Gemeinschaft die Kosten der Versicherung trägt. Gerade beim Hobbyverwalter möchte ich doch lieber gegen kleinere Fehlgriffe abgesichert sein.
     
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  10. #9 Akkarin, 08.12.2015
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    Recht Du hast. Frage nun, kann sich der der Hobbyverwalter problemlos versichern? Hab das noch nicht probiert.
     
  11. Andres

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    Problemlos ist relativ, weil nicht alle Versicherungen in diesem Geschäftsfeld tätig sind. Ansonsten ist das eher unproblematisch. Wie der Verwalter vergütet wird, interessiert die Versicherung sowieso nicht und die (fehlende) berufliche Qualifikation fließt höchstens in die Prämie ein.
     
  12. #11 PHinske, 08.12.2015
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    Hallo,

    ich hatte die Anfangsfrage gestellt.

    Richtiger Mist ist uns jetzt passiert. :-(

    Wir wussten, dass die bisherige Verwalterin (leider) nicht mehr weiter macht im neuen Jahr.

    Wir hatten auch genügend Zeit, verschiedene Verwalterkandidaten kennen zu lernen inkl. deren Angebote.
    Ende November haben dann den "gefühlt Besten" allstimmig zum neuen Verwalter gekürt.

    Nun waren wir mit einer Abordnung zur Aushandlung des Vertrags.
    Es waren etliche Punkte, in denen wir uns Klarstellungen oder Textänderungen gewünscht hätten.

    Dies hat der neue Verwalter aber nicht akzeptiert.
    Er möchte für all seine Gemeinschaften eine einheitliche Vertragsgrundlage haben und behalten.

    Nun haben wir den Salat: Friss oder stirb!
    Wenn wir den Vertrag nicht alle unterschreiben, tritt er sein Amt nicht an.
    Und die Gemeinschaft wäre dann ab Neujahr verwalterlos, was natürlich nicht passieren sollte.

    Jetzt ist es also tatsächlich so, dass er bei der Vorstellung vollmundig seine Vermögenschadenhaftpflichtversicherung angegeben hat.
    Vertraglich werden jetzt bei der Haftung allerdings solche Sachverhalte ausgeklammert, die nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht wurden.

    >>> Ist das ungewöhnlich, was uns da passiert ist?

    MfG PHinske
     
  13. Andres

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    Zumindest dieser Teil ...
    ... ist nicht so wahnsinnig ungewöhnlich.

    Der Rest ist aber aus meiner begrenzten Erfahrung schon etwas seltsam. Maximal kenne ich die Klausel, die die Haftung bei einfacher Fahrlässigkeit auf die Deckungssumme der Versicherung begrenzt. Damit kann ich persönlich sehr gut leben, wenn es entsprechende Vereinbarungen zur Aufrechterhaltung einer solchen Versicherung samt der passenden Nachweise darüber gibt.


    Naja, das führt ziemlich sicher zu Ärger. Es hat schon seine Gründe, warum die Bestellung des Verwalters und der Abschluss des Verwaltervertrags normalerweise in einem einheitlichen Beschluss herbeigeführt werden.
     
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  14. #13 PHinske, 09.12.2015
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    Danke, Andres!

    Nun ja, da müssen wir dann wohl jetzt durch für die nächsten zwei Jahre.
    Die Aushandlung der potenziellen Verwalterverträge VOR dem Bestellungsbeschluss wäre aus zeitlichen Gründen der pure Wahnsinn geworden.
    Wir hatten insgesamt fünf zur Auswahl.

    Wollen wir also hoffen, das der (mögliche, aber dann nicht durchsetzbare) Versicherungsfall gar nicht eintritt.

    Für unseren Beirat haben wir im Bestellungsbeschluss übrigens auch die Freistellung von der Haftung bei leichter Fahrlässigkeit geregelt.
    Hierdurch werden Ausgaben für eine evtl. Beiratsversicherung völlig vermieden.

    MfG PHinske
     
  15. #14 Fremdling, 10.12.2015
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    M.W. Beiratsversicherung für 3 Mitglieder in der Größenordnung von rund € 100,- p.a. - Vielleicht ist es abhängig vom "Sparwillen" der WEG und je nach potentiellen Schadenssummen eine Überlegung wert, der Versicherung den Vorzug zu geben?
     
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