Handwerkerauftrag erstellen trotz Kostenvoranschlag von Verwaltung?

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von Asceli, 24.04.2014.

  1. Asceli

    Asceli Neuer Benutzer

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    Hallo,
    ich musste mich nun auch mal registrieren, da ich aktuell vor dem ersten Problem stehe mit meiner Eigentumswohnung!
    Ich besitze eine Wohnung in einem Haus mit drei Wohneinheiten, diese habe ich vermietet. Wir haben eine Hausverwaltung, die in unserer Stadt sehr bekannt ist und sehr viel "Schmu" betreiben soll, der Inhaber hat zig Unterfirmen etc....;)!

    Auf der letzten Eigentümerversammlung haben wir beschlossen, dass das Treppenhaus gestrichen werden müsste...die Hausverwaltung wollte einen Kostenvoranschlag einholen und uns zukommen lassen. Gesagt, getan: Wir haben einen Brief bekommen mit der Bitte, jeweils 500 Euro an die Verwaltung zu überweisen (innerhalb von 4 Tagen) und dahinter war ein "Kostenvoranschlag" geheftet: Dieser "Kostenvoranschlag" beinhaltete lediglich den Briefkopf und einen Pauschalpreis von 1500 Euro.

    Ich wurde stutzig und habe folgendes gedacht:
    1. Mensch, ganz schön teuer
    2. Wieso erst überweisen und dann die Arbeit?
    3. Was ist das überhaupt für ein Kostenvoranschlag ohne Informationen?
    4. Briefkopf/Anbieter = Inhaber der Hausverwaltung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    5. Möchte der Herr L... sich das Geld wieder in die Tasche stecken!!!

    Also habe ich der Ansprechpartnerin eine Mail geschrieben mit der Bitte, mir doch einen richtigen Kostenvoranschlag zukommen zu lassen der transparent ist, so wie ich ihn kenne: Quadratmeterzahl, Material, Lohn etc.
    Daraufhin hat mich der Inhaber höchstpersönlich angerufen und wollte mich einschüchtern...was ich für einen Auftrag hätte, was ich mir davon versprechen würde, das wäre eben ein Pauschalangebot, sie hätten nichts ausgemessen etc!
    Ich bin ihm also offensichtlich ziemlich dolle auf die Füße getreten und habe ihn in seinem Element gestört!

    Ich habe gesagt dass es jawohl legitim ist, wenn ich mich anderweitig erkundingen möchte...daraufhin habe ich einen anderen Maler in das Haus geschickt (auf Empfehlung eines Bekannten ein guter Maler), der mir einen Kostenvoranschlag gemacht hat: 1000Euro!!!!
    Nun: 500 Euro Differenz finde ich happig oder was meint ihr?
    Eine Ergänzung: die anderen beiden Wohnungseigentümer waren über alles informiert und ich habe ihre komplette Unterstützung, sie kommen nur selbst nicht in die Hufe!

    Nun meine Frage: Kann ich der Hausverwaltung den Auftrag entziehen, dass sie jemanden für uns beauftragen? Kann ich dann einfach dem Maler mit der Bitte, den Auftrag auf drei Auftraggeber zu dividieren, den Auftrag erteilen?
    Besteht dann die Gefahr, dass die Hausverwaltung uns kündigt oder gar eine rechtliche Gefahr!?

    Ich würde mich über eine Antwort freuen!
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Was wurde genau beschlossen, d.h. wie lautet der exakte Wortlaut des gefassten Beschlusses? Hat die WEG eine Instandhaltungsrücklage und falls ja, warum wurde die Maßnahme nicht zu Lasten der Rücklage beschlossen?


    Von Flatrates profitiert nur eine Seite. Und Handwerker können regelmäßig besser rechnen, als ihre Auftraggeber - Ausnahmen bestätigen die Regel ;)


    Konsens in der Gemeinschaft ist immer gut, denn dann gibt es einfache Lösungen für einfache Probleme:

    Ja. Das erfolgt im einfachsten Fall per Umlaufbeschluss, der allstimmig gefasst werden muss. Du kannst das alleine initiieren und die beiden anderen Eigentümer müssen nur noch unterschreiben.


    So könnte man das machen, aber viel sinnvoller ist es, auch das in den Umlaufbeschluss zu packen - das soll dann der Verwalter beauftragen, der dafür schließlich auch bezahlt wird. Der Beschluss umfasst dann vier Punkte:
    • Aufhebung des Beschlusses der Eigentümerversammlung,
    • die Fa. [teures Angebot] wird nicht beauftragt, insbesondere nicht entsprechend Anschlag [1500 €],
    • die Fa. [billigeres Angebot] wird entsprechend beiliegendem Anschlag [1000 €] beauftragt,
    • Kostentragung regeln, eigentlich wäre das eine klassische Aufgabe für die Instandhaltungsrücklage - sonst per Sonderumlage.
    (Als Mitleser hier weißt du, dass ich keine konkrete Formulierungshilfe leiste, aber mit dieser Anleitung sollte das für dich machbar sein ...)

    Erstens ist es ganz normal, dass die Hausverwaltung von den Eigentümern Weisungen erhält, die die Verwaltung des Objekts betreffen. Dafür wird die Verwaltung bezahlt! Zweitens ist das keine Gefahr, sondern eine Chance. Ihr lasst euer Eigentum von einem stadtbekannten Gauner verwalten - geht's noch? Da würde ich mich doch freuen, wenn der Kasper den Vertrag kündigt.

    Tut euch einen Gefallen und wechselt so schnell wie möglich zu einer seriösen Verwaltung, auch wenn die ein paar Cent mehr kostet. Überlegt euch mal, wie lange ihr das alleine schon von den 500 €, die ihr diesmal spart, bezahlen könnt.


    Die sehe ich eher, wenn du den Auftrag selbst erteilst. Dafür stehst dann nämlich zunächst einmal du selbst gerade, da du - im Gegensatz zum Verwalter - die WEG nicht rechtsgeschäftlich vertreten darfst.
     
  4. Andres

    Andres
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    Was mir gerade noch auffällt - sorry, ab zwei Ausrufezeichen sinkt meine Aufmerksamkeit:

    Da bei Beschlussfassung ja noch nicht bekannt gewesen sein dürfte, von wem das Angebot kommt, wird hier ein unzulässiges Insichgeschäft (§ 181 BGB) vorliegen. Oder hat sich der Verwalter für solche Fälle in seinem Vertrag (oder gar auf allen Beschlüssen) einen Persilschein ausstellen lassen?

    In diesem Fall würde ich meine Einschätzung von oben ("stadtbekannter Gauner") noch ein Stück weniger bedauern, als ich das sowieso schon tue.
     
  5. Duncan

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    Ehrlich gesagt wäre hier das Treppenhaus für mich eher zweitrangig und ggf. eher Mittel zum Zweck. Hauptaugenmerk würde bei mir darauf liegen den Verwalter los zu werden und durch ein seriöses Unternehmen zu ersetzen. Bei solch kleinen Objekten, kann das auch gut ein Einzelkämpfer sein.
     
  6. Asceli

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    Jetzt muss ich mal schauen ob ich es mit dem zitieren hinbekomme!

    Hallo Andreas, vielen Dank für deine ausführliche Antwort - die wirklich schonmal hilfreich war!

    Ok, also Auftrag WENN, dann nur per Umlaufverfahren...wer muss denn dann die Arbeit abnehmen? Mache ich das dann?
     
  7. Asceli

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    Vielen Dank


    Ja, mir ist das Treppenhaus ehrlich gesagt egal...der eine Eigentümer wohnt aber in dem Haus und es ist schon sehr schmuddelig, sodass ich es ihm nicht verwehren kann, dass er es ein wenig "nett" haben möchte;)!

    Was meinst du denn mit "Einzelkämpfer"? Ich würde das Objekt auch liebendgern selbst verwalten aber das geht ja scheinbar nicht so einfach.....:(
    Seriöses Unternehmen wäre mir auch lieb ... ich habe die WOhnung aber erst seit einem Jahr und davor wurde der Vertrag gerade verlängert.
    Als "Neue" möchte ich nun ungern so viel Stunk machen im Haus;)
     
  8. Asceli

    Asceli Neuer Benutzer

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    Das hat dann wohl nicht so gut geklappt mit dem Zitieren;)
     
  9. Andres

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    Der Auftrag wird nicht per Umlaufbeschluss erteilt. Der Verwalter wird per Umlaufbeschluss angewiesen, den Auftrag zu bestimmten Konditionen an ein bestimmtes Unternehmen zu vergeben. Die tatsächliche Beauftragung, Koordination, Abnahme, Bezahlung erledigt der Verwalter.


    Ganz ohne Vorkenntnisse würde ich das auch nicht machen wollen. Mit "Einzelkämpfer" meint er, dass hier keine (größere) Verwaltungsfirma erforderlich ist sondern auch einzelner Verwalter ohne eigenes Personal die anfallenden Aufgaben gut bewältigen können sollte.


    Sprich doch einfach mal mit den anderen beiden Eigentümern. Ganz oben habe ich es schon geschrieben: Wenn man sich einig ist, gibt es ganz oft einfache Lösungen.
     
  10. Duncan

    Duncan
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    Wie Andres es schon sehr richtig erkannt hat, meine ich damit eine Hausverwaltung die nur aus einer Person besteht. Das können Immobilienkaufleute, BWLer oder andere fach- und sachkundige Personen sein. Ein mir sehr angenehmer Verwalter ist z.B. ehem. Berufssoldat und Diplom-Jurist. In seiner Dienstzeit hatte er schon etliche Bundesimmobilien verwaltet. Hör dich in deiner Region um. Die Verwaltung kann auch im Nachbarort sitzen, aber nicht zu weit weg. Von "Fernverwaltungen" halte ich nichts.

    Die Situation das einer der Eigentümer die Verwaltung selbst macht, halte ich für die politisch und psychologisch ungünstigste Form der Verwaltung gleich nach gar keiner, aber noch vor mittelprächtiger Verwaltung.
     
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