Handwerkerpfusch... oder wie man den nächsten Auftrag vorbereitet

Diskutiere Handwerkerpfusch... oder wie man den nächsten Auftrag vorbereitet im Kantine Forum im Bereich Off-Topic; Ich habe ja schon ein paar Mal etwas über meinen ehemaligen Verwalter hier erzählt... Heute ist mir Mal wieder der Kragen wegen ihm geplatzt....

  1. #1 ehrenwertes Haus, 21.12.2018
    Zuletzt bearbeitet: 21.12.2018
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Ich habe ja schon ein paar Mal etwas über meinen ehemaligen Verwalter hier erzählt...

    Heute ist mir Mal wieder der Kragen wegen ihm geplatzt.

    Wir sind seit einiger Zeit dran eine leere Wohnung zu restaurieren in einem Denkmalsch(m)utzschinken. Fenster und Türen sind wieder voll funktionsfähig, bauarttypisch (un)dicht und frisch versiegelt. Die Schäden der letzten 100 Jahre beseitig.
    Ich bin ja so ein Knallfrosch, der sowas gerne macht, jedenfalls meistens.

    Also haben wir heute 1 Raum von den Tapeten befreit.
    War spannend, was da so zum Vorschein kam... leider nicht nur im übertragenen Sinn...

    Die Wohnung wurde das letzte mal vor rund 10 Jahren, vollständig saniert.
    Zumindest behaupten das die Handwerkerrechnungen...

    2 Tapetenschichten sind nach dieser Zeit auch nichts wirklich ungewöhnliches.
    Ungewöhnlich ist aber die 3. Tapetenschicht (leider habe ich verpeilt davon Bilder zu machen, dafür könnte ich mich Ohrfeigen). Die war doch wirklich noch aus der Bauzeit und seit über 100 Jahren an der Wand. Mir, als Altbaufreak, tut es immer etwas Leid, solche Dinge zu entsorgen, aber manchmal geht es halt nicht anders.
    Über den damaligen Tapetengeschmack, kann man streiten, aber die Qualität war top.

    Was mich dann wirklich geärgert hat, war was man bei der letzten Sanierung unter der 2. abgelösten Tapetenschicht versteckt hatte...

    In der gesamten Wohnung liegt die alte Elektrik in Leerrohren. Die hat man aber bei der Sanierung nicht genutzt. Irgendein Vollpfosten fand es viel schicker mit einer Schlitzfräse für die neue Elektrik zu hantieren.
    DIe alten Unterputzverteilerdosen wurden Umfunktioniert zu Verstecken für den Nikolaus, Weihnachtsmann oder Osterhasen, oder... Dafür aber hammergeile Feuchraumverteilerdosen, Steckdosen und Lichtschalter aufputz montiert.

    Neue Kabelage sehe ich ja absolut ein, wenn die Elektrik erneuert wird...
    Aber warum dann keine Unterputzkabel verwendet und neue Schlitze nicht nach DIN-Vorgaben (Anstand Decke u.Boden) gemacht, sondern munter irgendwo auf den bevorzugten Höhen für Bilder oder Spiegel zum aufhängen, die Kabelanschlüsse nicht nach DIN, in der gesamten Wohnung nicht 1 FI -Sicherung auffindbar ist (auch nicht an den Steckdosen selbst oder vorgeschaltet) ... das übersteigt die Logik meines Spatzenhirns :sauer031:


    Ja ich weiß, eigentlich fängt man bei der Elektrik und Wasserthemen an mit prüfen... Habe ich nicht gemacht, sondern Wetter ausgenutzt für Arbeiten an Fenstern und Türen. Elektrikpfusch war ja gut versteckt unter 2 Tapenschichten und wurde von einer Fachfirma, die einen guten Ruf hat, erneuert.
    Keine Ahnung, ob man da einen Lehrling ohne Aufsicht (Anleitung) hat wurschteln lassen...

    Hatte mich schon gefreut, die Wohnung im Jan. fertig zu bekommen... aber daraus wird jetzt wohl nix mehr.
    Die neuen Mieter warten schon sehnsüchtig darauf...
    Jetzt heißt es erst mal suchen, ob nicht noch mehr Elektotretminen in der Wohnung versteckt sind.
    Ich hab kein Nerv auf "Mieter will Bild aufhängen und landet Volltreffer in einem Elektrokabel" :sauer032:


    Ich "freu" mich ja schon auf alte Rechnungen ausbuddeln und den ganzen zeitfressenden Quark danach...
    Die Alternative, alles nochmal neu machen auf meine Rechnung sehe ich dann doch nicht ein. Dafür hat die Firma eine zu hohe Rechnung ausgestellt für die Komplettruinierung.
     
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  3. #2 Papabär, 21.12.2018
    Papabär

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    Kann ich verstehen. Trotzdem dürfte das mit den Gewährleistungsansprüchen nach 10 Jahren wohl ein Schuss in den Ofen werden. Zumal es u.U. bereits schwierig werden dürfte, die Mittäterschaft eines Mieters aus diesem Zeitraum auszuschließen.

    Ich habe mal unter diversen Tapetenschichten eine Zeitungsseite gefunden. Ich konnte zwar kein Datum erkennen - aber die Schlagzeile war eine Mitteilung, wonach Friedrich Wilhelm IV. die Verlagerung der Gewehr- und Pulverherstellung von Potsdam nach Spandau angekündigt hatte. Leider konnte ich die Zeitung nicht retten.
     
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  4. #3 ehrenwertes Haus, 21.12.2018
    ehrenwertes Haus

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    Da war nachweislich kein Mieter am Werk.

    Auftragsausschreibung und -vergabe war von meinem alten Verwalter. Rechnungen dazu sind vorhanden. Das dümpelt ja noch in den Altakten vor sich hin.
    Die verwendeten Kabel, Steckdosen, Schalter, usw. der neuen Elektrik, stimmen mit der Rechnung überein. Selbst die Rechnungen für Maler- und Tapezierarbeiten sind vorhanden.

    Das ist einer der wenigen Vorteile bei Denkmalschutz, wenn auch das gesamte Innenleben eines Hauses darunter fällt.
    Man muss sich zwar jeden Pups genehmigen lassen, dafür ist aber auch jeder Pups amtlich dokumentiert. Eine amtliche Fotodoku vor und nach der Sanierung ist nur schwer zu widerlegen.
     
  5. Pitty

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    Die Tapete von damals ist bestimmt toll. Vielleicht kann man eine Art Bild auf der Wand erhalten. Ich finde es immer traurig wenn alte Geschichte ganz verschwindet.

    Bei uns im Treppenhaus haben wir 2 Kleine viereckige Kästchen mit der alten Tapete gelassen. Weil es einfach Geschichte zum Haus ist.
     
  6. #5 Petra_44, 22.12.2018
    Petra_44

    Petra_44 Erfahrener Benutzer

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    Ich habe auch mal in einer Wohnung die Tapete entfernt. Darunter stand, "Scheis krumme Wand." ;-)
     
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