Handwerkerrechnung direkt an Versicherung zulässig?

Diskutiere Handwerkerrechnung direkt an Versicherung zulässig? im Versicherungsschäden Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, ich habe in einem Mehrfamilienhaus ein Wasserschaden gehabt. Diesen hab ich meiner Gebäudeversicherung gemeldet, die mir daraufhin ein...

  1. Cooper

    Cooper Neuer Benutzer

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    Hallo,

    ich habe in einem Mehrfamilienhaus ein Wasserschaden gehabt. Diesen hab ich meiner Gebäudeversicherung gemeldet, die mir daraufhin ein Trocknungsunternehmen empfohlen hat. Dieses hat mir ein Angebot erstellt, dass mir ungewöhnlich hoch vorkam. So wurde für Möbelrücken in einem Zimmer, in dem nur ein Bett und ev. ein Schrank zu verstellen war 16 Arbeitsstunden veranschlagt. Meine Bedenken habe ich meiner Versicherung mitgeteilt. Diese hat das Angebot durch Experten geprüft und hat gesagt es sei angemessen, ich könne es annehmen, die Kosten werden übernommen. Schließlich seien die Arbeitsstunden nur Schätzungen, es werde letztendlich die tatsächlich benötigte Arbeitszeit in Rechnung gestellt.

    Also hab ich der Firma eine Auftragsbestätigung geschickt. Nach Ausführung der Arbeiten hat die Firma die Rechnung direkt an die Versicherung geschickt, die diese auch bezahlt hat.

    Eigentlich könnte ich also zufrieden sein, doch erscheinen mir fast 700 Euro für Möbelrücken als Abzocke. Die Versicherung wird mir vermutlich den Beitrag erhöhen, so dass diese letztendlich nicht auf den Schaden sitzen bleibt, sondern ich.

    Was mich besonders stört ist, dass die Rechnung nicht zuerst an mich ging, obwohl ich doch die Firma beauftragt hatte. Ist das denn zulässig? Denn ich hätte die Rechnung nicht so anstandslos bezahlt.

    Ich habe hier das ungute Gefühl, dass eine etwas zu enge Zusammenarbeit zwischen Handwerkerfirma und Versicherung besteht.
     
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  3. #2 Nero, 13.09.2014
    Zuletzt bearbeitet: 13.09.2014
    Nero

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    Letzteres ist zunächst aber für dich kein Problem. Warum sollten deine Beiträge erhöht werden, nur weil der mit der Versicherung kooperierende Handwerker dieser = seinem Auftraggeber überhöhte Rechnungen aussstellt?

    Ich selbst habe eine vergleichbare Erfahrung gemacht.
    In meinem eigenen Haus trat ein Wasserschaden unbekannter Ursache auf, welcher der Versicherung gemeldet wurde.

    Diese schlug daraufhin ein bestimmtes Unternehmen vor.
    Nachdem eine ortsansässige Firma - Vorgehensweise war mit der V. abgestimmt - erfolglos blieb, habe ich dieses in Anspruch genommen.

    Auch dessen Rechnung ging unmittelbar an die Vers. und wurde anstandslos beglichen.

    Ich kann jedoch sagen, dass diese Firma bei der Schadensanalyse/-behebung nicht sehr effizient vorging - also der Versicherung eine unnnötig überhöhte Rechnung vorgelegt wurde.

    Was aber nicht mein Problem ist - sondern das der Versicherung und ihres eventuell grundsätzlich unseriösen "Subunternehmers"/Vertragspartners.
     
  4. Andres

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    Das ist schwer objektiv darzustellen, aber das grundsätzliche Problem bei solchen "Schadensservices" hast du gut begrifffen. Das gewinnt noch etwas mehr Profil, wenn man deine Frage beantwortet:

    Das ist zulässig, solange du der Versicherung die Regulierung des Schadens nicht untersagt hast. Und das ist jetzt natürlich schwierig: Sich mit dem Handwerker zu streiten, nachdem die Rechnung bezahlt wurde (egal ob durch oder für dich), ist regelmäßig wenig erfolgversprechend. Damit bleibt als einzige Möglichkeit, um eine evtl. Beitragserhöhung abzuwenden, nach der vollständigen Regulierung der Versicherung den kompletten Schaden abzukaufen - also die mutmaßlich überhöhte Rechnung selbst zu bezahlen.

    Für den aktuellen Fall ist das Kind meiner Meinung nach in den Brunnen gefallen. Für die Zukunft: Solche Interessenskonflikte sollte man von Anfang an vermeiden. Der Handwerker, Anwalt, ... soll ein Interesse daran haben, dass ich zufrieden bin. Er soll sich nicht um Folgeaufträge von der Versicherung kümmern. Stattdessen soll er sich lieber bemühen, dass ich ihn wieder beauftrage - dass bei einer Immobilie irgendwann wieder ein Auftag anfällt ist praktisch sicher. Das geht aber nur, wenn ich die Entscheidungen treffe und die Rechnungen bezahle. Im Gegenzug muss ich mich dann eben mit der Versicherung vielleicht mal über die Kostenübernahme streiten. Ist nicht so schlimm, wie es gelegentlich dargestellt wird ...
     
  5. Nero

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    Ja. aber wo ist denn immer noch das Problem?

    Die Versicherung erhöht die Beiträge des V. nehmers nicht und zahlt offensichtlich bereitwilllig eine absolut überzogene Rechnung trotz Hinweis.

    Wie ich beschrieben habe, ich selbst! habe das von der V.s. vorgeschlagene U. beauftragt, dessen Rechnung an die V. ging/von dieser direkt an dieses bezahlt wurde.
    Korrekt oder nicht. - egal.

    Es ergab sich hieraus für mich keinen Nachteil, noch hatte ich im Vorfeld Bedenken, seitens der V . in eine Falle gelockt zu werden.

    Aber vielleicht denke ich ja auch mal wieder zu "einfach"
     
  6. Nero

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    So wie ich es verstanden habe, war sein zentrales Anliegen/die Hauptfrage,
    ob ihm durch eine mögliche Kumpanei zwischen V.sich. und Handwerker ein
    Nachteil (Beitragserhöhung) entstehen könnte.

    Falls dies nicht der Fall ist - wovon ich ausgehe - ist definitiv auch kein wirkliches Problem vorhanden,
    dessen "Lösung" umständliche Winkelzüge erfordert.
     
  7. Nero

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    So, wie ich es verstanden habe, war das zentrale Anliegen/die Hauptfrage,
    ob durch eine mögliche Kumpanei zwischen V.s. und Handw. für ihn ein gravierender Nachteil (Beitragserhöhung) entstehen könnte.

    Falls/da dies nicht der Fall ist - wovon ich ausgehe -
    ist auch kein wirkliches Problem vorhanden, dessen "Lösung" umständliche Überlegungen und "Winkelzüge" erfordert.
     
  8. Andres

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    Das war eine Vermutung von Cooper, keine Frage:

    Ob das passiert, lässt sich nicht aus der Ferne beurteilen. Es ist jedenfalls möglich.
     
  9. Nero

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    Gut, dann gehe ich in die "Feinheiten" der Rechtschreibung/Interpretation.

    Eine Vermutung (Unterstellung) ist i. d. T. keine Frage - sondern eine unbewiesene Behauptung.

    Dennoch passt meine Antwort grundsätzlich auf beides ,weil der Gegenbeweis (Beitragserhöhung) nicht geliefert wurde.

    Darüber hinaus, gibt es eigentlich nichts mehr zu graben.
     
  10. Duncan

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    gar nicht wenige Versicherungen zahlen an Handwerksunternehmen gerne etwas mehr, wenn sie von diesen eine entsprechende Dokumentation des Schadens erhalten. So gibt es durchaus Unternehmen die sich genau darauf spezialisiert haben.
    Nahezu jeder hier dürfte die Erfahrung gemacht haben, dass die Formulierung der Schadensmeldung sehr viel Einfluss auf die Abarbeitung durch die Versicherung hat.

    In der Gesamtrechnung gehen diese Versicherungen davon aus, dass es für sie günstiger ist, diese Dokumentation auszulagern (vom Handwerker übernehmen zu lassen) als dies selbst durch eigenes Personal vornehmen zu lassen.
     
  11. #10 Nero, 14.09.2014
    Zuletzt bearbeitet: 14.09.2014
    Nero

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    Jetzt, da Du das sagst, verstehe ich das "System".

    Aufgrund des von der Vs. beauftragten H.w.U. bestand bei mir die Schadensursache in einer defekten Mischbatterie/Leitungen der Brause.

    Dies hatte zur Folge, dass ich den "Löwenanteil" der Kosten getragen habe, wohingegen die Versicherung nur die Folgeschäden (hielten sich demgegenüber in Grenzen) übernommen hat.

    So wird aus der Sache ein Schuh: Der Handwerker arbeitet grundsätzlich für die Versicherung.
    Die Tatsache, dass er zu seinen Gunsten etwas an ihr knabbert, ist für sie weitaus besser/profitabler, als den Versicherungsnehmer angemessen zu bedienen.
     
  12. Cooper

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    Es ging mir in erster Linie darum, dass die Beiträge der Versicherung erhöht werden, wenn eine gewisse Schadenssumme in den letzten Jahren erreicht wurde. Maßgeblich sind i.d.R. die letzten 5 Jahre.

    Wenn nun die Versicherung beliebig überhöhte Rechnungen absegnet wird diese Schadenssumme schneller erreicht. Die Versicherung juckt es nicht besonders, weil sie die Kosten, die ihr entstanden sind nun über höhere Beiträge wieder reinholt. Letztendlich bin ich es als Vermieter, der hier schlecht da steht und das nur, weil MEINE Versicherung nicht in MEINEM Sinne handelt.

    Und ich frage mich immer noch, wieso die Handwerkerfirma die Rechnung direkt an meine Versicherung schicken darf, obwohl ich sie doch beauftragt habe. Dann hätte doch gleich meine Versicherung die Firma beauftragen können. Aber das möchte die Firma wohl nicht, denn so kann sie, falls die Versicherung nicht zahlen will, das Geld von mir verlangen. Ein Vertrag ist doch zwischen mir und der Firma zustande gekommen und nicht zwischen der Firma und meiner Versicherung.
     
  13. Andres

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    Der Handwerker hätte die Rechnung auch mir schicken können. Oder bei der Spesenabteilung des Bundeskanzleramts einreichen. Oder sich spontan entschließen, dass er für umsonst arbeitet. Woher er sein Geld bekommt, ist dem Handwerker doch völlig egal - er fragt halt mal dort an, wo er sich am meisten Erfolg verspricht.
     
  14. Cooper

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    Naja, grundsätzlich kann man natürlich irgendwelche Rechnungen an irgendwelche Personen verschicken. Aber wenn sie die Rechnung an dich geschickt hätten und du bezahlt hättest, hätten sie den Betrag trotzdem noch von mir fordern können, weil ich eben ihr Vertragspartner bin und den Werkslohn zu entrichten habe. Die Frage ist doch deshalb, ob die Zahlung der Versicherung schuldbefreiende Wirkung für mich hat und ob die Versicherung dann im Verhältnis zu mir zahlen durfte, da ich ihr zwar den Schaden gemeldet hatte, aber keinen konkreten Auftrag erteilt hatte Rechnungen zu begleichen.
     
  15. #14 Aktionär, 23.09.2014
    Aktionär

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    Bist Du Dir sicher, dass Du nicht bei Auftragserteilung mit unterschrieben hast, dass der Handwerker genau so abrechnen kann und soll, damit es Dir erspart bleibt in Vorleistung zu treten und dann die Rechnungen beim Versicherer einzureichen und auf Erstattung zu warten? Ist eine übliche Vorgehensweise.
    Gibt es übrigens auch bei der PKV, wenn mal eine größere OP ansteht.
     
  16. Andres

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    Nö. Die geschuldete Leistung ist erfüllt, womit das Schuldverhältnis erlischt. (Das gäbe eine nette Hausarbeit für angehende Juristen ab ...)


    Und der Einwand von Aktionär ist auch gut ...
     
  17. Duncan

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    und dazu kommt noch das Suchen der Lupe für das Kleingedruckte im Versicherungsvertrag. Versicherungen nehmen sich gerne heraus, für dich Ärger auskaufen zu dürfen, wenn sie meinen, dass es der Kostenminimierung dient.
     
Thema: Handwerkerrechnung direkt an Versicherung zulässig?
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