Hat der Verwalter ohne Kontrolle stets Zugriff auf die Rücklagen einer WEG ???

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von Thomas123, 05.11.2014.

  1. #1 Thomas123, 05.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 05.11.2014
    Thomas123

    Thomas123 Erfahrener Benutzer

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    Folgender Sachverhalt: Der Verwalter führt ein Tagesgeld- und ein Girokonto.

    Auf dem Tagesgeldkonto befindet sich ein größerer fünfstelliger Betrag. Auf dem Girokonto werden sämtliche Zahlungsein- und ausgänge verbucht. Wenn nun eine Rechnung zu bezahlen ist, wird der Betrag vom Verwalter vom Tagesgeldkonto der WE auf das Girokonto überwiesen und online bezahlt.

    Eine Kontrolle der Bank, ob die Abhebung / Bezahlung einer Rechnung seitens des Verwalters ihre Richtigkeit hat, findet nicht statt.

    Eine Möglichkeit wäre, lt. Bank, die Gelder der WEG auf einem Sparbuch festzulegen und in diesem einen Sperrvermerk einzutragen. Allerdings wird, laut Sparkasse, auch in diesem Fall das Geld auf das Girokonto verbucht. Der Verwalter hat auch in diesem Fall, bei krimineller Energie, die Möglichkeit, Gelder der WEG zu veruntreuen. Zudem muss jedes Mal das Sparbuch vorgelegt werden.

    Dies würde, lt.Sparkasse, von allen Banken so gehandhabt. Außerdem müsste der Verwalter, lt. Sparkasse, mit diesem Prozedere einverstanden sein.

    Die WEG hat angeblich, lt Sparkasse, keine Möglichkeit, eine Schutzklausel auf des WEG-Konto eintragen zu lassen, damit Gelder nur für vorbestimmte Rechnungen bezahlt werden.

    Ein Verwalter kann also, nach der Auskunft der Sparkasse, jederzeit frei über die Gelder der WEG verfügen und sich auch "privat" bedienen???

    Frage: Gibt es eine Möglichkeit für die Eigentümergemeischaft, dass die Gelder der WEG nicht dem unmittelbaren Zugriff seitens des Verwalters ausgesetzt sind?
    Ich stelle mir vor, Gelder aus den Rücklagen der WEG dürfen nur für eine bestimmte Rechnung abgehoben und nur dann vom Verwalter ausgegeben werden, wenn z. B. ein Mitglied des Verwaltungsbeirates die Abhebung mitunterzeichnet.
     
  2. AdMan

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  3. HeiBu

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    Hallo Thomas, so wie Du Dir das vorstellst ist es seitens der Bank nicht möglich. Es gibt jedoch eine andere Möglichkeit, in dem die Gemeinschaft als Inhaber des Geldmarktkontos mit der Bank vereinbart, das der Verwalter nur gemeinsam mit einer anderen Person Verfügungen durchführen kann. Hier würde ich den Beiratsvorsitzenden benennen.
    Ich würde bei der nächsten Versammlung einen entsprechenden Antrag stellen
     
  4. #3 BHShuber, 05.11.2014
    BHShuber

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    ähhhm

    Hallo,

    wenn man das richtig versteht, hat da jemand so gar kein Vertrauen zu seinem Verwalter, gibt es hierfür einen Grund?

    Oder wie darf man so eine Maßnahme sich vorstellen?

    Bei einem oder einer professionellen Hausverwaltung kommt sowas nur sehr selten vor, dass der Verwalter mit dem Geld der WEG abhaut.

    Zudem ganz offen, wusste die Eigentümergemeinschaft die Richtlinien schon vor der Unterschrift auf dem Verwaltervertrag.

    Oder ist das hier wieder so eine Pseudoverwaltung in der ein Eigentümer die Verwaltung übernommen hat?

    Gruß

    BHSHuber
     
  5. #4 Tobias F, 05.11.2014
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    Ein ganz normaler Vorgang.


    Dies ist weder Aufgabe der Bank noch wäre es durchführbar. Oder soll ein VErwalter mit jeder Rechnung zur Bank laufen damit die dann beim Handwerker x anruft ob das alles so richtig ist?


    Dann sucht euch einmal einen Verwalter der, zu normalen Konditionen, bereit ist seine Tage damit zu verbringen mit Sparbüchern zu Banken zu fahren.


    Wie sollte das auch gehen? Soll beim Konto hinterlegt sein: Der Dachdecker darf bezahlt werden; Rechnungen für den Schornsteinfeger nur bis 100.- EUR im Jahr; die Heizungswartung darf nicht mehr als x kosten; .......
     
  6. dots

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    Ich stell' mir das wenig praktiabel vor.
    Der Verwalter soll doch verwalten, d.h. sich um Rechnungen kümmern.
    Wenn er jedes mal vorher nachfragen muss, ob er eine Rechnung bezahlen darf, kann doch auch der Gefragte die Verwaltertätigkeit erledigen - wozu brauche ich da noch den Verwalter?
    (Ja, ich weiß: Das ist stark vereinfacht und übertrieben - aber so vom Prinzip ... ?)
     
  7. #6 Martens, 05.11.2014
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    Es ist eine der grundlegenden Aufgaben des WEG-Verwalters, die Gelder der WEG zu verwalten, Rechnungen zu bezahlen, Gelder von einem auf das andere Konto zu bewegen. Um seiner Aufgabe nachkommen zu können, hat der Verwalter eine entsprechende Vollmacht und kann damit im Außenverhältnis frei handeln.

    Christian Martens
     
  8. Jobo45

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    Ich denke wenn der Beirat im Rahmen der Buchprüfung eine Rechnungskontrolle nicht durchführt, wird er wohl auch nicht bereit sein eine Abhebung mit zu unterzeichnen.
     
  9. #8 Thomas123, 05.11.2014
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    hab es kapiert

    es gibt keine Möglichkeit......
     
  10. Duncan

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    Und die Eigentümer sind in der Pflicht den Verwalter zu kontrollieren und haben das Recht die Verwaltungsunterlagen jederzeit einzusehen. Des Weiteren macht sich ein Verwalter bei Zuwiderhandlungen schadensersatzpflichtig und ggf. strafbar. Also lohnt sich das nur für 2-3stellige Millionenbeträge, sein bisheriges Leben wäre durch ein unrechtmäßiges Vorgehen massiv in Gefahr.

    Auch hier gilt: Доверяй, но проверяй!
     
  11. #10 Martens, 05.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 05.11.2014
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    Das schreibe ich gefühlt jeden zweiten Tag.

    Jeder der ihm anvertraute Gelder veruntreut, macht sich strafbar, ruiniert seinen Ruf und damit sein Geschäft.
    Ich gehe davon aus, daß das jedem Verwalter bekannt ist und sich auch 99,9% der Kollegen daran halten, sonst würde jeden Tag etwas dieser Art durch die Presse gehen.

    Das ändert aber alles nichts daran, daß ein Verwalter eine Vollmacht zum Geldtransfer braucht, um seinen Aufgaben nachzukommen.

    In Zeiten des beleghaften Zahlungsverkehrs hatten wir auch mal ein Objekt, wo ein Beirat die Überweisungen vom Tagesgeldkonto mit unterschreiben mußte. Das passierte dann ein- oder zweimal pro Jahr, wir haben den ausgefüllten und unterschriebenen Überweisungsträger per Post zu ihm geschickt, er hat komplettiert und ihn dann bei der Bank abgegeben (da arbeiteten noch Menschen!) und gut war's.

    Seit das alles elektronisch läuft, ist eine externe "Zweitunterschrift" kaum zu realisieren, der Eigentümer müßte für diese "Unterschrift" erstens in die Büroräume des Verwalters kommen und zweitens das System verstehen, das er nur zweimal im Jahr sieht, damit er auch weiß, was er tut (und nicht Angst haben muß, eine Waschmaschine zu kaufen oder ein Jahresabo von Heim+Welt zu bestellen).

    Und nein, ich gehe davon aus, daß kaum jemand privat seine Überweisungen mit EBICS macht und nochmal nein, ich gehe auch davon aus, daß die wenigsten Verwalter mit PIN/TAN arbeiten werden.

    Christian Martens
     
  12. #11 Thomas123, 06.11.2014
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    Besten Dank

    für Eure ausführlichen Antworten!

    Pech ist es, wenn eine WEG zu den 0,1% gehört, bei der der Verwalter Gelder unterschlägt.

    Aber das ist dann halt dem "allgemeinen Lebensrisiko" zuzurechnen.

    War auf jeden Fall mal interessant, den Gedanken zur Dispoition zu stellen. Man lernt immer was dazu....
     
  13. #12 BHShuber, 06.11.2014
    BHShuber

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    Hallo Thomas,

    gibt es für die Unterschlagung stichhaltige Beweise?

    Wenn ja, dann bringt das bei der nächsten oder ausserordentlichen Versammlung vor und konfrontiert den Verwalter mit diesem Vorwurf.

    Sollte es nur eine Vermutung sein, wäre ich mit solchen Aussagen sehr vorsichtig.

    Gruß

    BHShuber
     
  14. Jobo45

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    Wenn dem so ist würde ich sofort eine außerordentliche Versammlung einberufen lassen, den Verwalter abwählen und Strafanzeige stellen.
    Wenn es nich nicht ganz sicher ist würde ich mich mit einigen Eigentümern zusammen tun und eine Vorgehensweise besprechen, zum Beispiel wäre das Einschalten eines Fachanwaltes für WEG und vor allem für Wirtschaftsfragen sinnvoll.
     
  15. Andres

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    Dabei wurde die tatsächliche Alternative noch gar nicht angesprochen: Wenn man solche Risiken vermeiden will, kauft man sich nicht in eine WEG ein. Als alleiniger Eigentümer kann ich ja schlecht mein eigenes Geld veruntreuen ...

    Das Risiko ist meiner Meinung nach außerdem deutlich unter 1 ‰. Es gibt wahrscheinlichere Probleme, die das Vermögen einer WEG gefährden.
     
  16. #15 Fremdling, 06.11.2014
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    Dazu: WEG § 27 (5) regelt 'Der Verwalter ist verpflichtet, eingenommene Gelder von seinem Vermögen gesondert zu halten. Die Verfügung über solche Gelder kann durch Vereinbarung oder Beschluss der Wohnungseigentümer mit Stimmenmehrheit von der Zustimmung eines Wohnungseigentümers oder eines Dritten abhängig gemacht werden.'

    Antworten:

    • Theoretisch ja, nämlich durch Regelung einer ausschließlich gemeinschaftlichen Verfügung (erforderliche Mitunterschrift/Freigabe eines Eigentümers) für Zahlungsaufträge im Vollmachtsformular des Geldinstitutes. Das müsste dann allerdings für alle Konten der WEG so vertraglich geregelt werden, denn nur den Übertrag vom Anlage- auf's KK-Konto derart zu sichern, ist inkonsequent.

    • Praktisch nein, denn diesen Umstand wird sich m.W. kein Verwalter antun und i.d.R. wird kein Eigentümer jeden Zahlungsauftrag exakt auf Korrektheit aller Daten verantwortlich prüfen wollen. Zudem stellt sich mitunter eine Vertretungsregelung (z.B. Urlaub) schwierig dar. Verzögerungen der Zahlung können zu Skontoabzugs-Einbußen führen... u.s.w.
     
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