Hauptmieter will Untermieter kündigen

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von Hauptmieter, 21.12.2013.

  1. #1 Hauptmieter, 21.12.2013
    Hauptmieter

    Hauptmieter Gast

    Hallo, aller miteinander!

    Ich bin seit nun 4 Monaten Hauptmieter einer 2-Zimmer-Wohnung.
    Davor waren es zwei Hauptmieter, einer davon ist ausgezogen, ein anderer geblieben (als mein neuer Untermieter).

    Leider hat sich rauskristallisiert, dass wir gar nicht miteinander können:
    Der Untermieter ist sehr cholerisch, nicht gesprächsbereit und intolerant. Kurz und knapp, wir beide sind der Ansicht, dass das Zusammenleben nicht mehr funktionieren kann.

    Ich würde ihm gerne diesen Monat noch kündigen, um das Dilemma zum einen schnell zu beenden, zum anderen, weil dann in 3 Monaten das neue Semester anfängt und somit ein idealer Zeitpunkt für Castings ist.

    Ist das an Weihnachten asozial?
    Kann er die Kündigung hinauszögern, wenn ich den Brief zB nicht per Einschreiben versendet habe, muss ich es per Einschreiben versenden, obwohl er in meiner Wohnung (als seine 2. Wohnung) wohnt?
    Was muss in so einer Kündigung drin stehen? Leider habe ich nur online-Generatoren für die Kündigung VOM Untermieter gefunden.
    Kann er sich irgendwie gegen diese Kündigung wehren, und wie sähe das im schlechtesten Fall für mich aus? (Er hat mir auch schon angeraten (auch wenn in keinem netten Ton), selbst auszuziehen, da ich ja "neuer" in der Wohnung bin.)
    Was ist, wenn er mir keine Bestätigung d. Kündigung zukommen lässt, oder den Brief erst im neuen Jahr erhält, weil er vorher nicht am Postfach oder der Poststelle war?

    Vielen lieben Dank euch!
    Mir geht das alles sehr auf den Magen..
     
  2. AdMan

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  3. #2 Hauptmieter, 22.12.2013
    Hauptmieter

    Hauptmieter Gast

    Hilfe

    Ich bin wirklich um jede Hilfe und weitere Auskunft dankbar!
    Auch, wenn nur eine Frage davon beantwortet werden kann.

    Sollte es was zur Lösung beitragen: Per Email hat er mir bereits ca. einen Monat nach Einzug gedroht. Auch wenn die Sache danach geklärt schien, ist dies doch nicht der Fall.
    Mit so einer Person möchte ich nicht weiter in einer Wohnung leben.

    Eigenbedarf darf ich nach dem Vertrag (den mein Untermieter/Vormieter erstellt hat) nicht anmelden.

    "4. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Im Übrigen sind diegesetzlichen Vorschriften zu beachten."
    Das fristlose Kündigen ist ebenfalls nach den gesetzlichen Vorschriften.
    "2. Der Untermieter kann bis zum dritten Werktag eines Kalendermonats für den Ablauf des übernächsten Monats Kalendermonat kündigen."

    Vielen Dank euch nochmal!!!
     
  4. Andres

    Andres
    Super-Moderator

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    Zunächst die gute Nachricht: Über Kündigungsgründe musst du dir keine Gedanken machen, da in diesem Fall kein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden muss. Ob du dich mit dem Untermieter gut verstehst, kann also völlig egal sein.

    Das vereinfacht auch die Formulierung der Kündigung. Ein berechtigtes Interesse wäre detailiert darzulegen gewesen ...

    Als nächstes gilt es, die Kündigungsfrist zu bestimmen. Vermietest du das Zimmer möbliert oder unmöbliert? Außerdem macht mich das hier etwas stutzig:

    Was steht denn jetzt bzgl. Kündigung genau im Vertrag? Von der gesetzlichen Regelung kann ja zum Vorteil des Mieters abgewichen werden. Das wäre dann evtl. eine der schlechten Nachrichten ...


    Weitere gute Nachricht: Es bringt nichts, noch vor Weihnachten zu kündigen. Du musst dir darum also keine Gedanken machen. Die nächsten Stichtage für Kündigungen sind (abhängig davon, ob das Zimmer möbliert ist) entweder der 4. oder der 15. Januar.


    Du musst den Zugang der Kündigung im Zweifel beweisen können. Ein Einschreiben ist dazu wenig geeignet, da der Inhalt nicht beweisbar ist.

    Die einfachste Lösung wäre eine Empfangsquittung: Du machst eine Kopie der Kündigung, der Mieter bestätigt dir darauf, dass er das Original erhalten hat. Dazu ist der Mieter aber nicht verpflichtet.

    Lösungen ohne Kooperation des Mieters: Zustellung unter Zeugen (ein Zeuge macht sich eine Kopie der Kündigung und wirft sie beim Mieter ein), durch einen Boten (der den Inhalt auch dokumentiert!) oder per Gerichtsvollzieher. Der GV ist die ganz sichere Variante, wird allerdings bis zum 4.1 schon etwas knapp.


    Toller Tipp :zwinkernd001: (Was passiert wohl mit dem Untermieter, wenn der Hauptmieter die Wohnung kündigt ...)

    Natürlich kann er sich gegen die Kündigung wehren. Er kann den Zugang der Kündigung erschweren, er kann den Inhalt angreifen, er kann Härtefälle geltend machen. Wie man darauf angemessen reagiert, kann man dann sehen, wenn es soweit ist.
     
  5. Kan

    Kan Gast

    Untermietvertrag

    § 6 Kündigung
    1. Das Kündigungsrecht des Hauptmieters richtet sich nach den gestzlichen Vorschriften, wenn der Untermietvertrag auf unbestimmte Zeit geschlossen wurde.
    Wurde der Untermietvertrag auf bestimmte Zeit geschlossen, so kann er vor Ablauf der Untermietzeit nicht ordentlich gekündigt werden. Der Hauptmieter verzichtet auf das Recht zur Kündügung aus Eigengebrauch.
    2. Der Untermieter kann bis zum dritten Werktag eines Kalendermonatsfür den Ablauf des übernächsten Kalendermonats kündigen.
    3. Die Kündigung ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist (fristlose Kündigung) richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften.
    4. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Im Übrigen sind diegesetzlichen Vorschriften zu beachten.


    Habe ihm nun gekündigt. (22.12.2014)
    Ich hoffe, das langt? Oder kann es sein, dass wenn er erst nach dem 04.01.2014 wieder kommt, dass ich ihn noch einen Monat länger in der Wohnung haben muss?
     
  6. Kan

    Kan Gast

    Verwirrt

    Also, ich bin etwas verwirrt.

    Was bedeutet "in diesem Fall kein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden muss."??

    Ich habe ihm jetzt ein Dokument geschrieben, während fünf Zeugen dabei waren, und habe auf Film aufgenommen, wie wir es ihm in den Briefkasten werfen (is' aber natürlich auch mein Briefkasten, da wir uns ne Wohnung teilen).

    Wenn ich selbst erst nach den Feiertagen - gegen den 04.-07. Januar in die Wohnung zurückkomme, dann kann ich selbst nicht nachschauen, wann er den Postkasten geleert hat.. :S
     
  7. Kan

    Kan Gast

    Unmöbliert

    PS
    Natürlich ist sein Zimmer unmöbliert. (Er hat ja vor mir da gewohnt.)
     
  8. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Wie kann es sein, das er dann Dein Untermieter ist?
     
  9. Kan

    Kan Gast

    Die Vermieterin wollte die Wohnung nicht mehr an zwei Leute vermieten, sondern nur noch an eine.
    Er hatte sich überlegt irgendwann 2014 selbst auszuziehen, und meinte dann, dass ich eben Hauptmieter werden sollte.
    Ergo, ist er zu meinem Untermieter geworden.
     
  10. #9 Pharao, 23.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 23.12.2013
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    wenn ihr euch beide einig seit bzw einig werdet, dann wäre die einfachste Lösung ein Aufhebungsvertrag. Hier kann man fast alles vereinbaren, solange beide Vertragsparteien damit einverstanden sind, d.h. man muss ggf. keine Kündigungsfirsten beachten, ect.

    Dagegen spricht m.E. nur dieser Satz: "Er hat mir auch schon angeraten (auch wenn in keinem netten Ton), selbst auszuziehen, da ich ja "neuer" in der Wohnung bin", was natürlich so erstmal Quatsch wäre, denn auch wenn du freiwillig ausziehen würdest, der Vermieter dieser Immobilie/Wohnung muss keinen neuen Mietvertrag dann mit deinem Untermieter eingehen. Denn wenn du kündigst, endet auch das Untermietverhältnis.

    Wo wäre denn die erste Wohnung ? Ich mein, man mietet ja nicht umbedingt ein Zimmer an, wenn man es eigentlich garnicht benötigen würde, oder ? Mal abgesehen davon, das das eigentlich m.E. nichts mit der Sache zu tun hat, denn du musst dich an die Kündigungsfirsten halten und wenn du davon abweichen willst, dann geht das i.d.R. nur über einen Aufhebungsvertrag dem beide zustimmen (Eurönchen erleichtern manchmal auch die schwere Entscheidung zur Zustimmung dazu ;))
     
  11. Andres

    Andres
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    Entscheidend ist, wann das Schreiben zugestellt wurde. Wann er seinen Briefkasten leert, ist egal.

    Normalerweise müsste der Vermieter für eine Kündigung ein berechtigtes Interesse nachweisen, z.B. Eigenbedarf oder Pflichtverletzung. Ohne einen solchen Grund könnte man gar nicht kündigen und dass man sich mit dem Mieter nicht so toll versteht, ist kein berechtigtes Interesse.

    Ist aber nicht dein Problem, weil du die erleichterte Kündigung (§ 573a BGB) nutzen kannst.


    Ok, das Zimmer ist also nicht möbliert. Damit beträgt die Kündigungsfrist 6 Monate. Bei Kündigung bis zum 4.1. endet das Mietverhältnis also am 30.06.14. Die Kündigung muss mindestens enthalten:
    • Deinen Briefkopf, der dich als Absender klar erkennen lässt mit tatsächlich erreichbaren Kontaktdaten, Ort und Datum,
    • den Empfänger der Kündigung,
    • die Aussage, dass das Mietverhältnis gekündigt wird, unter möglichst genauer Bezeichnung der Mietsache und des Mietvertrags,
    • den Hinweis, dass du von deinem Recht zur erleichterten Kündigung nach § 573a BGB Abs. 2 Gebrauch machst,
    • den Hinweis auf das Widerspruchsrecht des Mieteres gem. § 574 BGB,
    • deine eigenhändige Unterschrift.

    Sinnvoll, wenn auch nicht zwingend nötig, wäre:
    • die Nennung des Enddatums des Mietverhältnisses (dann aber mit Hilfskündigung),
    • der Widerspruch gegen die stillschweigende Fortsetzung des Mietverhältnisses nach §545 BGB,
    • Erläuterungen zur Wohnungsrückgabe.



    Ah, ein Suchbild. Wer findet die einzige Formulierung, die von der gesetzlichen Regelung abweicht? (Und die ist dann noch ziemlich verunglückt.)
     
  12. Kan

    Kan Gast

    Hi,
    Danke nochmals.

    Also erleichtert MUSS ich machen?
    Und dann mit der Begründung, dass er mir gedroht hat?

    Ich hatte jetzt die ganzen BGBs.. mit Paragraph etc. nicht dazu geschrieben.. (Und per Hand geschrieben.)
    Muss ich ihm eine neue Kündigung schreiben?

    Als Kontaktadresse hatte ich nur mein Postfach angeben.

    Habe ihm aber zusätzlich per Email gekündigt.
     
  13. #12 Pharao, 23.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 23.12.2013
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    per Mail kannst du dir genauso schenken wie mündlich. Guckst du einfach mal in deinem Untermietvertrag, da steht mit Sicherheit auch sowas drinnen wie: "Die Kündigung bedarf der Schriftform". Wenn das nicht da steht, dann verweist das sicherlich auf die gesetzlichen Bestimmungen, also auf den §568 BGB Abs1.

    Eine Kündigung muss man nicht bestätigen ! Das ist reine Nettigkeit, wenn man das macht.

    Wenn du gebrauch von der erleichterten Kündigung nach §573a BGB machst, dann musst du keine Begründung angeben bzw. benötigst keinen Kündigungsgrund. Denn das ist ja gerade der Vorteil davon, allerdings verlängert sich die Kündigungsfirst dann um 3 Monate.

    Begründen muss man es nur, wenn man "normal" ordentlich kündigt nach §573 BGB. Hier benötigst du zwingend einen gültigen Kündigungsgrund.

    Eine Kündigung muss lediglich schriftlich erfolgen. Ob per Drucker oder per Handschrift ist egal, Hauptsache die wichtigen Dinge sind drinnen. Siehe dazu "Andres" Beitrag Post#10 dazu.

    Im Kündigungsschreiben wäre es aber schon sehr wichtig, hineinzuschreiben welche Kündigungsform man hier benutzt, den je nach dem ändern sich ja auch die Kündigungsfristen und ob man einen Kündigungsgrund dazu braucht oder eben nicht[/B]. Die Nennung der genauen §§ ist dabei garnicht so wichtig, obwohl oft sinnvoll.

    Wenn die Kündigung falsch ist (zB nicht Unterschrieben), ist sie im schlimmsten Fall unwirksam. Rückwirkend kann man leider auch nicht kündigen, sodass wenn du erneut kündigen müsstest, die Kündigungsfristen dann wieder erneut anfangen.

    Da du aber ja zum neuen Semester neu vermieten willst, wäre immer noch ein Aufhebungsvertrag das geschickteste. Denn mit der erleichterten Kündung verlängert sich ja die Kündigungsfrist und dann kannst du das vergessen mit neu vermieten zum Semesterstart.
     
  14. Andres

    Andres
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    Da du keinen Grund für eine ordentliche Kündigung hast, bleibt dir nur die erleichterte Kündigung. Oder du befolgst Pharaos Ratschlag und strebst einen Aufhebungsvertrag an.


    Das wird auch keine ordentliche Kündigung, höchstens eine fristlose - und ob es dafür reicht? Noch dazu ist in diesem Fall ein Rechtsstreit quasi programmiert ...


    Es wäre ein guter Anfang, die §§ zu lesen. Dann kannst du dir deine Frage anhand § 573a Abs. 3 selbst beantworten.


    Ein Postfach ist keine zulässige Absenderangabe auf einer Kündigung.


    Soweit mal die offensichtlichen Gründe, warum deine Kündigung unwirksam ist.
     
  15. #14 Hauptmieter, 24.12.2013
    Hauptmieter

    Hauptmieter Gast

    Also, danke euch schonmal (wieder)!
    Ich versuch mal ein paar Fragen zu beantworten, und auch wieder zu stellen. :)

    Kündigen per Email: Kündigung per EMail: Schriftform ist gewahrt! > Verbraucherrecht, Vertragsrecht & AGB > agb-recht, email, kündigung, schriftform
    Das war für mich nur als Doppel-Absicherung gedacht, damit er nicht extra nicht-antworten konnte.

    Er hat der ordentlichen Kündigung nun aber widersprochen.
    Werde mich nach den Feiertagen mit einem Anwalt zusammensetzen müssen.

    Kann die "Drohung" ["Aber eins gleich vorweg:
    Alter, mach bloß kein Scheiß und reiß dich zusammen, sonst gibt’s auf Maul, des garantier ich dir."] nur zu einer "fristlosen Kündigung" dienen? Oder kann sie mir auch helfen, die "ordentliche Kündigung" durchzukriegen?

    Mit "meinem Postfach" meinte ich natürlich meine Adresse plus Namen, also er hat natürlich meine Emailadresse und Handynummer, aber die habe ich jetzt nicht mehr dazugeschrieben.

    Sollte ein Rechtsstreit entstehen:
    Tragen wir dann beide gleichermaßen die Kosten?
    Oder nur der "Verlierer"?
    (Das hab ich mich schon ewig generell mal gefragt.)

    Soweit ich mich nun informiert habe, muss man mehr oder minder bei der Kündigung auch davon ausgehen, dass der Vertragspartner, diese auch rechtzeitig erhält (also so 2 Wochen vorher etwa) oder sicher gehen, dass er nicht verreist ist (was ja v.a. an Weihnachten gern mal der Fall sein kann).

     
  16. #15 Pharao, 24.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 25.12.2013
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    meines Erachtens nicht nötig, weil du hier ganz leicht kündigen kannst a`la §573a BGB. Und weil du hier keinen Kündigungsgrund benötigst, wird sich der Untermieter schwer tun, dagegen vorgehen zu können. Einziger Nachteil, die Verlängerung der Kündungsfrist.

    Da du im Kündigungsschreiben anscheinend nur ordentlich gekündigt hast, nach §573 BGB, kann der Untermieter leicht dagegen vorgehen, denn es fehlt dir der gültige Kündigungsgrund, der bei einer Kündigung nach §573 BGB ZWINGEND benötigt wird.

    Wie so oft, ohne Zeugen steht Aussage gehen Aussage. Wird dir m.E. also nix bringen.

    Nur wenn du vor Gericht gewinnst, kannst du i.d.R. deine Anwaltskosten geltend machen beim Verlierer. Einigt man sich auf einen Vergleich bei Gericht oder einigt man sich bevor es zu Gericht geht (beides kommt sehr oft vor) oder bekommt man nicht vollständig vor Gericht Recht, dann trägt i.d.R. jeder seine eigenen Kosten selber bzw anteilig, gerade wenn man keine Rechtsschutzversicherung hat.

    Meiner Meinung nach kannst du das so nicht lösen ! Du kannst nicht nachträglich Kündigen und genau das würdest du m.E. hier machen mit deinem jetzigen Brief.

    Da du keinen gültigen Kündigungsgrund hast und der Untermieter ja dagegen schon vorgeht, müsstest du m.E. erstmal die alte Kündigung nach §573 BGB zurückziehen und dann erneut kündigen a`la §573a BGB. Natürlich fangen dann die Kündigungsfristen wieder von vorne an.

    Völliger Quatsch. Wenn er den Brief nicht empfängt, wie sollte er dir dann eine andere Adresse mitteilen ?

    Du schreibst die Kündigung an die Adresse wo er gemeldet ist und übergibst das entweder persönlich oder mit Zeugen in den Briefkasten oder lässt das über den Gerichtsvollzieher zustellen. Letzteres ist die sicherste Art um eindeutig zu Belegen, das die Kündigung ordnungsgemäss zugestellt worden ist. Allerdings ist das nicht kostenlos.

    Du kannst bitten und betteln wie du willst, man muss eine Kündigung NICHT bestätigen ! Eine Kündigung ist eine einseitige, zugangsbedürftige Willenserklärung.

    Das alles weitere in schriftlicher Form gestaltet werden soll, halte ich auch für einen Sinnlossatz. Der Mieter kann sich bei mir mündlich ausheulen wie er will, zählen tut nur schriftliches bzw belegbares, aber das muss ich dem Mieter ja nicht auf die Nase binden. Ich mein, ich kläre den Mieter noch nicht über Rechtslage oder über seine Rechte auf, gerade wenn das eher nachteilig für mich seinen könnte und garnicht nötig ist.

    Statt auf irgendwelchen §§ rumzureiten bzw darauf hinzuweisen, schreib doch lieber sowas: "Eine stillschweigende Verlängerung des Mietverhältnisses wird ausgeschlossen". Wenn du hier dich ausversehen auf einen falschen §§ berufst, dann ist das wie "garnix hingeschrieben" !

    Und was ist denn das bitte schön für ein Angebot ? Warum sollte der Untermieter einem Aufhebungsvertrag zustimmen, wo wäre der Vorteil für den Untermieter, wenn er deinen Brief jetzt so lesen würde :? Wenn du ein Angebot ihm machen willst, musst du schon sagen was du ihm anbietest, dafür das er dann einen Aufhebungsvertrag zustimmt ! Wenn du ihm nix anbietest, wird er mit Sicherheit auch nicht zustimmen, gerade wenn er wahrscheinlich weis, das du mit deiner jetzigen Kündigung nach §573 BGB wenig Chancen auf Erfolg hast.
     
  17. #16 Hauptmieter, 24.12.2013
    Hauptmieter

    Hauptmieter Gast

    Der Anwalt soll mir sagen, ob es vorher schon geht.
    Die BGB-Paragraphen wurden mir in diesem Forum empfohlen mit reinzuschreiben.
    Das Zitat war aus einer Email, und die kann ich ja relativ einfach beweisen.
    Soviel ich weiß, müsste ich mich noch nichtmal im Nachhinein auf 573a beziehen, sondern es wird automatisch auf das nächst rechtlich wirksame Kündigungstermin verschoben.

    Danke für alle Antworten bisher! :)
    Und ich wünsche auch politisch korrekt wunderbare Feiertage!
    Und sollte sich vorher hier keiner mehr her verlaufen - auch einen wunderbaren Rutsch ins neue Jahr!
    Danke, dass es dieses Forum und euch hier gibt!
     
  18. #17 Hauptmieter, 24.12.2013
    Hauptmieter

    Hauptmieter Gast

    § 573a BGB

    Das Gebäude an sich hat acht Wohnungen.
    Ich selber bin Hauptmieter für nur eine davon: eine 2-Zimmer-Wohnung.
    Kann es sein, dass ich mich gar nicht darauf beziehen kann?
     
  19. #18 Pharao, 24.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 24.12.2013
    Pharao

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    Hi,

    also diese Regelung ist mir völlig unbekannt. Hast du dazu ggf. irgendwelche Quellen :?

    .
    Doch, kannst du Zitat:

    "Die Verpflichtung zur Begründung entfällt für den Hauptmieter, wenn er mit dem Untermieter in derselben Wohnung wohnt und der Hauptmieter sich in der Kündigungserklärung auf dieses Sonderkündigungsrecht ausdrücklich beruft (§ 573a BGB). In solchen Fällen verlängert sich die Kündigungsfrist um 3 Monate." Quelle: Amt für Wohnungswesen Frankfurt

    Laienhaft ausgedrückt, da es hier nicht um Vermieter vs Hauptmieter geht, sondern um Hauptmieter vs Untermieter, geht das.
     
  20. #19 Hauptmieter, 24.12.2013
    Hauptmieter

    Hauptmieter Gast

  21. #20 Pharao, 24.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 25.12.2013
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    Sorry, aber deine Quelle sagt dazu überhaupt nix, zummal es hier auch um einen ganz anderen Sachverhalt giehn, nämlich um eine Teilkündigung des Vermieters und das letztlich nur eine falsche Kündigungsfrist genannt worden ist. Die Teilkündigung ansonsten war aber wirksam bzw. war die richtige Kündigungsart.

    Bei dir geht es aber um die falsche Kündigungsart ! Du hast ordentlich gekündigt nach §573 BGB, statt die Kündigung nach §573a BGB anzuwenden. Das ist m.E. ein ganz anderer Sachverhalt !

    Was heißt ungültig ? Die erste Kündigung nach §573 BGB ist so erstmal zuslässig bzw gültig, ABER dir fehlt der gültige Kündigungsgrund. Gewinnchance vor Gericht wahrscheinlich gleich NULL.

    Jetzt mit deinem nachträglichen Schreiben, kannst du (meiner laienhaften Meinung nach) diesen Fehler von damals nicht rückgängig machen, sondern musst erneut kündigen und weil du mit der 1.Kündigung keine Chance hast, sollte man sie zurückziehen ! Solange du diese nicht zurückziehst, bleibt diese weiterhin bestehen.

    Ich Zitiere gerne auch noch mal das letzte: "Die Verpflichtung zur Begründung entfällt für den Hauptmieter, wenn er mit dem Untermieter in derselben Wohnung wohnt und der Hauptmieter sich in der Kündigungserklärung auf dieses Sonderkündigungsrecht ausdrücklich beruft (§ 573a BGB). ..."

    Da steht nix von nachträglich oder das es automatisch angewendet wird !!
     
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