Haus nach 1 Jahr total verwohnt!

Diskutiere Haus nach 1 Jahr total verwohnt! im Schönheitsreparaturen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, ich habe ein etwas komplexeres Problem mit meinen ausziehenden Mietern. Im wesentlichen geht es darum wie hohe Beträge ich für welche...

  1. #1 cp03525, 08.02.2014
    cp03525

    cp03525 Neuer Benutzer

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    Hallo,
    ich habe ein etwas komplexeres Problem mit meinen ausziehenden Mietern. Im wesentlichen geht es darum wie hohe Beträge ich für welche Abnutzungen / Beschädigungen von der Kaution abziehen kann bzw. wie ich diese ermittle. Über Erfahrungswerte wäre ich da sehr dankbar.
    Hier der Sachverhalt:
    Nach nur einem Jahr zieht die Familie aus (und ich bin wirklich froh darüber).
    Leider haben sie mein Haus in der Zeit mehr verschlissen als andere Mieter in 10 Jahren. Aber die meisten Beschädigungen sind nicht sehr konkret. Es ist in fast allen Fällen so, dass etwas beschädigt oder stark abgenutzt ist, aber nicht komplett ausgetauscht werden muss.
    Bisher konnte ich noch nicht die ganze Wohnung begutachten. Aber hier sind schon mal die "Schäden" die mir bekannt sind:
    Ich habe die Haustür vor dem Einzug der Mieter frisch streichen lassen, durch beim Umzug angestoßene Möbel und insgesamt unachtsame Nutzung ist der Türrahmen beschädigt. Einmal sah ich die Kinder wie sie einen Bobbycar gegen die Türe gehauen haben. Die Antwort der Mutter verhinderte dies nicht und sagte nur: "Kinder sind halt so. Das ist alles normaler Verschleiß." Es sind nun an mehreren Stellen Kratzer und Eindellungen im Türrahmen.
    In einem Raum haben sie mir 28 Nägel und Schrauben in die Wände gehauen. Das geht meiner Meinung nach weit über die normale Nutzung hinaus. Insbesondere da in diesem Raum (Windfang) die Wände mit weißem Rauhputz versehen sind und u.a. Nägel in einem hölzernen Bogen zur Raumteilung geschlagen wurden.
    Im Übergang von einem Flur zum Badezimmer hat sich die Leiste gelöst. Sie haben zugesagt eine neue drauf zu machen. Trotzdem ist es nicht das gleiche, da sich der Boden dort nun wölbt weil er feucht geworden ist und lange Zeit ohne die Leiste genutzt wurde. Wenn "nur" eine neue Leiste drüber gemacht wird, habe ich den Schaden. Aber wahrscheinlich wäre es auch unverhältnissmäßg zu verlangen dass der ganzen Flur (ca. 3,5 qm) erneuert werden muss.
    Im Ebenfalls vor einem Jahr neu verlegten Fließenboden der Küche haben sie es geschafft, das Material aus drei Fließen herausgesplittert ist, die nun herausgenommen und erneuert werden müssen. Für drei nFließen lasse ich natürlich keine Firma kommen, habe auch jemanden der das machen könnte. Aber das kostet natürlich auch etwas.
    Sie haben sich nicht an der Gemeinschaftsantenne beteiligen wollen. Daraufhin habe ich ihnen erlaubt ihre eigene Schüssel anzubringen. Ohne mich zu fragen haben sie dann einfach (ebenfalls wieder mit immensem Materialschaden) Löcher für die Schüssel gebohrt und wollen nun nach nur 12 Monaten sich nicht mit dem Nachmiter auf einen verkaufspreis einigen sondern alles wieder rausreißen.
    Das Waschbecken haben sie wiederrum ohne mich zu benachrichtigen einfach abmontiert und durch ein eigenes ersetzt (weil ihr Trockner sonst nicht gepasst hätte) nun wollen sie meines wieder dranmontieren. Falls das nicht richtig gemacht wird, habe ich auch wieder den ärger. Kann ich verlangen, das ein Fachunternehmen das macht? Bzw. die Kaution provisorisch ein Jahr beahalten um zu sehen ob es funktioniert?
    Der Teppischboden einer Wendeltreppe ist zwar schon älter. Aber solche Treppenteppiche sind auch sehr teuer und für Jahrzehnte der Nutzugn ausgelegt. Es sind einige Flecken und Löcher hineingekommen, die die Kinder durch herumpiddeln dann noch vergrößert haben. Ein ganz neuer Teppich würde 3500 € kosten. Zum einen kann ich das nicht verlangen, da er wie gesagt schon alt ist. Aber ich sehe auch nicht gar keine finanzielle Entschädigung zu haben, weil der Teppich mit den Flicken die sie aufgebracht haben nun einemal schrecklich aussieht.
    Im Prinzip ist es halt so, dass sie in nur einem Jahr vieles in der Wohung extrem starkt abgenutzt und beschädigt haben. Ein Austausch ist jedoch nicht Verhältnissmäßig. Auch sind alle Dinge noch funktionsfähig. Aber im Gebrauch, insbesonder optisch (und das ist bei vielen Dinge, wie z.B. dem hölzernen Torbogen der einzige Verwendungszweck) eingeschränkt.
    Daher wäre es das beste Pauschal einen Betrag abzuziehen der den ich für Instansetzung nutze wenn eines der vielen beschädigten Dinge, evtl. zu einem späteren Zeitpunkt, komplett erneuert wird.
    Nur wie findet man heraus was da verhältnismäßig ist? Wie lässt sich z.B. berechnen das ein 35 Jahre alter, wie neu aussehender Edelholz Torbogen nun einen Nageleinschlag hat? Das meine schöne Rauhputzdiele in nur einem Jahr 30 ausgebesserte Nagel / Schraubeneinschläge hat ... und so zieht es sich am Ende durch das ganze Haus...
    Zur Zeit habe ich etwas über 1500 € Kaution. Ich möchte also einen Teil einbehalten. Frage ist nur wie kann ich die Höhe ermitteln die auch bei einem rechtlichen Anfechten durch die Mieter sicher begründet werden kann?
     
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  3. #2 Pharao, 08.02.2014
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.02.2014
    Pharao

    Pharao Gast

    Hi,

    du kannst die Kaution bis zu 6 Monate voll einbehalten. Danach kannst du nur noch soviel einbehalten (also angemessen), wie zB die evtl. Nachzahlung der Betriebskosten zu erwarten ist oder falls noch andere "Schäden" offen sind.

    Zur Abnutzung: die normale Abnutzung ist in der Miete enthalten, d.h dafür kannst du nichts in Rechnung stellen. Und natürlich richtet sich die normale Abnutzung u.U. auch an der Anzahl der Bewohner dieser Wohnung. Hat ein Gegenstand seinen durchschnittliche Lebenszeit erreicht, wirst du auch nix vom Mieter verlangen können bei Austausch, ganz egal welchen Zustand dieser Gegenstand vor Anmietung hatte. Für Schäden (die nichts mit Abnutzung zu tun haben) haftet der Mieter voll, wie zB Brandlöcher, ect. Grob gesagt, alles was Missgeschicke sind oder mit Absicht gemacht wurde, zählt nicht zur Abnutzung.

    Ansonsten hier mal eine Beispielrechnung für Abnutzung: Gegenstand x mit einer durchschnittlichen Lebenszeit von 10 Jahren und bei Austausch 6 Jahre alt. Davon auch 6 Jahre vom Mieter xy benutzt. Dann ergibt sich ein Kostenverhältnis 60% Vermieter, 40% Mieter.

    Ganz wichtig noch, mach bei Wohnungsabnahme ein Protokoll und führe da alle Schäden auf, ggf. mach auch Fotos. Schön wäre es natürlich, wenn es auch ein Protokoll bei Einzug gab, um zu Belegen, wie die Wohung damals übernommen worden ist vom Mieter.

    Wenn der Mieter sich darauf einlässt, dann fixiere das schriftlich. Wenn der Mieter sich nicht darauf einlässt, wirst du das "so" m.E. nicht machen können.
     
  4. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hi Pharao


    Warum machst du hier eine Einschränkung darauf das M auch 6 Jahre in der Wohnung gewohnt hat?

    Es macht doch m.E. beim Schadensersatz keinen Unterschied ob 6 oder 1 Jahr.
    Wichtig ist der Abzug Alt fur Neu und das ist gut erklärt.


    VG Syker
     
  5. #4 _Der_Hesse_, 09.02.2014
    _Der_Hesse_

    _Der_Hesse_ Gast

    Genau das wollte er doch betonen, daß der Mieter eben nicht für die normale Abnutzung während seiner Mietzeit aufkommen muß, sondern nur für den Schaden des Restwertes.
     
  6. #5 BHShuber, 09.02.2014
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Verjährung für Schadenersatzforderungen nicht übersehen.............

    Hallo,

    bisher alles gut erklärt, noch zu beachten ist, wenn du Schadenersatzforderungen aus dem Mietverhältnis geltend machen möchtest, mach dies binnen 6 Monaten gerichtlich geltend ansonnsten droht Verjährung!!!!!

    Hier Info:

    BGH: Zur Verjährung vom Schadensersatzansprüchen des Vermieters | Rheinrecht

    Schadensersatz nach Beendigung des Mietvertrages -Vermieterfalle § 548 BGB | 31.08.2009


    Gruß

    BHShuber
     
Thema:

Haus nach 1 Jahr total verwohnt!

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