Hausgeld Abrechnung Guthaben

Diskutiere Hausgeld Abrechnung Guthaben im WEG-Verwaltung Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, unser Hausverwalter hat für das Abrechnungsjahr 2013/2014 einen Wirtschaftsplan und die Hausabrechnung erstellt und auf der jährlichen...

  1. #1 Jockel123, 31.07.2016
    Jockel123

    Jockel123 Gast

    Hallo, unser Hausverwalter hat für das Abrechnungsjahr 2013/2014 einen Wirtschaftsplan und die Hausabrechnung erstellt und auf der jährlichen Eigentümerversammlung (2015) vorgestellt.
    Die Versammlung war aber nicht beschlussfähig.

    Zwei Jahre vorher hatte ich einen defkten Wasserzähler, weshalb jch nachzahlen musste und im darauf folgendem Wirtschaftplan höhere Vorauszahlungen hatte.

    Aufgrund dieser höheren Vorauszahlungen habe ich in der Abrechnung für 2013/2014 ein Guthaben von ca. 1100 €,
    die mir, aufgrund der nicht beschlussfähig Versammlung, laut Hausverwalter, nicht gutgeschrieben werden kann.

    Leider wurde der Hausverwalter immer wieder krank und hat nicht einmal einen Wirtschaftsplan/Abrechnung für 2014/2015, als auch einen Wirschaftplan für 2015/2016 vorgelegt.

    Ich gehe deshalb davon aus, da mein Hausgeld (Nebenkosten/Rücklagen) gleich geblieben sind, auch für den Abrechnungszeitraum 2014/2015 ein ähnliches Guthaben aufgelaufen ist.
    Insgesamt dürften das inzwischen ca. 2800 € sein.

    Das Verhältnis mit der Hausverwaltung, obwohl die Gemeinschaft wegen seiner Krankheit Verständnis hatte und ihm entgegen gekommen sind und Fristen gesetzt hatten, ist jetzt alles aus dem Runder gelaufen und die letzte Eigentümer Versammlung hat im Chaos geendet. Wieder Kein Bechluss ...

    Unser VB ist schon seit einiger Zeit daran einen nun Hausverwalter einzusetzen, das wird aber noch dauern....!!!

    Jetzt zu meiner Frage, kann ich mit den Hausgeldzahlungen aussetzen, (Einzugsermächtigung entziehen, geht laut meiner Bank) bis zumindest mein Guthaben für 2013/2014 ausgeglichen ist, wenn möglich auch für die nachfolgenden Abrechnungszeitraum, für die es keine Wirtschaftsplan/Hausabrechnung gibt.
     
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  3. Andres

    Andres
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    Ich habe die sinnfreie Umfrage mal eben entfernt.


    Zu deiner Frage:

    Allgemein weitgehend unbekannt scheint § 28 Abs. 2 WEG zu sein. Dort heißt es:

    "Die Wohnungseigentümer sind verpflichtet, nach Abruf durch den Verwalter dem beschlossenen Wirtschaftsplan entsprechende Vorschüsse zu leisten."

    Umgekehrt bedeutet das: Gibt es keinen beschlossenen Wirtschaftsplan (egal warum) oder weist dieser keine "Vorschüsse" (Hausgeldzahlungen) aus und gibt es auch sonst keine Beschlüsse zu diesem Thema, muss niemand solche Vorschüsse leisten. Falls das bei dir zutrifft, musst du dir gar keine komplizierten Gedanken über Zurückbehaltung oder Aufrechnung machen. Ist kein Hausgeld beschlossen, musst du auch keines zahlen.


    Die Rechtslage ist also einigermaßen simpel. Der Sachverhalt besteht aber nicht nur aus Rechtsfragen, es gibt auch noch das "echte Leben". Dort stellt sich die Lage etwas schwieriger dar: Einerseits würde ich mir an deiner Stelle schon seit einiger Zeit Sorgen machen, ob ich mein Geld je wieder sehe. Die Verwaltung scheint mir insgesamt alles andere als geordnet zu sein. Welches Chaos der Verwalter (und sei es auch aus noch so verständlichen Gründen) hinterlassen wird, welche Zahlungsverpflichtungen dann noch offen sein werden und was mit deinem Geld bis dahin passiert ist, wird wohl niemand sagen können. Aus diesem Blickwinkel scheint es eine gute Idee zu sein, die Zahlungen so lange zurückzuhalten, bis die wechselseitigen Forderungen ungefähr ausgeglichen sind - purer Selbstschutz.

    Andererseits könnte die Gemeinschaft durch dieses Verhalten (das sich ja bestimmt auch die anderen Eigentümer überlegen werden) noch handlungsunfähiger werden, als sie es jetzt schon ist. Kann die Gemeinschaft ihren Verpflichtungen z.B. an Versicherungen, Heizöllieferant o.ä. nicht mehr nachkommen, drohen am Ende noch viel höhere Folgeschäden.

    Eine schnelle Lösung für dieses Problem sehe ich nicht. Letztendlich geht es ganz einfach darum, die Verwaltungsaufgaben der letzten Jahre Stück für Stück nachzuholen. Meine Prioritätenliste wäre:
    • Abrechnung '13/'14. Es ist unwahrscheinlich aber nicht unmöglich: Ansprüche aus '13 könnten zum Ende diesen Jahres bereits verjähren.
    • Wirtschaftsplan '16/'17. Egal, ob dieses Abrechnungsjahr schon begonnen hat: Wenigstens die wirtschaftliche Zukunft für die nächsten Monate sollte endlich angegangen werden.
    • Abrechnung '14/'15, dann '15/'16. Im Moment ist das nur ein Ärgernis, aber irgendwann landet ihr auch hier bei Punkt 1.
    Wirtschaftspläne für bereits abgelaufene Abrechnungszeiträume nachzuholen, macht für mich keinen Sinn.

    Davon unabhängig solltet ihr die Bestellung eines neuen Verwalters, der den Aufgaben auch gewachsen ist, nach Kräften vorantreiben. Das ist zuerst im eigenen Interesse der Gemeinschaft. Derzeit könnte jeder Eigentümer gerichtlich die Abstellung der Folgen der unzureichenden Verwaltung durchsetzen - der Rest der Gemeinschaft zahlt das dann. Daran kann eigentlich niemand ein Interesse haben.
     
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