Hausgeld mit Anspruch aus Mängeln verrechnen?

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von aegidii, 21.12.2013.

  1. #1 aegidii, 21.12.2013
    aegidii

    aegidii Neuer Benutzer

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    Hausverwalter (Stadt) eines Teileigentums lässt gemeinsames Eigentum (Eingangsbereiche, Fahrstuhl, Keller, Regenabfluss, Dach, Abwasserkanäle) nicht reparieren und verwahrlosen. Teileigentum nur bei offenen Fenstern und Türen betretbar wegen Kanalgerüchen seit über 5 Jahren.
    Ist es §-korrekt, Hausgeld aus Nutzungsminderung und Druckmittel einzubehalten? Andere Handhabe gibt es ja nicht.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Martens, 21.12.2013
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    Üblicherweise ist die Aufrechnung von Wohngeld mit anderen Forderungen ausgeschlossen. Eine Nichtzahlung trifft ja auch nicht den Verwalter, sondern die WEG.

    Mir stellt sich die Frage, ob es denn Beschlüsse zur Instandsetzung des mangelbehafteten Gemeinschaftseigentumes gibt, die der Verwalter umsetzen könnte, dies aber nicht tut.
    Falls nicht, müßten die Eigentümer diese Beschlüsse herbeiführen und dem Verwalter nötigenfalls die Mittel zur Umsetzung zur Verfügung stellen.

    Letztlich kann man einen Verwalter wechseln, indem die Eigentümer einen entsprechenden Beschluß herbeiführen...

    Hilft das?

    Christian Martens
     
  4. #3 aegidiiö, 22.12.2013
    aegidiiö

    aegidiiö Gast

    Danke!

    So wäre es logisch.
    Was einem Richter dazu einfällt, ist die andere Sache. Der könnte einem vorwerfen, da überhaupt keine Abwehrreaktion erfolgt sei, die Behauptung und der Anspruch auf Abhilfe neu oder "unglaubwürdig" sei. Deshalb wurde Sicherheitshalber erst einmal gekürzt und seit einem halben Jahr wegen völligen Bestreiten der Mängel -man kann nur noch bei geöffneten Fenstern und Türen ausharren (Baustelle und jetzt Winter!) - das Hausgeld komplett einbehalten.
    M.E. ist Nutzungsminderung richtig.
    Nur fehlendes Geld in der Kasse fällt dem Buchhalter sofort auf und hat sicheren Erinnerungseffekt.
     
  5. #4 Martens, 22.12.2013
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    Also nochmal:
    Der Eigentümer hat allein bzw. zusammen mit seinen Miteigentümern die Pflicht, das Gemeinschaftseigentum instand zu halten oder zu setzen. Dafür sind in der Eigentümerversammlung entsprechende Beschlüsse zu fassen, die der Verwalter dann umzusetzen hat.

    Hast Du also zu den letzten oder zumindest zur nächsten Eigentümerversammlung die zur Instandseztung nötigen Dinge als TOP verlangt?
    Wie wurde darüber beschlossen?

    "Abwehrreaktion" ist in diesem Zusammenhang ein interessantes Wort und zeigt, wie komplett falsch man die Verhältnisse in einer WEG einschätzen kann.

    Als Verwalter dieser WEG würde ich Dich auf Zahlung der ausstehenden monatlichen Beiträge verklagen und ich bin mir sehr sicher, daß das ein Durchmarsch würde.
    Wenn der Kollege nicht klagt, nicht mahnt, nichts tut, spricht das jedoch nicht für ihn.

    Christian Martens
     
  6. #5 Gennaro, 27.04.2014
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    Sind die Mängel schon länger bekannt?

    Guten Tag,

    grundsätzlich muss man erstmal wissen, wie lange (Zeitraum) sind die Mängel bekannt und wurde es dem Verwalter zugetragen (Hat der Verwalter Kenntnis) ?
    Auf einer Eigentümerversammlung kann man diese Probleme schriftlich als Themenpunkt mit aufnehmen worüber dann die Eigentümer einen Beschluss fassen.
    Sollte dieses Problem jedoch unzumutbar sein könnte man auch eine außerordentliche Versammlung einberufen (jeder Eigentümer hat das Recht dazu) um diesen Beschluß schneller zu fassen und das Problem so schnell wie möglich zu lösen.
    Vielleicht solltest Du das Problem genauer beschreiben und ebenfalls die Punkte erwähnen die von den Eigentümer bisher unternommen worden sind.

    Das Hausgeld würde ich nicht verrechnen. Damit machst Du Dich angreifbar und riskierst eine Klage von der WEG. Bitte bedenke, hier bist Du Eigentümer und kein Mieter. Und wenn, müsstest Du es genau unterteilen und auf Deiner Überweisung eindeutig kennzeichnen ( Hausgeld= Instandhaltungsrücklage , Nebenkosten und Verwaltergebühren) ...es ist nicht unbedenklich.
     
  7. Andres

    Andres
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    Naja, den einen oder anderen Tag sind die Mängel wohl schon bekannt ...
     
  8. #7 Tobias F, 27.04.2014
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    Laut § 24 Absatz 2 WEG muss dies von einem Viertel der Wohnungseigentümer verlangt werden. Ein Einzelner hat somit nicht das Recht hierzu.


    Mit 100% Sicherheit, denn jeder Wohnungseigentümer hat die Zahlungen gem. gültigem Wirtschaftsplan zu leisten.
     
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Hausgeld mit Anspruch aus Mängeln verrechnen?

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