Hausgeldabrechnung: Kosten Heizölkauf vs. reale Heizkosten

Diskutiere Hausgeldabrechnung: Kosten Heizölkauf vs. reale Heizkosten im Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo zusammen, wir sind eine kleine WEG mit zwei Parteien und je einer Haushälfte. Eine Partei davon bin ich und verwalte auch gleichzeitig. Der...

  1. bovbav

    bovbav Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    wir sind eine kleine WEG mit zwei Parteien und je einer Haushälfte. Eine Partei davon bin ich und verwalte auch gleichzeitig. Der andere Eigentümer vermietet seine Haushälfte.

    Die Hausgeldabrechnung erstelle ich selber. Die Verwaltung klappt soweit mit Excel bisher gut, jedoch habe ich noch ein Verständnisproblem mit den Heizkosten bzw. dem Heizöl.

    Die Heizkostenabrechnung über Heizkostenverteilergeräte lassen wir von einem Dienstleister machen. Diese Abrechnung wird natürlich auch an den Mieter weitergereicht. Da wir eine zentrale Ölheizung haben, sind die jährlichen Kosten für Heizölkäufe jedoch ungleich dieser Heizkostenabrechnung, da man ja niemals exakt die Menge kaufen kann, die man über das Jahr real verbraucht.

    Was mir nicht klar ist: wie wird das in der Hausgeldabrechnung richtig erfasst? Wenn ich dort nur die vom Dienstleister berechneten Heizkosten ansetze, dann stimmt das ja nicht mit den realen Ausgaben (Heizölkäufe) überein. Für die gesamte eingekaufte Menge des Heizöls wiederum ist ja im Prinzip gar kein Aufteilungsschlüssel bekannt, da ein Teil des Heizöles ja ggf. im Tank verbleibt und erst im nächsten Jahr durch den Dienstleister abgerechnet wird. Mit dem Geld wird ja also eine Art Vermögen in Form von Heizöl aufgebaut, was im Folgejahr wieder verbraucht wird.

    Irgendwie muss ich ja beides berücksichtigen, also die realen Heizkosten und die Heizölkosten. Aber ich weiß absolut nicht wie. Gibt es es da eine einigermaßen Laien-verständliche Vorgehensweise?

    Danke für eure Hilfe,
    bovbav
     
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  3. #2 immobiliensammler, 26.03.2016
    immobiliensammler

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    Hallo bovbav,

    ich denke Du bist entweder beim falschen Abrechnungsdienst oder hast dessen Formular/Programm nicht verstanden. Es gibt dort sicher ein Feld "Heizölbestand", dort trägst Du den Tankinhalt in Liter zum 31.12. (oder den sonstigen Abrechnungsstichtag) ein, den Wert errechnet das Programm dann automatisch.

    Jetzt hast Du natürlich für 2015 das Problem, dass es ja keinen Vorjahreswert gibt. Da nur ein Mieter betroffen ist - kann man mit dem sprechen? Ansonsten müssten nämlich wirklich Abrechnungen wiederholt werden, dann zahlst Du wohl für den Dienstleister mehr als Ihr an Öl bezahlt habt!

    Stefan
     
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  4. #3 Fremdling, 26.03.2016
    Fremdling

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    Hallo bovbav,
    Deine Frage behandelt BGH V ZR 251/10 vom 17.02.2012.
    Entscheide bitte selbst, ob die Ausführungen "laien-verständlich" sind ;-)
     
  5. Berny

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    Ich würde die Heizölmengenangaben weglassen, sondern nur die Kosten: Jahresanfangsbestand in Euro umgerechnet plus Zutankugen in Euro umgerechnet minus Jahreendbestand in Euro umgerechnet ergibt Jahresbrennstoffkosten, einzusetzen in die Aufstellung - plus sonstige Kosten.
     
  6. #5 Fremdling, 27.03.2016
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    So, heute etwas mehr Zeit, daher: Ab Rd.Nr. 12 wird das BGH-Urteil für Dich erst richtig interessant (bovbav-Zitat: "...sind die jährlichen Kosten für Heizölkäufe jedoch ungleich dieser Heizkostenabrechnung, da man ja niemals exakt die Menge kaufen kann, die man über das Jahr real verbraucht.").

    Die HKVO fordert die verbrauchsabhängige Verteilung der Heizkosten. Insofern lieferst Du offensichtlich auch ganz richtig die Kosten für die verbrauchten Ölmengen an Deinen Dienstleister, der die Verteilung vornimmt. Dessen Abrechnung fließt in Deine Einzel-Hausgeldabrechnung gegenüber den Eigentümern ein, aus der sich auch die Nebenkostenabrechnung für den Mieter Deines Miteigentümers (durch Übernahme der umlagefähigen Kosten) speist.

    Die von Dir angesprochene Betragsdifferenz (s.Zitat oben!) zeigt sich dann in der Gesamt-Hausgeldabrechnung für die Eigentümer, da bei der dort geforderten Einnahmen-/Ausgaben-Rechnung die gesamten Kosten für den Heizölbezug vom Konto abfließen; und das ganz unabhängig vom echten Verbrauch im Abrechnungsjahr. Diesen "Fehlbestand im Kontosaldo" zum Ultimo des Wirtschaftsjahres der WEG kannst Du gegenüber den WEG-Eigentümern im Rahmen der Gesamt-Hausgeldabrechnung durch entsprechende Anmerkung zum Euro-Wert des Restbestandes des unverbrauchten Öles aufklären, der dann im nächsten Jahr in den Verbrauch fließt.
     
  7. #6 bovbav, 27.03.2016
    Zuletzt bearbeitet: 27.03.2016
    bovbav

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    Erstmal danke euch allen für die Antworten!

    Hallo Stefan, den Heizölbestand bestimme ich jedes Jahr natürlich. Daraus berechnet Brunata dann die realen Heizkosten. Diese verbrauchsabhängigen Kosten werden natürlich an den Mieter weitergegeben und stehen auch in den Hausgeldabrechnungen drin. Mein Problem ist, dass die Heizölkäufe pro Jahr einen anderen Betrag darstellen als die Verbrauchskosten und ich nicht weiß, wie ich mit diesem Fehlbetrag umgehe.

    Hallo Fremdling, exakt so handhabe ich es im Moment. Die realen Verbräuche werden an den Dienstleister weitergegeben um die Heizkostenabrechnung zu erstellen. Diese Heizkosten tauchen dann auch in den Einzel-Hausgeldabrechnungen auf.

    Danke, das war das was mir gefehlt hat. D.h. die Einzel-Hausgeldabrechnungen mache ich weiterhin verbrauchsabhängig auf Basis der Daten von Brunata. Zusätzlich muss ich also eine Gesamt-Hausgeldabrechnung erstellen, die nicht verbrauchsabhängig ist, sondern die Kosten für den Heizölkauf darstellen.
    Noch eine praktische Frage zum Handling: die Einnahmen-/Ausgaben-Rechnung die ich in der Gesamt-Hausgeldabrechnung erstellen, muss dann praktisch dem Kontostand unseren Hausgeldkontos entsprechen, oder? Der Fehlbetrag ergibt sich zur Summe der Salden der Einzel-Hausgeldabrechnungen?
     
  8. #7 Fremdling, 27.03.2016
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    Die E-A-Rechnung kann mit dem Kontostand des Bewirtschaftungskontos zum Beginn des Wirtschaftsjahres (= Ultimo vorheriges Wirtschaftsjahr) starten und staffelt danach alle Einnahmen und Ausgaben des Wirtschaftsjahres; selbstverständlich gruppiert/summiert nach Einnahmen-/Ausgabenarten. So führt sie im Ergebnis zum Kontostand des Bewirtschaftungskontos zum Ultimo des aktuell abzurechnenden Wirtschaftsjahres, was den Eigentümern z.B. eine Kontrolle ermöglicht.

    Solltest Du jedoch einige Positionen nicht nach dem Abflussprinzip handhaben (gemäß Deiner Frage scheinen das bei Euch zur Zeit ausschließlich die Brennstoffkosten zu sein; Verbrauchsprinzip) wird sich gegenüber der Summe aller Einzelabrechnungen eine Differenz [an (noch) nicht abgerechneten Beträgen] ergeben, die Du dann zu erklären weißt. Ein ähnlicher Vorgang könnte es sein, falls getrennt durch einen Abrechnungsultimo einerseits Schadensregulierungen und andererseits Versicherungserstattungen anstehen. Da zahlst Du ggf. in Kenntnis der künftigen Erstattung über das Bewirtschaftungskonto die Instandsetzungsrechnung, rechnest sie aber nicht mit den Eigentümern ab, da die Versicherung zeitnah für einen gleichhohen Geldeingang sorgt.

    Viel Erfolg bei Deinen Hausgeldabrechnungen in Eigenregie!
     
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