Hausmeisterkosten: Datenschutz vs. Betriebskosteneinsicht

Diskutiere Hausmeisterkosten: Datenschutz vs. Betriebskosteneinsicht im Hausmeister Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo an alle Forumsmitglieder und Verantwortlichen, ich bin neu hier angemeldet, deshalb erstmal vielen Dank für dieses gute Forum und die...

  1. #1 hainspach, 19.11.2019
    hainspach

    hainspach Neuer Benutzer

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    Hallo an alle Forumsmitglieder und Verantwortlichen,

    ich bin neu hier angemeldet, deshalb erstmal vielen Dank für dieses gute Forum und die vielen hilfreichen Beiträge, welche mir auch schon manchmal (als Mitleser) weiter geholfen haben.

    Ich bin als Verwalter für eine Kirchengemeinde tätig und da auch für die Immobilien (Kirchen, Gemeinderäume, Kitas und einige Wohnungen) zuständig. Wir haben einen angestellten Hausmeister, welcher mit unterschiedlichem Stundenumfang in den verschieden Bereichen eingesetzt wird. Der Anteil für die vermieten Wohnungen wird anteilig auch über die Nebenkosten mit auf die Mieter umgelegt. Da unter den Mietern aber auch Familienangehörige des Hausmeisters sind, würde mich interessieren was passiert, wenn diese Einsicht in die Abrechnung nehmen wollen. Einerseits haben die Mieter ein Recht darauf die Abrechnung zu überprüfen, anderseits hat der Hausmeister ein Recht darauf, dass seine persönlichen Daten (dazu zähle ich auch sein Einkommen) geschützt sind. Wie geht man damit um?

    Vielen Dank
    hainspach
     
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  3. Andres

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    "Geschützt" sind sie ja auch, aber das bedeutet nicht, dass sie unzugänglich sind. Es bedeutet lediglich, dass man sie nicht frei verbreiten darf, sondern dafür einen zulässigen rechtlichen Grund benötigt. Dieser Grund liegt in Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO: Die Weitergabe ist zur Erfüllung einer Rechtspflicht erforderlich. Der Hausmeister ist darüber zu informieren (meist vorab, pauschal, z.B. beim Abschluss des Arbeitsvertrags), wie es Art. 14 DSGVO vorschreibt, ansonsten spricht nichts dagegen, den Mietern die erforderlichen Unterlagen zugänglich zu machen.

    Das Problem, dass als einziger Angestellter eines Unternehmens, eines bestimmten Tätigkeitsbereichs oder einer bestimmten Art von Beschäftigungsverhältnis das Einkommen auch von Außenstehenden relativ leicht zu ermitteln ist, taucht auch in anderen Situationen auf. Auch im öffentlichen Dienst und im Geltungsbereich von Tarifverträgen ist relativ (d.h. vorbehaltlich individueller Zulagen o.ä.) klar, wer wie viel verdient. Bei allem Gewicht, das (zu Recht!) auf den Datenschutz gelegt wird, gibt es trotzdem keinen endgültigen Anspruch auf Anonymität.
     
  4. Ferdl

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    Du musst mM dem jeweiligen Mieter nur die für ihn aufgewendeten Arbeiten + evtl. Arbeitszeiten sowie die Kosten dafür Erklären. In welchem Umfang der Hausmeister sonst für die Gemeine Arbeitet geht den M. nicht an, auch sonstige Arbeitsvertragliche Angelegenheiten wie zB den Lohn des Angestellten, Urlaub, Krankheitstage etc. haben den M. nicht zu Interessieren.
     
  5. GSR600

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    Wir machen es bei unseren fest angestellten Hausmeistern so, dass die kompletten Lohnkosten durch die jahresarbeitsstunden geteilt werden, somit kommen wir auf einen Stundenlohn welchen wir bei der weiterverrechnung ansetzen.
    Nun wird bei den Rapporten die geleisteten Arbeitsstunden in 30 Minuten Taktung entweder in die Instandhaltung oder Betriebskosten umgebucht, alles andere bleibt dann in den Verwaltungskosten
    Wenn ein Mieter die Belege einsehen will bekommt er die Rapporte gezeigt und den Rechenweg erklärt und mehr nicht. Der Bruttolohn oder ähnliches geht den Mieter nichts an.
     
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  6. #5 Papabär, 19.11.2019
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    Finde den Fehler.
     
  7. Ferdl

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    Ich habe gesucht aber nicht gefunden.
    Zeigt ein Handwerker dir die Lohnabrechnung seiner Angestellten?
    "Meine" Handwerker schicken eine Rechnung mit Stundensätzen, wie die sich errechnen geht mich nichts an.
     
  8. Andres

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    Äpfel und Birnen?


    Deine Handwerker werden auch sich nicht behaupten, dass sie dir nur die tatsächlichen Kosten in Rechnung stellen. Es ist eine völlig andere Situation als bei den Betriebskosten.
     
  9. #8 Papabär, 20.11.2019
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    :112: Du legst Handwerkerkosten um?
     
  10. #9 Papabär, 20.11.2019
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    Wetten doch?
    Zumindest wenn der Mieter fragt.
     
  11. #10 immobiliensammler, 20.11.2019
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    Dein Vergleich würde passen, wenn das ein externer Hausmeisterdienst wäre, dann wäre dessen Rechnung umlagefähig. Sofern der Hausmeister direkt angestellt ist dann müssen ggfs. die entstandenen Kosten (z.B. incl. Knappschaft etc.) nachgewiesen werden. Wie denn wenn nicht durch Arbeitsvertrag oder Lohnabrechnungen?
     
  12. Ferdl

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    Jepp, du sicher auch.
    Heizungswartung, Schofeg, gegebenenfalls E-Check, Dachrinnenreinigung, Gartenpflege...

    Die Weitergabe der Daten des Angestellten wäre mM auch nicht DSGVO konform, eine Rechtspflicht zur Weitergabe der persönlichen Datenan an den Mieter besteht meiner Ansicht nicht.
    Es wäre auch in der Sache sinnfrei, da die Kosten nicht nur aus dem Bruttolohn sondern auch aus dem Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, ggf Betriebsrente, Urlaubs- und Krankheitstagen etc. bestehen.
     
  13. #12 immobiliensammler, 20.11.2019
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    Jetzt mal ganz einfach: Ich bin Dein Mieter, in meiner Nebenkostenabrechnung gibst Du an, dass Hausmeisterkosten in Höhe von insgesamt 10.000 Euro angefallen sind. Ich verlange, dass Du mir die Belege dafür vorlegst - was gedenkst Du mir vorzulegen?
     
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  14. Ferdl

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    so etwas wie @GSR600 in #4 geschrieben hat.
     
  15. #14 Papabär, 21.11.2019
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    Es wird nicht reichen, nur den Rechenweg zu belegen. Der sollte in einer Abrechnung ohnehin ersichtlich sein.
     
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  16. #15 immobiliensammler, 21.11.2019
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    Und wie beweist Du mir, dass die Zahlen, die der Stundenberechnung zugrundeliegen korrekt sind? Mit genau der gleichen Logik könnte ich sagen, 1.000 m³ Wasser/Abwasser haben 10.000 Euro gekostet und rechne Dir dann genau vor, wie ich auf die 1.000 Euro Kosten für Deinen (unstrittigen) Verbrauch von 100 m³ komme. Was hilft Dir das, sofern ich Dir die 10.000 Euro Kosten nicht nachweise?
     
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  17. Ferdl

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    Gegenfrage: wo liegt in der Beweisbarkeit, um beim TE zu bleiben, der Unterschied zwischen der Rechnung des Wasserwerkes fürs verbrauchte Wasser und der Rechnung der Kirchengemeinde für geleistete Hausmeisterdienste? Die Billigkeitsprüfung ist meines Wissens Sache eines Gerichts.
     
  18. #17 immobiliensammler, 21.11.2019
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    Siehe #10 - Deine Argumentation würde funktionieren, wenn es eine Rechnung eines Hausmeisterdienstes wäre, dann würde das passen. Nachweis ist die Rechnung, was die Firma dann ihrerseits den dort angestellten Hausmeister bezahlt ist deren Sache.

    Hier verkennst Du aber äußerst beharrlich, dass die Kirchengemeinde eben keine "Rechnung" über geleistete Hausmeisterdienste erstellt, diese legt nur die tatsächlich bei ihr entstandenen Kosten auf die Mieter um.

    Und die Kosten sind dem Mieter auf Verlangen nachzuweisen (im Rahmen der Belegeinsicht), die Billigkeitsprüfung (sind die Kosten angemessen) ist etwas komplett anderes!
     
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  19. Andres

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    Der Wasserrechnung stehen direkt 13 (oder wie auch immer abgerechnet wird) Buchungspositionen auf dem Girokonto gegenüber, die auf der Rechnung ausgewiesene Zahlungen belegen. Der "Rechnung" für den Hausmeister steht überhaupt keine Buchungsposition auf dem Girokonto gegenüber, weil dieser Betrag nie geflossen ist, sondern aus verschiedenen Beträgen zusammengesetzt und danach anhand des Stundennachweises um einen bestimmten Prozentsatz gekürzt wurde. Die "Rechnung" für den Hausmeister ist nichts anderes als eine Behauptung. Der Mieter hat aber ein Recht auf einen Nachweis.
     
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  20. #19 Papabär, 21.11.2019
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    :112: Also jetzt tu nicht so, als ob Du die Buchhaltung von Kirchen (mit ihren zig Bank- und Unterkonten) verstehen würdest ...

    Ich meine Kirchen müssen doch nur deswegen keine Steuern bezahlen, weil sich vermutlich selbst @taxpert in diesem Dschungel verlaufen würde. :129:
     
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