Hausübergabe und Mietverträge mit den Verkäufern

Diskutiere Hausübergabe und Mietverträge mit den Verkäufern im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Liebe Schwarmintelligenz, ich mache mir gerade Gedanken, wie ich nach dem Kauf eines MFH (5 WE + Gewerbe) in einer besonderen Situation mit den...

  1. #1 Melanie123, 03.01.2020
    Melanie123

    Melanie123 Erfahrener Benutzer

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    Liebe Schwarmintelligenz,

    ich mache mir gerade Gedanken, wie ich nach dem Kauf eines MFH (5 WE + Gewerbe) in einer besonderen Situation mit den Verkäufern, die zu meinen Mietern (Wohnung und Gewerbe) werden, umgehen soll und vor allem, wie ich das rechtssicher in einem Standardmietvertrag von Haus & Grund unterbringe.

    Ich wünsche mir von Euch Meinungen, pragmatische Hinweise, Tipps und Ideen, gerne auch Rechtshinweise auf Urteile und Literatur (Palandt 2018 vorhanden; welcher Mietrechtskommentar, gerne größer geschrieben und mit weniger Abkürzungen wäre insgesamt sinnvoll?)

    rechtlicher Sachverhalt:
    Im Notarvertrag festgehalten ist die NKM für die ehemalige Eigentümer- Wohnung mit 450 € , die für das Gewerbe (GbR: Mann des Verkäuferehepaares mit Geschäftspartner) für 350 € beträgt. „Der Käufer kann den weiteren Inhalt [der Mietverträge] nach billigem Ermessen festlegen.“

    Wohnung:
    Die Wohnung hat eine Terrasse (grob geschätzt 40 qm), wobei die Terrassentür gleichzeitig Wohnungseingangstür ist. Die Terrasse ist auch durch ein Törchen befriedet. Der am weitesten von der Tür weggelegene Teil (also keine besondere Störung der Privatsphäre) ist gleichzeitig der einzige sinnvolle Zugang [es existiert ein grundbuchliches Wegerecht, wobei man da aber um einen Häuserblock herum gehen müsste] zum Garten, der momentan vom Gewerbe genutzt wird.

    Ich möchte rechtssicher festhalten, dass jeder jederzeit ohne Voranmeldung diesen kleinen Streifen betreten darf, um von A nach B zu kommen, also quasi ein „Wegerecht“ für die vermietete Terrasse.

    Reicht da eine mietvertragliche Vereinbarung wie „Die Terrasse darf jederzeit und unangekündigt betreten werden, um von dem vorderen, oberen Teil des Hauses (Adresse) in den hinteren, unteren Teil (Garten) zu gelangen.“? Könnte es da Probleme geben oder gibt es bessere Formulierungen [Oben und unten, weil das Haus am Hang gebaut ist]?

    Die einzige Alternative, die mir einfällt, ist nur einen Teil der Terrasse zu vermieten. Ich fürchte, dazu müsste die Terrasse vermessen werden und evt. sogar die Befriedung anders gesetzt werden, was ein enormer Aufwand sein könnte. Wie seht Ihr das? Pragmatische Hinweise? Vielleicht Farbspray und das mit Fotos dokumentieren?

    Das Gewerbe ist im hinteren Teil des Objektes. Auch hier soll ein neuer Mietvertrag erstellt werden, weil der alte Mietvertrag in einem Wohnraummietvertrag-Formular erstellt wurde, der teils obsolet, teils unklar, teils widersprüchlich ist. Das Gewerbe ist „Büro/Lager“ mit dem Zweck (lt. Visitenkarte) „Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen“. Ursprünglich (2005) ist die Mitbenutzung des Carports vorgesehen; kein Hinweis auf den Garten.
    „Haushaltsauflösungen“ bedeutet hier, dass der sehr große Carport mit Gerümpel vollgestellt ist. Im Garten stehen ca. 20 Mülltonnen, die von Verkäufer/Gewerbe zum Sortieren benutzt werden. Daneben liegen 7-8 Küchenspülen. u.a. Gewohnheitsrecht oder könnte ich das untersagen? Die Mietverträge sind unabhängig voneinander.

    Soweit ich weiß darf ich bei einem unbefristeten Mietvertrag mit weniger als 10 Jahren (was gilt in diesem Fall, wo der Mieter seit 2005 in den Räumlichkeiten ist, jetzt aber ein völlig neuer Vertrag gemacht wird?) keine Indexmiete festlegen. Staffelmiete wäre eine Alternative, aber was ist bei 350 € NKM im Rahmen eines „billigen Interesses“?

    Insgesamt wird der Eigentümerwechsel nicht so einfach, wie ich dachte. Die Verkäufer sind gänzlich überfordert und empfinden meine Mails als „überfrachtend“ (mit passiv-aggressivem Unterton), genauso wie sie mir die Versäumnisse des von Ihnen engagierten Maklers ankreiden. Ich vermute auch, dass der Wechsel vom Eigentümer zum Mieter nicht ganz problemlos verlaufen wird. Da hätte ich schon gerne ein paar Trümpfe in der Hinterhand.

    Kleinere Zusatzfragen:

    -Brauche ich die originalen Energieausweise in Papierform mit echter Unterschrift oder reicht für die nächsten 10 Jahre für alles, was anfällt, ein PDF vom Makler?

    -Mieterwechsel nach wirtschaftlichem Übergang, vor Grundbucheintrag: auf wen läuft der Mietvertrag sinnvollerweise und was ist dabei zu beachten?

    Liebe Grüße und die besten Wünsche für ein glückliches neues Jahr 2020 :005sonst:

    Melanie
     
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  3. GSR600

    GSR600
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    Wie ist dass dann, darfst Du die Kaltmiete erhöhen, oder bleibt die jetzt immer so wie im Notarvertrag festgelegt?
     
  4. #3 Melanie123, 03.01.2020
    Melanie123

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    Lt. Notarvertrag darf ich die Mietverträge "nach billigem Ermessen" festlegen.Mehr steht da auch nicht. Das ist natürlich völlig schwammig und wäre im Zweifelsfall (auf den ich es definitiv nicht ankommen lasse) von einem Richter zu klären.
    Ich gehe davon aus, dass spätestens in 3 Jahren eine Mieterhöhung möglich wäre. Wobei es mir nicht auf die Erhöhung der Miete selbst ankommt, sondern eher ... sagen wir ... einen kleinen Anreiz zu kooperieren oder mir zumindest nicht allzu viele Steine in den Weg zu legen.
    Die Wohnraummiete entspricht in etwa dem (nicht mehr, hoffentlich demnächst wieder qualifizierten) Mietspiegel, bezieht sich aber nur auf die umbaute Wohnfläche, nicht auf die (grob geschätzt) 40 qm große Terrasse. Die mal 0,25 sind 10qm * 6 €/qm = 60 € pro Monat NKM plus natürlich anteilige höhere NK mehr. Wenn alles gut läuft, werde ich natürlich nicht erhöhen. Aber im worst case ist mir hier die gesetzliche Bestimmung lieber als eine ansonsten von mir bevorzugte Indexmiete.
     
  5. Ferdl

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    Wenn das so wörtlich im Vertrag steht, ist das mM ein fester Mietpreis der nicht mehr anzupassen ist.
    In dem Sinne, die Miete ist fix, die restlichen Vertragsbestandteile "in billigem Ermessen".

    Konzentrier dich auf ordentliche neue Mietverträge und vergiss vorerst mal den Müll oder was dir sonst nicht passt. Die Unordnung im Garten ist Nebenkriegsschauplatz.
    Bei der Formulierung für das "Wegerecht" würde ich eher Himmelsrichtungen als vorne-hinten verwenden.
    Wenn sich das noch umsetzen lässt wäre wahrscheinlich die Änderung der Einfriedung nützlicher als ein "Wegerecht". Vermessen lassen musst du da nichts und Miete bekommst du scheint's eh keine für die Terrasse.
     
  6. #5 Papabär, 03.01.2020
    Papabär

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    Man darf auch selber einen Zollst... ähem Gliedermaßstab verwenden. Alternativ natürlich auch ein Maßband oder (sofern verfügbar) einen Laserentfernungsmesser.
    Es muss - gerade im Mietrecht - nicht immer unbedingt ein amtlich bestellter Vermesser sein. Man sollte halt seine Messwerte nur ordentlich dokumentieren und in eine Übersicht packen, die man ggf. auch einem Richter vorlegen kann.
    Ich habe im Oktober so eine komplette 3-Zimmer-Whg. vermessen ... hat mich gerade mal eine Stunde Zeit gekostet (aber auch nur, weil ein Raum nicht rechtwinklig ist).
     
  7. Andres

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    Genau das würde ich tun. Einen Eingriff in das exklusive Nutzungsrecht des Mieters halte ich bei der Vermietung von Wohnraum für rechtlich extrem problematisch.


    Da du die Vertragsinhalte ja ohnehin selbst festlegen kannst (wie wirksam das wohl ist, war zum Glück nicht gefragt), würde ich den Umfang der Mietsache über eine Skizze erklären.

    Welchen Bodenbelag hat die Terrasse? Dann könnte man eine sinnvolle optische Gestaltung vorschlagen ...


    Das ist doch eigentlich egal. Selbst wenn hier eine rechtliche Bindung entstanden wäre, kannst du doch den Gewerbemietvertrag unter Beachtung der Kündigungsfrist beenden. Ich würde also ganz unabhängig vom aktuellen Zustand im neuen Vertrag nach eigenem Gusto festlegen, was der Mieter wie nutzen darf. Wenn der Mieter damit nicht einverstanden ist, weißt du, was zu tun ist.


    Warum vermutest du das? Aufgrund der Regelung im Notarvertrag?


    Ganz ohne passiv-aggressiven Unterton: Geht mir bei deinen Beiträgen manchmal auch so. Ist aber nicht schlimm für mich. Ich lese dann etwas schneller und fange schon nach ein paar Sätzen mit der Antwort an. Das gibt Struktur. Wenn das den Verkäufer/Mieter überfordert, kann man darauf ja reagieren: Verschiedene Anliegen auf mehrere Mails verteilen, insgesamt weniger schreiben, konkretere Aussagen, Feststellungen, Aufforderungen oder Fragen stellen ...

    Beispiel: "Zur Frage X würde ich Vorgehen A oder B vorschlagen. Ich bevorzuge B, weil A Nachteil 1 und B Vorteil 2 hat. Ich bin auch für weitere Vorschläge offen, brauche eine Entscheidung aber unbedingt vor [DATUM] weil $abhängigesEreignis."

    Das ist freundlich, rücksichtsvoll und liefert viele Informationen. Wer ein bisschen schwer von Begriff ist, den lässt eine solche Darstellung gerne völlig ratlos zurück. Stattdessen: "Würden Sie bitte B machen." Wenn dann Fragen nach den Gründen kommen, kann man Gründe angeben. Wenn B für die andere Seite nicht passt, kann man A vorschlagen. Wenn das auch nicht geht, kann man um Gegenvorschläge bitten. Wenn eine andere Abhängigkeit näherrückt, kann man an die Sache erinnern.

    Für komplexe Fragen mit Abhängigkeiten, Alternativen und schwierigen Zusammenhängen sind Mails weniger geeignet.


    "Mit der Arbeit von Herrn M bin ich ebenfalls unzufrieden. Ich habe ihn nicht beauftragt." Wenn's der Verkäufer dann nicht versteht, wird er es nie verstehen.


    Zumindest hinsichtlich des Gewerbes hast du das ohnehin. Ich lese nirgends, dass eine Mindestlaufzeit, Kündigungsverzicht o.ä. vereinbart wäre. Sofern der Mieter sich nicht angemessen verhält, ist er nach einem halben Jahr raus.


    § 16 EnEV stellt für jeden einzelnen Fall darauf ab, dass auch eine Kopie genügt.


    Auf dich. Du bist verfügungsberechtigt und je eher der aktuelle Eigentümer aus dem Bild verschwindet, desto besser ist das für dich. Um eine Sache zu vermieten ist es nicht erforderlich, auch ihr Eigentümer zu sein.
     
  8. #7 Melanie123, 05.01.2020
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    Schon mal ganz herzlichen Dank für Eure Antworten, die mir schon sehr weiter geholfen haben.:danke

    Ich habe erst mal die Mietverträge (soweit wie möglich) vorbereitet und gehe auf Eure Beiträge vermutlich eher morgen ein.
     
  9. #8 Melanie123, 07.01.2020
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    Noch einmal herzlichen Dank für Eure Antworten.

    Ich werde also die Terrasse nur teilweise vermieten und eine Skizze erstellen, die als Anlage in den Mietvertrag kommt.
    Die Terrasse hat Fliesen. Ich habe es nicht mehr ganz im Kopf und muss es mir noch mal vor Ort anschauen, weil es etwas verwinkelt ist, auch wie genau die Einfriedung anders zu gestalten sein könnte.
    Und das vorhandene Laser-Entfernungsmeßgerät habe ich auch schon gefunden. ;-)

    Ich gehe davon aus, dass ich nach gesetzlichen Vorschriften irgendwann die Miete erhöhen, also auch die faktische Wohnfläche incl. anteilige Terrasse zugrunde legen kann. Ob das jetzt nach den Bestimmungen der Neuvermietung oder denen einer max. Mieterhöhung ist, wird irgendwann zu klären sein. Aktuell will ich den Eigentümerwechsel nur irgendwie hinbekommen. Eine stagnierende Miete über Jahrzehnte hinweg widerspräche m.E. einem billigen Interesse.

    Ansonsten wird es leider richtig unerfreulich.
    Die letzte Mail der Frau des Verkäufer-Ehepaares ist in ziemlich aggressivem Ton verfasst.

    Inhalt ist:
    - Sie geben keine Original-Unterlagen heraus.
    Frage dazu: worauf habe ich ein Recht? Im Notarvertrag steht nur was von Original-Mietverträgen. Da steht aber auch nichts von Schlüsseln oder Bauplänen, wo mein gesunder Menschenverstand mir sagt, dass ich darauf schon ein Anrecht habe.Was wäre sonst noch wichtig und gibt es dazu Urteile?
    - Zum dritten Mal wurde meine Frage nach Geburtsdaten ignoriert. Die brauche ich laut dkb, Fachabteilung Vermieter, um Kautionskonten anzulegen.
    - "Des weiteren wurden jetzt alles Daueraufträge und Einzugsermächtigungen von uns für Feb. 2020 gestoppt."
    Ich hänge also seit heute morgen am Telefon, um da eine Umstellung voranzubringen. Für Fernwärme und Gebäudeversicherung brauche ich den Grundbucheintrag. Und bei drohendem Verlust des Versicherungsschutzes verabschiedet sich bei mir jeglicher Sinn für Humor.
    Grundbuch braucht den Antrag des Notars. Notar braucht die Bestätigung der Verkäufer, dass der Kaufpreis eingegangen ist. Selbigen habe ich schon vor über zwei Wochen überwiesen, dies auch den Verkäufern mitgeteilt.
    - "Wir bitten daher um Verständnis, da auch die Urlaubszeit bei uns beendet ist und der Arbeitsalltag ab dem 06.01.2020 wieder voll zum tragen kommt, können wir uns leider nicht mehr um diesen wahnsinnigen Bürokratischen Aufwand kümmern."

    Sorry für's Auskotzen; irgendwie musste das gerade sein. Bei mir ist ein ganzer Tag dafür drauf gegangen, um Dinge mit wechselnden Ansprechpartnern irgendwie zu regeln, die eigentlich mit genügend Zeit und ausreichenden Informationen reine Formalitäten sind.
    Ich schreibe gleich noch eine sachlich gehaltene Mail an die Verkäufer zurück. Die Notariatsangestellte hat zugesagt, die Verkäufer ebenfalls anzuschreiben, damit zumindest die Eintragung im Grundbuch voran gehen kann. Wenn ich bis Anfang nächster Woche nicht weiter gekommen bin, werde ich wohl einen Anwalt einschalten.

    Liebe Grüße,
    Melanie
     
  10. #9 ehrenwertes Haus, 07.01.2020
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    Eigentlich wollte ich mich hier ja raus halten, aber...
    ich hab Kopfkino:

    Melli, das HB-Frauchen! :003sonst:

    Ja, die Sache läuft nicht rund. Das ist in gewisser Hinsicht ärgerlich, war aber abzusehen bei der Vorgeschichte.

    Bevor du jetzt wieder Romane schreibst und die Verkäufer forderst, geh ne Runde Abschalten, Durchatmen, klaren Kopf kriegen.
    Keine Ahnung was dir hilft runter zu kommen, Baldrian oder ein Tütchen, oder... Egal, tu dir das an bevor du weiter machst.

    ... und dann versuch dich in dem Verkäuferanschreiben ausschließlich auf das Wesentliche zu konzentrieren, ohne Schnörkel und Extras.
    Mir scheinen das keine besonders hellen Leuchten zu sein. Also geh auf ihr intellektuelles Niveau runter, obwohl du weitaus mehr auf dem Kasten hast.


    Und jetzt schließ dich erst Mal meinem Kopfkino an. Das tut gut :005sonst:
     
  11. #10 Melanie123, 07.01.2020
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    Danke @Andres für Deine Antwort, die mich in mehreren Punkten weiter gebracht hat.
    Umso netter, weil auch Du eine "Überfrachtung" wahrnimmst.
    Ich versuche es, in diesem Forum ein wenig zurück zu fahren. Teils ist es dem Umstand gewidmet, dass einige sehr wenige Teilnehmer hier in nicht geschilderte Sachverhalte wild hinein interpretieren, teils auch evt. um einen TE etwas dumm aussehen zu lassen. Um dem vorzubeugen, versuche ich immer, sehr ausfürlich zu schreiben, damit wenig Raum für Fehlinterpretationen bleibt. Gerade weil ich eben nicht immer ins Forum kann, um etwas richtig zu stellen.

    In dem Zusammenhang meinen großen Dank an diejenigen, die regelmäßig auf Fehlinterpretationen und unangebrachte Erbsenzählerei hinweisen.

    Aufgrund eines aktuellen Gewerbemietvertrages von H&G.
    Unter §7 Ziffer 5 "Indexklausel, automatische Wertsicherung" steht "(nur bei mindestens 10-jähriger Bindung des Vermieters, also auch beispielsweise bei fünf Jahren Festmietzeit zzgl. 5 JAhren Optionsrecht des Mieters oder Vertrag auf Lebenszeit einer Person, siehe § 3 Preisklauselgesetz im Anhang)".
    Eine Googel-Recherche bestätigt das auch so, wobei es da noch keine höchstrichterliche Abgrenzung zu geben scheint.
    Aktuell tendiere ich dazu, die sanftere der beiden Alternativen anzukreuzen, wohl wissend, dass auch diese rechtlich sehr bedenklich ist. Zwar bedarf es da der Mitteilung des Vermieters und der Verzug trifft erst 2 Wochen nach dieser ein, aber die Mieterhöhung soll rückwirkend, also ab Überschreitung der Indexgrenze erfolgen, was ich schon als "automatisch" empfinde. Hier steht auch eine Unwirksamsklausel, bei der man halt dem gewollten so nahe wie möglich kommen sollte.
    Das war aber jetzt als Information gedacht. Dein berechtigter Hinweis auf eine ganz normale (Änderungs-) Kündigung innerhalb von 6 Monaten lässt mich da inzwischen entspannt sein. Ich will die Übergabe nur noch irgendwie hinter mich bringen.

    Touché, meine Denkweise ist in Deinem Beispiel ziemlich gut erfasst. Danke für Dein Feedback. Einen passiv-aggressiven Unterton habe ich bei Dir auch noch nicht wahrgenommen, ich finde Deine Beiträge generell sehr sachlich und hilfreich.
    Ich hatte mich vorher schon bemüht, sehr einfach zu schreiben und habe es mit Deiner Mail noch einmal darauf hin überprüft. Kein einziges Fremdwort, keine Schachtelsätze, Ehrenwort!
    Ich versuche es jetzt noch mal. Zumindest die Mitteilung an den Notar, dass der Kaufpreis gezahlt ist und die Geburtsdaten brauche ich. Und den Schlüssel halt.

    Vermutlich werden Sie es nie verstehen.
    Ich packe jetzt noch mal für einen letzten Versuch die Samthandschühchen aus...
     
  12. sara

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    Was im Kaufvertrag vereinbart wurde.
    Also die stehen meist auch im Kaufvertrag, bzw. in den Grundbuchauszügen der Voreigentümer.
    Oder welche Geburtsdaten meinst du?
    Das solltest du den Notar mitteilen und belegen und nicht den Verkäufern.
    Fernwärme kenne ich mich nicht aus, aber die Gebäudeversicherung geht automatisch auf den neuen Eigentümer über. Diese kann erst nach Grundbucheintrag dann entweder weiter geführt, oder gekündigt werden.
    Also das kann man entspannt sehen.
     
  13. Andres

    Andres
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    Hm, das ist einer der weniger günstigen Fälle. Bei einem lose verlegten Belag hätte ich einige Ideen gehabt, wie sich eine optische Abgrenzung leicht realisieren lässt. Aber ok, dann wird es eben die maßstabsgetreue Skizze.


    Darauf hast du also schon einmal einen Anspruch.

    Ich vermute, dass es hier um den Zugang zu Gemeinschaftsräumen und -flächen, Heizraum, Dachboden usw. geht. Aufgrund des üblichen Passus zum Besitzübergang, der in irgendeiner Fassung auch in deinem Kaufvertrag stehen wird, hat dir der Verkäufer den Besitz an diesen Räumen zu verschaffen, sobald die entsprechende Bedingung (Kaufpreiszahlung?) eingetreten ist. Ob er das durch die Übergabe von Schlüsseln oder in anderer Art tut, ist seine Sache. Da du aber - wie ich dich verstanden habe - noch gar nicht an diesem Punkt bist, würde ich das für den Moment zurückstellen.


    Bekommst du über eine Einsicht in die Bauakte bei der unteren Bauaufsichtsbehörde sobald du im Grundbuch stehst, zumindest für alles, was nach dem Krieg gebaut wurde. Natürlich wäre es einfacher, wenn der Verkäufer die Dinger rausrückt, aber deswegen muss man sich wirklich keinen Kopf machen.


    Sofern es sich um einen der Verkäufer handelt: Schau mal in den Kaufvertrag. Da könnte das Geburtsdatum bei der Feststellung der Parteien stehen.

    Ansonsten den Grundbucheintrag abwarten, dann erweiterte(!) Melderegisterauskunft für die Bewohner. Auch halte ich für kein vordringliches Thema.


    Zu Recht. Sobald der Versicherer eine Zahlungsfrist setzt, besteht hier akute Gefahr. Die Frist muss mindestens zwei Wochen betragen (auch wenn oft mehr Zeit gewährt wird, teils sogar aufgrund der Versicherungsbedingungen) und danach ist die Versicherung leistungsfrei! Erstens würde ich hier auf den Verkäufer einwirken (im Gegensatz zu den bisher genannten Punkten lohnt es sich hier, sich unbeliebt zu machen), entweder selbst die Zahlungen wieder aufzunehmen oder mir wenigsten mitzuteilen, was, wann, wohin und unter welcher Vertragsnummer oder sonstigen Referenz zu zahlen ist, damit ich das selbst erledigen kann. Zweitens würde ich mich auch mit der Versicherung (soweit bekannt) in Verbindung setzen. Letztendlich ist es ja denen und dir egal, ob die Zahlungen den Umweg über den Verkäufer nehmen und nach wirtschaftlichem Übergang zahlst du letztendlich die Prämien.


    Weiter zur Kaufpreiszahlung: Dem Notar die Sachlage schildern und fragen, welchen Nachweis er akzeptiert. Genau solche Konstellationen sind der Grund, weshalb man die Gebühren für eine Zahlung über das Notaranderkonto vielleicht doch nicht sparen sollte, aber das ist jetzt nicht mehr zu ändern. Dieses Thema halte ich im Moment für vorrangig, denn es bremst alles andere aus. Nennt der Kaufvertrag konkrete Modalitäten, bis wann die Bestätigung auszustellen ist?


    Wie der Verkäufer tickt, ist ja schon ausreichend deutlich geworden. Bemerkenswert finde ich, dass dieses Argument in beide Richtungen funktioniert, schließlich hätte man sich die letzten zwei Wochen ja auch darauf zurückziehen können, dass man sich im Urlaub nicht mit solchen Banalitäten befassen will.

    Es ändert nichts daran, dass die Verkäufer Pflichten haben. Immerhin sind sie bezahlt worden!


    Kein Thema, muss auch mal sein.


    Das halte ich für sinnvoll.


    Stimmt, hier geht es ja um Gewerbe, mein Fehler.


    Genau. Das ganze Theater um Mieterhöhungen im Wohnraummietrecht gibt es doch nur, weil der Vermieter meist nicht kündigen darf. Im Gewerbe hat man halt normalerweise recht lange Kündigungsausschlüsse oder Laufzeiten vereinbart, aber da das hier nicht der Fall ist, sehe ich das ganz entspannt. Mit diesen Leuten würde ich auch keine laufende Anpassung der Miete haben wollen. Das gibt wieder nur Nachfragen ...
     
  14. #13 Melanie123, 08.01.2020
    Melanie123

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    Ich habe jetzt auf das Wesentliche fokussiert: Die Verkäufer haben (obwohl es vieles zu klären gäbe) nur die eine Bitte von mir bekommen: dem Notar zu bestätigen, dass der Kaufpreis eingegangen ist. Die Notariatsangestellte sagte mir, dass ich das nicht nachweisen kann. Ein Kontoauszug reicht nicht. Im Zweifelsfall könne meine Bank das tun. Ganz ehrlich: ich glaube, damit wäre diese überfordert. Und ich habe bereits einen Tag damit verbracht, in Warteschleifen zu hängen und von einem Sachbearbeiter zum nächsten verbunden zu werden und muss das aktuell nicht austesten.
    Das Geburtsdatum steht im Kaufvertrag. Ich brauche aber zusätzlich den Geburtsort. LT. dkb gesetzliche Bestimmung, die mit dem Geldwäschegesetz zu tun hat.
    Ich nehme mir einen Tag Auszeit, nachdem ich die Nacht durchgearbeitet habe und gerade ziemlich platt bin.
    Einiges sollte inzwischen auf dem richtigen Weg sein. Weder heute noch morgen kann ich etwas ändern.
    Abgesehen von einer vorformulierten Mail an eine Anwältin. Ich hoffe, ich muss sie nicht abschicken.
     
  15. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    Auf wann ist denn der Übergang "Kosten/Nutzen terminiert?

    Kommt mir auch so vor...
     
  16. #15 immobiliensammler, 08.01.2020
    immobiliensammler

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    Meist auf irgendwann nach Kaufpreiszahlung, also beißt sich da die Katze in den Schwanz. Das Geld für das Notaranderkonto wäre gut angelegt gewesen, dann gäbe es jetzt das Problem schon mal nicht. Wenn es zu keiner Lösung kommt muss @Melanie123 bei ihrer Bank einen Nachforschungsauftrag stellen, dann erhält sie auf diesem Weg eine Bestätigung der Bank des Verkäufers, wann genau der Betrag gutgeschrieben wurde. Kostet ca. 10 - 20 Euro und dauert so eine Woche. Das dürfte für das Notariat dann wohl reichen!
     
  17. SaMaa

    SaMaa Erfahrener Benutzer

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    Diese 10-20 € für den Nachforschungsantrag, basieren ja auf der Unwilligkeit der Verkäufer Informationen preiszugeben und da sich das Geld ja eventuell schon 14 Tage auf dem Konto des Verkäufers befindet stellt sich mir die Frage:“ Könnte man diese Kosten dem ehemaligen Verkäufer wiederum in Rechnung stellen?“
    Um einer weiteren Frage vor zugreifen. Ja, ich weiß man kann alles, aber der Untertenor meiner
    Frage ist:
    Hätte man damit auch Aussicht auf Erfolg?
     
  18. #17 immobiliensammler, 08.01.2020
    immobiliensammler

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    Ich denke schon!
     
  19. sara

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    Sehe ich immer noch nicht.
    Und wir wissen auch noch nicht wie terminlich Kosten/ Nutzen im Kaufvertrag vereinbart wurde. Es gab ziemlich viele Feiertage und wie oben geschrieben waren die auch im Urlaub.

    Früher war das Notaranderkonto üblich, wird heute so gut wie nicht mehr gemacht.
    Und teuer war das auch. Wir habe in den 80ern gut 2000DM dafür gezahlt.
    Danach nur noch ohne Kauf u. Verkauf.
     
  20. #19 ehrenwertes Haus, 08.01.2020
    ehrenwertes Haus

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    Preisfrage was ist günstiger:
    Ein Notaranderkonto oder im Worst Case Anwalts- und Gerichtskosten.
    Das eine ist der rein monetäre Punkt, das Andere wieviel Ärger man sich damit ersparen kann.

    2.000 DM in der 80er war zwar auch damals viel Geld, verglichen mit der Gesamtsumme, die den Besitzer bei Immokauf oder Verkauf wechselt, dennoch kein horrender Betrag.
     
  21. sara

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    :55:
    Soweit ist das jetzt ja wohl noch nicht...:109:
    Hier wird immer das schlimmste gleich angenommen. :92:
    Schaun mer mal. Ich bin da immer noch zuversichtlich. :55:
     
Thema:

Hausübergabe und Mietverträge mit den Verkäufern

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