Hausverwaltung fordert Entlastung ein

Diskutiere Hausverwaltung fordert Entlastung ein im WEG-Verwaltung Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo an alle, allmählich kommt wieder die Zeit der jährlichen Eigentümerversammlung und bei der Vorbereitung kam mir dann wieder der jährliche...

  1. #1 Maverick3, 06.08.2018
    Maverick3

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    Hallo an alle,

    allmählich kommt wieder die Zeit der jährlichen Eigentümerversammlung und bei der Vorbereitung kam mir dann wieder der jährliche Zwist mit dem Verwalter in meine Erinnerung: Alle erteilen dem Verwalter die Entlastung (wie die Lemminge) blos ich nicht, weil
    -ich den Verwalter nicht von evtl. Schadensersatzansprüchen freistellen will
    -ich weiter Auskunft für zurückliegende Abrechnungsperioden haben will (man weiss nie wann man das mal braucht)
    -ich das Recht auf Abberufung nicht einschränken will
    -ich der Meinung bin dass ein guter Verwalter keine Entlastung braucht.

    In der letzten Versammlung wurde mir vom Verwalter dann ein Auszug aus dem Verwaltervertrag vorgelegt :
    "Die Wohnungseigentümer sind verpflichtet, in der ordentlichen Wohnungseigentümerversammlung über die Entlastung des Verwalters zu beschließen und Entlastung zu erteilen, es sei denn, dass dadurch bestehende oder mögliche Ansprüche gegen den Verwalter, die zu benennen sind, ausgeschlossen würden."
    Daraufhin erklärte ich dass eine Entlastung nur Vorteile für den Verwalter und Nachteile für die Eigentümer bringt. Und sich Schadensersatzansprüche meist erst später einstellen und mit einer Entlastung wären dann diese nicht mehr durchsetzbar.

    Im Protokoll fand sich dann folgender Passus:
    "Wegen der Ablehnung der Entlastung durch Herrn XXXX wurde von der HV nach dem Ablehnungsgrund gefragt und auf die Vereinbarung im Verwaltervertrag hingewiesen. Eine Begründung wurde werder müdnlich, noch schriftlich vorgelegt. Eine allgemeine Formulierung ist nicht ausreichend.

    So jetzt zu meiner Frage: Kann mich der Verwalter zwingen ihm die Entlastung zu erteilen?

    Ich hab auch schon versucht die anderen Eigentümer über die folgend der Entlastung zu informieren. Aber entweder sie verstehen es nicht (weil zu alt oder beschränkt) oder es kommt die Einstellung "Ich alleine kann da doch eh nix ausrichten"

    Grüsse

    Maverick3
     
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  3. Andres

    Andres
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    So nachteilig diese Passage für die Eigentümer auch ist: Ich sehe keinen Grund, weshalb sie unwirksam sein sollte. Die Gemeinschaft hat sich somit also verpflichtet, die Entlastung grundsätzlich zu erteilen. Daher auch die die ausdrückliche Feststellung in der Niederschrift ...
    ... dass Gründe für eine Ausnahme von diesem Grundsatz eben nicht benannt wurden.


    Ist durch deine Stimmausübung der Beschluss zur Entlastung nicht gefasst worden? Ansonsten ist der Verwalter doch entlastet.


    So ist es auch. Ich sehe in der aktuellen Situation auch recht wenig Sinn darin, die Entlastung ohne konkrete Gründe zu verweigern, denn dann könnte der Verwalter schon auf die Idee kommen, seinen Anspruch einzufordern. Vielmehr sollte dieser Passus bei der nächsten Vertragsverlängerung gestrichen werden.

    Ändert aber nichts am grundlegenden Problem: Wenn die Eigentümer ihre Interessen nicht wahrnehmen wollen, kann man sie dazu schlecht zwingen. Die Entlastung des Verwalters entspricht sogar ordnungsmäßiger Verwaltung, solange nicht im Einzelfall konkrete Umstände gegen die Entlastung sprechen, BGH V ZB 11/03.
     
  4. Bovary

    Bovary Erfahrener Benutzer

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    Bei der nächsten Vertragsverlängerung kann man nur versuchen, den Miteigentümern / Beirat noch einmal ins Gewissen zu reden, dass es keinen Sinn macht, einen professionellen Verwalter zu beauftragen und zu bezahlen und dann freiwillig auf die Leistung in Form von Gewährleistung zu verzichten, ergo der Vertrag entsprechend anzupassen ist.
    Derartiges macht eigentlich nur bei einer Selbstverwaltung Sinn, die i.d.R. aber auch mit deutlich niedrigeren Kosten verbunden ist.

    Es ist auch mir total unverständlich, warum sehr viele - auch ohne eine solche ungünstige Vertragsgestaltung - den Verwaltungen grundsätzlich Entlastung erteilen und in dieser Hinsicht auch absolut beratungsresistent sind. Ich kann Dich sehr gut verstehen. Also ich meine, es ist ja nicht verboten, freiwillig auf Rechte zu verzichten. Aber einigermaßen bei klarem Verstand ist eine solche Verhaltensweise total unsinnig und nicht nachvollziehbar. Mir ist noch nie untergekommen, dass jemand z.B. beim Autokauf gegenüber dem Händler auf die Gewährleistung verzichtet hätte...:wand:
     
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