Heizbetriebskosten, wie umlegen?

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von Binasti, 03.04.2014.

  1. #1 Binasti, 03.04.2014
    Zuletzt bearbeitet: 03.04.2014
    Binasti

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    Guten Abend :)
    Ich hatte vor einiger Zeit schon mal eine Frage zu diesem Thema gestellt, allerdings war das alles etwas durcheinander und ich hab genauso viel verstanden wie vorher.
    Also ein neuer Versuch.

    Ich will gerade einen (online-)Mietvertrag von Haus&Grund ausfüllen.
    Nun wird da gefragt, wie die Heizbetriebskosten umgelegt werden.
    Es gibt mehrere Möglichkeiten zum auswählen (s. Anhang) und ich weiß nicht welche ich wählen soll.

    Die Wohnung befindet sich im Dachgeschoss (OG) eines Zweifamilienhauses.
    Die OG-Wohnung hat 65 m², soll vermietet werden, die EG-Wohnung hat 81 m² und bleibt noch 1-2 Jahre leer stehen.
    An allen Heizkörpern sind Heizkostenverteiler angebracht.
    Beheizt wird mit einer Gaszentralheizung.
    Das Haus entspricht bestimmt nicht der Wärmeschutzverordnung.

    Kann mir jemand sagen, was ich denn nun auswählen muss? Und was ich dann in das eine %-Kästchen eintragen muss?

    Das wäre super lieb!
    Liebe Grüße
     

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  3. Andres

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    B oder C.


    Steht doch da: Maximal 30. Weniger, wenn du stärker nach Verbrauch abrechnen willst. Das kannst du selbst entscheiden. Bevor du 0 einträgst, kannst du aber auch gleich C und "Ergebnis der Verbrauchserfassung" wählen.


    Wird über die Zentralheizung auch das Warmwasser bereitet?
     
  4. #3 Binasti, 03.04.2014
    Binasti

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    Ja, Warmwasser wird über die Heizung bereitet.
    Ich glaub ich hab das ganze falsch verstanden.

    Nochmal für ganz Doofe (mich), wofür wären die 30 %? Wohnfläche, Personen?
     
  5. Andres

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    Ok, nochmal ganz langsam und von ganz vorne:

    Du hast eine Gaszentralheizung, die auch WW bereitet. Kosten entstehen damit für die gesamte Heizwärme und das gesamte WW zentral. Diese Gesamtkosten müssen nun auf die Nutzer verteilt werden.


    Schritt 1: Aufteilung in Heizwärme und WW

    Das macht ein Wärmemengenzähler in der WW-Hauptleitung. Damit wird der Anteil des WW in den Gesamtkosten ermittelt. Der Rest ist Heizwärme. Wie das genau geht, steht in § 9 HeizkostenV. Die Gesamtkosten werden dann im Verhältnis der ermittelten Brennstoffverbräuche aufgeteilt. Ich beschränke mich jetzt auf die Heizkosten - das war deine Frage.

    Beispiel: Gesamtkosten für die Heizung 4000 €. WW macht davon 1/4 aus, d.h. 3000 € gehen als Teilergebnis in Schritt 2 ein, 1000 € gehen in die WW-Abrechnung ein.


    Schritt 2: Aufteilung der Heizkosten in einen verbrauchsabhängigen und einen verbrauchsunabhängigen Anteil

    Ein Teil der Heizkosten wird verbrauchsunabhängig abgerechnet. Wie groß dieser Anteil ist, kannst du in deinem Fall zwischen 30 und 0% festlegen. Danach wird im online-Formular gefragt. Mehr als 30 % sind in deinem Fall nicht erlaubt. Wenn du nichts vereinbarst, gelten die 30 %.

    Beispiel: Es ist nichts weiter vereinbart, d.h. 30 % verbrauchsunabhängige Umlage. Von den zuvor errechneten 3000 € Heizkosten sind also 900 € verbrauchsunabhängig und 2100 € verbrauchsabhängig zu verteilen.


    Schritt 3: Verteilung der verbrauchsabhängigen Kosten (70 %)

    Das erfolgt entsprechend der Ablesewerte der eHKV.

    Beispiel: Insgesamt wurden 100 Einheiten abgelesen, davon 42 in der Wohnung des Mieters. Auf den Mieter entfallen damit 42/100 von 2100 € (aus Schritt 2), d.h. 882 €.


    Schritt 4: Verteilung der verbrauchsunabhängigen Kosten (30 %)

    Das erfolgt je nach Vereinbarung entweder nach Wohnfläche oder nach umbautem Raum.

    Beispiel: Von der Gesamtwohnfläche von 250 m² gehören 100 m² zur Mietwohnung. Auf den Mieter entfallen damit 100/250 von 900 € (aus Schritt 2), d.h. 360 €


    Schritt 5: Ergebnis

    Die Ergebnisse aus Schritt 3 und 4 zusammenzählen.

    Beispiel: 882 € + 360 € = 1242 €. Das sind die Heizkosten, die der Mieter zu zahlen hat.


    Wenn du auf das ganze Theater keine Lust hast, rechnest du nach Möglichkeit C ab und kannst dann z.B. die Gesamtkosten an einem Stück (d.h. ohne mehrstufige Aufteilung) nach Wohnfläche verteilen. Wenn ich die Option hätte (d.h. wenn ich in einem Haus mit zwei Wohnungen wohnen würde, von der ich eine selbst nutze und eine vermiete), würde ich das so machen. Das muss aber im Mietvertrag explizit so vereinbart sein!
     
  6. #5 Soontir, 04.04.2014
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    Hier bleibt nur die Möglichkeit B. Möglichkeit C scheidet aus, da wie der Themenstarter selbst schreibt, die 2. Wohnung leer steht und auch bleibt.

    Daraus schliesse ich, das diese Wohnung nicht selbst bewohnt wird.
     
  7. Andres

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    Danke, habe ich überlesen.
     
  8. #7 Binasti, 04.04.2014
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    Vielen Dank, du hast mir schon sehr geholfen!
    Aber eine doofe Frage muss ich noch stellen...

    Welchen Unterschied macht es, wenn anstatt 30 % 0 % nehme?
    :unsicher023:
     
  9. #8 Soontir, 04.04.2014
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    Du würdest gegen die Heizkostenverordnung verstoßen und somit wäre der MIeter berechtigt die Heizkosten pauschal um 15% zu kürzen.

    Lies Dir dazu mal den § 7 der Heizkostenverordnung durch.
     
  10. RMHV

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    Nun gibt es aber auch noch § 10 HeizkV. Der verbrauchsabhaengige Kostenanteil kann nach dieser Vorschrift auch mit einem höheren Wert als 70% wirksam vereinbart werden. Das Kürzungsrecht nach § 12 Abs. 1 HeizkV kommt in diesem Fall nicht in Betracht.
     
  11. Andres

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    Eine stärkere Abrechnung nach Verbrauch belohnt sparsame Parteien. Da die andere Wohnung im Moment leer steht und damit du die Leerstandskosten tragen musst, hättest du ein Interesse daran, stark nach Verbrauch abzurechnen. Die Thermostate in der leeren Wohnung werden wohl dauerhaft auf Frostwächter stehen, also wenig bis kein Verbrauch.

    Ob du unter diesen Umständen dann Mieter findest (und dauerhaft halten kannst), ist aber fraglich. Wenn es tatsächlich zu keiner Erfassung an den HKV kommt, zahlt der Mieter die kompletten Heizkosten, obwohl er nur das halbe Haus bewohnt.
     
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Heizbetriebskosten, wie umlegen?

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