Heizen mit offenen Türen?

Diskutiere Heizen mit offenen Türen? im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo liebes Forum Wie jeden Winter stehe ich vor dem selben Problem: Ich wohne in einem Altbau aus den frühen 70er Jahren. Die Wohnung wird...

  1. Bailey

    Bailey Neuer Benutzer

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    Hallo liebes Forum

    Wie jeden Winter stehe ich vor dem selben Problem:

    Ich wohne in einem Altbau aus den frühen 70er Jahren. Die Wohnung wird durch einen offenen Laubengang betreten, vor dem eigentlichen Wohnungsflur befindet sich ein kleiner Windfang. Aufgrund schlechter Isolierung beträgt die Temperatur im Windfang in den Wintermonaten 11 bis 13 Grad, an knackig kalten Tagen sind es auch mal weniger als 10 Grad, bei einer Luftfeuchtigkeit von 80%. Im Windfang befindet sich weder eine Heizung, noch eine Steckdose, an die man einen Heizlüfter anschließen könnte.

    Der Vermieter ist auch tatsächlich sehr bemüht, regelmäßig kommen Mitarbeiter vorbei, um die Schimmel- und Feuchtigkeitsflecken an Wänden und Decke zu entfernen..... was natürlich auf Dauer keine Lösung ist.

    Nun wollte man mir erzählen, dass ich verpflichtet wäre, den Windfang auf eine angemessene Temperatur zu bringen. Sprich, ich solle die Zwischentür und die Zimmertüren offenlassen und die 8 bis 12 Meter entfernten Heizkörper in den anderen Zimmern so weit aufdrehen, dass im Windfang eine Temperatur von 16 Grad erreicht wird.

    Das kann doch nicht die Lösung sein, oder?

    Anzumerken wäre vielleicht noch, dass die Temperatur der Wohnungstür 10 Grad. beträgt, es wird - wenn ich das richtig verstehe - also weiterhin zu einem Feuchtigkeitsniederschlag kommen.
    Wenn die Zwischentür geschlossen ist, ist dieser Windfang auch nicht luftdicht abgeschlossen - die Tür ist (altersentsprechend?) so verzogen, dass man das Licht durch die geschlossene Tür leuchten sieht.
     
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  3. #2 Kunigunde, 19.01.2021
    Kunigunde

    Kunigunde Erfahrener Benutzer

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    Die baulichen Gegebenheiten sind ohne Baumaßnahmen nicht groß zu verändern. Ich weiß von anderen Hauseigentümern (Reihenhaus) dass dieser Vorraum immer schlecht zu wärmen ist. Manche haben sich diese dicken Thermoschutzvorhänge angebracht welche die Kälte gut abhalten.
    Die Türen aufzulassen halte ich für kontraproduktiv. Die warme Raumluft, die ja einiges an Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann bewegt sich in Richtung Windfang/ Wohnungstür und lässt ihre Feuchte dort kondensieren. Kein Wunder, dass dort ständig eine Schimmelneigung ist. Unter der lichtdurchlässigen Tür könnte man einen Zugluftstopper anbringen. Der Zugluftstopper, den man unter das Türblatt schieben kann, kostet nicht viel, ist aber effektiv. Auch die Thermovorhänge kosten nicht die Welt (kommt halt aufs Material an). Ich denke, damit kann man die Wärme etwas halten und Heizkosten einsparen.
     
  4. Andres

    Andres
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    Die Lösung ist das wahrscheinlich nicht, aber es könnte ein Teil der Lösung sein. Zuerst ist für mich hier fraglich, wie warm es denn im Windfang überhaupt würde, wenn man das so macht. Dieses Heizen durch Überschlag aus anderen Räumen ist nicht besonders effizient und die Leistung der Heizung ist endlich. Aber ja, als erste Maßnahme würde ich das probieren.

    Der Vollständigkeit halber: Es steht wahrscheinlich in deinem Mietvertrag und es ist auch ohne konkrete Vereinbarung eine allgemeine Nebenpflicht aus dem Mietvertrag, dass du die Wohnung bei Bedarf so beheizt, dass es nicht zu Schäden kommt. Unmögliches musst du aber nicht leisten.

    ... und das ist der Teil des Problems, der so nicht zu lösen ist. Selbst wenn man den Windfang auf die geforderten 16 °C heizen könnte, wäre das immer noch die Kondesationsfläche für die ganze Wohnung: Was an Feuchtigkeit vorhanden ist, schlägt sich dort nieder. Wenn die Außentüre eine Temperatur von 10 °C hat, wird das dort auch sichtbar werden.


    Ja, aber dann ist der Windfang ja wieder unbeheizt.

    Eine wirkliche Lösung sehe ich nur in einer Verbesserung der Dämmung: neue Wohnungstüre. Dann könnte man vielleicht sogar den Windfang zurückbauen und würde mehr nutzbaren Raum gewinnen. Da muss sich der Vermieter aber überlegen, ob er lieber alle X Monate die Maler anrücken lässt, was langfristig auch nicht gerade günstig sein wird. An den Kosten einer besser gedämmten Wohnungseingangstüre könnte man sogar den Mieter beteiligen - das ist eine Modernisierung. Aber das sind alles Dinge, die der Vermieter selbst angehen muss ...
     
  5. Bailey

    Bailey Neuer Benutzer

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    So sehe ich das halt auch.
    In der Küche besteht ein ähnliches Problem: Der Heizkörper befindet sich an der Innenwand und trotz Heizung beschlagen die Fenster. Die Wand ist 18 Grad warm, das Fenster hat 12 Grad. Die Fensterbank ist zum Glück gefliest, sodass das ablaufende Wasser keine weiteren Schäden anrichten kann.
    Im Windfang läuft aber das Wasser die kalte Tür runter, in die unversiegelten Laminatfugen und die Fußleisten. Mittlerweile ist auch das Türschloss so nass, dass ich nicht mehr von innen abschließen kann .
    Mein Problem ist weniger die Kälte.... nicht schön, aber im Winter ziehe ich meine Schuhe dort an und aus und fertig.... sondern die Feuchtigkeit.
    Und ich vermute ja, dass die Zwischentür deshalb eingebaut wurde, damit die Kälte draußen bleibt.
     
  6. #5 RP63VWÜ, 19.01.2021
    RP63VWÜ

    RP63VWÜ Erfahrener Benutzer

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    Dürfte eher ein Fenster-Problem sein.
    Bei diesen "tropischen" Temperaturen jedenfalls dürfte es selbst bei einer älteren Doppelverglasung keinen Tau geben.
     
  7. jorgk

    jorgk Erfahrener Benutzer

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    Ich kann das alles verstehen (das Problem mit Windfang und Temperatur, Feuchtigkeit, etc.).

    Nur: Wenn das ein echtes Problem wäre hätten dieses Problem sehr, sehr viele Leute in Holland. In den alten Stadt-Backsteinhäusern sieht es präzise aus wie vom TE geschildert - und faktisch ausnahmslos ...
    (Hatte mal zu Studi-Zeiten eine 'Sozialwohnung' in Holland ergattert, leider ging sie später wieder zurück an die Wohnungsbauvereinigung ... A'dam zu 500 € per maand ...).

    Ich hatte kein Problem weil:
    Die Haustüre selbst war selbst recht massiv, aber vollkommen undicht. D.h. es strömte jederzeit kalte (daher relativ trockene) Luft von aussen in den Windfang nach. Klar trockneten Sachen dort nicht super schnell, aber über Nacht dann schon (und Holland ist nicht gerade als regenarm bekannt, sollte das jemand vergessen haben).

    Die Türe zwischen dem Windfang und der Wohnung war eher dünn (und einfach verglast), aber zumindest relativ Luftdicht. Daher kam von der warmen (und deswegen viel Feuchtigkeit tragenden) Wohnungsluft kaum was in den Windfang. Diese Türe selbst war wiederum Teil des Flurs und der lief erst mal ein paar Meter bevor dann die Räume abgingen (Küche, Schlaf- und Wohnzimmer).
    Wenn man dann die Türen zu den Räumen eher mal geschlossen lässt (zumindest zu denen wo die Feuchtigkeit vor allen ist, also Küche) hatte man kein Problem. Und wenn es besonders kalt war hat man ohnehin die Tür zum ungeheizten Flur geschlossen gelassen.

    Hey, ich hab' das in dem Winter wo die Elfstedentocht zuletzt stattfand geschafft, so dramatisch kann es nicht sein!
     
  8. Bailey

    Bailey Neuer Benutzer

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    Bei mir ist es leider umgekehrt: Die Haustür ist zwar kalt, aber dicht und die dünne Zwischentür nicht.....
     
  9. #8 ehrenwertes Haus, 19.01.2021
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Ich werde das Gefühl nicht los, das die Probleme durch gutgemeinte Modernisierungsmaßnahmen entstanden sind.

    Hauptaufgabe von einem Windfang ist nicht diesen Raum warm oder trocken wie einen Wohnraum zu bekommen.
    Ein Windfang soll in erster Linie einen vor Wind und Wetter geschützten Zutritt zu dahinter liegenden Räumen ermöglichen. Gerne mit einer Garderobe versehen, an der auch nasse Jacken, Mäntel usw. trocknen dürfen.
    Die Wände waren meist mit Fassadenputz versehen oder gefliest.

    Früher waren diese Räume weder winddicht noch nennenswert gedämmt, nur direkt reinregnen sollte es nicht.
    Die Wohnungseingangstüren waren bewußt nicht dicht und isoliert, wie man das heute gerne sieht. Die Funktion von Wohnungseingangstür und Tür vom Windfang zu den Wohnräumen war gegenüber heute sozusagen vertauscht.
    Die Wohnungseingangtür zu einem fensterlosen Windfang hatte meist ein vergittertes Fenster. Nicht um zu sehen wer vor der Tür steht, sondern zum Lüften des Raums.

    Viele dieser besseren Vordächer wurden (werden) bei Energieeinsparungsmaßnahmen mit Fassadendämmung zugekleistert und zugige Türen und Fenster abgedichtet/getauscht. Die Atmungsaktivität wird deutlich vermindert und dadurch gern ein Schimmelproblem mit reinmodernisiert.

    Entgegen den meisten Vorrednern, habe ich das Gefühl das eine Zwangsbelüftung ohne direkte oder indirekte Beheizung ernsthafte Abhilfe schaffen könnte.
    Wenn der Raum ein Fenster hat, könnte man das testweise leicht geöffnet lassen, ohne Fenster Tür leicht öffnen oder Türdichtung partiell entfernen (kann man wieder anbringen) nur bitte nicht bei tapezierten Wänden.
     
  10. Bailey

    Bailey Neuer Benutzer

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    Vielen Dank für deine ausführliche Erklärung.... das erscheint mir schlüssig.

    Heute drückt ein kräftiger Wind auf die Tür (querlüften ist mit geschlossenen Fenstern auf der anderen Seite möglich), die Temperatur im Windfang beträgt 13,5 Grad - und die Tür ist trocken.

    Einen dicken Vorhang und Zugluftstopper hatte ich in vergangenen Wintern schon im Einsatz; damit wurde es zwar minimal wärmer, aber die Feuchtigkeit blieb.
     
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