Heizkosten doppelt bezahlen??

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von CehDeh, 24.11.2006.

  1. CehDeh

    CehDeh Neuer Benutzer

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    Bitte dringend um Hilfestellung!
    Wir bewohnen als Mieter ein Einfamilienhaus mit Anbau.
    Der Anbau ist separat vermietet.
    Damit die Kosten der gemeinsamen Heizungsanlage gerecht aufgeteilt werden,
    macht der Vermieter eine Heizkostenabrechnung. Soweit so gut.

    Wir zahlen aber zu 100 Prozent das Heizöl selbst und kümmern uns auch um die Anlieferung etc..
    Nun berechnet uns aber der Vermieter die in der Abrechnung aufgesplitteten 30 Prozent Grundkosten
    für die Heizanlage plus alle Kosten zur Warmwasseraufbereitung noch einmal obendrauf.
    In Zahlen. für jede 1000 Euro Heizöl, die ich ja schon gezahlt habe, möchte der Vermieter noch einmal 300 Euro als Heizungsgrundkosten bezahlt haben...

    Ist das so richtig?? Ich meine Nein....

    Vielen Dank für fachkundige Antworten!

    Cehdeh
     
  2. AdMan

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  3. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Das ist zwar prinzipell richtig aber der Eigentümer muss die Kosten schon belegen und kann nicht einfach 30% auf die Heizölkosten draufschlagen. Kann er die Grundkosten nicht belegen kann er auch nix verlangen.

    Zu den Heizkosten neben den Brennstoffkosten gehören Wartungskosten, Betriebsstrom, Schornsteinfeger, Reinigung und Schadstoffmessung. Das sollte bei einem Einfamilienhaus so um die 100-200€ ausmachen. Abweichungen nach oben oder unten sind in Einzelfällen allerdings möglich.
     
  4. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    So ganz verstehe ich im Moment die Zusammenhänge der hier dargestellten Abrechnung nicht.
    Allerdings ist die immer wieder zu lesende Aussage

    in dieser generellen Form mit Sicherheit unzutreffend.

    Ein Blick ins Gesetz, genauer in die einschlägige Verordnung, verbessert auch hier die Rechtskenntnis:
    Betriebskostenverordnung
    § 1 Betriebskosten
    (1) 1...2Sach- und Arbeitsleistungen des Eigentümers... dürfen mit dem Betrag angesetzt werden, der für eine gleichwertige Leistung eines Dritten, insbesondere eines Unternehmers, angesetzt werden könnte; die Umsatzsteuer des Dritten darf nicht angesetzt werden.

    Wie man sieht, ist die Vorlage einer Rechnung keineswegs zwingende Voraussetzung für eine Betriebskostenumlage.
     
  5. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Für Betriebskosten ist das sicher zutreffend. Aber nicht für die Heizkosten. Wartung und Schorni kann der Eigentümer ja schlecht selber machen. Auch den Betriebsstrom wird er sicher nicht selber herstellen. Und noch weniger die Abrechnungskosten da die ja bekanntlich als nicht umlagefähige Verwaltungskosten zählen wenn er es selber macht.

    Als einziges wäre da die Reinigung des Betriebsraumes denkbar. Aber das dürfte nur einen sehr geringen Anteil ausmachen falls er da überhaupt was gemacht hat. Meist macht das ja der Mieter in solch einem Fall selber.
     
  6. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Heiz- und Warmwasserkosten sind umlagefähige Betriebskosten nach § 2 Nr. 4, 5 und 6 Betriebskostenverordnung.
    Um was auch sonst sollte es sich denn wohl handeln?

    Schornsteinfegerleistungen kann man sicher nur der erbringen, der zufällig Bezirksschornsteinfegermeister ist. Warum der Eigentümer eine Wartung nicht als Eigenleistung durchführen sollte, ist nicht nachvollziehbar.

    Dass Verwaltungskosten nicht umlagefähig sind, ist durchaus noch zutreffend. Allerdings gilt dies nicht für die Kosten der Berechnung und Aufteilung bei Heiz-, Warmwasser-, Wasser- und Müllkosten. BEi diesen Kostenarten sind Kosten der Berechnung und Aufteilung ausdrücklich als umlagefähig genannt. Dies hat nun aber zur Folge, dass diese Kosten auch umgelegt werden können. Es ist auch absolut nicht nachvollziehbar, warum für diese Kostenarten § 1 Abs. 1 Satz 2 BetrKV nicht gelten sollte.
     
  7. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Weil für diese Kostenart folgendes gilt:

    Zu den Betriebskosten gehören nicht:
    1. die Kosten der zur Verwaltung des Gebäudes erforderlichen Arbeitskräfte...


    Die Rechtssprechnung sieht diese Kosten nur als umlagefähig an, wenn diese Leistungen durch Dritte erbracht werden. LG Stuttgart WM 89, 521
    AG Hameln WM 83, 239 u.a.

    Allerdings ist das nach wie vor ein Streitpunkt da hier die Gesetzgebung nicht ganz eindeutig ist.

    Warum ein Laie keine Heizungswartung machen sollte liegt wohl auf der Hand, oder? Außer der Eigentümer ist zufällig nicht nur Schornsteinfeger und Stromproduzent sondern auch Heizungsfachmann. Sazusagen die eierlegende Wollmilchsau. :geil


    und überhaupt @rmhv: unterlasse bitte solche beleidigungen. und erst recht wenn du selber die rechtslage nicht genau kennst.
     
  8. CehDeh

    CehDeh Neuer Benutzer

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    Aber,aber...

    Danke für die Antworten!
    Aber ich wollte gar keinen Streit auslösen!
    Außerdem bin ich jetzt eher verwirrt.
    Vielleicht erkläre ich mein Problem noch mal anders:
    Mein Vermieter berechnet mir prozentual ca. 50 % onTop auf das von mir bereits gezahlte Heizöl! Er sagt, das seien die Heizungsgrundkosten, die wir bezahlen müssen.
    Diese Kosten setzen sich laut Vermieter aus Erwärmung Warmwasser und generellen Heizungsgrundkosten zusammen. Ohne Belege, einfach nur, weil wir ja die Heizung benutzen.
    Ich habe dem jedenfalls heute schriftlich widersprochen.....

    viele Grüße

    Cehdeh
     
  9. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Das hat Du erstmal richtig gemacht.

    Ich ziterie an dieser Stelle schnell nochmal die Heizkostenverordnung:

    §7 (2) Zu den Kosten des Betriebs der zentralen Heizungsanlage einschließlich der Abgasanlage gehören die Kosten der verbrauchten Brennstoffe und ihrer Lieferung, die Kosten des Betriebsstromes, die Kosten der Bedienung, Überwachung und Pflege der Anlage, der regelmäßigen Prüfung ihrer Betriebsbereitschaft und Betriebssicherheit einschließlich der Einstellung durch einen Fachmann, der Reinigung der Anlage und des Betriebsraumes, die Kosten der Messungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, die Kosten der Anmietung oder anderer Arten der Gebrauchsüberlassung einer Ausstattung zur Verbrauchserfassung sowie die Kosten der Verwendung einer Ausstattung zur Verbrauchserfassung einschließlich der Kosten der Berechnung und Aufteilung.

    1. Da Du ja die Brennstoffkosten schon selber bezahlt hast fällt das schonmal weg.
    2. Der Betriebsstrom läuft doch sicher mit über Deinen Zähler und den bezahlst Du sicher auch direkt an den Versorger. Fällt also auch weg.
    3. Die Kosten der Bedienung. Ich gehe mal davon aus, dass der Vermieter nicht ständig jemanden vorbeischickt der da die Heizung Ein- und Ausschaltet oder sonstige Bedienungstätigkeiten vornimmt. Wenn machst Du das sicher auch selber.
    4. Die Kosten der Überwachung und Pflege. Bei einer Heizanlage in einem EFH sollte das in der jährlichen Wartung ausreichend gemacht werden.
    5. Prüfung der Betriebsbereitschaft. Das machst Du sicher auch selber. Du merkst ja sicher wenn die Heizung auf einmal nicht mehr heizt.
    6. Prüfung der Betriebssicherheit, Einstellung durch einen Fachmann und Reinigung der Anlage sollte auch im Zuge der jährlichen Wartung erledigt sein.
    7. Reinigung des Betriebsraumes machst Du sicher selber.
    8. Die Kosten der Abgasmessung macht der Heizungsmensch auch bei der Wartung mit.
    9. Die Kosten der Verbrauchserfassung fallen ja bei Dir nicht an da es ja nur einen Nutzer gibt und ich denke demzufolge auch keine Zähler.
    10 Kosten für die Berechnung und Aufteilung fallen ja auch nicht an, da nix verteilt werden muss. Die Nebenkostenabrechnung an sich gehört zu den nicht umlagefähigen Verwaltungskosten, auch wenn RHMV das anders sieht.


    Bleibt also nur noch die jährliche Wartung einer Heizungs- oder Sanitärfirma und der Schorni. Für beides muss der Vermieter Belege vorweisen. Pauschalen musst Du nicht hinnehmen.

    Alle anderen Kosten wie Verschleiß, Kleinreparaturen, Abschreibung u.s.w. sind nicht umlagefähige Kosten. Die muss der Vermieter selber tragen.
     
Thema: Heizkosten doppelt bezahlen??
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