Heizkosten in einem Hochhaus haben sich von 2019 auf 2020 verdoppelt?

Diskutiere Heizkosten in einem Hochhaus haben sich von 2019 auf 2020 verdoppelt? im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Guten Tag! Es geht um eine Mietswohnung meines Ende 2020 verstorbenen Onkels. Er hatte dort einige Jahre gelebt und bin nun für die ganzen...

hg6806

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Guten Tag!

Es geht um eine Mietswohnung meines Ende 2020 verstorbenen Onkels.
Er hatte dort einige Jahre gelebt und bin nun für die ganzen Abrechnungen zuständig.
Die Vermieter-Verwaltung hatte von der Kaution €100,- für die zukünftigen Abrechnung 2020 einbehalten.
Nun kam die Abrechnung, ich soll knapp €1000,- nachzahlen.
Was extrem gestiegen ist, sind die reinen Heizkosten.
In 2019 waren es 885,- und in 2020 angeblich 1922,-!
Wenn ich mir die Entwicklung der letzten Jahre im Heizspiegel anschaue, müssten gerade in 2020 die Kosten viel geringer ausgefallen sein.

Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

2019
30% Grundkosten €2,14 x 61 Einheiten
70% Verbrauch €0,14 x 6361 Einheiten

2020
30% Grundkosten €3,43 x 61 Einheiten
70% Verbrauch €0,22 x 8775 Einheiten

Ableseservice ist einer der großen Dienstleister.

Auf sofortige Nachfrage bei dem Verwalter kam nach 3 Wochen dann die Antwort, dass die Zahlen so stimmen, es wurde auf Funk umgestellt.
Daher gibt es auch im Abnahmeprotokoll auch keinen Werte.

1. Die Preissteigerung pro Einheit ist extrem. Ist das überhaupt rechtens, zumal in 2020 die Energiepreise deutlich geringer waren.
2. Wie kann ich überprüfen ob die Einheiten überhaupt korrekt sind? Wie schon geschrieben hatte er in einem Hochhaus in der Mitte gewohnt, wo durch benachbarte Wohnungen im Prinzip fast immer die gleichen Temperaturen herrschen.

Danke für Tipps!
 

Fischlaker

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Ich gehe davon aus, dass das Thema „ bin ich der richtige Ansprechpartner/Schuldner ? Erbe ? usw. „ geklärt wurde.
Da macht es sich der Verwalter aber leicht. Diese starke Abweichung mit „ wurde auf Funk umgestellt „ zu begründen ist grenzwertig.
Die Nachzahlungssumme ist zu hoch um es damit abzutuen.
Ich habe 2 „ Funkumstellungen „ hinter mir. ( WEGs) Es wird die alte Messeinrichtung ausgebaut und der bei Umstellung vorhandene Wert notiert. Die „ Funkgeräte „ bekommen ja nicht als Startwert den indivduellen Wert eingespeichert.
Wenn die Umstellung in 2020 ( Abrechnungszeitraum ) war , muss der Wert bei Umstellung ja erfast sein in der Abrechnung.
Zunächst würde ich mir , falls noch nicht geschehen, die Abrechnung des Energielieferanten fürs ganze Haus für 2019 und 2020 ( Grundlage für die Abrechnung : Verbrauch im ganzen Haus mehr ? Kostensteigerung in 2020 beim Lieferanten ? )
und die Bedingungen des abgeschlossenen Ablesevertrages „ ( Funkumrüstung , wie Kosten der Installation der Funkzähler verteilt ? auf Jahre abgegrenzt ? usw. ) besorgen.
Wenn es sich nicht erklärt , mal „Heizkostenabrechnung prüfen „ googeln. Dort wird gut erklärt was man machen kann . ( „ 4 von 5 Abrechnungen sind fehlerhaft „)
Zitat : „ Verbraucherzentralen, Mietervereine und kommerzielle Dienstleister wie Mineko und Yourxpert helfen Dir, die Abrechnung zu überprüfen."
 
Andres

Andres

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1. Die Preissteigerung pro Einheit ist extrem. Ist das überhaupt rechtens, zumal in 2020 die Energiepreise deutlich geringer waren.
Wenn die Kosten höher waren, dann ist das eben so. Selbstverständlich darf der Vermieter die Kosten umlegen, die tatsächlich angefallen sind. Ob diese Kosten wirklich so angefallen sind, lässt sich ggf. durch Einsicht in die Belege prüfen. Bei einer Kostensteigerung um 50 % würde ich das auch tun, denn hier liegt doch irgendwie die Vermutung nahe, dass etwas seltsames passiert ist.

Die Abrechnung weist auch die Gesamtkosten für das Gebäude aus. Sind die ebenfalls so deutlich gestiegen?

2. Wie kann ich überprüfen ob die Einheiten überhaupt korrekt sind?
Auch durch Belegeinsicht.

( „ 4 von 5 Abrechnungen sind fehlerhaft „)
Wenn man nicht Krawall machen wollte, um Kunden anzulocken, würde die ehrliche Fassung dieser Aussage lauten: "4 von 5 Abrechnung, die wir zu Gesicht bekommen, enthalten Umstände, die wir gegenüber dem Vermieter als Fehler darstellen, unabhängig von der Frage, ob diese Darstellung einer gerichtlichen Nachprüfung Stand halten würde oder ob sich das Abrechnungsergebnis für den Mieter überhaupt verbessert."
 

hg6806

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Vielen Dank für die Tipps.

Nun, die Gesamtverbräuche habe ich ebenfalls:

Für Heizung+ Wasser
2019: 136.443,-
2020: 133623,-

Splittet man auf in Kosten der Heizungsanlage:
2019: 102.418,-
2020: 109.598,-
(Kaltwasserkosten waren 2020 wesentlich geringer)

Jetzt wird es interessant. Denn teilt man weiter auf nach Heizung und Warmwasser:
Heizung:
2019: 64.993,-
2020: 103.987,-!!!

Warmwasser:
2019: 37.425,-!!!
2020: 5.610,-!!!

In den Erläuterungen steht dann die Trennung der Gesamtkosten Heizungsanlage:

2019: Heizkosten 64,38%, Warmwasser: 35,62%
2020: Heizkosten: 96,57%, Warmwasser: 3,43%

Ich denke da liegt irgendwie der Fehler drin, kann es aber nicht erklären/argumentieren.

Mein Onkel war im Mieterschutzbund. Der Vertrag wurde zu seinem Tad aufgelöst.
Sind die trotzdem noch dafür zuständig, weil es 2020 betrifft? Er ist kurz vor Weihnachten 2020 verstorben.
 

Fischlaker

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Vielen Dank für die Tipps.

Nun, die Gesamtverbräuche habe ich ebenfalls:

Für Heizung+ Wasser
2019: 136.443,-
2020: 133623,-

Splittet man auf in Kosten der Heizungsanlage:
2019: 102.418,-
2020: 109.598,-
(Kaltwasserkosten waren 2020 wesentlich geringer)

Jetzt wird es interessant. Denn teilt man weiter auf nach Heizung und Warmwasser:
Heizung:
2019: 64.993,-
2020: 103.987,-!!!

Warmwasser:
2019: 37.425,-!!!
2020: 5.610,-!!!

In den Erläuterungen steht dann die Trennung der Gesamtkosten Heizungsanlage:

2019: Heizkosten 64,38%, Warmwasser: 35,62%
2020: Heizkosten: 96,57%, Warmwasser: 3,43%

Ich denke da liegt irgendwie der Fehler drin, kann es aber nicht erklären/argumentieren.

Mein Onkel war im Mieterschutzbund. Der Vertrag wurde zu seinem Tad aufgelöst.
Sind die trotzdem noch dafür zuständig, weil es 2020 betrifft? Er ist kurz vor Weihnachten 2020 verstorben.
Bei den Zahlen sollte wirklich der Mieterschutzbund um seine Einschätzung gefragt werden. Wenn die abgelaufene Mitgliedschaft eine Beratung nicht mehr zuläßt : Es ist nicht teuer eine Jahresmitgliedschaft abzuschließen und sich beraten zu lassen.
 
immobiliensammler

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Ich denke da liegt irgendwie der Fehler drin, kann es aber nicht erklären/argumentieren.

Ich denke auch, dass da der Fehler liegt, entweder wurde der Wärmemengenzähler hier falsch abgelesen oder er ist defekt oder oder oder .....

Wenn Dein Vater alleine dort gelebt hat kann es natürlich sein, dass er - im Verhältnis zu den anderen Wohnungen - sehr wenig Warmwasser verbraucht aber aber vielleicht mehr als andere geheizt hat (ältere Menschen wollen es halt mal meist etwas molliger in der Wohnung haben. Durch diese Verschiebung der Kosten (pro Einheit Heizung und pro m³ Warmwasser) könnte sich die Differenz evtl. erklären lassen.

Mein Onkel war im Mieterschutzbund. Der Vertrag wurde zu seinem Tad aufgelöst.
Sind die trotzdem noch dafür zuständig, weil es 2020 betrifft? Er ist kurz vor Weihnachten 2020 verstorben.

Das würde ich dort fragen, wenn der Fall (Hochhaus) öffentlich wirksam vermarktet werden kann sind die evlt. gesprächsbereit, hier tätig zu werden.
 

Fremdling

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2019: Heizkosten 64,38%, Warmwasser: 35,62%
2020: Heizkosten: 96,57%, Warmwasser: 3,43%
Hallo @hg6806!
Nur so eine Idee aus eigenen Erfahrungen mit den großen Abrechnungsdienstleistern.

Mitunter zeigen die für die Verbrauchserfassung installierten WMZ ihre Zahlen mit unterschiedlichen Dimensionen an. Wenn z.B. die Verbrauchswerte in kWh benötigt werden (ist wohl üblich), jedoch die Zähler GJ anzeigen, sind die verbrauchten GJ zunächst mit dem Faktor 277,78 in kWh umzurechnen.

Wenn Euer Dienstleister in dem Jahr 2020 so einen Umrechnungs-Faktor an entscheidender Stelle vergaß, obwohl er dort erforderlich war, können solche Verschiebungen von WW-Kosten zu Hzg.Kosten herauskommen. Dann ist es ein schlichter Eingabe-/Rechenfehler, der nach Korrektur des Rechenwerkes für alle Nutzer ein neues Ergebnis zeigen wird.

In Deiner Aufstellung könnte das für 2020 geschehen sein. Tipp: Gesamtabrechnung des Dienstleisters anschauen und speziell im Bereich der Energieverbräuche für Warmwasser einerseits und Heizwärme andererseits die Hauptzählerwerte und deren Dimensionen und ggf. erforderliche Umrechnungs-Koeffizienten prüfen? Sofern Du vor Ort Zugang zu den Hauptzählern hast, hilft womöglich auch ein Blick auf das Zählwerk und die Beschriftung.

Wie von mir oben geschrieben, nur so eine Idee.
Gibt's niemanden in dem Haus, der diese Art Abrechnungen checkt? Verwalter? Buchprüfer? Immobilien-Eigentümer? ...

Viel Erfolg!
 
Duncan

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Wenn die abgelaufene Mitgliedschaft eine Beratung nicht mehr zuläßt : Es ist nicht teuer eine Jahresmitgliedschaft abzuschließen und sich beraten zu lassen.
Es gibt durchaus häufiger Fachanwälte für Miet- und Wohneigentumsrecht, die sich auf die Klientel Mieter spezialisiert haben, die solche Prüfungen im Rahmen der Erstberatung durchaus günstiger oder zum gleichem Kurs anbieten, wie die Mieterbund-Jahresgebühr. Und wenn aufgrund des Ergebnisses es darüber hinausgehen soll bräuchtest den eh. Und wir wissen alle, mit welcher Erheiterung wir Schreiben vom Mieterbund lesen und dass man ein Schreiben von Fachanwalt schon mal deutlich genauer liest.
Wenn Dein Vater alleine dort gelebt hat kann es natürlich sein, dass er - im Verhältnis zu den anderen Wohnungen - sehr wenig Warmwasser verbraucht aber aber vielleicht mehr als andere geheizt hat (ältere Menschen wollen es halt mal meist etwas molliger in der Wohnung haben. Durch diese Verschiebung der Kosten (pro Einheit Heizung und pro m³ Warmwasser) könnte sich die Differenz evtl. erklären lassen.
Da ich in der letzten Zeit damit Erfahrung sammeln durfte/musste: Das letzte Jahr ihres Lebens haben alle Mieter, bei denen ich dies nachverfolgen konnte, einen sehr starken Anstieg des Heizenergieverbrauchs gehabt. Die Stichprobe ist zwar gerade so noch einstellig, aber die Tendenz ist klar. Die Größenordnung lagen durchaus beim 1,3 bis 1,8-fachen, sodass ich auch eine Verdopplung nicht für absolut unrealistisch halte.

Wenn man den Mietern denn monatliche Verbrauchsdaten übermitteln soll, da könnte eine detaillierte Datenauswertung durchaus spannend werden...
 
Andres

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2019: Heizkosten 64,38%, Warmwasser: 35,62%
2020: Heizkosten: 96,57%, Warmwasser: 3,43%
Jetzt noch den gesamten Warmwasserverbrauch 2019/2020 gegenübergestellt und die Begründung, warum da etwas nicht stimmen kann, ist fast fertig.

Jetzt wird es interessant. Denn teilt man weiter auf nach Heizung und Warmwasser:
Heizung:
2019: 64.993,-
2020: 103.987,-!!!

Warmwasser:
2019: 37.425,-!!!
2020: 5.610,-!!!
Unterstellt man, dass tatsächlich etwas mit der Aufteilung Heizung/Warmwasser nicht stimmt, wäre das zum Nachteil des Onkels gewesen, falls der zu den eher sparsamen WW-Verbrauchern und den eher großzügigen Heizern gehört hat. In jedem Fall ist es schon sanft unplausibel, dass die Warmwasserkosten plötzlich auf ein Siebtel gefallen sein sollen.

Eines muss aber auch klar sein:
Für Heizung+ Wasser
2019: 136.443,-
2020: 133623,-
Die Gesamtkosten sind gestiegen. Zwar nur ein bisschen (ca. 2 %), aber von der ursprünglichen Idee, dass es 2020 günstiger werden sollte (wer sagt das eigentlich?), wird da nicht viel übrig bleiben.

Noch etwas: Wann kam die Abrechnung eigentlich? Wenn mich mein Kalender nicht täuscht, haben wir aktuell 2022 ...
 

ehrenwertes Haus

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1. Die Preissteigerung pro Einheit ist extrem. Ist das überhaupt rechtens, zumal in 2020 die Energiepreise deutlich geringer waren.
Unabhängig vom Verteilerschlüssel können die Betriebskosten durch Umstellung der Zähler gestiegen sein.
Wurden evtl. analoge Zähler auf digitale umgestellt?

Bei manchen Dienstleistern sind die Gerätemieten mit dieser Umstellung deutlich gestiegen.

Das erklärt zwar nicht die sehr unterschiedlichen Anteile Heizung und Wasser in den beiden Jahren, evtl. aber den Gesamtanstieg.

Mit Umstellung oder Tausch von Zählern, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass hier ein Fehler passiert ist. Umrechnungsfaktoren evtl. nicht angepasst wurden oder ein defektes Gerät aus- bzw. eingebaut wurde.
 
Duncan

Duncan

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Mit Umstellung oder Tausch von Zählern, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass hier ein Fehler passiert ist
Nicht nur dies, es fallen so auch Zähler auf, die zum Teil seit geraumer Zeit nur sehr sparsam bis gar nicht gezählt haben. Der möglichen Ursachen sind viele. Belegeinsicht zwingend, wenn man da was nachvollziehen möchte.
 
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