Heizkostenabrechnung bei Mieterwechsel

Diskutiere Heizkostenabrechnung bei Mieterwechsel im Abrechnungs-/Umlagmaßstab Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo zusammen, mir stellt sich für die Jahresabrechnung Heizkosten Gas 2021 folgendes Problem: Ich hatte zum 01.07. einen Mieterwechsel, alle...

rue

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Hallo zusammen,

mir stellt sich für die Jahresabrechnung Heizkosten Gas 2021 folgendes Problem:
Ich hatte zum 01.07. einen Mieterwechsel, alle notwendigen Werte habe ich zwischenabgelesen.
Nun hat sich der Gaspreis zum 01.12. mehr als verdoppelt. Ich rechne eigentlich immer die Summe
der Heizkosten aus und verteile sie dann auf den Verbrauch - nun mit dem moralisch schrecklichen Fehler, dass
meine Mieterin des ersten halben Jahres anteilig die hohen Dezemberkosten mitzahlen muss, obwohl
sie längst nicht mehr im Haus gewohnt hat. Wie schaffe ich hier Gerechtigkeit ? Eine Zwischenablesung
zum 01.12. gibt es nicht, da der Gaslieferant ohne Vorankündigung wegen Insolvenz (Grünwelt) gewechselt
hat und dies erst im Nachhinein mitgeteilt hat. Die Dezemberwerte zu schätzen ist unmöglich, da es insgesamt
zwei Wohneinheiten sind und aus der zweiten Wohnung keine Ablesewerte vorliegen.

Danke für eure Meinung oder einen Verweis auf eine sichere Quelle.
Rüdiger Kamuf
 
immobiliensammler

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Die Antwort ist ganz einfach: Du teilst immer die Ausgaben im Abrechnungsjahr (bei Dir wohl identisch mit dem Kalenderjahr) auf die einzelnen Nutzer auf. Insofern hat die Mieterin aus dem 1. Halbjahr schlicht und einfach Pech gehabt.
 

Dschei2

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--- in solchen Fällen denke ich mir sogar oft, lieber den schon ausgezogenen Mieter belasten (zumindest, wenn Kaution oä zur Deckung da sind), als die bleibenden ;-)
 
Ino75

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Ähm, ich bin in dem Thema jetzt nicht so firm, aber solche Kosten müssen doch nach individuellem Verbrauch erfasst werden, oder? Und die alten Mieter haben ja definitiv diesen individuellen Verbrauch mit höheren Preisen nicht gehabt. Insofern halte ich es für nicht zulässig, die ab 01.12. gültigen höheren Preise anteilig auf die alten Mieter umzulegen, die bereits Monate vor dieser Erhöhung ausgezogen sind. Der Sinn des ganzen ist ja, dass diese Art der Abrechnung Mietern ermöglichen soll, ggf. ihr Heizverhalten an veränderte Umstände anzupassen, wenn die Kosten steigen. Das geht aber nicht, wenn die dann eine Erhöhung bezahlen müssen, die erst nach Ende ihres Mietverhältnisses überhaupt eingetreten ist. Aber vielleicht bin ich da auch auf dem falschen Dampfer und das ist doch zulässig, da will ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. So verstehe ich das zumindest:


Ich verstehe nur das Problem bei einer korrekten Abrechnung nicht. Es gibt doch eine Ablesung zum Ende des Mietverhältnisses. Der Verbrauch vom 01.01.-30.06. wäre demnach zu den alten Preisen mit dem alten Mieter abzurechnen. Und der restliche Verbrauch ergibt sich dann ja automatisch als Verbrauch der neuen Mieter und der anderen Wohnung. Wie Du das auseinanderdividierst, wenn es ggf. keine Ablesung bei beiden Wohnungen zum Jahresende gab, kann ich Dir auch nicht sagen. Aber den Verbrauch der alten Mieter zu den jeweils gültigen Preisen kannst Du ja ohne großen Aufwand ermitteln.
 
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Dschei2

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Nein, eine Verpflichtung, die taggenaue Abrechnung bei jeder Preisänderung durchzuführen, gibt es nicht.
Es ist üblich und eben rechtlich auch richtig, den Verbrauch eines Abrechnungszeitraumes zu erfassen (typisch das Kalenderjahr, so dass immer am 31.12. z.B. abgelesen wird), und die dem Verbrauch zugeordneten Kosten der Heizkostenabrechnung zugrunde zu legen.
Wenn nun ein Mieterwechsel innerhalb des Jahres erfolgt, macht man eine Zwischenablesung und teilt die Kosten dann zwischen Vor- und Nachmieter auf, wobei ein Anteil nach den Zählern und ein Anteil nach der Wohnfläche erfolgt.
 

Gast25944

Ich verstehe nur das Problem bei einer korrekten Abrechnung nicht. Es gibt doch eine Ablesung zum Ende des Mietverhältnisses. Der Verbrauch vom 01.01.-30.06. wäre demnach zu den alten Preisen mit dem alten Mieter abzurechnen.
Genau so - wo ist das Problem? In der Abrechnung steht die Bewertungszahl (meistens was um 11), welche einfach mit dem Gasverbrauch und dem Preis multipliziert wird. Dann anteilig die Grundgebühren und andere Nebenkosten drauf und aus die Maus.

Sorry, aber wenn ich hier lese ich belaste liebe den ausgezogenen Mieter, vor allem wenn ich die Kaution habe, hoffe ich inbrünstig solche Menschen finden mal den adäquaten Mieter.
 
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Genau so - wo ist das Problem? In der Abrechnung steht die Bewertungszahl (meistens was um 11), welche einfach mit dem Gasverbrauch und dem Preis multipliziert wird. Dann anteilig die Grundgebühren und andere Nebenkosten drauf und aus die Maus.

Das Problem ist, dass das Gesetz und die Rechtsprechung eben etwas anderes vorschreibt. Wenn man so wie von Euch gedacht abrechnet wird dann ja der im 2. Halbjahr zugezogene Mieter gegenüber einer gesetzeskonformen Abrechnung benachteiligt.

Unabhängig davon: Ich spiele das gerade gedanklich bei dem größten Objekt, welches ich je betreut habe durch, Plattenbau WBS-70 mit 80 WE, da hätte also (um beim Beispiel zu bleiben) zum Zeitpunkt des Gaspreiswechsels für das gesamte Haus eine Zwischen-Heizkostenabrechnung (mit Ablesung etc.) für alle Mieter durchgeführt werden müssen, Kosten rund 5.000 Euro. Nur so wäre eine Aufteilung möglich. Die Kosten tragen dann natürlich (anteilig) auch alle Mieter die unterjährig nicht ausziehen. Jetzt spielen wir das gedanklich mal mit 2 oder 3 Preisänderungen im Laufe des Jahres durch - merkst Du was?
 
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Gast25944

Unabhängig davon: Ich spiele das gerade gedanklich bei dem größten Objekt, welches ich je betreut habe durch, Plattenbau WBS-70 mit 80 WE, da hätte also (um beim Beispiel zu bleiben) zum Zeitpunkt des Gaspreiswechsels für das gesamte Haus eine Zwischen-
Das ist natürlich absolut korrekt und in diesem Fall auch nicht möglich.

Da die TE aber ein solches Objekt nicht hat und moralische Bedenken pflegt, könnte sie die Abrechnung wie geschrieben durchführen, da sie m. M. nicht unbillig wäre und ich nicht wüsste welche Einwände gegen eine solche Berechnung hier vorgebracht werden könnten - lässt die HKV doch bei Zwischenablesungen gewisse Freiheiten.

Ggf. Könnte auch eine Aufteilung nach Gradzahltagen erfolgen, wie es heute viele grosse VM machen und gänzlich auf eine Zwischenablesung verzichten.
 
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Da die TE aber ein solches Objekt nicht hat und moralische Bedenken pflegt, könnte sie die Abrechnung wie geschrieben durchführen, da sie m. M. nicht unbillig wäre und ich nicht wüsste welche Einwände gegen eine solche Berechnung hier vorgebracht werden könnten - lässt die HKV doch bei Zwischenablesungen gewisse Freiheiten.

a) Wo liest Du, wieviele Mieter in dem Objekt wohnen? - nach Hinweis von @Gast25944: Stimmt, steht im Post #1, nur 2 WE, hatte ich überlesen!
b) Warum redest Du den TE (Rüdiger) in weiblicher Form an?
c) Angenommen ich wäre der Mieter, welcher zum 01.07. eingezogen ist. Dann würde ich die Heizkostenabrechnung als unzulässig zurückweisen da mir der (mir nach Gesetz und Rechtsprechung zustehende) Teil der (günstigeren) EK-Preise aus dem 1. Halbjahr vorenthalten wird. Und dann? Was soll der Vermieter dann mit den restlichen Kosten machen?

Ggf. Könnte auch eine Aufteilung nach Gradzahltagen erfolgen, wie es heute viele grosse VM machen und gänzlich auf eine Zwischenablesung verzichten.

Wann die Aufteilung nach Gradzahltagen erfolgen darf und wann nicht ist aber klar definiert! Preisänderungen gehören m.W. nicht dazu!
 

Gast25944

Angenommen ich wäre der Mieter, welcher zum 01.07. eingezogen ist. Dann würde ich die Heizkostenabrechnung als unzulässig zurückweisen da mir der (mir nach Gesetz und Rechtsprechung zustehende) Teil der (günstigeren) EK-Preise aus dem 1. Halbjahr vorenthalten wird. Und dann? Was soll der Vermieter dann mit den restlichen Kosten machen?
Das ist Schmarn! Wenn die exakten Werte ermittelt werden können und werden (nicht müssen!) kann das nicht zu einer Anfechtung führen, weil man gerne die Preise aus der Zeit in der man dort noch nicht gewohnt hat gerne auch hätte.

Die HKV erlaubt die jährliche Abrschnung ja nicht aus der Überlegung der Korrektheit wegen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen.

Die Anrede war ein Versehen… sorry Rüdiger.
 
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Das ist Schmarn! Wenn die exakten Werte ermittelt werden können und werden (nicht müssen!) kann das nicht zu einer Anfechtung führen, weil man gerne die Preise aus der Zeit in der man dort noch nicht gewohnt hat gerne auch hätte.

Nein, die Kosten des Abrechnungszeitraums (hier wohl das Kalenderjahr) sind (entweder nach Abfluss- oder nach Verbrauchsprinzip) auf die Mieter zu verteilen. Der Abrechnungszeitraum für das Objekt steht fest, kann also nicht willkürlich auf ein Halbjahr oder einen Monat oder was weiß ich geändert werden! Wenn Du eine andere Info hast dann zeige mir gerne die Rechtsgrundlage auf.

Ich mache jetzt absichtlich ein möglichst absurdes Beispiel auf, um Dir das Problem nochmal aufzuzeigen: Ein MFH hat 3 WE, alle sind an Familienmitglieder des Eigentümers vermietet. Abgerechnet wird schon immer nach dem Abflussprinzip (zulässig!), üblicher Abrechnungszeitraum ist das Kalenderjahr, die Familienmitglieder ziehen zum 31.01. aus, zum 01.02. sind alle 3 WE fremdvermietet. Der schlaue Eigentümer kommt daher auf die Idee, im Januar alle anfallenden (und eigentlich fälligen) Kosten nicht zu überweisen sondern (meinetwegen mit Mahnkosten) erst im Februar, also am 01.02. - nach Deiner Logik würden dann also die Familienmitglieder im Januar ohne anfallende Nebenkosten dort wohnen, es wird eben zum Stichtag 31.01. eine Zwischenabrechnung erstellt, angefallene Kosten = 0. - Korrekt oder nicht?
 
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rue

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Danke für eure Meinungen. Die lesen sich spannend - und unentschieden. Recht muss ja nicht immer richtig sein. Und da ich zu meiner früheren Mieterin und meinem neuen Mieter ein gutes Verhältnis habe, möchte ich keinen der beiden zu Unrecht zur Kasse bitten. Fakt ist eben, dass man, um gerecht zu verteilen, in einem Mehrfamilienhaus bei jedem Mieterwechsel alle Zählerstände ablesen müsste, im Hochhaus also womöglich jede Woche, was ja unrealistisch wäre. Natürlich hätte ich in beiden Wohneinheiten abgelesen, hätte ich gewusst, dass der Gaslieferant wechselt. Das habe ich aber halt nicht und nun ist es längst zu spät, hier Gerechtigkeit herzustellen. Auf einen Rechtsstreit mit dem früheren Gaslieferanten habe ich eher keine Lust, das führt bei Grünwelt wohl ins Leere. Eine Zwischenabrechnung für die betreffende Wohnung gibt es natürlich zum Mieterwechsel, aber eben nicht mit aussagekräftigen Werten ... und das ärgert mich gewaltig.
 

Nanne

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Sorry, aber wenn ich hier lese ich belaste liebe den ausgezogenen Mieter, vor allem wenn ich die Kaution habe, hoffe ich inbrünstig solche Menschen finden mal den adäquaten Mieter.
Ich finde diese Art und Weise einfach, fornehm ausgedrückt, unsauber.
und ich nicht wüsste welche Einwände gegen eine solche Berechnung hier vorgebracht werden könnten - lässt die HKV doch bei Zwischenablesungen gewisse Freiheiten.
Eine Zwischenablesung (kostet ca. € 60,00) ist bei meinem Abrechnungsservice immer möglich, obwohl die Abrechnung nach Gradtagzahlen ( hier fallen Nutzerwechselgebühren von ca. € 50,00 an, verteilt auf Auszug und Neu- Einzug) lieber angewendet wird. Beide Gebühren zahlt der VM, wenn nichts anderes vereinbart ist.

 

Ferdl

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Um dass Thema leicht zu variieren, was wäre in dem Fall bei einer Ölheizung, Abflussprinzip vorausgesetzt, erste Betankung Februar billig, zweite Betankung Oktober teuer, Mieterwechsel 30.6./1.7.?
 

Nanne

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Um dass Thema leicht zu variieren, was wäre in dem Fall bei einer Ölheizung, Abflussprinzip vorausgesetzt, erste Betankung Februar billig, zweite Betankung Oktober teuer, Mieterwechsel 30.6./1.7.?
In diesem Fall rechnet Mi...l/Abrechnungsservice den Durchschnitt aus, und bei Mieterwechsel werden Nutzerwechselgebühren fällig.
 
sara

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Wie schaffe ich hier Gerechtigkeit ?

Um Grechtigkeit geht es bei der Heizkostenabrechnung nicht, sondern um eine rechtskonforme Abrechnung.
Und das haben dir hier auch schon einige erklärt.

Gesamte "Heizkosten" im Abrechnungsjahr werden nach den jeweiligen Verbrauchseinheiten u. qm Wfl. nach Heizkostenverordung anteilig aufgeteilt.
 
Thema:

Heizkostenabrechnung bei Mieterwechsel

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