Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus

Diskutiere Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus im Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo Zusammen, ich habe ein Zweifamilienhaus, wo bisher eine Pauschalmiete vereinbart war. In Zeiten der Energiekrise möchte ich die...
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Zweiliegerwohnung

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Hallo Zusammen,

ich habe ein Zweifamilienhaus, wo bisher eine Pauschalmiete vereinbart war. In Zeiten der Energiekrise möchte ich die Pauschalmiete auf eine Betriebs- wie Heizkostenabrechnung umstellen und nach m² Wohnfläche berechnen. Ich wohne als Vermieter selbst in einer der Wohnungen. Das Thema der Umstellung hatte ich aber bereits vor mehreren Monaten mündlich verkündet, welches bejaht wurde.
Im Mietvertrag steht, dass "bei Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Vermieter selbst eine wohnt, nach m² Wohn- oder Nutzfläche" umgelegt werden kann. Nun ist das auch so, dass bei diesem Paragraph ein Text "eigener Zähler!" hinzugefügt wurde. Bei der Zentralheizung und Warmwasserversorgung wurden aber keine Heizzähler verbaut! Das Ganze ist also ein wenig widersprüchlich..

Den Mietvertrag habe ich so vom Voreigentümer übernommen. Ich weiß jetzt nicht, welcher Gedanke hinter dem Text "eigener Zähler!" steckt. Eine Nachfrage beim Voreigentümer ist nicht möglich. Vielleicht wollte man Heizzähler verbauen, hat es dann gelassen!?

Meine Frage ist, ob dieser Paragraph seine angepasste Wirkung verliert, weil ja keine Heizzähler installiert wurden. Gilt ggfs. der "original" Paragraph?
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #2
Andres

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Meine Frage ist, ob dieser Paragraph seine angepasste Wirkung verliert, weil ja keine Heizzähler installiert wurden. Gilt ggfs. der "original" Paragraph?
Ich frage mich ja schon, welche "Wirkung" dieser Abschnitt überhaupt jemals hatte. Wenn man sich das mal rein sprachlich anschaut ...
"bei Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Vermieter selbst eine wohnt, nach m² Wohn- oder Nutzfläche" umgelegt werden kann.
... dann ist das eigentlich keine Regelung, sondern eine Tatsachenbehauptung. Diese Behauptung ist auch richtig, nur davon ist ja der von der HeizkostenV abweichende Maßstab immer noch nicht vereinbart. Gleichzeitig ist in diesem Satz auch keine Pauschalierung vereinbart. Nur weil man unter den genannten Umständen von der HeizkostenV abweichen darf, muss das nicht automatisch auch passieren.

Schon aus diesem kurzen Auszug ahne ich, dass der Vertrag eine katastrophale Qualität hat. Ich tendiere vorsichtig dazu, mit den Mietern den Abschluss eines neuen Vertrags anzustreben und falls erforderlich auch vom erleichterten Kündigungsrecht Gebrauch zu machen, um dies durchzusetzen.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #3

Zweiliegerwohnung

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Diese Behauptung ist auch richtig, nur davon ist ja der von der HeizkostenV abweichende Maßstab immer noch nicht vereinbart. Gleichzeitig ist in diesem Satz auch keine Pauschalierung vereinbart. Nur weil man unter den genannten Umständen von der HeizkostenV abweichen darf, muss das nicht automatisch auch passieren.
Den Paragraphen § Betriebskosten im Mietvertrag bzgl. Pauschalierung habe ich mir noch einmal durchgelesen. Ich verstehe das jetzt so, dass eine Pauschalierung tatsächlich nur auf die Betriebskosten möglich ist. Der Punkt Betriebskosten sollte nun klar sein, denn dort steht drin, dass die Betriebskosten anteilig der Wohnfläche umgelegt werden dürfen.
"bei Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Vermieter selbst eine wohnt, nach m² Wohn- oder Nutzfläche"
Dieser Satz ist in einem separaten Paragraph $ Sammelheizung untergebracht und ist ein kleiner Teil des Paragraphen.
Schon aus diesem kurzen Auszug ahne ich, dass der Vertrag eine katastrophale Qualität hat.
Ich sehe, dass die Diskussion basierend auf Teilschnippseln eines Mietvertrags keinen großen Sinn macht. Daher die Frage, ob ich jemanden ein Foto der betroffenen Paragraphen per privater Nachricht schicken darf. Damit möchte ich natürlich keine rechtliche Beratung anstreben, sondern eine zweite Meinung einholen.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #4
Andres

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Ich verstehe das jetzt so, dass eine Pauschalierung tatsächlich nur auf die Betriebskosten möglich ist. Der Punkt Betriebskosten sollte nun klar sein, denn dort steht drin, dass die Betriebskosten anteilig der Wohnfläche umgelegt werden dürfen.
Ich glaube nicht, dass das so klar ist. Pauschalierung und Umlage passen mal so überhaupt nicht zusammen.

Ich sehe, dass die Diskussion basierend auf Teilschnippseln eines Mietvertrags keinen großen Sinn macht. Daher die Frage, ob ich jemanden ein Foto der betroffenen Paragraphen per privater Nachricht schicken darf. Damit möchte ich natürlich keine rechtliche Beratung anstreben, sondern eine zweite Meinung einholen.
Du kannst dieses Foto sehr gerne hier öffentlich einstellen, bitte unbedingt ausreichend anonymisiert.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #5

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Du kannst dieses Foto sehr gerne hier öffentlich einstellen, bitte unbedingt ausreichend anonymisiert.
Das sollten die wichtigen Paragraphen sein:

Bilder auf Nutzerwunsch entfernt.
 
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  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #6
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Und was ist jetzt zu den Betriebskosten geregelt? Vorauszahlung oder Pauschalmiete?
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #7

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Und was ist jetzt zu den Betriebskosten geregelt? Vorauszahlung oder Pauschalmiete?
Bislang war es so (laut Mieter) geregelt, dass der Mieter einen festen Betrag im Monat gezahlt hat. Der Mieter behauptet, es war eine "Pauschale". Im Mietvertrag sind neben der Miete aber zwei Vorauszahlungen notiert. Den Paragraphen habe ich mit anomysierten Vorauszahlungswerten hochgeladen. Komisch finde ich, dass der Text "Eigener Zähler" hier durchgestrichen wurde..

Bild auf Nutzerwunsch entfernt.
 
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  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #8
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Ich sehe das Problem darin, dass zwar in § 8 Nr. 5b eine abweichende Vereinbarung hätte getroffen werden können, aber da wurde ja keine der angegebenen Umlageschlüssel festgelegt. Meines Erachtens dürfte dann für das Objekt mangels anderweitiger Vereinbarung (und wenn nicht doch eine Pauschalmiete vereinbart wurde wovon ich nach dem geschilderten nicht ausgehe) die HeizkostenV gelten.

Wurden denn überhaupt jemals Abrechnungen über die Betriebskosten erstellt? Wie lange seit ihr schon Eigentümer des Objektes?

Ich würde hier auch erleichtert kündigen und dem Mieter (sofern vom Vermieter gewünscht) einen neuen ordnungsgemäßen Mietvertrag anbieten.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #9
Andres

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Ok, zuerst einmal bin ich mutig und werde über die Absichten des damaligen Vermieters spekulieren: Meine Vermutung wäre, dass ihm eine direkte Kostentragung durch den Mieter vorgeschwebt ist, wie es z.B. beim Mieterstrom normalerweise passiert. Das mag ein totales Luftschloss sein oder ist vielleicht auch einer früheren Heizung, bei der ein solcher Modus sinnvoll ist, geschuldet.

Das Ergebnis ist jedenfalls ein anderes:
Ich finde keine solche Vereinbarung. In § 4 stehen zweimal Zahlen in Feldern, vor denen fett gedruckt "Vorauszahlung" steht. Daran ändert auch eine eigene Ergänzung, die selbst wieder durchgestrichen wurde, und die offenkundige Vorliebe für das kaufmännische Minuszeichen nichts: Woraus soll sich die Pauschale ergeben?

Hier dürfte etwas ganz anderes passiert sein: Man hatte jahrelang keinen Bock auf die Abrechnung und hat deshalb über die geleisteten Vorauszahlungen nicht abgerechnet. Der Mieter ist ja nicht gezwungen, seine Rechte auch wahrzunehmen. Wenn alle Seiten damit glücklich sind, dass nicht abgerechnet wird, dann läuft das eben so.

Zum Umlagemaßstab stimme ich @immobiliensammler zu: Natürlich hätte man etwas anderes vereinbaren können und man hat sogar schon den richtigen Abschnitt angekreuzt, nur ist dort unter den vier Auswahlmöglichkeiten keine markiert und stattdessen hat man auf Zähler verwiesen, die nicht existieren. Auch hier die Frage: Woraus soll sich eine Pauschale oder eine vom gesetzlichen Regelfall abweichende Verteilung ergeben?

Und dann ist es am Ende eben ganz "einfach": Es ist nach HeizkostenV abzurechnen, aber der Vermieter ist dazu nicht in der Lage, weil es keine Verbrauchserfassung gibt. Der Mieter darf die Abrechnung pauschal kürzen, außerdem könnte er auch die nicht verjährten Abrechnungen nachfordern und ebenfalls entsprechend kürzen. Wenn der Vermieter jetzt Druck macht, muss er immer damit rechnen, dass der Mieter diese Rechte geltend macht.

In Zeiten der Energiekrise möchte ich die Pauschalmiete auf eine Betriebs- wie Heizkostenabrechnung umstellen und nach m² Wohnfläche berechnen.
Das Thema der Umstellung hatte ich aber bereits vor mehreren Monaten mündlich verkündet, welches bejaht wurde.
Daher ist für mich die logische Vorgehensweise, einen neuen Vertrag auszuarbeiten (zuverlässige Vorlage nehmen, z.B. Haus & Grund, und in Ruhe sauber ausfüllen), dort die gewünschte Verteilung nach Wohnfläche festlegen, unter den sonstigen Bemerkungen ergänzen, dass dieser Vertrag den bisherigen Vertrag [nähere Bezeichnung] ersetzt, zwei Unterschriften drunter, fertig. Das korrekte Ausfüllen der Vorlage ist unerlässlich, ebenso das Verständnis davon, was man da eigentlich vereinbart. Genau daran hat es nämlich beim Voreigentümer gefehlt: Die Vorlage ist gar nicht so furchtbar schlecht, aber sie ist eben völlig planlos ausgefüllt, was dieses furchtbare Gesamtbild ergibt.

Wenn der Mieter dann plötzlich doch weniger begeistert ist: Erleichterte Kündigung. Dem Mieter würde ich persönlich dann übrigens keinen neuen Vertrag mehr anbieten, sondern mit einem neuen Mieter unbelastet starten.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #10

Zweiliegerwohnung

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Wurden denn überhaupt jemals Abrechnungen über die Betriebskosten erstellt? Wie lange seit ihr schon Eigentümer des Objektes?
Nebenkosten wurden in den letzten 20 Jahren scheinbar noch nie abgerechnet. Eigentümer bin ich erst seit einem Jahr.

Hier dürfte etwas ganz anderes passiert sein: Man hatte jahrelang keinen Bock auf die Abrechnung und hat deshalb über die geleisteten Vorauszahlungen nicht abgerechnet. Der Mieter ist ja nicht gezwungen, seine Rechte auch wahrzunehmen. Wenn alle Seiten damit glücklich sind, dass nicht abgerechnet wird, dann läuft das eben so.
Der Mieter (83 Jahre) lebte bisher wie eine Made im Speck. Die Wohnung wird im Sommer wie im Winter dauerbeheizt. Auf sparsamen Energieverbrauch und Nebenkosten musste ja nicht geachtet werden. In einer solchen Situation ist der Mieter natürlich glücklich, nur ich nicht. Nun ist die Heizkostenabrechnung eingetrudelt und ich sehe eine Gesamtforderung über 3500€ bzw. 1500kWh Wärmepumpenstrom bei 0,25€. Obwohl ich im Winter sehr wenig geheizt habe, da frage ich mich, ob dieser Mieter jemals sein Heizverhalten ändern würde. Wenn ich seine Heizkosten nicht mal zu 100% über seine m² Wohnfläche abrechnen kann, dann wohl nie?

Der Mieter darf die Abrechnung pauschal kürzen, außerdem könnte er auch die nicht verjährten Abrechnungen nachfordern und ebenfalls entsprechend kürzen. Wenn der Vermieter jetzt Druck macht, muss er immer damit rechnen, dass der Mieter diese Rechte geltend macht.
Kann der Mieter von mir die nicht verjährten Abrechnungen nachfordern, obwohl ich zu dieser Zeit nicht der Eigentümer war, geschweige denn, nicht einmal die Abrechnungen der Betriebs- und Heizkosten besitze?

Wenn der Mieter dann plötzlich doch weniger begeistert ist: Erleichterte Kündigung. Dem Mieter würde ich persönlich dann übrigens keinen neuen Vertrag mehr anbieten, sondern mit einem neuen Mieter unbelastet starten.
Was passiert denn, wenn der Mieter den neuen Mietvertrag ablehnt und ich ihm eine erleichtere Kündigung "androhen" würde? Dann wird der Mieter, bei seinem hohen Alter, doch erst recht sein Widerspruchsrecht in Anspruch nehmen. Bei einem 20 Jahre alten Mietvertrag, Verwurzelung am Wohnort und ggfs. Krankheiten - welche Chancen hätte man da?

Und dann ist es am Ende eben ganz "einfach": Es ist nach HeizkostenV abzurechnen
Da keine Verbrauchserfassung gemacht wurde, heißt das wohl, dass ich auf den Großteil der Kosten sitzenbleibe :(
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #11
immobiliensammler

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Kann der Mieter von mir die nicht verjährten Abrechnungen nachfordern, obwohl ich zu dieser Zeit nicht der Eigentümer war, geschweige denn, nicht einmal die Abrechnungen der Betriebs- und Heizkosten besitze?

Nur für die Jahre in denen Du zur Erstellung der BK-Abrechnung verpflichtet warst, beim Kauf vor einem Jahr also erst ab dem Jahr 2021 (wenn Du am 31.12.2021 bereits im Grundbuch als Eigentümer eingetragen warst).

Was passiert denn, wenn der Mieter den neuen Mietvertrag ablehnt und ich ihm eine erleichtere Kündigung "androhen" würde? Dann wird der Mieter, bei seinem hohen Alter, doch erst recht sein Widerspruchsrecht in Anspruch nehmen. Bei einem 20 Jahre alten Mietvertrag, Verwurzelung am Wohnort und ggfs. Krankheiten - welche Chancen hätte man da?

Meines Erachtens gute, gerade im Zweifamilienhaus - Anders gefragt: willst Du das Spiel mitmachen bis der Mieter irgendwann mit den Beinen voraus auszieht? Evtl. unterschreibt der Mieter ja einen angepassten neuen Mietvertrag um dem Stress aus dem Weg zu gehen.

Da keine Verbrauchserfassung gemacht wurde, heißt das wohl, dass ich auf den Großteil der Kosten sitzenbleibe :(

Ja! Hoffentlich hast Du die Situation in den Kaufpreis eingerechnet.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #12

Ferdl

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Nun ist die Heizkostenabrechnung eingetrudelt und ich sehe eine Gesamtforderung über 3500€ bzw. 1500kWh Wärmepumpenstrom
Hervorhebung durch mich, ich denke du meinst 15.000 kWh?
Neben der Mietrechtlichen Frage stellt sich mir eine technische, hat die WP überhaupt einen Wirkungsgrad oder ist das nur eine elektrische Heizung?

Mietrechtlich bleibt dir vermutlich nur die Möglichkeit der Kündigung nach § 573a BGB, einen neuen Vertrag anzubieten, würde ich vom Verhalten des Mieters abhängig machen. Ohne neuen Vertrag kannst du die erhöhten Heizkosten der Vergangenheit abschreiben.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #13

Hutchinson Hatch

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Ich würde SOFORT handeln:

1. Kontakt mit einem Haus+Grund Verein vor Ort aufnehmen, ggf. Mitglied werden
2. Hilfe beim Ausfüllen eines neuen Vertrages erbitten, ohne Namen und Daten, aber mit den neuen Abrechnungsmethoden
3. Mieter letztmalig den neuen Vertrag anbieten, mit der Begründung, dass der alte Mietvertrag aus wirtschaftlichen Gründen nicht weitergeführt werden kann
4. den Mieter auf § 573a BGB hinweisen, wenn er Zeit schinden möchte

Das weitere Vorgehen ist davon abhängig, ob sich der Mieter einsichtig zeigt. An deiner Stelle würde ich den neuen Mietvertrag ab Januar 2023 laufen lassen, dann fällt auch die Erstellung der neuen Nebenkostenabrechnung leichter. Bei einer weiteren Weigerung beträgt die Kündigungsfrist in diesem Falle 12 Monate nach § 573a BGB.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #14

Zweiliegerwohnung

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Meines Erachtens gute, gerade im Zweifamilienhaus - Anders gefragt: willst Du das Spiel mitmachen bis der Mieter irgendwann mit den Beinen voraus auszieht? Evtl. unterschreibt der Mieter ja einen angepassten neuen Mietvertrag um dem Stress aus dem Weg zu gehen.
Mich würde deine Meinung zu den guten Chancen interessieren. Gibt es da einen Unterschied zwischen einer Eigenbedarfskündigung und einer Erleichterten Kündigung, was die Erfolgschance betrifft? Wie ich das sehe hat man bei beiden Varianten zumindest das gleiche Widerspruchsrecht. Der Mieter ist keiner der leichten Sorte. Seit dem Hauskauf meint er, er müsse zeigen, wer die Hosen an hat. Deswegen tendiere ich schon dazu bald die Erleichterte Kündigung auszusprechen.

Ja! Hoffentlich hast Du die Situation in den Kaufpreis eingerechnet.
Okay, dann freue ich mich dem Mieter eine schöne Freude bereiten zu können :p

Hervorhebung durch mich, ich denke du meinst 15.000 kWh?
Neben der Mietrechtlichen Frage stellt sich mir eine technische, hat die WP überhaupt einen Wirkungsgrad oder ist das nur eine elektrische Heizung?
Ja, das sind 15.000 kWh. Ich hatte mich vertippt.
Es handelt sich um eine Abluftwärmepumpe. Mit Hilfe der zirkulierenden Innenluft wird die Wärme zurückgewonnen und leistet so seinen Teil bei, um Heizungs- und Brauchwasser aufzuwärmen. Im Winter, wenn die Außentemperatur zu niedrig ist, da muss ggfs. eine Heizstab dazugeschaltet werden. Auch eine Wärmepumpe hat natürlich eine Kennzahl, um zu erkennen wie effizient sie ist.

Ohne neuen Vertrag kannst du die erhöhten Heizkosten der Vergangenheit abschreiben.
Bei dem Satz bin ich etwas verwirrt. Kann ich die Heizkosten tatsächlich steuerlich abschreiben oder eher als Lehrgeld ansehen?

Das weitere Vorgehen ist davon abhängig, ob sich der Mieter einsichtig zeigt. An deiner Stelle würde ich den neuen Mietvertrag ab Januar 2023 laufen lassen, dann fällt auch die Erstellung der neuen Nebenkostenabrechnung leichter. Bei einer weiteren Weigerung beträgt die Kündigungsfrist in diesem Falle 12 Monate nach § 573a BGB.
So wie ich den Mieter persönlich kennengelernt habe, so kommt ein neuer Mietvertrag nicht in Frage. Die 12 Monate Kündigungsfrist werde ich in Kauf nehmen müssen.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #15

jorgk

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Das mit der ...
... kam nun wirklich sehr spät als Info vom TE.
Damit ist die Heizkosten-Verordnung ggf. schon mal raus (§ 11 Abs 1 Nr. 3, ggf auch Abs 2).

Allerdings finde ich es recht erstaunlich, sollte tatsächlich schon vor 20 Jahren, genommen aus dieser Info
Nebenkosten wurden in den letzten 20 Jahren scheinbar noch nie abgerechnet.
, jemand so was hat verbauen lassen. Weil die Kosten des Betriebs der WP günstig sind (Anschaffung, Wartung und/oder Erneuerung beiseite gelassen) wollte der Vermieter damals vielleicht tatsächlich nichts mit Abrechnungen zu tun haben?
Gesamtforderung über 3500€ bzw. 1500kWh Wärmepumpenstrom bei 0,25€
Das passt nicht zusammen (wie schon von @Ferdl bewertet).

-------
Hatte den zwischenzeitlichen Beitrag nicht gesehen.

Mir scheint aber, Du verstehst nicht wirklich wie diese Heizung funktioniert (jedenfalls lässt sich das aus Deinen Antworten nicht wirklich ablesen - ich verstehe es jedenfalls nicht) aber es ist gut möglich, dass bei der Anlage eine einfache Verbrauchserfassung tatsächlich nur schwer möglich ist. "Heizzähler" (normalerweise Heizkostenverteiler HKV genannt) reichen jedenfalls für sich nicht, wenn neben Heizkörpern auf andere Weise Wärme zugeführt wird.

"Mit Hilfe der zirkulierenden Innenluft wird die Wärme zurückgewonnen und leistet so seinen Teil bei, um Heizungs- und Brauchwasser aufzuwärmen."
Wenn es so wäre würden Räume erst mit Heizkörpern beheizt und dann wiederum gekühlt um die gewonnene Wärme für Heizung und Warmwassererzeugung zu nutzen. Das scheint mir paradox.
Es wird anders wenn Du "zirkulierende Innenluft" mit "Abluft" ersetzt. Aber ist dem so?

----
Eben gesehen: "Abluftwärmepumpe".
Aber was meinst Du damit? Eine (heutzutage viel gewünschte) Luft-Wasser-Wärmepumpe? Oder eher einen Wärmetauscher (der die Wärme in der Abluft nutzt um damit die frische Zuluft zu erwärmen - heisst, es hätte eine aktive Belüftung) bzw. tatsächlich eine die Abluft-Wärme nutzende Luft-Wasser-Wärmepumpe um die elektrische (?) / konventionelle Heizung zu unterstützen? Es gibt solche Systeme, dachte die sind hierzulande eher 'exotisch'.
 
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  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #16
immobiliensammler

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Mich würde deine Meinung zu den guten Chancen interessieren. Gibt es da einen Unterschied zwischen einer Eigenbedarfskündigung und einer Erleichterten Kündigung, was die Erfolgschance betrifft? Wie ich das sehe hat man bei beiden Varianten zumindest das gleiche Widerspruchsrecht. Der Mieter ist keiner der leichten Sorte. Seit dem Hauskauf meint er, er müsse zeigen, wer die Hosen an hat. Deswegen tendiere ich schon dazu bald die Erleichterte Kündigung auszusprechen.

Der Gesetzgeber hat diese erleichterte Kündigung vor allem aus dem Gesichtspunkt geschaffen dass es Dir als Vermieter bei einem gestörten Mietverhältnis nicht zuzumuten ist, mit dem Mieter Tür an Tür zu wohnen und den ggfs. mehrmals täglich im Treppenhaus über den Weg zu laufen. Gerade deshalb brauchst Du für eine Kündigung auch keinerlei Grund.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #17

Ferdl

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Kann ich die Heizkosten tatsächlich steuerlich abschreiben oder eher als Lehrgeld ansehen?
Sowohl als auch. Genauer, steuerlich wird da nichts abgeschrieben, der Heizkostenanteil des Mieters sind Werbungskosten.
Es handelt sich um eine Abluftwärmepumpe.
Ich glaube ich weiß was du meinst, du hast eine elektrische Heizung welche durch einen Kreuzwärmetauscher unterstützt wird. Ob da zu eine WP verbaut wurde oder nicht spielt fast schon keine Rolle mehr. De Facto ist das ein elektrische Heizung, der Verbrauch passt zu rund 150 m² Wohnfläche. Ob das so schlau ist, sei einmal dahingestellt. Auf jeden Fall hat das überhaupt nichts damit zu tun was man Umgangssprachlich mit Wärmepumpenheizung meint.
Gibt es da einen Unterschied zwischen einer Eigenbedarfskündigung und einer Erleichterten Kündigung, was die Erfolgschance betrifft?
Ja, für die "erleichterte Kündigung" brauchst du keine Begründung, diese kann also auch nicht angezweifelt werden.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #18

Hutchinson Hatch

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Das wichtigste ist es, die Kündigung nach § 573a BGB richtig zu formulieren inkl. Hinweis auf den § 574 BGB. Ein Fehler, und die ganze Kündigung ist unwirksam.

Ich weiß ja nicht, wie Euer Mietmarkt vor Ort aussieht, aber vielleicht überdenkt der Mieter in Konfrontation einer drohenden Kündigung seine eigene Situation. Billiger wird es für ihn in einer neuen Wohnung auch nicht werden, oder gibt es heutzutage noch andere VM, die einem Mieter günstige Pauschalmietverträge anbieten? Bisher hast du wahrscheinlich auch nur lieb gebettelt, da würde ich mich als Mieter auch dumm stellen, solange es meinem Portemonnaie nützlich ist. Wie gesagt, suche das letzte Gespräch, nimm einen Ausdruck des entsprechenden Paragraphen mit, oder kündige sofort. Ansonsten wird dieser Mietvertrag dich finanziell arg beuteln.
 
  • Heizkostenabrechnung im Zweifamilienhaus Beitrag #19

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Ich bedanke mich nochmals wegen der vielen Antworten zum Thema. Das Verhältnis mit dem Mieter ist derart gestört, dass ich an einer Weitervermietung nicht wirklich Interesse habe. Mit einem Anwalt werde ich die Erleichterte Kündigung aussprechen. Und ob die Betriebs- und Heizkostenabrechnung meine Vorleistung wieder reinholt, das werde ich dann noch sehen.

Wäre es möglich, wenn ein Moderator meine eingestellten Bilder aus dem Beitrag #5 und #7 aus dem Mietvertrag entfernt? Ich möchte ungern, dass diese im Internet kursieren - gerade dann nicht, wenn eine Kündigung im Gange ist.
 
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