Heizkostenabrechnung mit WMZ für Warmwasser

Dieses Thema im Forum "Abrechnungs-/Umlagmaßstab" wurde erstellt von Palle, 29.12.2014.

  1. Palle

    Palle Neuer Benutzer

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    Hallo,
    meine Gasheizanlage versorgt mein Haus mit 3 Wohnungen mit Wärme und Warmwasser. Für die Heizung sind je wohnung Wärmemengenzähler angebracht worden. Ausserdem gibt es je Einheit Kalt- und Warmwasseruhren. Anfang des Jahres wurde noch ein Wärmezähler für Warmwasser installiert.

    Bisher wurde das Warmwasser nach Formel der Heizkostenverordnung abgetrennt und abgerechnet. Die Stadtwerke rechnet das Gas nach kWh ab. Reicht es nun vereinfacht ausgedrückt, wenn ich die Anteile für WW und Heizung nach den Summen der vier Wärmemengenzähler verteile?

    Bin dankbar für jede Antwort! Ich bin nicht so sehr bewandert mit forums-beiträgen etc., dennoch hoffe ich, dass der beitrag textlich so ok ist und ich niemandem -aus irgendwelchen Gründen auch immer- auf den Schlips trete :D
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Erstmal dazu:

    Da du wenigstens versucht hast, ausreichende Informationen zu liefern und den Sachverhalt gut zu beschreiben, gehörst du bereits zu den oberen 20 %. Also alles in Ordnung. :top


    Nur um Verwechslungen auszuschließen, weil es in der HeizkostenV mehr als eine Formel gibt: Q = 2,5 * V * (t_w - 10)? Also eine Schätzung anhand Verbrauch und WW-Temperatur?


    Zumindest in dieser Formulierung ist das falsch.

    Die Abrechnung erfolgt (eigentlich wie bisher) in zwei Schritten: Zuerst werden die kombinierten Kosten, die durch die ganze Heizanlage angefallen sind auf Heizung und WW aufgeteilt. Also Gesamtkosten ermitteln (Brennstoff, Betriebsstrom, Wartung, ...) mit Q multiplizieren und durch die insgesamt geleisteten kWh teilen, um die Gesamtkosten für WW zu erhalten. Der Rest sind die Kosten für die Heizung. Das hast du auch bisher so gemacht, nur ist Q jetzt nicht mehr das Ergebnis der Schätzformel sondern der Ablesewert des WMZ.

    Im zweiten Schritt werden diese beiden Summen auf die 3 Parteien verteilt. Daran ändert sich für dich gar nichts: Es erfolgt eine Aufteilung in Grundkosten und Verbrauch (vermutlich 30/70, evtl. vom Mietvertrag geregelt, Abweichungen können zulässig sein), die Grundkosten werden nach Fläche verteilt, die Verbrauchsanteile nach erfasstem Verbrauch, d.h. nach WMZ für die Heizung und nach WW-Zähler für's WW.
     
  4. Palle

    Palle Neuer Benutzer

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    Vielen dank für die tolle und schnelle Antwort. Nach deiner genannten Formel habe ich es bisher gemacht. Die Aufteilung im 2. Schritt ist mir eigentlich ganz klar.

    Aber haber ich das so richtig verstanden? :16:

    Die Gesamtkosten werden mit den kWh des WMZ des WW multipliziert und durch die insgesamt geleisteten kWh geteilt (sind hier die bezahlten kWh gemeint, oder die der restlichen 3 WMZ).
     
  5. Andres

    Andres
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    Die bezahlten kWh. Und: Ja, das ist technisch gesehen Quatsch, weil die Verlustwärme komplett der Heizung zugeschlagen wird - die HeizkostenV schreibt es aber so vor.
     
  6. Palle

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    Wow. Ich bin echt beeindruckt, wie schnell die Antworten von Dir kommen. Tausend Dank nochmals..

    Ach ja: Wenn man jedes Jahr die Abrechnung selber machen will, hast Du da vielleicht einen Tipp welche Software sich da lohnt?

    Falls man sich nicht mehr hört, wünsche ich bereits jetzt schon einen guten Rutsch ins Jahr 2015 und einen guten Anfang....
     
  7. Andres

    Andres
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    Da muss ich passen. Ich mache das per Tabellenkalkulation.
     
  8. Berny

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    Hallo Palle,
    Dein Haus hat also drei Wohnungen mit je einem WMZ für die Heizungen?
    Das Gesamtwarmwasser wird durch einen WMZ erfasst?
     
  9. Palle

    Palle Neuer Benutzer

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    Genau. Die für die Heizungen waren schon immer drin, der WMZ fürs WW wurde erst eingebaut. Wurde ja so Vorschrift, oder?
     
  10. Berny

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    Also: Summe der drei Heizungs-WMZ ermitteln. Dann kannste das Resultat mit dem WW-WMZ in's Verhältnis setzen, Summe 100%.
    Beispiel:
    Wohnung1,2,3=je 25%.
    Rest für WW=25%, diese nach den WW-Zählern auf die 3 Wohnungen aufteilen.
    Die ganzen Daten auf die Gesamtheizkosten hochrechnen. Klingt etwas kompliziert, aber eine Excel-Tabelle genügt hierfür.
    Die Eingabefelder werden umrandet, nächstes Jahr läuft das dann wie am Schnürchen, brauchst nur noch abzulesen und einzutragen.
     
  11. Andres

    Andres
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    Das wäre schön und ist logisch. So steht es aber leider nicht in der HeizkostenV.
     
  12. Berny

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    Sondern....?
     
  13. Andres

    Andres
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    So, wie ich es oben geschrieben habe.
     
  14. Palle

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    So wie Berny es beschrieben hat finde ich es als Laie auch logischer, da ich immer dachte, dass die WMZ nicht exakt den Verbrauch messen, sondern nur zur Aufteilung des Gesamtverbrauchs dienen.

    Wenn ich aber die HeizkostenV lese, muss ich Andres recht geben.

    Man muss ja nicht alles logisch finden und verstehen können.

    Danke euch beiden für eure Antworten...
     
  15. Duncan

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    Mal der Rat eines mittlerweile emeritierten Professors für Zivilrecht:
    Wenn Sie versuchen Gesetze mit Logik zu interpretieren, können Sie auch gleich versuchen die Frauen zu verstehen. Beides sind vorzügliche und verlässliche Wege in den fortgeschrittenen Wahnsinn. :verrueckt006:
     
  16. Palle

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    stimmt auch wieder :smile026:

    Also finden Sie Andres Methode richtig?
     
  17. Palle

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    Hi Andres und alle anderen....

    irgendwie habe ich ein bisschen Bauchweh ob das so alles sein kann.

    Mir liegen nun nämlich ein paar Zahlen vor:

    Der Verbrauch für das Warmwasser kommt mir ziemlich niedrig vor, da wollte ich mal euch fragen was Ihr dazu meint...

    • 3 Familienhaus
    • Pro Einheit gibt es Warm- und Kaltwasserzähler
    • Pro Einheit gibt es je einen Wärmemengenzähler für die Heizung
    • Es gibt einen Wärmemengenzähler für das Warmwasser
    • Gasrechnung für 10000 kWh 800 €
    • Solar für Warmwasser

    Einheit A Heizung 4058 kWh
    WW 15,22 m³
    KW 50 m³
    90 m² Wohnfläche
    Einheit B Heizung 1302 kWh
    WW 16,75 m³
    KW 50 m³
    98 m² Wohnfläche
    Einheit C Heizung 1415 kWh
    WW 10 m³
    KW 31 m³
    48 m² Wohnfläche

    Der Wärmemengenzähler für das Warmwasser zeigt 1336 kWh an. Die Gesamkosten für Warmwasser und Heizung betragen ca. 1122 €.

    Früher hatte ich die Abtrennung nach folgender
    Formel gemacht: Q=2,5 x kWh x V x (tw-10°C)

    Danach würde ich auf WW-Kosten von 574 € und Heizung 547 € kommen.

    Mit dem neuen Wärmemengenzäher würde ich so rechnen: Gesamtkosten 1122 € / die in Rechnung gestellten kWh 10000 x Wert des Wärmemengenzählers Warmwasser 1336 kWh = 149,90 €.

    Das heißt Kosten WW ca. 150 € und Kosten Heizung 972 €. Ist das Verhältnis OK? Macht die Solaranlage so viel aus? Vielen dank für alle Antworten...
     
  18. Andres

    Andres
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    Kamillentee soll helfen. ;)

    Oder ein bischen Rechnen:

    So ungefähr, ja. Ich gehe mal von 60 °C aus und rechne damit:

    Q = 2,5 * (15,22 + 16,75 + 10) * (60-10) kWh = 5246,25 kWh

    Das soll laut dieser Formel für die WW-Bereitung aufgewendet worden sein. Das ist natürlich völliger Unsinn: Mit dem Heizwärmeverbrauch (4058 + 1302 + 1415 kWh) wäre nun ja mehr geleistet, als der Versorger geliefert hat (10000 kWh). Das ist die Fortsetzung des Prinzips, das Duncan oben geschildert hat: Es geht hier nicht um Logik oder Technik, es geht um die korrekte Anwendung der HeizkostenV, die zu einer rechtssicheren Abrechnung führt.

    Wenn man dagegen nicht mit der Schätzformel ankommt, sondern die tatsächlichen Gegebenheiten berücksichtigt:

    (4058 + 1302 + 1415 + 1336) : 10000 = 81,11 %

    ...kommt man bei einem ganz realistischen Wirkungsgrad für die Heizung und die Leitungsverluste bis zu den WMZ an.


    Richtig.


    Die Solaranlage hat damit höchstens indirekt zu tun.
     
  19. Palle

    Palle Neuer Benutzer

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    Naja, gerechnet habe ich. Ich hatte nur nicht mit so einem großen Unterschied zwischen der Berechnungsmethode alt und neu gerechnet :erschreckt011:

    Aber nachdem ich dich ja doch richtig verstanden habe, kann ich ja so abrechnen....

    Mir bleibt demnach nur noch eines: Dir einen großen Dank auszusprechen. Top!:finger011:
     
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