Heizkostenaufteilung Fläche/Verbrauch

Diskutiere Heizkostenaufteilung Fläche/Verbrauch im Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Servus, welchen Zweck erfüllt denn die Heizkostenaufteilung nach Fläche und nach Verbrauch? Meist ja irgendwas zwischen 70% Verbrauch und 30%...

Hohenfried

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Servus,

welchen Zweck erfüllt denn die Heizkostenaufteilung nach Fläche und nach Verbrauch?
Meist ja irgendwas zwischen 70% Verbrauch und 30% Fläche.

Argumentiert wird ja oft, dass die 30% die Fixkosten darstellen, also beispielsweise die Wartung, das Ablesen usw und sich daran jeder beteiligen soll.

Jetzt steigen in der momentanen Situation ja die Heizkosten massivst an, teilweise ist das 10-fache zu bezahlen.
Die Fixkosten wären dagegen ja weitestgehend konstant geblieben.

Ist da eine Aufteilung von 70/30 noch zeitgemäß?
Relativ gesehen wäre eine Aufteilung 95/5 bei den aktuellen Heizpreisen doch gerechtfertigter, wenn der Flächenanteil die Fixkosten darstellt?
 
dots

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welchen Zweck erfüllt denn die Heizkostenaufteilung nach Fläche und nach Verbrauch?
Die Aufteilung erfüllt den Zweck, gesetzesskonform abzurechnen.
Meist ja irgendwas zwischen 70% Verbrauch und 30% Fläche.
Nein, nicht zwischen 70 und 30, sondern eher zwischen 50/50 und 30/70 oder so.
Jetzt steigen in der momentanen Situation ja die Heizkosten massivst an
Nicht unbedingt. Die Brennstoffkosten steigen u.U. an. Es kann aber auch sein, dass der Öltank noch mit "billigem" Öl gefüllt ist. Oder dass weniger verbraucht wird, und so in Summe vielleicht die Heiz(gesamt)kosten sinken. Unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen!

Ist da eine Aufteilung von 70/30 noch zeitgemäß?
Das ist die falsche Frage. Richtig wäre: Ist eine solche Aufteilung legal?

Argumentiert wird ja oft, dass die 30% die Fixkosten darstellen
Das halte ich für irreführend oder sogar falsch.
Es ist einfach eine Festlegung auf einen X-beliebigen Prozentwert. Im Rahmen einer Heizkostenabrechnung wird nicht nach Fix- und sonstigen Kosten unterschieden.
 
immobiliensammler

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Argumentiert wird ja oft, dass die 30% die Fixkosten darstellen, also beispielsweise die Wartung, das Ablesen usw und sich daran jeder beteiligen soll.

Nicht die 30 % stellen die Fixkosten dar sondern es soll nach dem Willen des Gesetzgebers auch eine Beteiligung der Eigentümer/Mieter erfolgen die - warum auch immer - die Wohnung überhaupt nicht heizen. Was ja auch gerecht ist da eben gewisse Kosten auch bei einem leerstehenden Objekt anfallen würden (Schornsteinfeger, Verbrauchserfassung, Wartung etc. etc.).

Ist da eine Aufteilung von 70/30 noch zeitgemäß?

Eventuell nicht aber halt gesetzlich vorgeschrieben, irgendwas zwischen 30 und 70 % nach Verbrauch, der Rest nach Fläche.
 
Andres

Andres

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Die Fixkosten wären dagegen ja weitestgehend konstant geblieben.
Kann ich so nicht bestätigen. Der Betriebsstrom wird auch nicht günstiger, ebenso die Verbrauchserfassung und die Abrechnung. Gleiches gilt für den Schornsteinfeger, wobei für die verpflichtenden Leistungen die Preissteigerung wohl erst mit etwas Verzögerung ankommen dürfte, aber irgendwann werden die Sätze je AW angepasst werden müssen, wie es bei allen anderen Tätigkeiten, die Arbeitslohn und ganz besonders Mobilität umfassen, ebenso unvermeidlich ist.

Relativ gesehen wäre eine Aufteilung 95/5 bei den aktuellen Heizpreisen doch gerechtfertigter, wenn der Flächenanteil die Fixkosten darstellt?
Ich stimme den Vorschreibern zu: Die Annahme ist falsch. Bestimmt gibt es Leute, die sich das so vorstellen, aber das macht die Annahme nicht richtiger. Wenn man sich überhaupt etwas hinter diesen Zahlen vorstellen möchte (d.h. darin nicht nur eine vollkommen abstrakte Berechnung sehen möchte), dann sollten zu den 30 % auch noch wenigstens die Verbrauchskosten zählen, die erforderlich sind, um das Gebäude frost- und möglichst auch schimmelfrei zu halten. Und jetzt sind die 30 % plötzlich gar nicht mehr so unrealistisch.

Wenn du möchtest, darfst du mit deinen Mietern übrigens einen höheren Anteil der Verbrauchskosten vereinbaren. Das ist explizit so festgelegt, § 10 HeizkostenV.
 

sll

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welchen Zweck erfüllt denn die Heizkostenaufteilung nach Fläche und nach Verbrauch?
Meist ja irgendwas zwischen 70% Verbrauch und 30% Fläche.

Diese Aufteilung ist gesetzlich so erwünscht, um den Verbrauch möglichst gerecht aufzuteilen (nach Ansicht des Gesetzgeber).
Meistens ist es ja bei Mehrfamilienhäusern so, dass alle Wohnungen über 1 Heizungsanlage versorgt werden. Ist steht also nicht eine Heizungsanlage in jeder Wohnung, sondern eine zentrale für alle Wohnungen.
Also Konsequenz bedeutet das aber, dass die Leitungen zu den Heizkörpern von der zentralen Anlage zu den Wohnungen führen.
Der Mieter kann nur den Verbrauch in seinen Heizkörpern steuern (70%).
Der restliche Verbrauch wird über die nicht steuerbaren Zuleitungen im Haus verteilt (30%).
Je nach Wohnfläche haben die größeren Wohnungen eben mehr dieser nicht steuerbaren Zuleitungen in den Wänden/Boden, und die kleineren weniger, deshalb sollen 30% nach Wohnfläche verteilt werden.
Je nach individueller Situation kann das sein, dass die Leitungen besser oder schlechter gedämmt sind, oder länger oder kürzer sind, deshalb hat man als Vermieter die Möglichkeit, da etwas nachzujustieren, und vielleicht nicht 30% sondern 40% nach Fläche zu verteilen.
Aber grundsätzlich geht der Gesetzgeber eben davon aus, dass durch die Zuleitungen zur zentralen Heizungsanlage nicht alles Verbrauchsgesteuert sein kann.
Aber auch die Ausnahme 100% nach Verbrauch sollte durchaus möglich sein, wenn du z.B. nachweisen kannst, dass jede Wohnung über eine eigene Heizungsanlage verfügt, und es keine Heizungsleitungen gibt, die von der einen in die andere Wohnung führen.
 

Ferdl

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genau so wie @sll schreibt, es geht primär nicht um Fixkosten, sondern um den Anteil der nicht regelbaren Wärme. Wer zB noch eine Schwerkraftheizung ohne Rohrisolierung in den zu beheizenden räumen hat, darf auch bis zu 70% nach Fläche abrechnen.
 
Andres

Andres

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Aber auch die Ausnahme 100% nach Verbrauch sollte durchaus möglich sein, wenn du z.B. nachweisen kannst, dass jede Wohnung über eine eigene Heizungsanlage verfügt, und es keine Heizungsleitungen gibt, die von der einen in die andere Wohnung führen.
Wenn jede Wohnung einzeln beheizt wird, gilt die HeizkostenV überhaupt nicht und diese ganze 70/30-Thematik besteht überhaupt nicht. Und oben habe ich nicht zum Spaß auf § 10 HeizkostenV hingewiesen.
 

sll

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Ja stimmt natürlich. Das Beispiel war schlecht konstruiert 😊 ich wollte darauf hinaus, dass je nach individueller Situation, der Anteil nach Fläche und nach Verbrauch unterschiedlich sein darf
 
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