Heizkostenberechnung nach Austausch eines Wärmemengenmesser

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Tobias F, 06.01.2012.

  1. #1 Tobias F, 06.01.2012
    Tobias F

    Tobias F Erfahrener Benutzer

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    Hallo alle zusammen,

    da ich einen solchen Fall bisher noch nicht hatte hoffe ich auf eure Hilfe.

    Folgender Fall:
    In einer Wohnung musste im Oktober 2011 der Wärmemengenmesser ausgetauscht werden, nachdem durch Zufall aufgefallen war das er noch immer die Werte vom Jahresanfang zeigte (es war KEIN Leerstand).
    Nun geht es um die Frage wie die jetzt abgelesenen Werte (Verbrauch Oktober bis 31 Dezember) auf das gesamte Jahr hochzurechnen sind.
    Nach meiner Ansicht kann das nur im Verhältnis der Tage gehen. Also Ablesewert durch Messtage (der Zähler war 116 Tage eingebaut) und dann mal 365 (für das ganze Jahr). Die bedeutet das der abgelesene Wert für die Heizkostenabrechnung etwas mehr als verdreifacht wird.
    Der Eigentümer ist jedoch der Ansicht es sei richtiger wenn der jetzt abgelesene Wert einfach verdoppelt werde (was für ihn natürlich erheblich billiger wäre).

    Meine Frage: Wie handhabt ihr so etwas?
    Falls ich mit meiner Ansicht Recht hab: Kennt ihr hierzu irgendwelche Urteile oder Richtlinien auf die ich mich evtl. beziehen kann?


    Danke im Voraus
     
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  3. #2 Christian, 06.01.2012
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    Hallo,

    ich als Laie würde sagen, daß keine verwertbaren Messergebnisse vorliegen, und dementsprechend nicht nach Verbrauch abgerechnet werden kann. Steht dazu nicht auch was in der entsprechenden Verordnung (was zu tun ist, wenn keine Werte gemessen/ermittelt werden konnten)?

    Gruß,
    Christian
     
  4. #3 Tobias F, 06.01.2012
    Tobias F

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    Hallo Christian,

    sorry, vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Aber es gibt sichere Messergebnisse für den Verbrauch von Anfang Oktober bis Ende Dezember.
    Die Frage ist nur wie man diesen Messwert auf das ganze Jahr umrechnet.

    Übrigens habe ich noch 1 Möglichkeit vergessen, die mir auch logisch erscheint.
    Nämlich die Umrechnung der gemessenen Werte anhand der Gradtage.
    D.h. also Messwert / Gradtage (lt. Tabelle 390) x 1000 = Einheiten für 2011
     
  5. #4 DieVierWände, 07.01.2012
    DieVierWände

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    Heizkostenabrechnung...

    Ich würde die gemessenen Einheiten mit den Heizgradtagen ins Verhältnis setzen und auf das Jahr hoch rechnen.
    Gibt es eine Vereinbarung dazu im Mietvertrag oder Teilungserklärung?

    Oder man macht generell eine Schätzung für das ganze Jahr.

    Viele Grüße
     
  6. #5 Tobias F, 07.01.2012
    Tobias F

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    Es handelt sich um einen Eigentümer (also kein Mietvertrag) - und in der teilungserklärung gibt es natürlich keinen Satz der besagt wie die Heizkosten zu berrechnen sind denn der Zähler x Monate nicht gezählt hat ;-)))
     
  7. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Diese Feststellung ist durchaus richtig. Die Schlussfolgerung...
    ... ist allerdings falsch.

    Selbstverständlich und ein Blick in die Heizkostenverordnung hätte auch gezeigt, dass der in diesem Fall zu schätzende Wert anstatt einem abgelesenen Verbrauchswert in die nach wie vor verbrauchsabhängige Abrechnung eingeht (§ 9a HeizkV).

    In der Sache ist der nicht verfügbare Ablesewert nach § 9a Abs. 1 HeizkV zu schätzen. Die Verordnung sieht als Verfahren für Schätzung vor
    - den Verbrauch der betroffenen Räume in vergleichbaren Zeiträumen oder
    - den Verbrauch vergleichbarer anderer Räume im jeweiligen Abrechnungszeitraum oder
    - den Durchschnittsverbrauch des Gebäudes,
    wobei die Reihenfolge der Verordnung auch einzuhalten sein wird. Hochrechnung aus dem Verbrauch für 3 Monate mittels Gradtagzahlen ist als Schätzverfahren nicht vorgesehen.

    Die Aufteilung eines tatsächlichen Ablesewerts auf unterschiedliche Abrechnungszeiträume mittels Gradtagzahlen wurde vom BGH (BGH, Urteil vom 16. November 2005 - VIII ZR 373/04). Beim entschiedenen Fall lag ein Ablesewert vor, der über einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten entstanden war. Der Verbrauchswert wurde also nicht durch Hochrechnung ermittelt, sondern nur aufgeteilt. Das ist also erkennbar ein anderer Sachverhalt.
    Trotzdem würde ich auch die Hochrechnung als sachgerecht ansehen. Eine Garantie für die Richtigkeit meiner Einschätzung kann es aber selbstverständlich nicht geben. Wie das zuständige Gericht entscheiden würde, kann naturgemäß niemand vorhersehen.

    Ob es sinnvoll ist, sich aufs Glatteis zu begeben, ist allerdings eine andere Frage. Der Verwalter sollte vermutlich mit seiner Abrechnung auf der sicheren Seite bleiben, den Vorjahreswert als Grundlage zu nehmen und die Wohnungseigentümer auf die Verordnung verweisen. ;-)
     
  8. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Um den Satz zu vervollständigen: "... im zweiten Leitsatz genehmigt."
    Urteil BGH VIII ZR 373/04 v. 16.11.2005 -
    Übrigens wird in diesem Thread bisher ausschliesslich davon ausgegangen, dass es sich wohl um den WMZ der Raumheizungen handelt, nicht etwa der Brauchwassererwärmung. Das mal so btw.
     
  9. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Warum muss die Reihenfolge eingehalten werden? Die HKVO gibt an der Stelle mehrere Möglichkeiten vor von denen man sich eine ausuchen kann. Wir nutzen übrigens fast immer 3..

    Aber kommen wir zum Punkt "vergleichbare Zeiträume". Um Zeiträume vergleichbar zu machen bedient man sich sehrwohl der Gradtage. Das wurde bisher auch noch nie beanstandet und ist gängige Praxis.
     
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