HK-Abrechnung bei "Heizleiste"

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von Martens, 25.07.2013.

  1. #1 Martens, 25.07.2013
    Martens

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    moinsen,

    ich habe hier folgendes Thema auf dem Tisch, zu dem ich Unterstützung bräuchte:

    Eine Wohnanlage aus den 60ern hat eine zentrale Heizungsanlage mit Einrohrsystem. Es läuft also das Heizwasser horizontal durch die Zimmer jeder Wohnung und jeder Heizkörper ist an dieses Rohr angeschlossen.
    Weiterhin ist die Leitung nicht ein rundes Rohr sondern eine profilierte Leiste, Heizleiste genannt, die die Fußleiste ersetzt.

    Die Wohnungen sind mit eHKV ausgestattet, jeder Heizkörper hat einen eHKV und die Heizleiste hat über Fernfühler ebenfalls einen eHKV (pro Wohnung).

    Die eHKV sind nach Aussage der Hausverwaltung bereits auf den jeweiligen Heizkörper kalibriert, zeigen daher Werte an, die in der Heizkostenabrechnung 1:1 übernommen und nicht noch mit einem kc-Wert beaufschlagt werden.

    Weiterhin beträgt der Ablesewert des eHKV an der Heizleiste ca. 70% der Summe aller Ablesewerte einer Wohnung mit insgesamt sieben Heizkörpern. Das bedeutet, der Mieter kann die Wärmeabgabe dieser "Heizleiste" nicht regeln, soll dafür aber 70% seiner Verbrauchskosten zahlen.

    Als sich der Mieter bei der Hausverwaltung beschwert, wird ihm die HK-Abrechnung "korrigiert", indem der anzurechnende Wert des eHKV der Heizleiste pauschal auf 30% des Ablesewertes reduziert wird. Aus einer Nachzahlung wird ein Guthaben - Problem gelöst?

    Fragen:

    1.
    Wer kennt eHKV, die tatsächlich auf den jeweiligen Heizkörper kalibriert sind und wo die Ablesewerte in der HK-Abrechnung NICHT mit einem kc-Wert o.ä. multipliziert werden?
    Hersteller, Typenbezeichnung wären hilfreich.

    2.
    Wie rechnet man eine solche Situation juristisch (bitte nicht nach dem Bauchgefühl oder nach dem persönlichen Gerechtigkeitsempfinden) korrekt ab?

    3.
    Gibt es eine mögliche sachliche Erklärung dafür, daß die eHKV einerseits auf die jeweilige Heizstelle kalibriert sind, die Hausverwaltung andererseits bei Beschwerden den eHKV-Wert für diese Heizleiste einfach mal auf 30% herabsetzt und sagt, nun wäre es richtig?

    vielen Dank im voraus,
    Christian Martens
     
  2. AdMan

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  3. GSR600

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    Greift bei sowas nicht die VDI2077?

    VDI 2077
     
  4. #3 Martens, 25.07.2013
    Martens

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    VDI 2077 ist eine Kann-Bestimmung, man kann sie also anwenden, muß aber nicht.
    Heizer - hier leider seit Monaten nicht mehr aktiv - nannte das mal eine Milchmädchenrechnung...

    Im vorliegenden Falle beruft sich der Vermieter nicht auf 2077.

    Trotzdem danke,
    Christian Martens
     
  5. #4 Papabär, 29.07.2013
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    Hallo Martens,

    zu 1. habe ich Dir gerade eine PN geschickt.

    2. kann ich Dir auch nicht 100%ig beantworten, m.E. müsste aber erst einmal die Frage geklärt sein, ob so eine "Heizleiste" nun als Heizkörper oder als Leitung gem. HeizKV gilt.
    Der Beschreibung nach hört es sich für mich eher nach einer freiliegenden, überwiegend ungedämmten Leitung i.S. des §7 (1) HeizKV an.

    3. Arbeitsschutzrichtlinie ("wie schütze ich mich vor Arbeit"). Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch diese pauschale "Korrektur" um XY% einer juristischen Nachprüfung nicht standhalten würde. Aber man kann halt unangenehme Nachfragen vermeiden.


    Wo ist der Fernfühler dieser Heizleiste installiert, am Vorlauf, eher mittig, oder am Rücklauf?
     
  6. #5 Martens, 30.07.2013
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    moin,

    danke für die pn, aber hätte das nicht auch öffentlich passieren können?

    1. Es gibt also zumindest von der Firma mit dem T am Anfang eHKV, die auf die Heizkörper kalibriert sind. Danke für die Information.

    2. Ich bin ja der Ansicht, daß ein Heizkörper im Sinne der Heizkostenverordnung regelbar sein muß.

    3. Arbeitsschutzbehauptung, so sehe ich das auch. Sobald aus einer Nachzahlung ein Guthaben wird, fallen 99% der Nachfragen weg. Aber: hier geht es um die verbleibenden 1% :D

    Es ist eine Einrohrheizung, da gibt es keinen Vor- und Rücklauf sondern eben ein Rohr.

    Christian Martens
     
  7. #6 Papabär, 30.07.2013
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    Ich hatte das so verstanden, als ob das Einrohrsystem lediglich durch die Wohnungen führt und der Strang aus zwei Leitungen bestünde.

    Wenn ALLE Heizkörper des Hauses an der gleichen Einrohrleitung hängen, dann würde eine Reguliermöglichkeit dieser Heizleiste zu einem massiven Energieabfall in der letzten Wohnung führen (vom hydraulischen Abgleich der einzelnen HK mal ganz zu schweigen).
     
  8. #7 Martens, 30.07.2013
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    Martens
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    Keine Ahnung, wie das Rohrsystem zwischen den Wohnungen aussieht, aber in der Wohnung gibt es nur das eine Rohr, auf dem jeder Heizkörper mit beiden Anschlüssen sitzt.

    Christian Martens
     
  9. Berny

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    "1. Wer kennt eHKV, die tatsächlich auf den jeweiligen Heizkörper kalibriert sind und wo die Ablesewerte in der HK-Abrechnung NICHT mit einem kc-Wert o.ä. multipliziert werden?"
    - Ich meine, das Thema hätten wir schon mal periphär gehabt. Waren mglw. die von Techem.

    "2. Wie rechnet man eine solche Situation juristisch (bitte nicht nach dem Bauchgefühl oder nach dem persönlichen Gerechtigkeitsempfinden) korrekt ab?"
    - Deren Anzeigen, natürlich.

    "3. Gibt es eine mögliche sachliche Erklärung dafür, daß die eHKV einerseits auf die jeweilige Heizstelle kalibriert sind, die Hausverwaltung andererseits und sagt, nun wäre es richtig?"
    - Nöö. "Richtig" wird die HV sowieso nicht beurteilen können.
     
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