Hohe Heizkosten in schlecht isolierter Villa

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von Forelle, 08.05.2007.

  1. #1 Forelle, 08.05.2007
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    Hallo liebe Teilnehmer,

    ich komme aus Sachsen und bin diesen Monat mit meinem mann in eine alte Villa gezogen. Wir haben 100 qm im Erdgeschoss, über uns wohnt eine alte Dame mit ebenfalls 100 qm und darüber eine WG (2 Mädels) mit 70 qm.

    Wir sind, was Heizkosten angeht sehr sparsam und haben in unserer letzten Wohnung 1,70 pro qm im Jahresschnitt verbraucht.

    Am Wochenende haben wir uns mit den Mädels aus der WG unterhalten und einen riesen Schreck gekriegt: die haben eine ganz hohe Nachzahlung, da in der Wohnung angeblich Heizkosten (Gas) von 1900 EUR angefallen sind. Das sind ja 2,20 EUR pro qm pro Monat...
    Die Eltern meines Mannes wohnen in der gleichen Stadt und haben beim gleichen Energieversorger 900 EUR für ein 120 qm EFH im gleichen Jahr bezahlt .

    Das Haus ist sehr schlecht isoliert und noch mit alten Fenstern. Der Energieberatre hat geraten, den Verteilerschlüssel 50/50 anzuwenden? Ist das ratsam?

    Geht man davon aus, dass wir genauso viel bezahlen wie die Mädels, sind das allein 2.640 EUR für Heizkosten im Jahr! Da wir der Zeit 2 EUR vorauszahlen reicht diese Vorauszahlung nicht mal für die Heizkosten.

    Beim Einzug haben wir die Verwalterin gefragt, ob 2 EUR erfahrungsgemäß reichen. Das hat sie energisch bejaht.

    Habt ihr Tipps, wie wir unseren Wissensvorsprung nutzen können?

    Viele liebe Grüße, Forelle
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 08.05.2007
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    klar - die heizkosten in nicht bzw. schlecht isolierten altbauten sind hoch.
    in der spiegel-serie zum thema energie von neulich war da sogar die rede von 25 bis 30 euro pro quadratmeter und jahr.
    das kommt mir allerdings auch extrem hoch gegriffen vor.
    ich wohne auch in so 'nem altbau (kein vollwärmeschutz, grösstenteils alte fenster) und komme auf ca. 15 euro pro quadratmeter pro jahr (was natürlich immernoch relativ hoch ist).
    der ansatz von 1,70 euro pro quadratmeter pro jahr aus eurer alten wohnung erscheint mir aber auch deutlich zu niedrig angesetzt - im spiegel ist für passivhäuser von ca. 3 euro pro quadratmeter pro jahr die rede.
    seid ihr sicher dass ihr da nicht etwas durcheinander bringt? oder habt ihr etwa in einem plusenergiehaus gewohnt?

    mag hart klingen, aber:
    am besten wär's dann wohl sich eine wohnung in einem vollwärmegeschützten neubau mit neuen fenstern zu suchen.

    aber: die mädels wohnen ja wenn ich's richtig verstanden hab oben unterm dach. da sind die heizkosten bei solchen häusern erfahrungsgemäss höher, da so einiges an wärme nach oben (schlecht oder garnicht isoliertes dach bzw. dachboden) entweicht. es könnte also schon sein, dass die 2 euro pro quadratmeter pro monat an vorauszahlung ausreichen.

    vielleicht macht euch ja der energiepass ein bisschen hoffnung?
    um dort gut bewertet zu werden, müssen die vermieter ja versuchen bessere werte zu erreichen, was in eurem fall wohl über wärmeschutz und fenster zu erreichen wäre. die frage ist nur, ob das haus dann seinen altbau-charme und das gute raumklima behält...

    über den verteilerschlüssel zu entscheiden wird wohl nicht in eurer hand liegen.
    wie werden denn die heizkosten bei euch berechnet? gibt's da heizkostenverteiler? oder wird tatsächlich nach quadratmetern abgerechnet?
    was ist im mietvertrag bei den betriebskosten bezüglich der heizkosten festgelegt?

    denjenigen, die heizkosten sparen wollen, sei aber so oder so ans herz gelegt sich möglichst nicht ausgerechnet eine wohnung in solchen altbauten zu suchen...
     
  4. #3 Forelle, 10.05.2007
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    Hallo lostcontrol,

    also wir sind, was das heizkosten sparen angeht, wirklich Weltmeister. Die alte Wohnung war auch eine Villa (teilsaniert und mit 3,40 m hohen Decken). Und während unser Nachbar 2005 800 EUR nachzahlen musste, haben wir, bei gleicher Vorauszahlung 150 EUR zurück gekriegt. Letztes Jahr mussten wir 15 EUR nachzahlen. Und da wir wirklich viel (!) weniger hatten als alle anderen im Haus, hat der Vermieter das mit den 1,70 EUR ausgerechnet. der Trick dabei ist, dass wir nicht an die Mähr mit den ständig beheizten Räumen glauben, sondern nur dann heizen, wenn wir den Raum auch nutzen - aber egal.

    Bezüglich der neuen Wohnung waren wir bei der Verwaltung und die hat uns die Abrechnungen der Vormieter gezeigt (4 köpfige Familie), die mit unserer Vorauszahlung immer hingekommen sind. Es gibt also Hoffnung :).
    Eine Erklärung für die Heizkosten der WG hatte die Dame jedoch auch nicht.

    Wir dachten ja, es liegt an den Heizkörpern aus Gußeisen, aber die scheinen ja gar nicht sooo schlecht zu sein.

    Viele liebe Grüße aus Kamenz, Forelle
     
  5. #4 lostcontrol, 16.05.2007
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    nun ja - das mit dem ständig beheizen hängt ja stark davon ab, was man da für 'ne bausubstanz hat. ein backsteingebäude (vollgemauert) verhält sich da völlig anders als ein moderner "betonbunker" und nochmal anders als ein fachwerkhaus oder ein haus in ständerbauweise.
    dass wohnungen oder häuser komplett und durchgängig beheizt werden ist etwas, was früher undenkbar war. früher wurden (gerade in "villen") einige räume wirklich nur zu bestimmten anlässen beheizt, z.b. der berühmte "salon" oder das große esszimmer...
    heute sieht das natürlich anders aus und die wenigsten wohnen in villen bzw. können sich wohnungen leisten, in denen einer oder mehrere räume den größten teil vom jahr garnicht genutzt werden.
    und je nach bausubstanz kann das mit dem unbeheizt lassen tatsächlich bei moderner betonbauweise auch tatsächlich verheerende folgen haben.
    aber auch in altbauten, die eine nur zeitweise beheizung von der bausubstanz her vertragen können, muss man in jedem falle darauf achten, dass die temperatur nie soweit fällt, dass rohre einfrieren können (die folgen eines rohrbruchs könnt ihr euch ja sicherlich vorstellen) - damit das passiert, müssen aber schon SEHR widrige umstände eintreten. bedenken sollte man allerdings, dass in solchen situationen das auftreten von rissen im putz (das meist durch ganz normale minimalbewegung im gebäude entsteht) durch unterschiedliche beheizung verstärkt wird (ist ja logisch - unterschiedliche ausdehnung und so).

    ich heize bei mir auch nicht alle räume - das könnte ich mir garnicht leisten (ebenfalls "villa" mit hohen decken etc.), achte aber im winter schon darauf, dass die temperatur in diesen räumen nicht soweit fällt, dass der neue putz an den wänden schaden erleiden könnte - aber das ist wohl auch wieder eine sondersituation.

    laut meinem heizungsbauer sind heizkörper aus gußeisen sogar ganz hervorragend - das grundprinzip ist eben nur ein anderes als bei modernen heizkörpern (in etwa: neue heizkörper sind eher so konstruiert, dass sie mit höherer abstrahlung arbeiten während alte, gusseiserne heizkörper eher auf speicherung und grundwärme abzielen). gusseiserne heizkörper funktionieren solange prächtig, solange der rost sie nicht löchrig macht - aber dann kann man sie ja ohne grösseren aufwand durch moderne ersetzen.
    mein heizungsbauer hat mir jedenfalls davon abgeraten die alten gusseisernen durch moderne zu ersetzen, solange die alten nicht durchrosten etc. (und das obwohl er an einem austausch ja ganz gut verdienen würde).

    wartet einfach mal die heizkostenabrechnung ab - es wird sich dann schon zeigen ob die vorauszahlung ausreicht oder nicht.

    nichts desto trotz: im altbau wird man immer höhere heizkosten haben, solange nicht entsprechend saniert wird. diese sanierungen bringen aber leider meist neue probleme und nachteile mit sich, so dass man sich da grundsätzliche gedanken machen muss, was einem wichtiger ist.
    als mieter hat man da ja glücklicherweise die freie auswahl.
     
Thema: Hohe Heizkosten in schlecht isolierter Villa
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