Hohe Nachzahlung Der Nebenkostenabrechnung

Dieses Thema im Forum "Abrechnungs-/Umlagmaßstab" wurde erstellt von Mario11, 12.06.2011.

  1. #1 Mario11, 12.06.2011
    Mario11

    Mario11 Gast

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    für das Jahr 2010 ist meine Nebenkostenabrechnung ziehmlich hoch ausgefallen. Um etwas weiter ins Detail
    zu gehen, werde ich mich bemühen soviel Angaben wie möglich in diesen Beitrag einzufügen.

    Derzeit lebe ich zusammen mit meiner Partnerin (leider momentan von Hartz 4) in einer circa 30m² Wohnung,
    welche sehr Ländlich gelegen ist.
    Die zu zahlende Kaltmiete beträgt 190 € monatlich und für die Nebenkosten habe ich bisher 130 € pro Monat bezahlt. Die Warmmiete lag also bisher bei 320 € im Monat und
    über das Jahr berechnet ergab sich demnach eine NK Vorauszahlung von 1560 €.
    Für die Heizkosten 900 € und für Betriebskosten 660 €.

    Nun habe ich gegen ende April die Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2010 von meinem Vermieter erhalten und soll laut dieser etwas über 700 € nachzahlen.
    Die vorauszahlung der Nebenkosten wurde zum 01.06.2011 um
    80 Euro erhöht (von 130 € auf 210 €), sodass eine Warmmiete von 400 € pro Monat entsteht.

    In diesem Haus wohnen in total 9 Mietparteien, alle Wohnungen haben circa eine größe von 30m².
    Drei weitere Mietparteien haben auch eine hohe Nebenkostenabrechnung erhalten,
    davon 2 ledige Personen etwa 400 € und ein weiteres Pärchen etwa 1200 €.
    Einige Mietparteien, haben nur eine sehr geringe Nachzahlung erhalten.

    Meine Nebenkostenabrechnung setzt sich folgendermaßen zusammen:
    Zum vergleich, habe ich die Abrechung von 2009 mit hinzugefügt

    Code:
    
    [b]2009 - 2010[/b]  
    
    [b]Grundsteuer:[/b]   
    24,96 € -  25,90 €
    
    [b]Wasser & Kanalgebühren:[/b]  
    300,22 € - 454,36 €
    
    [b]Straßenreinigung:[/b]  
    3,67 € - 6,46 €
    
    [b]Müllabfuhr:[/b]  
    255,44 € - 341,71 €
    
    [b]Hausmeister:[/b]  
    138,13 € - 207,19 €
    
    [b]Gartenpflege:[/b]  
    0.00 € -  "2010 Bei den Hausmeisterkosten mit einberechnet" 
    
    [b]Allg Strom:[/b]                                       
    26,57 € - 41,17 €
    
    [b]SAT - Anlage:[/b]  
    7,19 € - 7,77 €
    
    [b]Feuer Wasser Sturm Versicherung:[/b]     
    37,79 € - 88,20 €
    
    [b]Haftpflicht Versicherung:[/b]  
    17,05 € - "Bei der oben genannten Vers mit. einberechnet"
    
    [b]Deichschau:[/b]  
    13,96 € - 14,21 €
    
    [b]Heizkosten:[/b]  
    824,42 € -  856,92 €  
    
    [b]Neu in der diesjährigen Abrechnung sind:[/b]  
    
    [b]Frischwasser:[/b] 73,06 €
    [b]Hausreinigung:[/b] 138,13 €
    [b]Niederschlagwasser:[/b] 13,73 €
    
    [b]Nachzahlung:[/b]  
     
      [b]2009:[/b]    -    [b]2010:[/b]  
    - 89,40 €     -708,81 € 
    
    Eine Woche nach erhalt der Nebenkostenabrechnungen, haben sich einige Mietparteien (darunter wir) zusammen geschlosssen und (Schriftlich per Einschreiben) einen Widerpruch bei unserem Vermieter eingelegt.
    In diesem Schreiben haben wir Ihn darum gebeten die Nebenkostenabrechnungen nochmals zu überprüfen und uns einen einblick in die Unterlagen zu gewähren.
    Da ich bis zum 01.06.2011 noch keine Antwort seinerseids erhalten habe,
    habe ich wie üblich nur 320 € an Ihn überwiesen.
    Einige Tage später habe ich dann eine Antwort seinerseids erhalten.
    In dieser nahm er stellung, das er keine Fehler finden könne außer der tatsache dass die Nebenkostenvorauszahlungen für das Jahr 2010 anscheinend zu niedrig angesetzt worden sind.
    Auch dürfen wir gerne Vorort in die Unterlagen einsicht haben oder die Kopien gegen eine Vergütung (von 20 Cent pro Kopie) anfordern.
    Bevor ich auf dieses Schreiben reagieren konnte, hatte ich schon die erste Mahnung im Briefkasten, das ich den rückstand von 780 € ab dem 15.06.2011
    in Monatlichen Raten von 250 € begleichen solle.
    Wenn ich damit in verzug gerate sollte, würde er mich umgehend frißtlos kündigen.

    Im endefekt weiß ich nun immer noch nicht ob die Nebenkostenabrechnung Rechtens ist,
    denn einige Nachbarn hatten o. haben teilweise mitbewohner, welche hier nicht gemeldet sind o. waren.
    Auh gab es im letztem Jahr ärger aufgrund der Hausreinigung, da ich der einzige aller Parteien bin,
    welcher sich einmal im Monat um diese gekümmert hat. Letztendlich hat sich der Vermieter
    um eine Hausreinigung gekümmert. Ich bin dieser denoch weiterhin einmal im Monat nachgekommen
    und soll nun trotzdem Zahlen ?! Immerhin habe ich nichts dafür bekommen auser einen Mündlichen
    Plus Punkt.

    Das einzige was ich ganz sicher weiß ist, dass die ARGE eine solche Nachzahlung nicht übernehmen
    wird (geschweige mir eine 30 m² Wohnung für 400 € im Monat weiterhin bewilligt).
    Kann mir mein Vermieter so schnell die Kündigung androhen ohne das mir die möglichkeit
    gegeben ist mich erstmal dagegen zu Wehr zusetzen ?
    Welche möglichkeiten habe ich überhaupt ? Eine Rechtschutz habe ich leider nicht.
    Ich wäre um jeden guten Rat wirklich sehr dankbar und verbleibe mit Freundlichen grüßen.
     
  2. AdMan

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  3. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    1. Vom Recht der Belegeinsicht gebrauch machen und alle angeforderten Summen genau prüfen.
    2. Umgelegte Kosten mit dem Mietvertrag abgleichen.

    Darüberhinaus kommen mir über 200€ Hausmeisterkosten ganz schön hoch vor, wenn Haus, und Straßenreinigung ebenfalls gesondert abgerechnet werden. Hier würde ich auf jeden Fall die Arbeitsnachweise einsehen wollen. Es dürfen nur Pflege, Wartungs- und Reinigungsarbeiten umgelegt werden. Jegliche Art von Reparaturen oder Verwaltungsaufgaben, wie Ablesung oder Übergaben, sind nicht umlagefähig.

    Wasser und Müll ist ganz schön gestiegen. Da würde ich vorschlagen mal etwas sparsamer mit umzugehen und beim Müll besser zu trennen. Auch kann ich nicht verstehen warum in einem Harz4 Haus es mit der Treppenreinigung nicht klappt. Da hat man doch Zeit sich darum zu kümmern.
     
  4. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Das kann man so sehen... Knapp 0,60 €/m² Wohnfläche ist sicher ein relativ hoher Wert. Allein daraus lassen sich allerdings keine Schlussfolgerungen ziehen.

    Mal abgesehen davon, dass Ablesekosten umlagefähig sind, ist dies die immer wieder verbreitete "endgültige Wahrheit".

    Betrachtet man die Betriebskostenverordnung, ergibt sich ein etwas anderes Bild. Sämtliche Plege- Wartungs und Reinigungsarbeiten, die vom Hausmeister ausgeführt werden, sind auch nach anderen Punkten des § 2 BetrkV bereits umlagefähig. Wenn sich die Umlagefähigkeit der Hausmeisterkosten auf diese Arbeiten beschränken würde, wäre § 2 Nr. 14 BetrkV völlig sinnlos.
    Der Fall der Hausmeisterkosten muss vom anderen Ende her betrachtet werden. Hausmeisterkosten sind nach § 2 Nr. 14 BetrkV umlagefähig, "soweit diese nicht die Instandhaltung, Instandsetzung, Erneuerung, Schönheitsreparaturen oder die Hausverwaltung" betreffen. Es sind also aus dem Gesamtbetrag der Hausmeisterkosten die Kosten herauszurechnen, die für "die Instandhaltung, Instandsetzung, Erneuerung, Schönheitsreparaturen oder die Hausverwaltung" anfallen. Dass der Hausmeister irgendwelche konkreten Arbeiten erledigt ist nach der Vorschrift nicht Voraussetzung für die Umlage der Kosten.
     
  5. #4 Mario11, 13.06.2011
    Mario11

    Mario11 Gast

    Vielen dank für die bisherigen Antworten.

    Das gesammte Haus teilt sich in 3 Blocks mit mehreren Wohneinheiten auf, uns stehen mehrere Mülltonnen
    zur verfügung, mir ist es sowieso unklar wie das ganze auf diese 3 Blocks umgelegt wird.
    Wer seinen Müll ordnungsgemäß trennt, ist für mich leider nicht nachvollziehbar.
    Daher kann ich nicht beantworten ob im diesem fall Probleme vorhanden sind.

    Warum das mit der Treppenhaus reinigung nicht funktioniert mag ich auch erklären,
    es gibt immer "solche" und "solche", leider entstehen so allgemeine Klischees.
    Jedoch mag man erkennen, dass es auch noch vernünftige Menschen gibt, welche sich kümmern.
    Nur mag ich nicht unter dem Verhalten anderer Mitbewohner leiden.

    Unser Hausmeister übt folgende tätigkeiten aus, in erster instanz bringt er die Mülltonnen
    zur Straße und wieder zurück auf ihren Platz. Allgemeinene Reperaturen
    z.B. bei einem Wasserrohrbruch oder instandhaltung z.B. der Hausflur beleuchtung.

    Um die Garenarbeitern (Rasenmähen) kümmert sich der Vermieter hin und wieder
    selber oder es üben mir unbekannte Menschen aus.

    Die Einsichten in die Unterlagen werde ich aufjedenfall anfordern.
    Allein schon aufgrund der tatsache, dass sich die gesammten Betriebskosten innerhalb
    eines Jahres fast verzehnfacht haben sollen und ich mir derartiges nicht vorstellen kann.

    Zudem sind mir keine weiteren Haushalte aus meinem Umfeld bekannt, welche ebenfalls eine ähnliche
    Nebenkostenabrechnung erhalten haben.
    Auch habe ich bereits mit zwei anderen Wohnungseigentümern über diese Abrechnung
    gesprochen und beide haben mir erläutert, dass eine solche hohe Abrechnung nicht korrekt sein kann.

    Leider kenne ich mich in der Rechtlichen lage nicht aus!
    Bin ich nun erstmal dazu verpflichtet diese Abrechnung in Raten abzutragen
    und die Erhöhungen der Vorauszahlung von 80 € im Monat hinzunehmen,
    da mir sonst seinerseids die Kündigung droht ?

    Oder ist es mir möglich diese erstmal nicht anzuerkennen und mich dagegen zu Wehr zusetzen,
    ohne das der Vermieter mir mit einer Kündigung drohen kann ?

    Lg Mario11
     
  6. #5 Kitzblitz, 13.06.2011
    Kitzblitz

    Kitzblitz Erfahrener Benutzer

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    Die nächsten Schritte, die du unternehmen solltest, hat dir "Heizer" schon heute morgen mitgeteilt.

    1. Vom Recht der Belegeinsicht Gebrauch machen und alle angeforderten Summen genau prüfen.
    2. Umgelegte Kosten mit dem Mietvertrag abgleichen.

    Danach weißt du mehr.

    Wenn du eine Digitalkamera hast, nimm sie mit und fotografiere die Belege ab (die meisten Kameras haben eine Markrofunktion, mit der das sehr gut geht). Damit hättest du schon einmal die Basis für die Abrechnung in der Hand, falls du dir die Prüfung nicht zutrauen solltest.

    Deinen Mietvertrag nimmst du am besten auch gleich mit, so kannst du die abgerechneten Posten mit den lt. Mietvertrag abrechenfähigen Posten vergleichen.

    Gruß aus'm Ländle
    Ulrich

    ... ich würde die persönliche Einsichtnahme bevorzugen - da der Vermieter zum einen dazu verpflichtet ist und du im Dialog mit dem Vermieter besser hinterfragen und argumentieren kannst. Allein schon für den Fall, dass sich dein Vermieter verrechnet haben sollte, halte ich den direkten Dialog für viel geschickter, weil es dem Vermieter viel leichter fallen wird einen Abrechenfehler zuzugeben.
     
  7. #6 Mario11, 13.06.2011
    Mario11

    Mario11 Gast

    Vielen dank! So werde ich dann erstmal vorgehen.

    Lg Mario11
     
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