Holzdielenböden: Was ist mit der Abnutzung?

Diskutiere Holzdielenböden: Was ist mit der Abnutzung? im Renovierung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, es ergeben sich durch den Ablauf des Mietvertrages einige Fragen, die ich hier gerne stellen möchte. Es handelt sich um einen...

  1. DUF153

    DUF153 Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    es ergeben sich durch den Ablauf des Mietvertrages einige Fragen, die ich hier gerne stellen möchte.

    Es handelt sich um einen unrenovierten Altbau (BJ 1910 etwa) mit 360 qm Wohnraum, der an eine Mietergemeinschaft "vergleichbar GbR mit studentischem Wohnrecht, möbliert" vermietet ist, bzw. war.

    In der Hauptsache sind die Böden alte Dielenböden, die 2014 in einigen Zimmern abgeschliffen und geölt, in einigen Zimmern klarlackiert sind und in Teilen auch eine alte abgelaufene Lackierung haben.

    Der Eigentümer hat nun die Abnutzung der Klarlackierung und die Verschmutzung der geölten Dielenböden auf die Mängelliste geschrieben.

    Nach Mietvertrag (Haufe-Verlag) gibt es zwei Renovierungsvereinbarungen:
    Fristenregelung (§ 7 Schönheitsreparaturen) und zusätzlich in den individuellen Vereinbarungen: "naturfarbenes Holz ... ist naturfarben zu belassen", die "Naturholzböden ... wurden neu überarbeitet und werden sauber gewaschen, beigeschliffen und deckend fachmännisch mit Hartöl behandelt".

    Außerdem gibt es eine Zusatzvereinbarung über AGB und dass wir alles gelesen haben.

    Müssen wir die klarlackierten Böden wegen der Nutzungsspuren (ist einfach großflächig teilweise abgelaufen) und die seit 2014 nicht mehr beigeschliffenen und geölten Böden renovieren? Normales Putzen ist nicht gemeint. Es geht um eine professionelle Reinigung und Hartölbehandlung in 3 großen Räumen. Einen Raum haben wir letzten Winter so behandelt, was ganz gut Zeit und Geld war. Da waren Schreiner dabei.

    Der Vertrag wurde 2016 abgeschlossen, ein Teil der Bewohner waren seit 2014 aber durchgehend bis Ende 2019 im Haus (also zwischenzeitlich ohne schriftlichen Vertrag). Uns als "letzte Bewohner" liegen keine Fotos oder Übergabeprotokolle aus der Zeit des Vertragsabschlusses vor.

    Womit müssen wir rechnen?

    LG duffi
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 15.02.2020
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Wenn diese spezielle Renovierungsklausel wirksam vereinbart wurde, ist das eure Aufgabe die Böden entsprechend zu pflegen und aufzuarbeiten.
    Ohne den genauen Wortlaut dazu aus dem Vertrag, kann man das nicht wirklich einschätzen.

    Du kannst den Vertrag (anonymisiert) und Bilder vom Boden hier hochladen, wenn du möchtest.


    Vielleicht hilft dir einen allgemeine Info zu diesen Holzböden weiter, Mieterfehler (für die könnt ihr u.U. haftbar gemacht werden) zu erkennen oder auszuschließen.

    Zur Lebensdauer von Holzböden rechnet man bei Lackschutz mit einer Nacharbeitung nach 10-15 Jahren, Speziallacke halten auch länger.

    Öl- und Wachsbehandlungen sind spezieller. Hier kommt es auf die Art des Öls bzw. Wachses (Hartöl oder Fußbodenöl nur aufgetragen und luftgetrocknet oder mit speziellen Maschinen ins Holz eingearbeitet und poliert, Wachs analog). Entscheidend ist auch wie der Boden geputzt wird, auf Reinigungsmittel sollte bei geölten und gewachsten Böden ganz verzichtet werden, Wischen mit klarem Wasser reicht.
    Die meisten echten Schäden an Böden mit Öl- oder Wachsversiegelung entstehen nicht durch normalen Gebrauch (Laufspuren), sondern durch falsche Reinigungsmittel.


    Hier kann man viel Geld sparen, wenn man einen Reinigungsschliff und die Versiegelung selbst erledigt. Dafür braucht man eigentlich keine Handwerker und auch kein handwerkliches Talent, nur Geduld und sorgfältiges Arbeiten. Die obersten Schutzschicht kann von Hand oder mit Maschinen entfernt und die neue Schutzschicht aufgetragen werden.
    Mit Maschinen braucht man mit etwas Übung für die Reinigungsschliff und Versiegelung von ca. 400 qm 1 Woche mit Trocknungszeiten, ohne sind das 2 Tage Arbeit.
    Von Hand besser ich immer nur kleine Stellen aus, großflächig arbeite ich nur mit Maschinen.
    Die Maschinen (die meisten nehmen Einscheibenmaschinen mit Staubsaugeraufsatz) kann man ausleihen für ca. 30-50 Euro Tagesmiete.
     
  4. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Von wem werden die Naturholzböden behandelt? Da steht nicht, dass der Mieter das tun soll bzw. muss.
     
  5. #4 Sweeney, 15.02.2020
    Sweeney

    Sweeney Erfahrener Benutzer

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    Das Abschleifen und Wachsen bzw. Ölen eines Dielenbodens dürfte regelmäßig in den Verantwortungsbereich des Vermieters fallen. Abweichende Vereinbarungen, die Erhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen auf den Mieter abwälzen, dürften regelmäßig unwirksam sein. Natürlich lässt sich das ohne Kenntnis des genauen Wortlauts, wie bereits von @ehrenwertes Haus geschrieben, nicht prüfen. Dennoch lehne ich mich hier mal aus dem Fenster und behaupte, dass es relativ unwahrscheinlich sein dürfte, dass eine Abwälzung der Instandhaltungsmaßnahmen für den Dielenboden wirksam auf den Mieter übertragen wurde.

    Es ist jedoch zu differenzieren zwischen normaler Abnutzung (vertragsgemäßer Gebrauch) und Schäden, die aufgrund vertragswidriger Nutzung entstanden. Geht der Schaden über die zu erwartende normale Abnutzung hinaus, könnte der Mieter ggf. schadensersatzpflichtig gegenüber dem Vermieter werden.

    Selbst im Falle eines Schadensersatzanspruchs gegen den Mieter, dürfte die Höhe dessen jedoch einen Abzug erfordern, um einen anderweitig finanziellen Vorteil des Vermieters auszugleichen. Wie bereits ebenfalls von @ehrenwertes Haus erwähnt, kann man bei Dielenböden als Richtwert davon ausgehen, dass ein Abschleifen und Versiegeln alle 10 - 15 Jahre erforderlich ist. Demnach trüge der Mieter durch ein vorzeitig notwendiges Abschleifen nach beispielsweise 10 Jahren nur maximal ca. 1/3 der Kosten - und dies auch nur, sofern der Schaden durch nicht ordnungsgemäße Nutzung erfolgte.

    Im hier diskutierten Fall ist anhand der bisherigen Informationen nicht klar, ob die Schäden durch normale Abnutzung oder durch vertragswidrigen Gebrauch entstanden sind. Ebenfalls ungeklärt ist bislang, wann der jeweils letzte Abschliff und Versiegelung erfolgte. Der Threaderöffner sollte daher zu den vorbenannten Punkten Stellung nehmen.
     
  6. DUF153

    DUF153 Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    vielen Dank! das hilft schon viel weiter.

    Das lese ich auch so. Ich werde den Eigentümer ganz schlicht fragen.

    Im Moment sind wir eilig mit den Wänden beschäftigt.
    Obwohl wir die Zimmer mit altem Anstrich auf alten Rauhfasern, z.T. mit übergeputzten Dübellöchern beim Einzug übernommen haben, sind wir nun trotzdem am Anstreichen. Z. Teil ist aber auch von Katzen die Rauhfaser maltretiert, so dass es wirklich gruselig aussieht. Der Eigentümer spricht von "unterwohnt".

    Fotos der Böden werde ich noch machen und hier einstellen.

    LG
    duffie
     
  7. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Nur der Vollständigkeit halber:
    Frage besser den Vermieter, und nicht den Eigentümer.
    Dein Vertragspartner ist der Vermieter, nicht der Eigentümer.
    In den allermeisten Fällen weiß man als Mieter gar nicht, wer der Eigentümer ist.
     
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