Insolvenzverwalter - Aussonderung

Diskutiere Insolvenzverwalter - Aussonderung im Immobilien - Erwerb/Veräußerung im Inland Forum im Bereich Immobilien Forum; Gläubiger A hat neben anderen Gläubiger als erster das Grundstück seines Schuldners B (vor Eröffnungs des Insolvenzverfahrens) gepfändet. Die...

Beluga

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Gläubiger A hat neben anderen Gläubiger als erster das Grundstück seines Schuldners B (vor Eröffnungs des Insolvenzverfahrens) gepfändet. Die Pfändung ist in Grundbuch jedoch nicht eingetragen.
Das Grundstück gehört nicht zu Insolvenzmasse, steht somit außerhalb des Zugriffs von Insolvenzverwalter C.

B will das Grundstück verkaufen, wozu er wegen der von A bereits eingeleiteten Pfändung, der Zustimmung von A sowie anderer Pfandgläubiger.
Würde A`s Forderung durch Verkauferlös befriedigt, wo seine Pfändung nicht im Grundbuch gesichert worden ist. ? Nach welcher Reihenfolge erfolgt die Befriedigung ?

Darf A (wegen evtl Interessenkonflikt: Bevorzugung bestimmten Gläubiger) ausgerechnet den Insolvenzverwalter C zur Durchsetzung der Pfandforderung gegen B /Verkauferlös beauftragen ?
 

Insolvenzprofi

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welche der 3 Positionen nehmen Sie ein? oder haben Sie beruflich desöfteren damit zu tun... den ich meine, sie haben schon mal etwas in der art so wie es hier ist gefragt
 

Beluga

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In diesem Fall bin ich in der Position des pfändungseinleitenden Gläubigers A.

Meine Probleme sind, dass
1. ich zwar der 1ste bin, der den unbelasteten Grundstück gepfändet
habe, meine Pfändung aber ist im Grundbuch nicht eingetragen worden,
wobei andere später gekommene Gläubiger ihre Pfändungen im betr.
Grundbuch haben eintragen lassen.

Deshalb habe ich die Befürchtung, dass wenn das Grundstück verkauft
wird, aus dem gepfändeten Verkauferlös nur die im Grundbuch
stehenden Gläubiger berücksichtigt werden, und ich sogar als 1ster
Pfänder außer Acht gelassen, also leer ausgehen würde.
Wobei meine Forderung allein würde den größten Teil des
Verkaufserlöses in Anspruch nehmen.

(Aber andererseits, warum wird meine Zustimmung zum Verkauft
benötigt ?)
Wie wichtig ist es bzw. spielt es eine Rolle ob die Pfändung im
Grundbuch eingetragen wird oder nicht ?
Nach welcher Reihenfolge werden die Gläubiger befriedigt ?


2. Besteht ein Verbot oder Interessenkonflikt wenn derselbe
Insolvenzverwalter gegen den Insolvenzschuldner bzw.
andere Insolvenzgläubiger tätig ist ?


Insolvenzprofi, ich habe den Eindruck dass in diesem Forum Du der einzige
bist, de mit Grundbuchsachen vertraut ist. :respekt
 

Insolvenzprofi

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mal ne Frage hast du einen Anspruch auf 648 BGB oder hast du schon einen Titel oder ähnliches??
 

Beluga

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habe pfänden lassen anhand eines Vollstreckungstitels.

aber wo ist der Unterschied ?
 

Insolvenzprofi

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Original von Beluga
habe pfänden lassen anhand eines Vollstreckungstitels.

aber wo ist der Unterschied ?

und genau das ist der knackpunkt... was hast Du pfänden lassen???? im GBA sagts du ja, ist nichts eingetragen
 

Beluga

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gepfändet habe ich, wie andere weitere Pfänder auch, anhand Vollstreckungsbescheids (keine Handwerkersicherungshypothek o.ä.),
den Grundstücksanteil.

Die Frage ist, ob die Pfandgläubiger, die ihre Pfändungen nicht im Grundbuch
eintragen lassen haben, auch bei Verteilung von Verkaufserlös berücksichtigt werden, also nach dem Pfändungsdatum. Oder haben nur die im Grundbuch
eingetragenen Pfandgläubiger Anteile ?
Denn wenn es so wäre, dann wäre Pfändung ohne Eintragung im Grundbuch zweck- und sinnlos.

Aber woher soll der Urkunde Notar wiederum wissen, dass außerhalb des Gundbuchs noch weitere Pfandgläubiger sind die die Pfändungen auch eingeleitet haben ?
Denn wenn die außerhalb des Gundbuchs stehende Pfandgläubiger übersehen
würden, haben sie ja nach der Verteilung des Verkauferlös keine chance
mehr auf ihre Forderung. Und haftet denn der Notar ?

:gehtnicht
 

Insolvenzprofi

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Original von Beluga
gepfändet habe ich, wie andere weitere Pfänder auch, anhand Vollstreckungsbescheids (keine Handwerkersicherungshypothek o.ä.),
den Grundstücksanteil.

eben nicht, die Pfändung findet mit dem Eintrag in Abt III statt.... so hast du nichts gepäfndet und es sieht schlecht aus, denn die anderen sind im Vorang

Original von Beluga
Aber woher soll der Urkunde Notar wiederum wissen, dass außerhalb des Gundbuchs noch weitere Pfandgläubiger sind die die Pfändungen auch eingeleitet haben ?

das kann er nicht wissen, deshalb hätte er dir raten müssen eine zwangssicherungshyp nach 867 ZPO eintragen zu lassen... somit hast du nichts, ausser den Titel, womit der schuldner auch persönlich haftet, d. h. ans Amtsgericht wenden, dass die einen Gerichtsvollzieher für dessen bezirk, wo der schuldner sein Wohnsitz hat beauftragen sollen


Nur zur Info, auf der Rückseite des Titels wäre ein Vermerk gekommen, dass du ein Grundstück in Gemarkung Blatt sowieso gepfändet hast, damit du den Titel nicht anderweitig nutzen kannst...
 

Beluga

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Die Pfändungseintragung im Grundbuch hat den Vorteil, den Verkauf zu blockieren. Denn der Verkauf kann nur vollzogen werden, wenn das Grundstück lastenfrei gemacht wird. Zur Lastenfreimachung werden dann
die eingetragenen Gläubiger über den Verkauf mitgeteilt und mit ihnen über die Lastenfreimachung verhandelt.
Der Nachteil für die Gläubiger ohne Pfändungseintragung ist dagegen,
dass sie übersehen somit übergangen werden können. Denn außer der Schuldner als Verkäufer weiß ja keiner (weder der Notar noch der Käufer) über die Pfändungen außerhalb des Grundbuchs.

Gepfändet ist gepfändet. Sonst ist gerichtliche Pfändungsakt bedeutungslos. Nach der Pfändung besteht für den Schuldner keine Verfügungsgewalt mehr über seine gepfändeten Sachen.
Der Schuldner macht sich strafbar, wenn er wissentlich die bestimmten Pfandgläubiger übergehen, sozusagen betrügen.
Nun wenn der Verkauferlös schon anderweitig verteilt oder kassiert worden ist, wird es problematisch sein mit der Berichtigung/Zurückholen.

Wegen komplexen Sachverhalts werde ich die Sache einem Anwalt leider übergeben müssen. Denn in der Tat wurde ich über den Verkauf erst
viel später von Verkäufer informiert.
Zur Sicherheit habe ich dem beurkundenen Notar, der als Treuhand den Kaufpreis zu überwachen hat, über meine Pfändung, hoffentlich noch nicht zu spät, informiert. Tatsächlich war der Notar über die nicht im Grundbuch eingetragenen Pfändungen von Verkäufer nicht informiert worden !

Mal sehen was raus kommt.

Aber vielen Dank für Deinen Rat, Insolvenzprofi ! :geil
 
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Insolvenzverwalter - Aussonderung

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