Insolvenzverwalter - Aussonderung

Dieses Thema im Forum "Immobilien - Erwerb/Veräußerung im Inland" wurde erstellt von Beluga, 30.10.2006.

  1. Beluga

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    Gläubiger A hat neben anderen Gläubiger als erster das Grundstück seines Schuldners B (vor Eröffnungs des Insolvenzverfahrens) gepfändet. Die Pfändung ist in Grundbuch jedoch nicht eingetragen.
    Das Grundstück gehört nicht zu Insolvenzmasse, steht somit außerhalb des Zugriffs von Insolvenzverwalter C.

    B will das Grundstück verkaufen, wozu er wegen der von A bereits eingeleiteten Pfändung, der Zustimmung von A sowie anderer Pfandgläubiger.
    Würde A`s Forderung durch Verkauferlös befriedigt, wo seine Pfändung nicht im Grundbuch gesichert worden ist. ? Nach welcher Reihenfolge erfolgt die Befriedigung ?

    Darf A (wegen evtl Interessenkonflikt: Bevorzugung bestimmten Gläubiger) ausgerechnet den Insolvenzverwalter C zur Durchsetzung der Pfandforderung gegen B /Verkauferlös beauftragen ?
     
  2. AdMan

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  3. #2 Insolvenzprofi, 02.11.2006
    Insolvenzprofi

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    welche der 3 Positionen nehmen Sie ein? oder haben Sie beruflich desöfteren damit zu tun... den ich meine, sie haben schon mal etwas in der art so wie es hier ist gefragt
     
  4. Beluga

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    In diesem Fall bin ich in der Position des pfändungseinleitenden Gläubigers A.

    Meine Probleme sind, dass
    1. ich zwar der 1ste bin, der den unbelasteten Grundstück gepfändet
    habe, meine Pfändung aber ist im Grundbuch nicht eingetragen worden,
    wobei andere später gekommene Gläubiger ihre Pfändungen im betr.
    Grundbuch haben eintragen lassen.

    Deshalb habe ich die Befürchtung, dass wenn das Grundstück verkauft
    wird, aus dem gepfändeten Verkauferlös nur die im Grundbuch
    stehenden Gläubiger berücksichtigt werden, und ich sogar als 1ster
    Pfänder außer Acht gelassen, also leer ausgehen würde.
    Wobei meine Forderung allein würde den größten Teil des
    Verkaufserlöses in Anspruch nehmen.

    (Aber andererseits, warum wird meine Zustimmung zum Verkauft
    benötigt ?)
    Wie wichtig ist es bzw. spielt es eine Rolle ob die Pfändung im
    Grundbuch eingetragen wird oder nicht ?
    Nach welcher Reihenfolge werden die Gläubiger befriedigt ?


    2. Besteht ein Verbot oder Interessenkonflikt wenn derselbe
    Insolvenzverwalter gegen den Insolvenzschuldner bzw.
    andere Insolvenzgläubiger tätig ist ?


    Insolvenzprofi, ich habe den Eindruck dass in diesem Forum Du der einzige
    bist, de mit Grundbuchsachen vertraut ist. :respekt
     
  5. #4 Insolvenzprofi, 04.11.2006
    Insolvenzprofi

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    mal ne Frage hast du einen Anspruch auf 648 BGB oder hast du schon einen Titel oder ähnliches??
     
  6. Beluga

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    habe pfänden lassen anhand eines Vollstreckungstitels.

    aber wo ist der Unterschied ?
     
  7. #6 Insolvenzprofi, 06.11.2006
    Insolvenzprofi

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    und genau das ist der knackpunkt... was hast Du pfänden lassen???? im GBA sagts du ja, ist nichts eingetragen
     
  8. Beluga

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    gepfändet habe ich, wie andere weitere Pfänder auch, anhand Vollstreckungsbescheids (keine Handwerkersicherungshypothek o.ä.),
    den Grundstücksanteil.

    Die Frage ist, ob die Pfandgläubiger, die ihre Pfändungen nicht im Grundbuch
    eintragen lassen haben, auch bei Verteilung von Verkaufserlös berücksichtigt werden, also nach dem Pfändungsdatum. Oder haben nur die im Grundbuch
    eingetragenen Pfandgläubiger Anteile ?
    Denn wenn es so wäre, dann wäre Pfändung ohne Eintragung im Grundbuch zweck- und sinnlos.

    Aber woher soll der Urkunde Notar wiederum wissen, dass außerhalb des Gundbuchs noch weitere Pfandgläubiger sind die die Pfändungen auch eingeleitet haben ?
    Denn wenn die außerhalb des Gundbuchs stehende Pfandgläubiger übersehen
    würden, haben sie ja nach der Verteilung des Verkauferlös keine chance
    mehr auf ihre Forderung. Und haftet denn der Notar ?

    :gehtnicht
     
  9. #8 Insolvenzprofi, 10.11.2006
    Insolvenzprofi

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    eben nicht, die Pfändung findet mit dem Eintrag in Abt III statt.... so hast du nichts gepäfndet und es sieht schlecht aus, denn die anderen sind im Vorang

    das kann er nicht wissen, deshalb hätte er dir raten müssen eine zwangssicherungshyp nach 867 ZPO eintragen zu lassen... somit hast du nichts, ausser den Titel, womit der schuldner auch persönlich haftet, d. h. ans Amtsgericht wenden, dass die einen Gerichtsvollzieher für dessen bezirk, wo der schuldner sein Wohnsitz hat beauftragen sollen


    Nur zur Info, auf der Rückseite des Titels wäre ein Vermerk gekommen, dass du ein Grundstück in Gemarkung Blatt sowieso gepfändet hast, damit du den Titel nicht anderweitig nutzen kannst...
     
  10. Beluga

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    Die Pfändungseintragung im Grundbuch hat den Vorteil, den Verkauf zu blockieren. Denn der Verkauf kann nur vollzogen werden, wenn das Grundstück lastenfrei gemacht wird. Zur Lastenfreimachung werden dann
    die eingetragenen Gläubiger über den Verkauf mitgeteilt und mit ihnen über die Lastenfreimachung verhandelt.
    Der Nachteil für die Gläubiger ohne Pfändungseintragung ist dagegen,
    dass sie übersehen somit übergangen werden können. Denn außer der Schuldner als Verkäufer weiß ja keiner (weder der Notar noch der Käufer) über die Pfändungen außerhalb des Grundbuchs.

    Gepfändet ist gepfändet. Sonst ist gerichtliche Pfändungsakt bedeutungslos. Nach der Pfändung besteht für den Schuldner keine Verfügungsgewalt mehr über seine gepfändeten Sachen.
    Der Schuldner macht sich strafbar, wenn er wissentlich die bestimmten Pfandgläubiger übergehen, sozusagen betrügen.
    Nun wenn der Verkauferlös schon anderweitig verteilt oder kassiert worden ist, wird es problematisch sein mit der Berichtigung/Zurückholen.

    Wegen komplexen Sachverhalts werde ich die Sache einem Anwalt leider übergeben müssen. Denn in der Tat wurde ich über den Verkauf erst
    viel später von Verkäufer informiert.
    Zur Sicherheit habe ich dem beurkundenen Notar, der als Treuhand den Kaufpreis zu überwachen hat, über meine Pfändung, hoffentlich noch nicht zu spät, informiert. Tatsächlich war der Notar über die nicht im Grundbuch eingetragenen Pfändungen von Verkäufer nicht informiert worden !

    Mal sehen was raus kommt.

    Aber vielen Dank für Deinen Rat, Insolvenzprofi ! :geil
     
  11. #10 Insolvenzprofi, 11.11.2006
    Insolvenzprofi

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    halt uns mal auf dem laufenden...
     
Thema: Insolvenzverwalter - Aussonderung
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