Instandhaltungsrücklage: Nachzahlung bei Wohnungsverkauf

Diskutiere Instandhaltungsrücklage: Nachzahlung bei Wohnungsverkauf im Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan Forum im Bereich Wohnungseigentum; Guten Morgen allerseits. Ich war bis vor einigen Tagen Eigentümer einer von vier Wohnungen. Seit 20 Jahren waren wir Eigentümer uns einig, keine...

  1. #1 kahemay, 31.03.2014
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    Guten Morgen allerseits.
    Ich war bis vor einigen Tagen Eigentümer einer von vier Wohnungen. Seit 20 Jahren waren wir Eigentümer uns einig, keine Rücklage zur Instandhaltung zu bilden. Wenn etwas anfiel, wurde direkt bezahlt. Nun habe ich die Wohnung verkauft und der von uns aus der Eigentümergemeinschaft gewählte "Verwalter" kommt nun auf die Idee, dass man ab jetzt doch kontinuierlich Rücklagen bilden müsse und behauptet, ich müsse nach einem bestimmten Berechnungsschlüssel 2600€ nachzahlen, denn ich hätte ja 20 Jahre lang das Eigentum genutzt und kommende Schäden wären ja auch innerhalb dieser Zeit herangewachsen. Also hätte ich meinen Anteil daran zu leisten. Als Beispiel dafür nahm er die Heizung. Liegt dem irgendeine Rechtsgrundlage zu Grunde?
    Ich bitte um Rat, wie ich mich verhalten soll!
    Vielen Dank
     
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  3. #2 Martens, 31.03.2014
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    Eigentümer ist man solange, wie man im Grundbuch als solcher verzeichnet ist.
    Was der Verwalter sagt und will ist ersteinmal uninteressant, Forderungen gegen einzelne Eigentümer ergeben sich nur aus Beschlüssen der Eigentümergemeinschaft. Gab es solche Beschlüsse?
    Sofern im Kaufvertrag ein Lasten-/Nutzen-Übergang vereinbart ist, muß man sehen, ob eine - wenn denn berechtigte - Forderung im Innenverhältnis nicht schon den Erwerber trifft, obwohl der Veräußerer noch Eigentümer ist und gegenüber der WEG haftet.

    Christian Martens
     
  4. #3 kahemay, 01.04.2014
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    Danke für Ihren Hinweis.
    Ja, eine Vereinbarung, dass ab nun ein monatlicher Rückstellungsbetrag für die Nocheigentümer fällig wird, gab es. Aber, ob meine Rückzahlung für 20 Jahre rechtens ist, darüber hat man gar nicht diskutiert. Zumindest müssten dann doch die anderen auch einen Einmalbetrag einzahlen?
    Ich muss mich da noch genauer mit befassen.
     
  5. #4 Martens, 01.04.2014
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    Eine Vereinbarung? Warum kein Beschluß? Wurde die Vereinbarung protokolliert? Wenn ja, wie ist der genaue Wortlaut?
    Wenn "ab nun" eine Rücklage gebildet werden soll, wird sie nicht rückwirkend gebildet.

    Christian Martens
     
  6. #5 kahemay, 01.04.2014
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    Danke nochmals. Leider habe ich mich laut Protokoll vorschnell dazu bereit erklärt rückwirkend zu zahlen. Dennoch erhebt sich für mich nun die Frage ob das falsch war und als nicht rechtswirksam angesehen werden kann. Ist das Kind nun in den Brunnen gefallen und ertrunken, oder kann man da noch etwas retten?
     
  7. #6 Martens, 01.04.2014
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    äh, wie jetzt?

    Eingangs heißt es, der Verwalter käme plötzlich auf die Idee, Gelder zu fordern.

    Nun heißt es, Du hast Dich schon bereit erklärt, Zahlungen zu leisten.

    Da meine hellseherischen Fähigkeiten momentan begrenzt sind, bitte ich um Übermittlung des Wortlautes aus dem Protokoll zu diesem Thema. Dann sehen wir weiter.

    Christian Martens
     
  8. Duncan

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    frag mal bei dem hier an. Der kann dir da vielleicht aushelfen. :84:
     
  9. #8 kahemay, 01.04.2014
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    Entschuldigung, ich habe das chronologisch wohl nicht richtig dargestellt. Bei der letzten Eigentümerversammlung kam er "plötzlich" damit an. Wir wurden quasi überfahren. Ich habe mich dann auch zu schnell bereit erklärt zu zahlen, denn seine Darstellung, dass ich ja den langsamen Verfall z.B. der Heizung mit "verschuldet" hätte und ich mich nun nicht einfach aus der Verantwortung für eine evtl. baldig notwenige Erneuerung herausstehlen könne, leuchteten mir auf die Schnelle irgendwie ein. Die anderen stimmten ebenfalls zu einen gewissen Kontoausgleich einzahlen. Nun kamen mir eben die Bedenken, ob man mir wirklich aufbürden kann für die gesamten 20 Jahre nachzuzahlen. Denn bestimmte Reparaturkosten z.B. am Dach hatte ich ja auch schon mitgetragen.
    Wie ist es denn bei einem privaten Hausverkauf? Da werden vermutlich anstehende Reparaturen doch über den Kaufpreis abgewickelt. Ich habe z.B. auch 9000€ wegen eines schadhaften Terassenpflasters nachgelassen, aber das betrifft eben nur das Sondereigentum.
    Ich will Ihnen nicht unnötig die Zeit stehlen. Vielleicht muss ich eben doch in den sauren Apfel beissen und zahlen. Oder sind solche "Abmachungen", sollten sie Recht verletzen, doch rückgängig zu machen?
     
  10. #9 Martens, 01.04.2014
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    Die Argumentation des Verwalters ist hanebüchener Unsinn.
    Jeder Eigentümer (oder dessen Mieter) nutzen das Gemeinschaftseigentum und wenn Instandhaltungen notwendig werden, zahlen die Eigentümer dafür. Der jeweilige Eigentümer ist für die Zahlung verantwortlich, nicht der vorherige.

    Wenn ich eine Wohnung in einer WEG mit Instandhaltungsstau verkaufe, dann erziele ich vermutlich einen geringeren Preis, da der Erwerber sich ja an den anstehenden Instandhaltungen beteiligt wird. Die WEG geht das aber nichts an, die hält sich an die jeweiligen Eigentümer.

    Die Frage, ob Du jetzt zu Deiner Zusage stehen mußt oder ob es einen Notausgang gibt, kann ich nicht beantworten, zumal Du auch jetzt nicht genau schilderst, wie das gelaufen ist oder ob und wie es protokolliert wurde.

    Christian Martens
     
  11. #10 Martens, 01.04.2014
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    ja, ich werde mir auch eine zulegen, danke für den Tip! :)

    Christian Martens
     
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