Instandhaltungsrücklage Nachzahlung

Diskutiere Instandhaltungsrücklage Nachzahlung im Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo an alle, Schlage mich seit einiger Zeit eher passiv mit ner Kleinigkeit rum: Seit dem 01.01.2008 bin ich Eigentümer einer Wohnung in einem...

  1. Jonas

    Jonas Neuer Benutzer

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    Hallo an alle,

    Schlage mich seit einiger Zeit eher passiv mit ner Kleinigkeit rum:

    Seit dem 01.01.2008 bin ich Eigentümer einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.
    Im Oktober 2009 gab es eine Eigentümerversammlung (bei welcher ich leider nicht dabei sein konnte) mit der Betriebskostenabrechnung von 2008.
    Einer der Punkte war die Instandhaltungsrücklage, welche seit Jahren einem von den Eigentümern festgesetzten Betrag entspricht. Dieser Betrag wurde im Jahr 2007 versehentlich unterschritten. Um doch noch auf den festgelegten Betrag zu kommen wurde in der Eigentümerversammlung am 10.2009 eine Nachzahlung für das Jahr 2007 beschlossen, welche in der Betriebskostenabrechnung von 2008 ausgewiesen wurde.
    Dieses hat für mich die Konsequenz, dass ich für das Jahr 2007 eine Nachzahlung in die Instandhaltungsrücklage bringen muss, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch kein Eigentümer war. Die anderen Eigentümer sind schon länger dabei und hatten das nicht berücksichtigt.
    Eigentlich wollte ich meinem Verkäufer, der selbst in einer anderen Wohnung im Haus wohnt, diese zusätzlichen 200€ weiterleiten, aber dieser meinte, das diese Zahlung ja mir (Werterhalt des Gebäudes) zugute kommen würde und er die Zahlung nicht vornehmen wird.

    Bin mir bei dieser Angelegenheit sehr unsicher. Prinzipiell ist es ja in meinem Interesse die Instandhaltungsrücklage zu zahlen, dennoch finde ich es nicht gerecht, wenn ich Zahlungen aus 2007 übernehmen muss.

    Wie ist denn die rechtliche Lage? Und wäre es auch durchsetzbar, wenn ich Recht hätte?
    Lohnt es sich für 200€ den Hausfrieden aufs Spiel zu setzen?
     
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  3. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Im Grunde ist die Rechtslage - auch wenn es die Einsichtfähigkeit von Wohnungseigentümern häufig überfordert - sehr einfach: Das Abrechnungsergebnis wird durch Beschluss der Gemeinschaft fällig und zahlen muss immer derjenige, der bei Fälligkeit Eigentümer ist. Das gleiche gilt für Erstattungen aus einer Abrechnung. Dies betrifft das Verhältnis zwischen dem Wohnungseigentümer und der Gemeinschaft.

    Stikt davon zu unterscheiden sind wechselseitige Ansprüche aus dem Kaufvertrag. In Kaufverträgen gibt es regelmäßig Vereinbarungen zum Nutzen- und Lastenübergang. Denkbar wäre, dass der Käufer aus dem Kaufvertrag einen Erstattungsanspruch ableiten kann. Dies wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für Kosten gelingen, die für einen Zeitraum vor dem Nutzen- und Lastenübergang angefallen sind.

    Allerdings sind die Rücklagenzuführungen keine Kosten, sondern ein Ansparbetrag und dieser Betrag fällt auch nicht für einen früheren Zeitraum an, sondern aktuell. Die Eigentümer sind frei in ihrer Entscheidung über die Höhe der Rücklagenzuführung und haben in einem Jahr eine geringere Zuführugn als üblich beschlossen. Die geringere Rücklagenzuführung, wird nun lediglich zum Anlass für die aktuelle Erhöhung genommen. Es ist aber trotzdem eine Rücklagenzuführung der Abrechnungsperiode.


    Selbstverständlich...



    Darüber muss sich jeder selbst Gedanken machen.
     
  4. Jonas

    Jonas Neuer Benutzer

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    Hallo RMHV,

    vielen Dank für die gute, schnelle und klärende Antwort!

    Deiner Argumentation kann ich folgen. Habe nun ein besseres Gefühl beim zahlen wenn ich weiß, dass es zumindest von der rechtlichen Seite her korrekt und es nicht einfach nur eine Laune meines Verkäufers ist.
     
Thema: Instandhaltungsrücklage Nachzahlung
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