ISTA schätzt plötzlich 2 Parteien im Haus bezüglich der Heizkosten

Diskutiere ISTA schätzt plötzlich 2 Parteien im Haus bezüglich der Heizkosten im Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo zusammen, wir sind mit unserem MFH seit knapp 5 Jahren bei der ISTA. Bis jetzt hat alles soweit geklappt .... über deren Preise möchte ich...

Hauswirtschafter

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Hallo zusammen,

wir sind mit unserem MFH seit knapp 5 Jahren bei der ISTA. Bis jetzt hat alles soweit geklappt .... über deren Preise möchte ich nicht reden.
Nun bekamen wir die Heizkostenabrechnung für unser Wirtschaftsjahr 2021/22 (es geht immer von Mai bis April). Auf einmal wurden in der Abrechnung 2 Parteien geschätzt und 2 nicht.
Die Schätzungen waren auch noch so schlecht, dass man sie keinem Mieter anbieten kann. Am 17.06. habe ich mich bei der Hotline beschwert, bis jetzt keine Reaktion.
Wir haben seit einem Jahr ein von uns bestätigtes Angebot zum Wechseln der Heizkostenverteiler vorliegen, auch hier keine Reaktion der ISTA (seit einem Jahr).
Wie würdet Ihr weiter vorgehen, wenn sich von denen keiner rührt? Viele Druckmittel hat man ja nicht, außer Anwalt etc.? Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?

Viele Grüße
Hauswirtschafter
 
Fremdling

Fremdling

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Hallo @Hauswirtschafter !

In HKVO §9a(1) sind die Vorgaben definiert, wie bei nicht ordnungsgemäßer Erfassung (z.B. Geräteausfall) hilfsweise fiktive Verbräuche ermittelt werden. - Was war denn an Euren „Schätzungen“ [gemäß §9a(1) ???] „schlecht“? - Sollten faktische Fehler entstanden sein, hilft formelle Reklamation der Abrechnung.

Sofern allerdings meine Annahme eines MFH mit insgesamt 4 Wohnungen je ähnlicher Größe zutrifft, sind in Eurem Fall die Kosten gemäß Bestimmung in §9a(2) zu verteilen. Auch das kann zutreffendenfalls reklamiert werden.

Bezüglich der Kommunikation mit dem Abrechnungsdienstleister und der beauftragten Nachrüstung dürften beharrlichere Versuche eines Tages mit Kontakt und Umsetzung belohnt werden.
 

Hauswirtschafter

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Die beiden geschätzten Parteien wurden schlecht geschätzt. Die sehr sparsame Partei hat auf einmal einen Mehrverbrauch, den sie bemängeln werden. Die andere normal heizenden Partei hat wesentlich weniger verbraucht als im letzten Abrechnungszeitraum. Das passt einfach nicht zusammen. Möchte echt mal wissen, wie sie schätzen.
Kündigen ist eine gute Idee, wir haben aber einen Mehrjahresvertrag, müsste ich nochmal nachschauen.
 

Ferdl

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Es geht um Heizkosten?
Die Frage wäre auch, warum die komplette Wohnung geschätzt wurde normalerweise fallen doch höchstens einzelne HKV aus.
 
Fremdling

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Möchte echt mal wissen, wie sie schätzen.
Zitat aus §9a(1):
Kann der anteilige Wärme- oder Warmwasserverbrauch von Nutzern für einen Abrechnungszeitraum wegen Geräteausfalls oder aus anderen zwingenden Gründen nicht ordnungsgemäß erfasst werden, ist er vom Gebäudeeigentümer auf der Grundlage des Verbrauchs der betroffenen Räume in vergleichbaren Zeiträumen oder des Verbrauchs vergleichbarer anderer Räume im jeweiligen Abrechnungszeitraum oder des Durchschnittsverbrauchs des Gebäudes oder der Nutzergruppe zu ermitteln. Der so ermittelte anteilige Verbrauch ist bei der Kostenverteilung anstelle des erfassten Verbrauchs zu Grunde zu legen.


Der Jahresabrechnung sollte dann ein sogenanntes „Schätzprotokoll“ (incl. Rechenweg) beiliegen, was bei Fehlen ggf. nachgefordert werden kann.
 

Hauswirtschafter

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Danke für die Infos.
Es geht um Heizkosten. Die beiden Wohnungen haben jede Menge Heizkörper. Das da alle komplett ausfallen, ist sehr unwahrscheinlich. Ich denke wieder mal ein interner Softwarefehler.
So hatte ich mir Schätzen vorgestellt. Ich teile den Verbrauch der beiden Parteien im Verhältnis zum letzten Abrechnungszeitraum. Das wäre dann auch fair für mich.
 
Fremdling

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So hatte ich mir Schätzen vorgestellt. Ich teile den Verbrauch der beiden Parteien im Verhältnis zum letzten Abrechnungszeitraum. Das wäre dann auch fair für mich.
Auch wenn Du genial auf den Cent genau die tatsächlichen Verhältnisse treffen solltest (dann solltest Du auch Lotto spielen):
  1. Wie ermittelst Du den zu teilenden Verbrauch der beiden Parteien, wenn von 4 Wohnungen 2 ohne Messwerte sind?
  2. Warum glaubst Du, das relative Heizverhalten der Wohnungen untereinander auf Vorjahresbasis zutreffend einschätzen zu können?
  3. Was gedenkst Du zu tun, wenn ein Mieter des Hauses die Abrechung echt prüfen will und aufgrund Deiner dann zu erläuternden „Vorstellung“ seinen Gesamtheizkostenanteil w.E. mit Verweis auf diese „individuelle“ Rechnung nur mit einer 15%-Kürzung zahlt?
… und damit bin ich hier -mangels sinniger Beiträge- raus. - Viel Glück!
 
immobiliensammler

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  1. Wie ermittelst Du den zu teilenden Verbrauch der beiden Parteien, wenn von 4 Wohnungen 2 ohne Messwerte sind?
  2. Warum glaubst Du, das relative Heizverhalten der Wohnungen untereinander auf Vorjahresbasis zutreffend einschätzen zu können?

Mein Grundgedanke wie ich eine Schätzung angehen würde wäre glaube ich so ähnlich wie die von @Hauswirtschafter:

Unterstellt die Heizkosten waren in 2020 1.000 Euro, davon entfielen 20 % auf Partei 1, 30 % auf Partei 2, 10 Prozent auf Partei 3, 40 % auf Partei 4. Partei 1 und 3 konnten nicht abgelesen werden, die Heizkosten 2021 seien 1.500 Euro. Dann wäre bei mir das logische Ergebnis: Partei 1 = 20 % von 1.500 Euro (300 Euro), Partei 3 = 10 % von 1.500 Euro (150 Euro), meinetwegen noch zusätzlich eines Zuschlages wegen der Schätzung.

Aber das ist ja eigentlich nicht das Problem des TE sondern das des Abrechnungsdienstleisters. Insofern auch mein dringender Rat:

Der Jahresabrechnung sollte dann ein sogenanntes „Schätzprotokoll“ (incl. Rechenweg) beiliegen, was bei Fehlen ggf. nachgefordert werden kann.
 

Hauswirtschafter

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1. Gesamthausverbrauch - (minus) bekannter Verbrauch zweier Wohnungen = Restverbrauch -> Restverbrauch prozentual aufteilen auf der Basis des Vorjahres
2. Das ist meine einzige Basis, die ich habe. Die Anzahl der Personen in beiden Wohnungen hat sich nicht verändert. Das es in der Realität eine Abweichung gibt, ist klar.
3. Ich würde beide Parteien erst anschreiben, ob sie mit der Vorgehensweise einverstanden sind. Wenn nicht -> Anwalt !!

Wobei, ich hätte Lust auf Anwalt, um den Laden mal so richtig aufzumischen.
 
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1. Gesamthausverbrauch - (minus) bekannter Verbrauch zweier Wohnungen = Restverbrauch -> Restverbrauch prozentual aufteilen auf der Basis des Vorjahres

Wie willst Du den Gesamthausverbrauch (unterstellt Gas = kwh) mit dem Verbrauch zweier Wohnungen rechenmäßig ins Verhältnis setzen? Unterstellt es sind Heizkostenverteiler, dann zeigen die ominöse Einheiten an, diese kann man nicht auf kwh umrechen!

Wobei, ich hätte Lust auf Anwalt, um den Laden mal so richtig aufzumischen.

Wobei Du da wohl ganz schlechte Karten hättest, wie willst Du die Schätzung denn juristisch korrekt begründen? Ausfall aller Heizkostenverteiler???
 

Ferdl

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Wie willst Du den Gesamthausverbrauch...mit dem Verbrauch zweier Wohnungen rechenmäßig ins Verhältnis setzen? Unterstellt es sind Heizkostenverteiler,
Wie will man überhaupt
2 Parteien geschätzt und 2 nicht.
die 2 Parteien nicht schätzen?
Genauer, wenn die Hälfte aller HKV ausfallen ist die ganze Messerei für die Tonne, soll heißen auch die gemessenen Werte werden in ein geschätztes Verhältnis gesetzt
 

Kirque

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Dass irgendwelche Zähler ausfallen, nicht abgelesen werden können, unplausible Werte liefern (z.B. rückwärts zählen), falsch eingebaut wurden, usw. kommt praktisch dauernd vor. Seit all den Jahren, in denen wir solche Dienstleister nutzen, haben wir nicht eine Abrechnung gehabt, ohne dass nicht wenigstens eine Einheit geschätzt wurde -in einem Fall sogar dieselbe für fünf Jahre in Folge. Das ist bei allen Abrechnern (Minol, Techem, Ista...) dasselbe, auch die Erreichbarkeit und Reaktions"freude" unterscheidet sie nicht wirklich. Damit muss man wohl leben oder es bleiben lassen. Immerhin haben diese Gesellschaften den Nimbus "es schon richtig zu machen, sind ja kontrollierte Profis", so dass deren Abrechnungen recht selten ernsthaft angezweifelt werden, was auch Schätzungen betrifft.

Wenn eine Einheit mehrere Zähler besitzt, genügt der Ausfall eines einzigen Zählers bzw. eines einzigen Ablesefehlers, um eine Schätzung auszulösen. Wir bitten regelmäßig die Mieter, zu den Stichtagen die Zähler zu fotografieren, was so einigermaßen funktioniert. Im Falle einer Unstimmigkeit hat man da schon mal Anhaltspunkte, die bei der Korrektur einer Abrechnung helfen. Man kann die Ablesewerte übrigens auch im Webportal selbst eintragen; dann ist schon mal die Grundlage gesichert. Bei größeren Häusern als sagenwirmal 6~8 Einheiten kann das schon richtig Arbeit werden, aber letztendlich ist der Vermieter für die korrekte Abrechnung haftbar, nicht dessen Dienstleister. Wenn man also Mieter hat, die mit einer Abrechnung zum Anwalt rennen, relativiert sich dieser Aufwand schon wieder. Und die Motivation dafür wird angesichts steil steigender Preise sicher nicht abnehmen...

Wir kontrollieren jede Abrechnung detailliert und finden fast immer Fehler; selten geht die erste Zusendung glatt durch, weshalb wir auch immer erst Vorab-Exemplare als PDF bekommen, bevor der dicke Papierstapel versandt wird.
 

Hauswirtschafter

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Wir haben jetzt die korrigierte Abrechnung der ISTA bekommen. Es gibt keine Schätzwerte mehr und die Verbräche passen in etwa zu denen aus dem Vorjahr. Woran es gelegen hat, keine Ahnung. Keine Info dazu bekommen.
Dass bei diesen Abrechnungen immer wieder Fehler passieren, das liegt wohl auf der Hand. Zumal unsere Zähler schon lange laufen und wir seit über einem Jahr auf einen Zählertausch warten, aber sie kommen einfach nicht in die Gänge.
 
Fremdling

Fremdling

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Seit all den Jahren, in denen wir solche Dienstleister nutzen, haben wir nicht eine Abrechnung gehabt, ohne dass nicht wenigstens eine Einheit geschätzt wurde…
Das könnte sich in den kommenden Jahren erledigen, wenn die Umrüstung auf an Datensammler funkende Zähler zur Pflicht werden. Das scheint mir auch das einzig ‚positive‘(?) an der Zwangsbeglückung mit monatlichen Infos an die Nutzer zu sein, dass nämlich ausfallende oder fehlerhafte Zähler zeitnah getauscht werden (müssen), um die Monatsinfos zu gewährleisten. In einem Objekt haben wir die Überraschung der ‚schnellen Reaktion‘ bereits in 2021 mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen können. Klar, die Monatsinfos sollen ja Geld einbringen und daher termingerecht ordnungsgemäß funzen.
 

Kirque

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Das könnte sich in den kommenden Jahren erledigen, wenn die Umrüstung auf an Datensammler funkende Zähler zur Pflicht werden.

Die haben wir schon seit Jahr(ehnt?)en, das funktioniert leider nicht zu 100% zuverlässig. Es bleibt immer mindestens eine Einheit übrig, in der mindestens ein Zähler spinnt oder nicht abgelesen werden konnte, also geschätzt werden muss. In kleineren Häusern sind wir deshalb dazu übergegangen, die Werte durch den Hausmeister ablesen zu lassen und der Ista diese selbst mitzuteilen. Bedauerlicherweise braucht die Ista dann regelmäßig mehr als doppelt so lange für die Erstellung einer Abrechnung wie sonst. Da ist man versucht, alles selbst zu machen.

Das scheint mir auch das einzig ‚positive‘(?) an der Zwangsbeglückung mit monatlichen Infos an die Nutzer zu sein, dass nämlich ausfallende oder fehlerhafte Zähler zeitnah getauscht werden (müssen), um die Monatsinfos zu gewährleisten.

Dazu muss das aber auch entsprechend zeitnah auffallen und gemeldet werden. Wenn überhaupt, wird es allenfalls ein paar vereinzelte Neugierige geben, die sich das ein-, zweimal anschauen und dann ignorieren. Ich schätze, wir sind uns einige über den Unsinn dieser Vorschrift, da in aller Regel die Bewohner Zugang zu den Zählern haben und sie so bei Bedarf und/oder Interesse stündlich ablesen können. Wer sich ernsthaft dafür interessiert und auch eine Auswertung oder Gegenüberstellung/Vergleich/Verlauf haben möchte und diesen auch versteht, kann ihn sich auch selbst anfertigen. M.M.n ist das nur Aufwands- und Kostengenerierung ohne jeglichen Wert.
 
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