jährlich streichen oder vergammeln lassen?

Dieses Thema im Forum "Renovierung" wurde erstellt von Wetterfrosch, 04.11.2010.

  1. #1 Wetterfrosch, 04.11.2010
    Wetterfrosch

    Wetterfrosch Neuer Benutzer

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    Hallo, ich habe folgendes Problem: mit meinem Mieter, der früher Eigentümer der vermieteten Immobilie war (sie aber finanziell nicht mehr halten konnte) ist mündlich vereinbart, daß er u.a. die Fenster, Holzverkleidung, Carport etc.) regelmäßig selbst streicht (Farbe wird durch Vermieter gestellt). Wie ich nun feststellte, sind diese Arbeiten teilweise sehr schlampig und nachlässig ausgeführt worden, so das bereits die Substanz (Holz) angegriffen wird. Mehrfache Ermahnungen fruchten nicht ("man könne nicht jedes Jahr streichen"). Gut, in der Regel sind es nur alle 3-5 Jahre, aber z.B. die Wetterschenkel der Fenster+Türen sind fast immer jährlich erforderlich trotz guter Farbe. Das ist aber schnell erledigt.
    Der Mieter steht aber auf dem Standpunkt: nichts machen und wenn dann etwas durchgefault ist (z.B. die 10 Jahre alte Haustür), wird der Vermieter informiert und der soll dann Fenster und Türen für viel Geld tauschen...
    Nachdem die Haustür bereits teuer instandgesetzt werden mußte, will ich das nicht mehr hinnehmen. Streiche also selbst, was erforderlich ist. Das nervt nun offenbar wiederum den Mieter, den die Arbeiten am Haus stören.
    Wie geht man hier zweckmäßig vor? Ich bin der Meoinung, das Hlz muß dort, wo die Farbe ab ist, wieder geschützt werden. An meinem baugleichen Haus streiche ich auch alle erforderlichen Stellen jährlich. Das sind natürlich nur kleine Stellen, aber viel halt Fenster. Ich denke, der Mieter muß das akzeptieren? Es ist doch ein Unterschied, ob das Fenster nur 10 oder vielleicht bei guter Pflege 50 Jahre hält? Zahlen muß es doch der Vermieter. Was meint das Forum dazu?
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 04.11.2010
    lostcontrol

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    kannst du das irgendwie beweisen dass es diese vereinbarung gibt? hast du zeugen?

    im normalfall ist der vermieter/eigentümer dafür zuständig, fenster und türen von außen zu streichen. entsprechend muss er sich auch kümmern. wenn also eine tür verfault, weil diese instandhaltungsmaßnahmen nicht ausgeführt wurden, dann ist der vermieter natürlich zuständig für den austausch dieser türen und fenster, denn der mieter hat anspruch auf vertragsgemäßen zustand.

    er muß diese arbeiten zulassen, ob's ihn nervt oder nicht.

    ob der mieter das akzeptieren muss, wenn du das jährlich machen willst weiss ich nicht, kann's mir aber nicht vorstellen, denn wie du selbst sagtest ist ein rhythmus von 3-5 jahren üblich (je nach zustand halt).

    ich behaupte jetzt mal ganz frech, dass ein 50 jahre altes fenster für die wenigsten mieter attraktiv bzw. akzeptabel sein wird, da gab's ja schon enorme fortschritte. im laufenden mietverhältnis spielt das zwar keine rolle, aber es könnte sein dass du mit 50 jahre alten fenstern eine wohnung bzw. ein haus nicht mehr vermietet bekommst.
    ich lebe übrigens selbst teilweise mit fenstern die78 jahre alt sind - die sind aber sehr sehr gut renoviert (besser gesagt restauriert) und erstaunlicherweise auch immernoch dicht. das dürfte aber wohl kaum der normalfall sein.
     
  4. malloy

    malloy Erfahrener Benutzer

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    Also auf Zäune und Holzvertäfelungen bezogen ist es besser, das Holz nicht jährlich zu streichen. Das habe ich schon in der Jugend von unserem Kunstlehrer damals gelernt, der auch freischaffender Künstler war, ein Fachwerkhaus hatte und Holzskulpturen "bildhauerte" und verkaufte. Wenn es grau wird, entwickelt es eine eigene Schutzschicht, der Selbstschutz des Holzes wird durch ständiges Streichen und die Mittel im Lack außer Kraft gesetzt und das Holz muß immer öfter immer besser gestrichen werden, weil es anfälliger wird. Das sehe ich auch an unserem Jägerzaun, der ist derweil 33 Jahre alt und noch nicht morsch, das letzte mal wurde der vor 14 Jahren gestrichen, gleiches für die das Obergeschoß verblendende Holzfassade auf der Wetterseite unseres Hauses. Deshalb gibt es auch noch heute 300 Jahre Forsthäuser aus Holz und Fachwerkbauten. Zwar muß da ab und an saniert werden, aber nicht jedes Jahr gestrichen. Erst durch das ständige einlassen und anpinseln mit den zersetzenden Stoffen im Lack wird das Holz anfällig. Einmal angefangen muß man das dann andauernd wiederholen, weil es sonst durchlässig wird. Da jetzt aber schon jedes Jahr gestrichen wurde, muß das nun auch weiter so gehandhabt werden, sonst rottet es Dir immer schneller weg. Der Mieter muß das nunmal hinnehmen, die Taktik "Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht naß" ist hier auch für ihn nicht zweckdienlich.
    Unsere Holzhaustür BJ 1978 wurde noch nie neu lackiert und die Holzfenster wurden beim Kauf vor 22 Jahren einmal komplett nachgestrichen und sind noch immer schick braun und nicht vergammelt, weder substantiell noch optisch.
     
  5. #4 Wetterfrosch, 05.11.2010
    Wetterfrosch

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    Vielen Dank für die schnellen Antworten. Dann bin ich ja erst mal froh, das man mich hier versteht und es ähnlich sieht :-)
    einen Beweis für diese Vereinbarung mit dem Mieter habe ich natürlich nicht. Lt. allg. Rechtslage und auch Mustermietvertrag muß der Mieter ja nur innen streichen, insofern bringt eine Schriftform etc. eigentlich nichts oder sehe ich das falsch? Anderslautende Klauseln wären immer ungültig, liest man oft.
    Der Mieter streicht teilweise auch selbst, z.B. die Fassade, wo das noch gar nicht erforderlich war und noch dazu mit einer grellen, abscheulichen Farbe...ich dachte, mich trifft der Schlag, als ich das gesehen habe. "nun ist die Farbe schon drauf" - war seine Antwort. Nun ja, ich bin ja kein Unmensch und habe nichts weiter gesagt. Wird demnächst wieder mit einer von mir ausgesuchten und bezahlten Farbe korrigiert.
    Habe natürlich nicht 10 Jahre zugesehen, wie die Tür wegfault, aber halt der Erstbesitzer=Mieter so lange, bis ich das Objekt übernahm. Dann hatte ich die Kosten für die Schlamperei am Hals. Meine gleichaltrige Tür ist auch noch TipTop - Dank guter Pflege.
    Meine Erfahrung ist die: von Grund auf erneuert hält die Dickschichtlasur etwa 2 Jahre, dann blättert beim Schleifen alles ab (muß bis aufs blanke Holz runtergehen), wenn man noch ein drittes Jahr wartet dann platzt alles von selbst ab. Das betrifft natürlich nur die Wetterschenkel und die unteren Ecken, alles andere ist noch in Ordnung und muß über Jahre nicht gestrichen werden. Wenn ich aber jährlich mit einem Aufrauhschwämmchen drüber gehe und anschließend eine dünne Lage Dickschicht draufmache, die die feinen Risse versiegelt, platzt nie mehr etwas ab! Und so ist man auch ruckzuck mit allen Fenstern fertig. Die sind natürlich auch erst etwas über 10 Jahre alt und ziemlich modern und gut isoliert. Wenn sie aber gut gepflegt werden, sollten sie doch mit etwas Glück 50 Jahre halten? Wenn man durch Schlamperei nämlich erst einen Pilz o.ä. reinbekommt, ist das Fenster schnell zerstört.
    Das das graue Holz eine Schutzschicht bildet und nicht weiterfault, ist mir neu. Da werd ich mich mal drüber informieren. Obwohl so richtig schön sieht das bei einem relativ neuen Fenster auch nicht aus? Aber nun läßt sich das wohl ohnehin nicht mehr ändern. Aber ich denk mal, das ist auch eine Frage der Holzqualität, billige Hölzer sind nicht so robust. Und wenn man viel schützenden Dachüberstand hat, vermeidet man auch viele Probleme. Bringt denn so ein Flügelprofil etwas? Habe Angst, das es durch die Feuchtigkeit darunter unbemerkt weitergammelt: http://www.fluegelabdeckung.de/
     
  6. #5 nobrett, 25.11.2010
    nobrett

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    Gerade Malerarbeiten an solchen Bauteilen würde ich nicht einem Mieter überlassen. Es ist nicht damit getan, frische Farbe drüber zu schmieren, der zeitraubende Teil der auch wenig Spaß macht und daher wenns ein Mieter macht vermutlich unter den Tisch fällt, sind das Schleifen und die Untergrundbehandlung.

    Dass Bauteile jährlich getrichen werden müsse halte ich bei fachgerechter Arbeit für unzuteffend. Wenn die Farbe schon nach 1-3 Jahren erneuerungsbedürftig ist, dann stimmt da was nicht. Meine ehemaligen Holzfenster sehen nach 12 Jahren ohne Pflege noch wie neu aus und in meinem aktuellen Haus wurden die Fenster nach 28 Jahren zu ersten Mal gestrichen - das war allerdings dann auch dringend notwendig um Folgeschäden zu vermeiden.
     
  7. #6 Wetterfrosch, 25.11.2010
    Wetterfrosch

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    vielen Dank für die Info - dem Mieter überlasse ich das nun auch nicht mehr, nachdem ich mir seine "Arbeit" angesehen habe. 1x hat er in den vielen Jahren tatsächlich die Fenster gestrichen, aber mit einer dafür völlig ungeeigneten Wetterschutzfarbe :-O Und unter Schleifen versteht er 1x mit dem Schleifschwamm drüberkratzen. Zum Glück hat der Mieter nun etwas mehr Verständnis, daß ich das wieder in Ordnung bringe.

    Das die Fenster nach 12 Jahren noch wie neu aussehen, kenne ich bisher nur von Kunststoffenstern ;-)
    Das Problem scheint wirklich die Dickschichtlasur zu sein, zumal noch wasserlöslich! Die blättert immer wieder ab und darunter nimmt das Holz Schaden, weil durch die Risse sofort Feuchtigkeit eindringt. Hört und liest man überall. Mir wurde dann empfohlen, alles runterzuschleifen und lösungsmittelhaltige Dünnschicht zu nehmen. Die gibts leider fast nur noch mit hochgefährlichen Nanopartikeln - aber die hält zumindest deutlich länger!
    Dieser Beitrag deckt sich übrigens genau mit meinen Erfahrungen:
    http://www.woodworker.de/forum/optimale-fensterrahmen-lasur-t5286.html

    Und die mit Holzverkleidung am Giebel wurde das erste Mal nach 11 Jahren, das zweite mal nach 14 Jahren mit Wetterschutzfarbe gestrichen (je 2x). Die löst sich nicht wie die Dickschicht, sondern ist nach den Jahren fast spurlos verschwunden...Da kamen aber schon die ersten verfaulten Holzstücke rausgefallen. An meinem anderen Haus mache ich das alle 4 Jahre selbst, dort siehts noch deutlich besser aus, aber das Holz ist auch schon überall gerissen und wölbt sich bereits.
     
  8. #7 lostcontrol, 25.11.2010
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    also ich würd mal sagen das hängt von mehreren faktoren ab:
    1.) wetterseite? da muss man schneller wieder ran als auf einer wetter-abgewandten seite.
    2.) äußere fensterlaibung. ich hab fenster, da sind das wenige zentimeter, da muss ich öfter nacharbeiten als an anderen fenstern, die von einer sandstein-profilierung umgeben sind und die fast 30cm nach innen versetzt sind.
    3.) art und qualität des holzes bzw. der fenster (auch deren alter)
     
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