Kaltmiete übers Jobcenter - Wie lange sicher?

Diskutiere Kaltmiete übers Jobcenter - Wie lange sicher? im Insider Forum Forum im Bereich Off-Topic; Hallo, ich wusste nicht in welche Kategorie mein Beitrag am besten passt, hoffe hier bin ich richtig. Es gibt die Annahme dass es für Vermieter...

  1. #1 Dragonate, 06.09.2018
    Dragonate

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    Hallo,

    ich wusste nicht in welche Kategorie mein Beitrag am besten passt, hoffe hier bin ich richtig. Es gibt die Annahme dass es für Vermieter ein angenehmer Zustand und Vorteil ist, wenn man bei Arbeitslosengeld II Empfängern die Miete direkt vom Jobcenter bekommt (zumindest wenn man aus Gründen gezielt an diese Vermieten möchte).

    Rechtliche Ansprüche beim Jobcenter entstehen dabei nicht, trotzdem denke ich generell das es schon ein Vorteil ist, die Miete in der Regel immer pünkltich eintrifft.

    Was ich mich nun Frage; Ich habe gelesen dass das Jobcenter die Miete direkt an den Vermieter zahlt, wenn davon ausgegangen wird, dass der Mieter es selber nicht auf die Reihe bekommt (einfach ausgedrückt). Aber wie lange ist mir die Miete sicher? Kann ich davon ausgehen das Mieter bei denen das Jobcenter Mietzahlungen übernimmt langfristig arbeitslos sind? Es geht mir also um die "Kategorie" dieser Arbeitslosen Mieter.

    Wenn es nicht der Fall ist, würde ja der ganze Grundgedanke stark hinken - wenn zum Beispiel vom Mieter eine neue Arbeit übernommen wird/werden muss und das Amt dann die Zahlung einstellt. An diesem Punkt habe ich ja dann einen "high-risk" Mieter, bei dem das Amt vorher aus Sicherheitsgründen die Miete übernahm.

    Ich denke Ihr wisst wie ich es meine - ist das somit überhaupt ein gutes Konzept? Wie lange ist mir die Miete "sicher"?
     
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  3. #2 immobiliensammler, 06.09.2018
    immobiliensammler

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    Das mit dem Grund für die Direktzahlung an den Vermieter wird von Jobcenter zu Jobcenter anders ausgelegt, manche machen das routinemäßig, sobald der Leistungsempfänger das beantragt, andere nur in absoluten Ausnahmefällen, also z.B. erst nach Abwendung der Räumungsklage

    Selbst bei der Abtretung ist das Problem, dass der Leistungsempfänger diese ja einen Tag nach Vertragsabschluss gegenüber dem Jobcenter widerrufen kann, dann muss die Auszahlung wieder an den Leistungsempfänger erfolgen.

    Gründe warum die Zahlung wegfallen kann gibt es diverse, z.B. Sanktionen, Wegzug z.B. eines Kindes, wodurch die Wohnung zu groß wird, Arbeitsaufnahme etc.

    Zusätzlich hast Du halt immer mit einer Behörde zu kämpfen, bei der am Schluss keiner für irgendwas verantwortlich ist. Konkreter Fall aus meinem Fundus: Abtretung Miete, dann kommt einen Monat keine Miete, Nachfrage beim Mieter erfolglos, beim Jobcenter zuerst auch. Dann Dienstaufsichtsbeschwerde, es kommt die Antwort: "Am ..... sprach Herr X vor und beantragte aufgrund einer Notlage die Leistungen ausnahmsweise in bar auszuzahlen. Der Bitte wurde entsprochen, dabei wurde von der Mitarbeiterin die vorliegende Abtretung übersehen und der Gesamtbetrag ausgezahlt. Bitte wenden Sie sich wegen der Zahlung an Herrn X, da wir zu Ihnen keinerlei Rechtsbeziehung haben." - Einen Drittschuldner z.B. könntest Du bei Nichtbeachtung der Pfändung schadensersatzpflichtig machen, das Jobcenter wohl nicht, auch wenn da jemand geschlafen hat. Der (jetzt Ex-)Mieter hat natürlich nie was bezahlt. Auf dem Vorschlag ans Jobcenter, uns entgegenzukommen, die Miete zu zahlen und dann ratenweise beim Leistungsempfänger abzuziehen ist niemand eingegangen.

    Kurz gesagt: Es gibt Objekte, bei denen ich auf H4-Mieter angewiesen bin, dann nur mit Abtretung (klappt in 99 % der Fälle auch), ansonsten suche ich andere Mieter!
     
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  4. Andres

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    ... oder der Mieter mit dieser Vorgehensweise ganz einfach einverstanden ist.


    Nein. Meine bisherige Erfahrung ist, dass die direkte Zahlung weniger eine Frage des Falls oder des "Kunden" sondern eher eine Frage des Sachbearbeiters und vielleicht auch dessen Vorgesetzten ist.


    Und was schließen wir daraus? Vielleicht dass es besser ist, an Leute über dem gesetzlich definierten Existenzminimums zu vermieten?


    Selbst wenn der Mieter dauerhaft im Leistungsbezug bleibt: überhaupt nicht. Die Zuständigkeit beim "Amt" könnte täglich wechseln und der neue Sachbearbeiter könnte die Sachlage völlig anders einschätzen. Neben der o.g. Schlussfolgerung ist die zweite Erkenntnis: Wenn man schon an ALG2-Empfänger vermieten möchte, dann sollte man wenigstens einigermaßen überzeugt sein, dass die willens sind, die Miete zu bezahlen und insgesamt schuldenfrei zu bleiben. Die Mietzahlung hängt nämlich wesentlich von der Kooperation des Mieters ab.
     
  5. #4 ehrenwertes Haus, 06.09.2018
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    Die Miete ist dir genau so lange sicher wie bei jedem anderen Mieter auch. In den meisten Fällen kann sie (theoretisch) täglich komplett wegfallen, bei JC.Mieter z.B. durch Sanktionen.

    Der Unterschied liegt nicht nur bei der Zahlungsmoral der Mieter, sondern auch wie vielversprechen sind die Aussichten andere Forderungen erstattet zu bekommen. Z.B. Nebenkostennachzahlungen oder Forderungen aus Sachbeschädigungen durch den Mieter.
    Das JC kommt dafür i.d.R nicht auf.

    Der Kündigungsschutz ist gleich wie bei selbst zahlenden Mietern.
    Die Bereitschaft bei einer Kündigung vor Gericht zu gehen, ist nach meinem Eindruck aber noch höher als bei Selbstzahlern, da ein H4ler dabei wirklich nichts zu verlieren hat, dir aber noch jede Menge Kosten produzieren kann


    Ein JC-Mieter kann schon Morgen einen neuen Job bekommen, ein Arbeitnehmer dafür arbeitslos werden.
    In beiden Fällen kann es dann zu (vorübergehenden) Mietausfällen kommen.


    Egal welches Mieterklientel du bevorzugst, das Risiko auf Mietausfälle wirst du nicht los.




    Wenn die Miete per Direktüberweisung vom JC wirklich so sicher wäre wie du meinst, warum hat dann genau diese Personengruppe die meisten Schwierigkeiten eine neue Wohnung zu finden?
    Bestimmt nicht weil sich die Masse der privaten VM eine wirklich sichere Einnahmequelle entgehen lassen möchte.
     
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  6. #5 Dragonate, 06.09.2018
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    Erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten.

    @ehrenwertes Haus Ich bin mir ja auch nicht mehr sicher gewesen ob es eine gute Idee ist ^^ - danke für deine Antwort.

    @ Andres und Immobiliensammler

    Danke euch für eure Ausführungen, Ihr habt mir in einigen Punkten wircklich nochmal die Augen geöffnet - das war wircklich sehr hilfreich für mich.

    Das ich egal wo Risiko habe war mir klar, ich dachte nur uhrsprünglich bei dem Prinzip würde man minimieren, das sehe ich nun aber komplett anders.
     
  7. #6 anitari, 06.09.2018
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    Genau so lange wie bei jedem anderen Mieter auch.
     
  8. #7 immodream, 06.09.2018
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    Hallo Dragonate,
    leider ist die Mietzahlung durch das Jobcenter nicht sicher.
    Mir hat ein Sachbearbeiter des Jobcenters einmal erklärt, wenn er mir die Zahlungszusage zufaxt und zwei Minuten später kommt sein Kunde wieder herein und erklärt, das er sich das anders überlegt habe, ich keinen Cent Miete sehe.
    Wenn du dann noch einen Mieter erwischst, der im Jobcenter randaliert und Hausverbot bekommt ( das ist mir als Vermieter passiert ), dann bekommt erst einmal weder der Mieter noch der Vermieter Geld vom Jobcenter.
    Grüße
    Immodream
     
  9. Pitty

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    Ich würde wenn man die Möglichkeit hat nie wieder an jemanden vermieten der Gelder vom JC bekommt.
    Bei der letzten Räumung hat mich das 15.000€ gekostet. Ich wurde geheilt.
     
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  10. Duncan

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    Um mal wieder den Blick zu versachlichen: es gibt hunderttausende absolut problemfreie Mietverhältnisse mit Menschen die Leistungen vom Jobcenter beziehen. Dies liegt aber einzig und allein daran das die Leistungsbezieher mehrheitlich vernünftige Menschen sind, die auch nur in Ruhe leben wollen. Aber außer dem Charakter des Mieters hast du keine einzige belastbare Sicherheit. Also wenn du an das berühmte "schwarze Schaf" gerätst dann wird's richtig bitter.
     
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  11. Pitty

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    Das kann sein, nur treiben diese Leute es mehr auf die Spitze wie andere ohne den staatlichen Bezug.

    Miete 220€ für 72m2. Wir haben 20 Prozent erhöht. Gerichtsverhandlung ist im Dezember. Was soll man dazu noch sagen. ....
     
  12. #11 immobiliensammler, 08.09.2018
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    Wobei ich da den Eindruck habe, dass man durchaus mit dem Hilfeempfänger sprechen kann (sofern die Kdu-Grenzen nicht überschritten werden), ist ja nicht deren Geld, Miete (KdU) kommt ja immer oben auf den Regelsatz drauf.
     
  13. Pitty

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    Wir haben mit ihr geredet. Das Problem welches sie hat sie lebt alleine in dieser großen Wohnung. Mit der Mieterhöhung kommt sie über den Satz welcher das Amt akzeptiert. Da kann man schon einmal Steuergelder verschwenden. Kostet ja nix.
     
  14. #13 SingleBells, 08.09.2018
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    Bei Unangemessenheit ist die Gefahr groß, auf dem Mehrbetrag sitzen zu bleiben, ebenso bei möglicherweise bestehenden Nebenkostennachzahlungen.

    Allerdings gibt es heutzutage genügend vermeintlich solvente Mieter, die ebenfalls mit allen Mitteln versuchen, ihre Zahlungen zu mindern. Ein Argument ist in letzter Zeit vrmehrt das Thema "Wirtschaftlichkeit",
    Da werden Zahlen von Mieterbünden zusammengetragen und als Richtwert ausgegeben, an den man sich als Vermieter zu orientieren hat, da sonst Nachzahlungen einbehalten werden.
    Und das oftmals so lange bis man sich vor Gericht wiederfindet und noch mehr Kosten produziert werden.

    Wirklich empfehlen kann man Privatleuten Vermietung nicht mehr, zumindest nicht, wenn die Wohnung eine Kapitalanlage oder Altersvorsorge darstellen soll.
     
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  16. Pitty

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    Was willst Du sonst mit der Wohnung machen? Leer stehen lassen und warten bis die Rendite zum verkaufen steigt?

    Du kannst nur mehrere Objekte kaufen und somit das Risiko streuen. Ausschalten tut man es durch Risikominimierung.-kein Hart 4
     
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  17. #15 SingleBells, 09.09.2018
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    Ganz sicher nicht. Man muss kein ALG II beziehen, um seinen mietrechtlichen Pflichten nicht nachzukommen.
    Inzwischen hat jeder offenbar nur noch Rechte, aber keine Pflichten mehr.
    Und langjährige Mieter haben großteil Mietverträge, die ansich schon eine Menge der Kosten unumlegbar machen.

    Und auch, wenn es ein Gewohnheitsrecht nicht gibt, so wird es spätestens vor Gericht erstritten, da die Vielzahl der Richter pro Mieter entscheiden, zumindest bei unseren Verwaltungsobjekten.
     
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Thema: Kaltmiete übers Jobcenter - Wie lange sicher?
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