Kann der Mieter gezwungen werden heisses Wasser zu spülen wg.Legionellen?

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  1. pstein

    pstein Erfahrener Benutzer

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    Angenommen in (nur) einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses wurden bei der Wasserprobenentnahme erhöhte Legionellen-Werte festgestellt.

    Kann der Mieter gezwungen werden regelmässig die Leitung (zur Dusche) längere Zeit mit heissem Wasser durchzuspülen um die Legionellen abzutöten?

    Oder ist die WEG verpflichtet alle (Umbau/Sanierungs)Massnahmen zu ergreifen damit dies nicht notwendig ist?

    Ein Link zu einem Urteil/Verordnung wäre schön.

    Danke
    Peter
     
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  3. GSR600

    GSR600
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    Hallo,
    Legionellen können auch mit kalten Wasser rausgespült werden.
     
  4. Olbi

    Olbi Erfahrener Benutzer

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    Wie willst Du kontrollieren, ob der Mieter das tatsächlich macht oder nur behauptet?
    Es gibt Dusch-Armaturen, die führen regelmäßig selbstständig Leitungsspülungen in regelmäßigen Intervallen durch. Kosten aber auch dementsprechend.

    Diese Frage ist falsch gestellt.
    Die WEG ist verpflichtet alles zu unternehmen, damit das Wasser der Trinkwasserverordnung entspricht.

    Und da der Mieter regelmäßig keinen Vertrag mit der WEG, sondern mit dem Vermieter hat, bist Du mit im Boot.
    Er kann Dir gegenüber die Miete mindern, er kann von Dir Schadenersatz fordern, wenn er durch die Legionellen erkrankt und sogar fristlos Kündigen.

    Weiterhin bist Du verpflichtet, diesen Legionellenbefall beim zuständigen Gesundheitsamt anzuzeigen.

    Google hilft Dir, nach 30sec suchen findet man das: Link

    Fakt ist: Der Legionellenbefall ist da und nachgewiesen. Du musst darüber den Mieter und das Gesundheitsamt informieren. Weiterhin musst Du, bzw. die WEG die Ursache aufklären, eine Gefährdungsanalyse zu erstellen, bzw. erstellen zu lassen und alle Maßnahmen durchzuführen, die zum Schutz des Verbrauchers (hier des Mieters) erforderlich sind.

    Das Gesundheitsamt berät dich dabei, von daher ist es sinnvoll es direkt ins Boot zu holen und Maßnahme mit diesen abzustimmen. Weiterhin hat das GA gegenüber dem Mieter ein Weisungs- und erweitertes Betretungsrecht der Wohnung.
     
  5. Olbi

    Olbi Erfahrener Benutzer

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    Du musst als erste Maßnahme mindestens drei Minuten das Wasser mit mindestens 70 Grad C durch die Leitung laufen lassen und dann erneut beproben...
    Und Legionellen sitzen fast nie in Kaltwasserleitungen, sondern meistens in den Warmwasserleitungen. I.d.R werden diese thermisch beseitigt, wenn die Temperatur über 60 Grad ist.
    Wenn man dann eine WEG hat, die WW-Vorlauftemperatur auf 55 Grad einstellt, ....
     
  6. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Da sollte die WEG erst einmal sämtliche Leitungen überprüfen lassen. Wenn irgendwo Strecken drin sind die nach ca. 5 cm stillgelegt wurden, die müssen erst einmal zurück gebaut werden. Das kommt nicht so selten vor. Danach kommt erst das man die Temperatur dauerhaft auf über 60 Grad beim Warmwasser einstellt.
     
  7. #6 Papabär, 08.11.2018
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    60°C reichen sicherlich aus, damit vorhandene Legionellen sich nicht weiter vermehren. Für eine thermische Desinfektion brauchst Du aber mind. 70°C (für mind. 3-5 Minuten). Sind die Leitungen erst einmal clean, ist es fast egal ob sich da noch irgendwelche Anschlussstummel tummeln. Klar, in Blindleitungen die nicht durchspült werden und daher entsprechend abkühlen können, hättest Du recht schnell einen neuen Befall. Ich rate aber mal, dass ein lediglich 5cm kurzes Endstück immer noch ausreichend temperiert ist, um zumindest die Vermehrung zu unterbinden. Bei 30-40cm wäre ich mir da allerdings nicht mehr so sicher.
     
  8. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Nach der TRGI darf ein 5 cm Stück nicht drinnen bleiben. Wir tauschen teilweise selbst Ventile aus die den Strang sperren, weil sich im Ventil Wasser noch sammelt was die Legionellen auslösen können. Es gibt neue, da wurde die Bauweise den Problemen angepasst, dass sich kein Wasser mehr ansammeln kann. Man glaubt nicht, wenn ein Haus befallen ist was alles noch an kleinsten Totlängen noch vorhanden ist wo man früher nur angeschnitten hat, Kappe drauf und fertig, das ist heute nicht mehr erlaubt.
     
  9. #8 Papabär, 08.11.2018
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Ah okay ...

    Nur gut, dass mein neuestes Problemobjekt einen derart hohen Bleianteil im Wasser hat, das kaum eine Legionelle den Weg zu einer der Zapfstellen überleben würde. Wenn ich mir überlege, was da noch alles an verkappten und unverkappten Endstücken zu finden ist ... ich war ja von Anfang an für abreißen und neu bauen - nur wollte da die Denkmalschutzbehörde nicht so recht mitspielen.
     
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