Kann eine Räumungsklage vom Gericht abgelehnt werden

Dieses Thema im Forum "Räumungsklage" wurde erstellt von kilifi, 31.10.2014.

  1. kilifi

    kilifi Benutzer

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    Hallo zusammen, wäre schön wenn ich hier etwas Info bekommen könnte!

    Zu meiner Sache. Anfang des Jahres eine Wohnung vermietet an ein junges Pärchen.
    Mieter Selbstauskunft ausfüllen lassen, war soweit in Ordnung. Haben ausdrücklich nachgefragt wegen Mietschulden im Rückstand, nein wurde von beiden gesagt, auch keine fristlose Kündigung .
    Schufa Auskunft wären ca 150 €uro von einer Versicherung offen was dann so bestätigt wurde in den Unterlagen die wir anforderten. Vor einigen Wochen eskalierte es, zwischen der Mieterin u. meinem Mann . Der treibende Punkt war sie wegen einem Rauchmelder wo die Batterie gewechselt wurde.
    Dann kam die Miete unpünktlich, zwischenzeitig fehlen jetzt 1,5 Mieten incl. NK, u. Kautionsraten.
    Hundehaltung erlaubten wir, mit dem Hinweis schriftlich , das gründlich geputzt werden müsste.
    Es ist dreckig und und .....
    Lügen über Lügen von den Mietern.

    Zweimal Wohnungsbesichtigung um Termin gebeten , nichts kommt, Reaktion gleich null.

    Danach habe ich Kontakt mit dem Vorvermieter aufgenommen, der mir erklärte Mietrückstände von 2 Monaten letzten Jahres, Fristlose Kündigung, seine Wohnung total Runter gekommen . Sollte zu sehen das ich sie raus bekomme. Dies war den Mietern bekannt bei Vertrag Unterzeichnung hier schon !



    Somit wurde ein Mietvertrag erschlichen, unter falschen Angaben. Vorvermieter stellte mir die Schriftsätze von seinem Anwalt zur Verfügung.
    Vor 2 Wochen ist die Mieterin abgehauen, und er ist arbeitslos, dieses habe ich raus bekommen.

    Dann wurde die Fristlose und gleichzeitig die Frist gerechte Kündigung ausgeschrieben. Es wird alles ignoriert.

    Gestern hat unser Anwalt die Räumungsklage verfasst.

    Meine Frage dies bezüglich kann ein Gericht nach solchen Vortrag die Räumung ablehnen ??

    Darüber machen wir uns jetzt große Sorgen, wie kann es weiter gehen, hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrung gemacht ??

    Danke gruß kilifi
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Das ist ein guter erster Schritt, aber man muss die Angaben dann auch nachprüfen. Das scheint hier eher halbherzig erfolgt zu sein.


    Und wenn man Dinge überprüft, muss man auch die richtigen Schlussfolgerungen ziehen, sonst kann man es gleich lassen. So ein Eintrag entsteht nicht über Nacht und wenn die Forderung nicht unbestritten oder gerichtlich festgestellt ist, bekommt man den auch recht zügig aus der Auskunft heraus. Die Tatsache, dass euch die Auskunft trotzdem so vorgelegt wurde, lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Die Mieter sind nicht in der Lage, 150 € aufzubringen. Da ist dann bzgl. eines möglichen Mietverhältnisses auch alles gesagt.


    Verstehe ich nicht.


    Ungenau, aber ziemlich sicher kein Kündigungsgrund.


    Das erlaubt vielleicht eine Abmahnung, keine Kündigung.


    Korrekt angekündigt? Mit welcher Begründung? Der Anspruch ist nötigenfalls gerichtlich durchsetzbar. Auch das rechtfertigt (im Moment) keine Kündigung.


    Sehe ich auch so.


    Die Anfechtung wegen Täuschung ist hoffentlich nicht vergessen worden.


    Ja, sonst könnte man den Laden ja schließen. Die Sache steht und fällt mit der falschen Selbstauskunft. Der ganze Rest ist zumindest aktuell und in dieser Form irrelevant. Ihr könnt die falschen Angaben wohl ganz gut nachweisen, also sehe ich ganz gute Chancen. Garantien für den Ausgang eines Gerichtsverfahrens gibt es nicht.
     
  4. #3 Papabär, 31.10.2014
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    Also nachdem ich mitbekommen habe, wie meine (ehem.) KFZ-Versicherung meine Beiträge so verbucht hat, fallen mir noch weitere Optionen ein. Nichtsdestotrotz sollte man bei solchen Einträgen natürlich hellhörig werden.

    Eine Wohnung hat oft den 3-5-fachen Wert des eigenen PKW´s. Trotzdem gehen die meisten Vermieter mit ihrem Auto nicht so leichtfertig um.



    Der Tenor ist doch ganz offensichtlich: "Wir sind die Guten!"



    Das kommt darauf an. Wenn es sich um die Mieten aus zwei aufeinander folgenden Monaten handelt, dann sollte das einen brauchbaren Grund ergeben.
     
  5. #4 BHShuber, 31.10.2014
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    Hallo,

    Täuschung bei der Mieterselbstauskunft in Bezug auf die Auflösung des Mietvertrages mit dem letzten Vermieter führt rechtmäßig zur Kündigung

    Das Amtsgericht Kaufbeuren entschied in einem aktuellen Urteil, dass Vermieter das Recht haben, ihren zukünftigen Mieter nach dem Kündigungsgrund des vorherigen Mietverhältnisses zu fragen. Sagt dieser nicht die Wahrheit, kann der neue Vertrag angefochten werden (AZ 6 C 272/13).

    In genanntem Fall hatte der Mieter verschwiegen, dass der Vorvermieter seiner letzten Wohnung diese fristlos gekündigt hatte, stattdessen gab er an, das er selbst die Wohnung gekündigt hat!

    Somit sollte auch die Räumungsklage nach berechtigter Kündigung vom Gericht nicht abgelehnt werden.

    Gruß

    BHSHuber
     
  6. Andres

    Andres
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    Ich habe (natürlich völlig spekulativ :91:) angenommen, dass der Kautionsrückstand mindestens eine halbe MM beträgt.
     
  7. #6 kilifi, 31.10.2014
    Zuletzt bearbeitet: 31.10.2014
    kilifi

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    Danke Euch !

    Die Sache vom Vorvermieter , wurde Anwaltlich schon im letzten November bearbeitet, nur die 2 Monatsmieten Gerichtlich einklagen hat man im Sommer 14 erst geltend gemacht. Somit stand es in der Auskunft nicht drin
    Der Mieter war unbekannt verzogen, und musste gesucht werden , so teilte mir der Vorvermieter das mit.

    Die 150 Euro (Schufa) wären gerade bezahlt worden. Kann ich jetzt nichts zu sagen.

    Arglistige Täuschung wurde schon in der fristlosen Kündigung mit ein gefügt.

    Es sind 2 aufeinander folgende Mieten . Die 1. Miete fehlt uns ein Teil, die 2. Miete ganz, incl. der Nebenkosten und die monatliche Kautionsrate. Mieten kamen Teils um den 10. eines Monats, und der andere um 20. in bar.
    Auch dort haben wir mehrmals gebeten pünktlich zu zahlen und auch aufs Konto bitte zu überweisen.

    Abmahnungen sind auch mehr wie genug erfolgt, ob Reinigung , oder auch Zahlung.
     
  8. #7 Papabär, 31.10.2014
    Papabär

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    Das die Wahrheitswidrigkeit der Aussage der Mieter nachweisbar ist, setze ich jetzt mal voraus. Trotzdem verbirgt sich hier ein gemeiner Fallstrick ... sogar BHShuber hat den grad´ nicht bemerkt:
    Die Wirkung der erfolgreichen Anfechtung wäre aber eine rückwirkende Unwirksamkeit des Mietvertrages ... und einen nicht vorhandenen Vertrag kann/braucht man nicht kündigen.


    Deswegen ist
    ein durchaus wichtiger Hinweis.

    §124 BGB ist zu beachten.
     
  9. #8 BHShuber, 01.11.2014
    BHShuber

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    Hallo,

    durchaus mit zu beachten allerdings nicht ausschließlich.

    Hier mal die ganze Schoße zum Lesen:

    Mietrecht: die Anfechtung des Mietvertrags

    Gruß

    BHSHuber
     
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