Kann man als Vermieter eine Aufwandsentschädigung für Nachmietersuche verlangen?

Dieses Thema im Forum "Über's Forum" wurde erstellt von Scarlett, 13.06.2016.

  1. #1 Scarlett, 13.06.2016
    Scarlett

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    Hallo,

    Situation: Mieter mietet ein voll möbliertes WG Zimmer in der Wohnung der Eigentümerin. Vertraglich wurde festgehalten, das bis mindestens Mitte September 16 das Zimmer gemietet wird.

    Nun will der Mieter raus angeblich hat er eine neue Arbeitsstelle in dessen Heimat, andere Stadt in D.

    Vermieterin, also Eigentümerin ist freundlich und bestätigt Mieter die Kündigung, unter der Prämisse das dieser einen geeigneten Nachmieter sucht.

    Der Mieter lehnt sich nun zurück, kommentiert lediglich mal bei Facebook Wohnungsgruppen, aber verweigert das schalten eines eigenen Inserats, wie von der Eigentümerin vorgeschlagen.
    Die Eigentümerin sitzt seit 2 Wochen, stundenlang jeden tag und schreibt Interessenten an, macht Termine, und der Mieter wird auch noch frech und schreibt mehr oder weniger das es nicht seine Aufgabe wäre einen Nachmieter zu stellen.

    Nun überlegt die Eigentümerin eine finanzielle Entschädigung vom Mieter zu verlangen da es mittlerweile ausufert und sie mit der Arbeit als Selbständige im Rückstand ist.

    Darf sie das und wieviel wäre da rechtens?

    Danke für Beantwortung und Grüße
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 13.06.2016
    Zuletzt bearbeitet: 14.06.2016
    Pharao

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    Hi,

    interessant wäre hier, was genau dazu vertraglich im MV festgehalten worden ist :?

    Ein kleiner Fehler führt hier nämlich schnell zu ungültig und dann kann der Mieter ganz normal zu den gesetzlichen Fristen kündigen, ganz ohne Bedingungen von dir.

    Eine Kündigung muss nicht bestätigt, sondern lediglich nur zu Kenntnis genommen werden.

    Das "bestätigen" des rechtzeitigen Erhalts der Kündigung ist zwar ganz nett, aber eine Kündigung ist kein "ich bin Einverstanden unter der Voraussetzung x". Entweder die Kündigung vom MIeter ist hier gültig oder sie ist ungültig! Und im letzteren Fall, kann man dem Mieter höchstens anbieten, einen Aufhebungsvertrag mit den Bedingungen x abzuschliesen und dann obliegt es alleine beim Mieter, ob er so was unterschreiben will oder nicht.

    Wobei, bei dem Kündigungsgrund "... angeblich hat er eine neue Arbeitsstelle in dessen Heimat, andere Stadt in D." sieht das für dich eh nicht so "toll" aus, wenn er dir das tatsächlich Nachweisen kann :( Da nützt dir also m.E. auch ein gültiger Kündigungsausschluß recht wenig.


     
  4. Andres

    Andres
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    Wie wurde das genau formuliert? Könnte unwirksam sein ...


    Auch hier: genaue Formulierung? So wie es hier steht, hätte der Mieter seine Pflicht erfüllt, wenn er seinen Kumpel Kalle fragt, ob er ein geeigneter Nachmieter ist, und Kalle dann wahrheitsgemäß "Nein" sagt. Gesucht hat der Mieter dann - und finden war nicht vereinbart.


    Bestenfalls darf sie die Fortsetzung des Mietverhältnisses (und damit natürlich verbunden die Mietzahlung) bis zum Ablauf der Kündigungsfrist verlangen.
     
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  5. #4 Scarlett, 14.06.2016
    Scarlett

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    Hallo,

    im Mietvertag steht unter §4 MIETDAUER: "Das Mietverhältnis beginnt am 01.02.16, mindestens bis zum 15.09.16. Das Recht zur Kündigung bestimmt sich nach den gesetzlichen Vorschriften".

    Kann er nun so einfach kündigen? Die Kündigung erhielt die Vermieterin/Eigentümerin am 08.06.16 und quittierte mit "erhalten".

    Wenn ja wie kann man es zukünftig besser machen, das eine Mindestmietdauer eingehalten wird?
    Vielen Dank.
     
  6. #5 anitari, 14.06.2016
    anitari

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    Wohnt die Eigentümerin selbst mit in der Wohnung?

    Wenn nicht ist die Befristung unwirksam.

    Was aber jetzt eigentlich auch egal ist, denn der Mieter kann ja aktuell frühestens zum 30.09.2016 kündigen. Damit wäre die "Mindestmietdauer" ja erfüllt.

    In Form eines gegenseitigen Kündigungsverzichts für bestimmte Zeit.

    Das kommt auf die exakte vertragliche Formulierung an und, wie oben schon gefragt, ob die Vermieterin selbst mit in der Wohnung wohnt.

    Zu wann hat denn der Mieter gekündigt?

    Zur Hauptfrage, Nachmietersuche und die damit verbundenen Kosten sind Sache des Vermieters.
     
  7. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Längstens bis zu 4 Jahren.

    Gelegentlich berechnen VM bei Mieterwechsel/Aufhebungsvertrag eine Unkostenpauschale von €30 - 50. Dies müßte allerdings lt.MV vereinbart sein.
     
  8. #7 anitari, 14.06.2016
    anitari

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    3 Jahre + 9 Monate ab Vertragsabschluß.
    Hier wäre erst mal zu klären was genau vertraglich vereinbart ist, zu wann der Mieter gekündigt hat und ob die Vermieterin selbst mit in der Wohnung wohnt.
     
  9. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Dann ist doch alles in Butter:
    Das Mietverhältnis ist/hat mindestens bis zum 15.09.16 begonnen! Passt! Es hat sogar viel früher (als 15.09.2016) begonnen.

    Von einer Mindestmietdauer (oder ähnlichem) lese ich hier nichts (auch wenn ich weiß, wie das gemeint zu sein scheint).
     
  10. Pharao

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    Hi,

    Nanne hat hier m.E. aber Recht, es sind max 4 Jahre möglich.


     
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  11. #10 anitari, 14.06.2016
    anitari

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    Die Vertragsbindung des Mieter muß die 3monatige Kündigungsfrist beinhalten, ergo darf der Kündigungsverzicht maximal 45 Monate (3 Jahre + 9 Monate) betragen. Ansonsten ist er unwirksam.
     
  12. Pharao

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    Hi,

    wie schon geschrieben, meines Wissens darf man max 4 Jahre ab Vertragsunterzeichnung vereinbaren und dazu muss man keine Kündigungsfristen vom Mieter mit reinrechen bzw. rausrechnen.

    In vielen Mietverträgen von H&G steht sogar drinnen, das der Kündigungsausschluss max 3 Jahre und 11 Monate seinen darf. Der fehlende Monat ist hier aber reine Sicherheit, weil es ab Vertragsabschluß und nicht ab Mietbeginn heißt. Letztlich sind es auch hier die 4 Jahre ab Vertragsabschluß.


     
  13. #12 anitari, 14.06.2016
    anitari

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    Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 8. 12. 2010 – VIII ZR 86/10- entschieden, dass ein formularmäßig vereinbarter Kündigungsausschluss, der für beide Vertragsparteien gelten soll, in einem auf unbestimmte Zeit geschlossenen Mietvertrag für die Dauer von vier Jahren wirksam vereinbart werden kann. Für die Berechnung des Vierjahreszeitraums ist dabei als Anfangszeitpunkt auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses und nicht des Vertragsbeginns oder der Überlassung der Wohnung an den Mieter abzustellen. Endzeitpunkt hingegen ist nicht derjenige Zeitpunkt, zu dem der Mieter die Kündigung erstmalig erklären kann, sondern derjenige Zeitpunkt, zu dem der Mieter den Vertrag erstmals beenden kann. Entscheidend ist daher der Zeitpunkt des Ablaufs der Kündigungsfrist.

    Aus diesem Grund muss die Kündigung drei Monate (diese jedoch um die drei Karenztage des § 573c Abs.1 BGB verkürzt) vor Ablauf der Vierjahresfrist möglich sein.

    http://www.mietrecht.org/mietvertrag/kuendigungsverzicht-im-mietvertrag-maximal-4-jahre/
     
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  14. Pharao

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    Schön, dann macht also laut deiner Meinung H&G das falsch, was ich wiederum weniger glaube .... :91: Wie schon geschrieben, ich bleibe dabei das man max 4 Jahre vereinbaren kann.



     
  15. #14 anonym2, 14.06.2016
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    Hallo,

    ihr meint beide das gleiche (oder dasselbe?), redet aber aneinander vorbei.

    Höchstdauer des Kündigungsausschlusses beträgt 4 Jahre. Hierin muss jedoch die Kündigungsfrist bereits inkludiert sein, also: ....Kündigung erstmals möglich zum Ablauf von ...(4 Jahre). Die Länge des Kündigungsausschlusses von 48 Monaten darf nämlich keinesfalls überschritten werden.
    (bei H&G steht bei uns hier übrigens "zum Ablauf von")

    Falsch wäre demnach zu schreiben: ... Kündigung erstmals möglich ab.... (4 Jahren)

    Daher kommt es auch beim Abschluss von Mietverträgen mit einer geringeren Kündigungsausschlussklausel (z.B. 2 Jahre) entscheidend darauf an, ob man schreibt: ".... Kündigung erstmals möglich zum Ablauf von ...." oder ".... Kündigung erstmals möglich am/ab ...." , da sich die beiden Varianten um die Länge der Kündigungsfrist unterscheiden (ersteres ist inkl. Kündigungsfrist. + bei zweiter Variante muss man sie noch dazurechnen, um zum korrekten Ende des Mietverhältnisses zu kommen).

    Viele Grüße,
    anonym2

    Hinweis: nur meine unverbindliche Meinung - keine Rechtsberatung
     
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  16. Nanne

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    Nur mal aus Neugier: der MV wurde 4 Monate vor Mietbeginn abgeschlossen,-Vertragsschluß- würde also heißen, die Kündigung wäre demnach bereits nach 3 Jahren + 5 Monaten möglich, oder?

    Ich denke, mit einer Individualvereinbarung könnte man diesen Zauber auch umgehen...
     
  17. #16 Scarlett, 14.06.2016
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    Also die Vermieterin/Eigentümerin wohnt selbst in der Wohnung, der Mieter hat das Zimmer voll möbliert gemietet.
    er hat nun zum 31.6.16. gekündigt.
    Ich habe mal gehört voll möblierte Zimmer können binnen 14 Tagen gekündigt werden wenn der Vermieter in der selben Wohnung wohnt?
    DAnke.
     
  18. #17 anitari, 14.06.2016
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    Fast richtig. Bis zum 15. des Monats zum Ende des selben Monats.

    In diesem besonderen Fall, Zimmer möbliert, an nur eine Person vermietet und der Vermieter wohnt selbst mit in der Wohnung, ist eine Befristung auch ohne Angabe eines Grundes möglich/wirksam. Sofern man denn die Mindestmietdauer als Befristung interpretiert.
     
  19. #18 Scarlett, 14.06.2016
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    ok, und wie sieht es nun mit der Aufwandsentschädigung aus? Im Mietvertrag ist nichts davon erwähnt.....leider....
    Der Mieter wird halt immer frecher und denkt es ist Aufgabe des Vermieters nun einen Nchmieter zu finden?!
     
  20. GJH27

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    Ich würd mir das ja nicht gefallen lassen, mir meinen künftigen Vertragspartner selber aussuchen zu müssen - einzige Aufgabe des Vermieters ist es ja bekanntlich, die Mietzahlungen einzukassieren und die Miete regelmäßig zu erhöhen... :hut032:
     
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  21. Duncan

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    schlecht. u.a. weil:
    man kann durchaus argumentieren, dass er damit recht hat.
     
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