Kauf trotz Unstimmigkeiten in der Teilungserklärung?

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  • Kauf trotz Unstimmigkeiten in der Teilungserklärung? Beitrag #1

eigentumswohnung

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Hallo zusammen,

ich möchte eine Wohnung innerhalb einer Eigentümergemeinschaft erwerben und habe folgendes Problem: Beurkundet werden soll laut Vertragsentwurf ein Miteigentumsanteil von 100/1.000, dies entspricht den örtlichen Gegebenheiten und wird auch in der Hausgeldabrechnung so umgesetzt.

Nun übersendet mir die Maklerin (gleichzeitig auch Hausverwalterin) die Teilungserklärung, in welcher ein MEA von 100/10.000 ausgewiesen wird. Die Teilungserklärung ist ganz klar fehlerhaft, denn in der Summe ergeben sich bloß 1.000/10.000 MEA.

Ich frage mich, warum das seit 1980 niemandem aufgefallen ist bzw. nicht korrigiert wurde…

Wie sollte ich weiter vorgehen, um Probleme zu vermeiden? Eigentlich möchte ich schon am Kauf der Wohnung festhalten.


Viele Grüße
 
  • Kauf trotz Unstimmigkeiten in der Teilungserklärung? Beitrag #2
immobiliensammler

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Wie sollte ich weiter vorgehen, um Probleme zu vermeiden? Eigentlich möchte ich schon am Kauf der Wohnung festhalten.

Ich würde einen Notar (den Du für den Kauf ja sowieso brauchst) fragen ob diese offensichtliche Unrichtigkeit in der Teilungserklärung nicht einfach berichtigt werden kann.
 
  • Kauf trotz Unstimmigkeiten in der Teilungserklärung? Beitrag #3
Andres

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Nun übersendet mir die Maklerin (gleichzeitig auch Hausverwalterin) die Teilungserklärung, in welcher ein MEA von 100/10.000 ausgewiesen wird. Die Teilungserklärung ist ganz klar fehlerhaft, denn in der Summe ergeben sich bloß 1.000/10.000 MEA.
Die Teilungserklärung ist nicht fehlerhaft oder zumindest nicht wegen der hier geschilderten Umstände. Die MEA müssen in Summe nicht 1/1 ausmachen. Nun mag man sich über die Sinnhaftigkeit solcher "Aufteilungen" streiten oder sich auch fragen, warum man dann überhaupt noch MEA als Bruch ausweist - beides völlig zu Recht. Am Ergebnis ändert das nichts. Wenn in einer Eigentümergemeinschaft mit 10 Einheiten jede Einheit 100/10.000 MEA hat, dann haben alle Eigentümer gleiche Anteile und die Gemeinschaft besteht insgesamt aus 1.000/10.000 (oder 1/10) Anteilen. Genauso hätte man jedem Eigentümer 1 MEA zuweisen können und die Gemeinschaft hätte dann insgesamt 10 MEA gehabt, aber man hält eben an dieser Bruchschreibweise fest.

Ich würde einen Notar (den Du für den Kauf ja sowieso brauchst) fragen ob diese offensichtliche Unrichtigkeit in der Teilungserklärung nicht einfach berichtigt werden kann.
Die einzige bisher ersichtliche Unrichtigkeit ist der Kaufvertragsentwurf. Den sollte der Notar tatsächlich korrigieren (lassen). :)

Man sollte halt zusehen, dass man sich mit der Einschätzung des Sachverhalts sicher ist. Es wäre wirklich ungünstig, wenn man im Nachgang feststellen würde, dass man eben doch nur 1/100 statt 1/10 der MEA hält.

Ich frage mich, warum das seit 1980 niemandem aufgefallen ist bzw. nicht korrigiert wurde…
Wer legt gerne ein paar Hunderter für eine "Korrektur" eines Fehlers hin, der zumindest in der Praxis und jenseits des Mathematikunterrichts keiner ist?

Maklerin (gleichzeitig auch Hausverwalterin)
Rechtlich ist das (in dieser Konstellation) nicht zu beanstanden, aber man möchte vielleicht bedenken, dass diese Maklerin noch mehr Interessenskonflikte hat, als es schon bei einer wirtschaftlich überhaupt nicht verflochtenen Maklerin der Fall wäre.
 
  • Kauf trotz Unstimmigkeiten in der Teilungserklärung? Beitrag #4

Ferdl

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Die MEA müssen in Summe nicht 1/1 ausmachen.
Warum nicht? Nach meinem bescheidenen Verständnis beschreibt ein Bruch einen Teil des Ganzen, wenn das Ganze 10.000 Bruchstücke hat, sind 100/10.000 halt nur 1/100 vom Ganzen und nicht 1/10.
Es sei denn es wäre in der Teilungserklärung festgelegt dass das Ganze aus 1000/10.000 besteht.
 
  • Kauf trotz Unstimmigkeiten in der Teilungserklärung? Beitrag #5
Fremdling

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Wie sollte ich weiter vorgehen, um Probleme zu vermeiden? Eigentlich möchte ich schon am Kauf der Wohnung festhalten.
Zu der Wohnung gehört ein Wohnungsgrundbuch. Wie steht es denn dort im Bestandsverzeichnis des Grundbuchauszuges?
Nach Deinen Schilderungen wäre interessant, ob dort 100/10.000 oder 100/1.000 geschrieben steht.
Ich würde einen Notar (den Du für den Kauf ja sowieso brauchst) fragen…
Genau! Sehe ich auch so.
 
  • Kauf trotz Unstimmigkeiten in der Teilungserklärung? Beitrag #6
Andres

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Nach meinem bescheidenen Verständnis
Keine Sorge, nach meinem Verständnis ist das ganz genau so und ich würde sogar soweit gehen, dass man irgendwo im Bildungssystem mächtig falsch abgebogen ist, wenn man das anders sieht. Nur hatten sich Gerichte aus verschiedensten Gründen schon damit zu befassen und ich kann hier nur das Ergebnis wiedergeben: Es geht um die Verhältnisse der MEA, nicht darum, dass in Summe 100 % entstehen.
 
  • Kauf trotz Unstimmigkeiten in der Teilungserklärung? Beitrag #7

eigentumswohnung

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Vielen Dank für Eure fachkundigen Beiträge! Mal schauen, was der Notar dazu meint... ich werde dann eine Rückmeldung geben, wie es ausgegangen ist.
 
  • Kauf trotz Unstimmigkeiten in der Teilungserklärung? Beitrag #8

eigentumswohnung

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Hier das Update: Laut Notar ist im Grundbuch der korrekte Miteigentumsanteil von 100/1.000 hinterlegt. Daher sieht er kein Problem darin - abweichend von der Teilungserklärung - 100/1.000 zu beurkunden.
 
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