Kauf vs. Schenkung

Dieses Thema im Forum "Was nicht passt - der Small-Talk" wurde erstellt von ObiWan, 05.02.2013.

  1. ObiWan

    ObiWan Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,

    vielleicht könnt ihr mir bei meiner Fragestellung helfen.

    Meine Eltern wollen mir eigentlich Ihr 1-Fam.-Haus überschreiben. Allerdings haben sie Bedenken, dass, sollten beide Elternteile innerhalb der 10-Jahres-Frist pflegebedürftig werden, das Häuschen „unter den Hammer kommt“, sprich, für die Pflegekosten (die ja erheblich sein können), verkauft werden muss.

    Das wollen meine Eltern auf keinen Fall!

    Wäre es stattdessen möglich, dass ich das Haus kaufe und meinen Eltern ein lebenslanges und unentgeltliches Wohnrecht einräume?


    Der Kredit zum Hauskauf würde dann ganz normal von mir getilgt (das Geld dafür würde von meinen Eltern an mich zurückfließen , das Kapital dafür wäre ja vorhanden ;-))

    Ich sehe in dieser Vorgehensweise den Vorteil, somit die 10-Jahres-Frist nach einer Schenkung umgangen werden könnte. Außerdem würden sich die „Schulden“ auch positiv auf meine Steuerlast auswirken.
    Der Nachteil wäre, dass natürlich Grunderwerbsteuern (in meine Fall ca. 12.000€) anfallen würden und natürlich die Zinsen für den Kredit.


    Funktioniert das so oder habe ich einen Denkfehler.


    Gruß
    ObiWan
     
  2. AdMan

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  3. Lala

    Lala Gast

    Rechtzeitig Verschenken aus Angst vor dem Sozialamt?
    Gemäß § 528 BGB können unentgeltliche Zuwendungen innerhalb von zehn Jahren zurückverlangt werden, wenn man selbst in Not gerät (Sozialhilfe beanspruchen muss), so dass im Ergebnis der Beschenkte für den Unterhalt bis zum Wert des Geschenks aufkommen muss. Dieser Anspruch kann auch vom Sozialhilfeträger geltend gemacht werden. Dies mag für manche Anlass sein, ihr Vermögen aus Angst vor dem Sozialamt rechtzeitig vorher zu überschreiben.

    Ich gebe jedoch zu bedenken: Das Sozialamt sind letztlich wir alle selbst mit unseren Steuerzahlungen. Je großzügiger hier durch Übertragungen zu Lasten des Sozialamtes gespart werden kann, um so teurer zahlen wir alle selbst dies mit unseren Steuern mit.

    Im übrigen sollte sich jeder reiflich überlegen, ob er wirklich sein Vermögen verschenken will, um sich bewusst für die Schwelle des Pflegeheims arm zu machen. Schließlich sparen wir doch unser Leben lang in erster Linie als Notgroschen fürs eigene Alter. Ich habe große Sorge, dass in künftigen Jahren auf Kosten des Sozialamtes nur noch solche Heimplätze bezahlt werden, die niemand freiwillig ausgewählt hätte. Wer dann noch sein nicht mehr selbst benötigtes Haus in eigener Regie verkaufen kann, wird darüber vielleicht heilfroh sein. Denn er kann sich einen angemesseneren Heimplatz leisten als den vom Sozialamt spendierten.

    Die Angst vor dem Sozialamt kann also mit Fug und Recht auch als Argument dafür gelten, das Vermögen zusammen zu halten und nicht voreilig Kindern zu überschreiben. Was am Ende dann noch übrig bleiben mag, mögen gerne die Kinder erhalten.

    Kann jetzt der Sozialhilfeträger nicht mehr auf das übergebene Vermögen zugreifen z.B. weil die Schenkung bereits mehr als 10 Jahre zurückliegt, macht es Unterhaltsansprüche gegen die Kinder geltend. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass ein Kind bereits das Haus oder den Betrieb erhalten hat. Ist das Einkommen des beschenkten Kindes geringer als das seiner Geschwister müssen die nicht beschenkten Geschwister zahlen. Das beschenkte Kind dagegen zahlt nicht oder nur einen geringeren Betrag. Dies wird oft als ungerecht empfunden.
     
  4. ObiWan

    ObiWan Erfahrener Benutzer

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    Hallo Lala,

    mir geht es nur darum, dass das Haus meiner Eltern nicht verkauft werden muss!

    Natürlich komme ich, als einziger Nachkomme, für die Pflegekosten meiner Eltern auf. Das bin ich ihnen ja wohl schuldig! Die Allgemeinheit hat somit nichts "zu befürchten".

    Gruß
    ObiWan
     
  5. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi ObiWan,

    selber genutzte Immobilien von angemessener Größe müssen i.d.R auch bei Sozialgeld nicht veräußert werden.

    Auch bedenken sollte man, das evtl. deine Eltern nie Pflegebedürftig werden (manchmal geht das ja ganz schnell :() und dann zahlst du die Erbschaftssteuer in voller Höhe, was auch nicht besser ist. Wenn es vorab verschenkt wurde, dann zahlst du wenigstens nur Anteilig, solange die Schenkung nicht vollendet ist.

    Das Haus ab zu kaufen mag evtl auch eine Lösung sein, allerdings wirst du letztendlich da drauf zahlen, auch wenn du die Schulden irgendwo positiv geltend machen kannst.

    Ansonten kann man sich neben dem lebenslangen Wohnrecht auch den Nießbrauch eintragen lasen.
     
  6. ObiWan

    ObiWan Erfahrener Benutzer

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    Hallo Pharao, fragt sich bloß, was eine angemessene Größe ist. Ich denke mal, dass 150qm zu groß sein dürften.

    Nö, die Freibeträge reichen dicke aus. :50:

    Das denke ich mir auch, nur wieviel zahle ich drauf? Das wird mir wohl nur mein Steuerberater sagen können.

    Ich weiß, das haben meine Eltern vor einiger Zeit bereits mit Ihrem 10-Fam.-Haus gemacht. Meine Eltern sind Nießbrauchnehmer, ich stehe "nur" im Grundbuch. Die eigengenutzte Immo ist schlicht und einfach vergessen worden.
     
  7. #6 immodream, 06.02.2013
    immodream

    immodream Erfahrener Benutzer

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    Hallo Obiwan,
    das Problem in dieser Bananenrepublik ist doch, das es keine Rechtssicherheit gibt.
    Du kannst dir Heute mit deinem Steuerberater alles genau ausrechnen, wenn man dann in einigen Jahren einfach die Gesetze ändert, bleibst du dann wieder zweiter Sieger.
    Zur Frage ,ob man Geld für einen Heimaufenthalt zurücklegen sollte oder seine Immobilie dafür aufheben und dann opfern sollte, sage ich nach meiner Lebenserfahrung, nein.
    Mein Vater war fünf Jahre in einem Pflegeheim untergebracht.
    Und wen haben wir dort getroffen? Einen alten Bekannten meines Vaters.
    Dieser Bekannte hat sich Zeit seines Lebens nur von Gelegenheitsarbeiten, Schwarzarbeit oder Nichtstun ( Sozialamt ) über Wasser gehalten.
    Und ihr werdet es nicht glauben. Er hatte das selbe Einzelzimmer, dieselbe Verpflegung wie mein Vater als Selbstzahler.
    Zusätzlich bekam er vom Staat noch Hundert Euro Taschengeld.
    Ich werde, falls ich das überlebe oder steuern kann, nichts für meinen Heimaufenthalt sparen ,sondern alles vorher meinen Kindern verschenken.
    Grüße
    Immodream
     
  8. ObiWan

    ObiWan Erfahrener Benutzer

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    Hallo Immodream,

    das ist auch meine Befürchtung. Heute reichen die Freibeträge noch dicke aus, wie das in ein paar Jahren sein sollte weiß nur unsere Frau Merkel. Deshalb gehen meine Überlegungen ja auch in die Richtung des Hauskaufs.

    Kommt mir bekannt vor. So jemanden kennt wohl jeder.

    Das werde ich auch so handhaben.
     
Thema: Kauf vs. Schenkung
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