Kellerschaden - Verwalter und Beirat zieren sich

Dieses Thema im Forum "Verwaltungsbeirat" wurde erstellt von Rubberduck, 26.07.2007.

  1. #1 Rubberduck, 26.07.2007
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    Als Neuankömmling in diesem Forum möchte ich ersteinmal ein herzliches "Hallo" :winkin die Runde werfen und hoffe, das Ihr mir hier weiterhelfen könnt....

    Mein Fall:
    Bin seit ca. 1 Jahr Eigentümer eines Reihenmittelhauses einer Siedlung mit 40 weiteren Häusern. Alle Eigentümer sind in einer Eigentümergemeinschaft verbunden. Die entsprechende Teilungserklärung stammt aus den 70ern (wie das Haus).
    Am Tag der Übernahme eröffnete mir der Vorbesitzer, das durch ein Unwetter
    an einem Vortag ein Feuchteschaden an der Kellerwand entstanden sei (der war vorher def. noch nicht da). Auch die beiden Nachbarhäuser waren betroffen.
    Bei uns äusserte sich der Schaden so, das wir in der Waschküche, direkt unter dem in Kopfhöhe befindlichen Abwasserrohr (welches nach draussen führt) einen Wasserfleck auf der weißen Kellerwand hatten.
    War natürlich ein Schock, wir sind aber davon ausgegangen, das dieses Problem durch Eigentümergemeinschaft beseitigt wird weil Aussenwand (=Gemeinschaftseigentum). Wir taten uns also mit unseren ebenfalls betroffenen neuen Nachbarn zusammen (weil auch geschädigt) und wendeten uns an die Verwaltung und den Beirat. Diese Prozedur bzw. die Kommunikation war ziemlich zäh, sodass wir zwischenzeitlich den Eindruck hatten, man will uns "hinhalten". Unter dem Strich, nach mehreren bösen Schreiben und auch Fristensetzungen wurde über Rohrfahrten einer Fachfirma das im Vorgarten befindliche Abwasserrohrnetz als Problem ausgemacht. Es befanden sich mehrere Muffenversätze in diesem System. Diese wurde nach einigem Hickhack ein gutes halbes(!) Jahr nach dem Schadenseintritt im Januar dieses Jahres durch eine Innensanierung der Rohre(Inliner) beseitigt. Kostenpunkt irgendwo bei 10.000 Euro. Soweit sogut. Problem war nur, das die Wand nicht trocken wurde, ganz im Gegenteil, der Flecken wurde größer und bildet nun auch Schimmel. Eine Nachuntersuchung der Rohrfirma ergab, das das Rohrnetz ok ist, also als Problem nicht mehr in Frage kommt. Auch unser Wasserversorger prüfte die Zulaufrohre - ohne Fehler. Messungen in der Wand ergaben, das offensichtlich Wasser Gegen die Hauswand drückt, und die Aussenabdichtung a) an der betreffenden Stelle defekt ist und b) generell in einem schlechten zustand ist, da die gesamte Hausfront zu nass ist. Auch die Nachbarn haben noch entsprechende Probleme.
    Wir haben dies der Verwaltung und dem Beirat im März/April diesen Jahres angezeigt und um Abhilfe gebeten. Beirat und Hausverwaltung reagierten wieder "zäh" und verwiesen darauf, das ersteinmal geklärt werden müsste, was der Grund ist und welche Massnahmen sinnvoll sind. Bis Abdichtfirmen bei uns vorstellig wurden um eine Analyse vorzunehmen war es, trotz mehrmaliger Dringlichkeitsäusserungen (auch schriftlich) schon wieder Juni und eine Entscheidung war nicht in Sicht. Alle Sachverständigen der Firmen sagten, das eine Ausschachtung und Aussenabdichtung das Richtige sei, zumal es am Hausrand auch zu leichten Absackungen gekommen war und Hohlräume an der Wand vermutet werden(wahrscheinlich durch das vorher lange defekt Rohrnetz). Das mit der Ausschachtung hat der Beirat und die Verwaltung nun "gefressen", ließ sich aber mit der Angebotsbeschaffung wieder Zeit (auch durch Urlaube) sodass wir Eigeninitiative zeigten und weitere Angebote besorgten und dem Beirat nun vorlegten. Die Kosten liegen um 7000 Euro.

    Was man noch wissen muss:
    - In diesem Jahr werden die Dächer aller 40 Häuser erneuert, und dementsprechend stark wird die Rücklage in Anspruch genommen. Es ist dafür sogar eine Sonderumlage nötig, die jeder Eigentümer selbst zu leisten hat. Es verbleiben lediglich ca. 40.000 Euro in der Rücklage als "Sicherheit".
    - Im Verwaltervertrag gibt es zwei wichtige Paragraphen:
    Der eine verbietet der Verwaltung eigenmächtige Reparatur/Instandhaltunngsmaßnahmen über 2.500 Euro ohne Zustimmung der Eigentümergemeinschaft (!!!), sprich Versammlung. Der Andere spricht davon, das die Hausverwaltung dies nicht "ohne Zustimmung der Gemeinschaft bzw. des Beirates" darf (also irgendwie wiedersprüchlich).
    - So wie in den letzten Gepsrächen herauskam haben andere Besitzer der Siedlung ebenfalls feuchte Keller , haben dies aber noch nicht entsprechend vorgetragen.

    So wie die letzten Gespräche nun gelaufen sind, stellen sich nun folgende Probleme und Fragen:

    1) Verwaltung und Beirat halten für diese Sache eine Versammlung für unumgänglich wegen der obigen Paragraphen.
    Was passiert, wenn die Gemeinschaft gegen eine Reperatur stimmt??
    Darf sie das überhaupt?
    Ist es überhaupt rechtens, das für soetwas die Gemeinschaft gefragt werden muss?
    Immerhin können wir seit 1 Jahr den Keller nicht benutzen und es gibt Schimmelbildung.
    Warum ging die Reperatur der Rohre entsprechend ohne Versammlung?
    2) Was passiert, wenn durch die offensichtlich noch im Raum stehenden Feuchteschäden der anderen Besitzer nicht genügend Geld in der Kasse ist, oder die Gemeinschaft gar pleite geht? Ein Mitglied des Beirates äusserte bereits, das Sie der Reparatur nicht zustimmen könnte, wenn weitere Schäden im Raum stünden!
    3) Wie sollten wir uns weiter verhalten? Offensichtlich geht bis zu einer event. Ausschachtung wieder viel Zeit ins Land und der Winter ist dann auch nicht mehr weit wo nicht geschachtet werden kann......

    DANKE für Euro Antworten.
    Vielleicht gibt es ja auch jemanden mit juristischen Fachkenntnissen unter Euch, der uns einmal auch in diese Richtung einen Rat geben kann


    Gruß

    Rubberduck
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

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  3. #2 Martens, 27.07.2007
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    moin,

    zuersteinmal solltest Du Beirat und Verwaltung voneinander trennen.

    Der Beirat hat keinerlei Entscheidungskompetenz, er darf letztlich keine Entscheidungen der genannten Tragweite fällen, außer, er möchte persönlich(!) in die Haftung gehen.

    Der Beirat wird auch üblicherweise für sein Kümmern um die Gemeinschaft nicht bezahlt.

    Der Verwalter hingegen wird für die Erledigung der Aufgaben bezahlt, muß aber die gesamte Anlage im Blick haben und nicht nur einzelne Eigentümer.

    Weshalb also Geld für die Rohrsanierung vorhanden war und ob diese Arbeiten ohne Beschluß durchgeführt wurden, mußt Du den Verwalter fragen.

    Wenn es viele Mängel in der Anlage gibt, wie Du schreibst, dann muß der Verwalter sortieren und kann nicht alles auf einmal in Auftrag geben, dafür reicht das Geld nicht.

    Man kann auch nicht die Probleme zuerst abarbeiten, die am lautesten schreien, um es einmal bildlich überspitzt auszudrücken.

    Wenn die Kellerwände alle oder zumindest die meisten isoliert werden müssen, werden also alle Eigentümer in die Tasche fassen müssen und das dafür nötige Geld auf den Tisch legen - die Rücklage ist ja in der nötigen Höhe nicht mehr vorhanden.

    Also sollte zur nächsten Versammlung ein Sanierungskonzept vorgelegt werden, in dem die Arbeiten nach Umfang, voraussichtlichen Kosten und Dringlichkeit gelistet werden, damit die Gemeinschaft dann entscheiden kann, was in welcher Reihenfolge abgearbeitet werden soll.

    Zu Deinen Fragen:

    1. Klar muß der Verwalter die Eigentümer fragen, ob er Geld ausgeben darf, das nicht vorhanden ist. Wenn der Vertrag ihm bis 1250 Euro freie Hand gibt, dann wird er gut beraten sein, nicht mehr ohne Beschluß auszugeben.

    Die Gemeinschaft kann so abstimmen, daß Deine Maßnahme nicht sofort durchgeführt wird, sofern es dafür sachliche Gründe gibt (Sanierungs- und Finanzierungsplan s.o.).

    Wenn Dir das dann nicht gefällt, kannst Du den Beschluß bei Gericht anfechten und somit überprüfen lassen. Damit macht man sich keine Freunde in der WEG, aber manchmal muß es trotzdem sein. Muß man sehen...

    Der Keller kann sicherlich genutzt werden, auch dann, wenn da ein feuchter Fleck ist. Ganz Berlin ist voller feuchter Altbaukeller...
    Gegen den Schimmel solltest und müßtest Du etwas tun, zumindest entfernen und für ausreichende Lüftung sorgen. Einfach nur abwarten und auf die Zuständigkeit der WEG hoffen, reicht nicht aus. Du bist Teil des Ganzen!

    2. Siehe oben, es gibt immer diverse Dinge zu erledigen und man muß sich gemeinsam oder zumindest mehrheitlich auf eine Vorgehensweise verständigen.

    Wenn Dir die Beseitigung Deines Schadens sehr am Herzen liegt, biete der WEG an, die Finanzierung dieser Maßnahme für fünf Jahre vorzustrecken oder einen größeren Anteil der Kosten selbst zu tragen. Das motiviert meistens zu schnellerem Handeln.

    3. Es kann durchaus sein, daß dieses Jahr nichts mehr passiert.
    Die Wege in einer WEG können lang sein und - wie gesagt - es sind immer diverse Dinge zu erledigen und jeder einzelne Eigentümer macht sein Problem wichtig...

    Mein Rat also:
    Die Gesamtheit sehen und für die Gemeinschaft insgesamt geeignete Vorschläge machen.
    Wenn Du es schnell erledigt haben willst, gehe in Vorleistung, sprich Dich aber mit dem Verwalter vorher ab.

    hoffe geholfen zu haben,
    Christian Martens
     
  4. #3 Rubberduck, 27.07.2007
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    Danke für Deine Meinung

    So wie es ausschaut hat die WEG die letzten Jahre(Jahrzehnte) Raubbau betrieben, indem die Rücklage zu niedrig gehalten wurde.
    Ich glaube nicht, das die alteingesessenen Eigentümer (besonders wenn Sie a) nicht selbst betroffen sind oder b) niemanden etwas zu vererben haben) so begeistert von einer Sonderumlage wären. Dementsprechend kann ich mir vorstellen, das hier sowohl von Verwalltung und Beirat (arbeiten sehr eng zusammen) auf Zeit gespielt wird. Da wir vor 1 Jahr eingezogen sind und dieses Problem seitdem vorherrscht haben wir den Keller bis jetzt nicht auf Vordermann (also für uns nutzbar) bringen können, da es in dieser Situation keinen Sinn macht...Ich sitze praktisch seitdem "auf heissen Kohlen".
    Da der Teilungsvertrag genau vorsieht, das für einen solchen Schaden die Gemeinschaft haftet sehe ich nicht ein, das ich a) hingehalten werde und b) eve. sogar noch auf Kosten sitzen bleibe. Wenn irgendwann wieder Geld in der Kasse ist und ein anderer hätte ein solches Problem - würde er dann alles ersetzt bekommen?
    Wenn ich selbst allein für die Isolierung aufkommen muss, dann bin ich auch nicht mehr bereit in die Gemeinschaft einzuzahlen - warum sollte ich?
    Das mit der Vorleistung ist allerdings auch eine Idee. Kann man aufgrund von Vorleistungen nicht die Zahlung aussetzen, bis die Kosten beglichen sind??? Was ist mit dem Zins und dem Zinseszins für einen Kredit in diesem Falle?

    Komme aus dem :motzki nicht mehr raus .......

    Gruß

    Rubberduck
     
  5. #4 Martens, 27.07.2007
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    moin Gummiente,

    hast Du auch einen Namen? Das würde mir die Kommunikation erleichtern...

    Du hast Dich in diese WEG eingekauft, so wie sie jetzt ist oder zum Zeitpunkt des Kaufes eben war. Das kannst Du niemandem vorwerfen, es war Deine freie Entscheidung.

    Sicherlich ist der Gesamtzustand der Anlage, der Instandhaltungsstau und die Höhe der Rücklagen kalkulatorisch in den Kaufpreis eingeflossen. Eine Einheit in einer top gepflegten Anlage mit hohen Rücklagen und keinen Problemen wäre vermutlich etwas teurer gewesen.

    Selbst wenn Du einen zu hohen Preis bezahlt hast, ergibt sich daraus keine Rechtsgrundlage für bestimmte Ansprüche an die Gemeinschaft.

    Was Du einsiehst und was nicht ist ebenfalls Deine freie Entscheidung.

    Ich habe nur versucht, Dir zu erläutern, daß das Durchsetzen von Einzelinteressen in einer WEG mit 40 Einzelhäusern ein schwieriges Unterfangen ist. Gerade dann, wenn es viele Eigentümer gibt, die solche oder ähnliche Probleme haben.

    Es hilft also wenig, die anderen gegen sich aufzubringen, es ist viel schlauer, eine Vorleistung anzubieten, damit DU DEIN Problem in DEINEM Keller gelöst bekommst.

    Vorleistung heißt übrigens wirklich VorLEISTUNG und ich meinte dies auch genau so.
    Ein Aufrechnen gegen Wohngeld wird nicht zulässig sein.

    Zins und Zinseszins würde ich mir abschminken, Du bist Teil der Gemeinschaft und bist an deren Tempo gebunden.

    Was ich schreibe, ist alles nicht böse gemeint, auch wenn es sich vielleicht so anhört.
    Ich kenne solche Probleme zu Genüge und ich habe etwas Erfahrung in der Lösung dieser Probleme.
    Daher mein Rat an Dich: bitte nicht mit dem Vorschlaghammer argumentieren! :tasse

    hoffe geholfen zu haben,
    Christian Martens
     
  6. #5 Rubberduck, 27.07.2007
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    Hi Christian,

    bitte hab Verständnis dafür, das ich nicht meinen echten Namen poste, da ich nicht weiß, ob hier wer aus meine WEG ist - will ja niemanden gegen mich aufbringen sondern nur meine Möglichkeiten ausloten. Bleiben wir doch bei der Ente :bier

    Ich nehme Dir keine Deiner Aussagen übel - ganz im Gegenteil - ich bin dankbar für jede Meinung.

    Wie schon gesagt hänge ich bereits seit 1 Jahr an diesem Problem.
    Ein gewisses Verständniss und eine Leidensfähigkeit habe ich also schon bewiesen denke ich. Ich will niemanden in der WEG was Böses, möchte mir aber auch nicht auf der Nase rumtanzen lassen - verständlich, oder?
    Ist es nicht so, das die Gemeinschaft für diesen Schaden zu haften hat?
    Ist es nicht auch so, wenn ein oder gar mehrere Sachverständige empfehlen, schnell zu handeln, dies auch geschehen muss (egal, ob Geld in der Kasse ist oder nicht - dann eben Durch eine Sonderumlage) - selbstverständlich auch bei jedem anderen der WEG wenn ein Schaden vorliegt?

    Wenn ich in Vorleistung trete gehe ich davon aus bzw. befürchte ich, das ich das vorgestreckte Geld nicht wieder bekomme. Deshalb die Idee, die Vorleistung durch die einbehaltene Rücklagenzahlung wieder zu erhalten. Bringt der WEG auch die notwendige Zeit.
    Muss ich mich ansonsten damit abfinden, das mir nicht geholfen wird?
    Wieviel Chancen hätte man in so einem Fall in einem Rechtsstreit?

    DANKE!

    Gruß

    ENTE
     
  7. #6 Martens, 27.07.2007
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    moin Ente,

    bleiben wir also dabei. :tröst

    Grundsätzlich hat die Gemeinschaft die Pflicht, das Gemeinschaftseigentum in ordentlichem Zustand zu erhalten, somit auch die Vertikalsperre vor Deinem Keller. Ganz klar.

    Wie Du selbst schreibst, gibt es noch ein paar mehr Baustellen bei Euch... und für alle reicht es nicht.

    Ich weiß halt aus meiner Erfahrung, daß oftmals jedem Eigentümer SEIN Problem am wichtigsten ist, davon habe ich dann einen Sack voll und komme trotzdem nicht weiter.

    Also nochmal die Empfehlung, für das gesamte Objekt einen Sanierungsplan erstellen (lassen) und darin den Zeitplan nach Dringlichkeit und finanziellen Möglichkeiten festlegen. Über das Paket beschließt dann die Gemeinschaft.

    Es ist auch denkbar, daß ersteinmal über die Vergabe eines entsprechenden Planungsauftrages an einen Bau-Ing. / Architekten beschlossen werden muß, denn die Erarbeitung so eines Planes kann recht umfangreicht = teuer werden...

    Der Vorteil der Fremdvergabe eines solchen Planungsauftrages ist jedoch, daß man hinterher belastbare Einstufungen (dringlich / nötig / wünschenswert) und Kostenschätzungen für die Maßnahmen hat und somit wirklich planen kann, ohne darüber streiten zu müssen, ob Beirat A und Verwalter irgendein Problem nicht wichtig genug genommen, dafür aber ein anderes überbewertet haben.

    Vorleistung heißt, der Gemeinschaft einen (möglichst zinslosen) Kredit anzubieten(!) und darüber beschließen zu lassen, daß damit eben Deine Wände gemacht werden und wie und wann Du Dein Geld zurück bekommst. Das muß natürlich alles schriftlich gemacht werden, sonst ist es gefährlich für Dich, ganz klar.

    Soetwas haben wir schon gemacht, wenn die Gemeinschaft klamm war, Eigentümer XY aber gerne dies und jenes erledigt haben wollte, oder einfach helfen wollte, das Gemeinschaftseigentum in guten Zustand zu versetzen. Ja, solche Eigentümer gibt es auch.

    Vorleistung heißt auf keinen Falle, morgen den Garten aufzugraben, selbst die Isolierung zu erneuern und dann die nächsten Monate kein Wohngeld zu zahlen. DAS geht nach hinten los!

    Du verleihst Deinem Anliegen einfach mehr Gewicht, wenn Du gegenüber Miteigentümern und Verwaltung Deinen Beitrag zur Problemlösung in den Vordergrund stellst - anstatt einfach nur lautstark Forderungen zu stellen (was jetzt nur ein Beispiel und keine Unterstellung sein soll).

    Rechtsstreit, naja.
    Vor Gericht und auf hoher See sind wir alle in Gottes Hand.
    Woher dieser Satz wohl kommen mag?

    Rechtsstreitigkeiten innerhalb der Gemeinschaft sind langwierig, teuer und frustrierend. Erfolgsaussichten kann ich Dir keine sagen, das geht so über Monitor / Tastatur nicht, dafür müßte ich mich in die Beschlüsse einlesen, die Situation der WEG insgesamt kennen etc.

    Wenn Du schnell zu Ergebnissen kommen willst, biete Deine Leistung zur Lösung des Problems an.
    Ich kann es nur immer wiederholen...

    Wenn alles nichts hilft, dann muß die juristische Keule geschwungen werden, das ist auch klar und ich bin der Letzte, der davor zurückschreckt. Aber wie gesagt, das ist in einer WEG die ultima ratio.

    hoffe geholfen zu haben,
    Christian Martens
     
  8. #7 Rubberduck, 30.07.2007
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    Prinzipiell bin ich Deiner Meinung

    Hi Christian,

    alles irgendwo richtig, bin auch generell Deiner Meinung.
    Habe eigentlich auch nicht vor mich mit nem Rechtsstreit zum Depp der WEG zu machen.
    Wir haben IMMER unsere Kooperationsbereitschaft gezeigt, sonst glaube ich
    wären schon längst schwere Geschütze aufgefahren worden. Auch als es darum
    ging Angebote einzuhohlen haben wir in Eigenregie Vergleichsangebote eingehohlt
    um
    a) Vergleiche zu schaffen und die Kosten gering zu halten
    b) die Unfähigkeit/Nachlässigkeit des Verwalters auszugleichen (frage mich immer,
    warum ich seine Arbeit machen muss)
    c) unseren guten Willen zu zeigen.

    Das ist vom Beirat auch positiv aufgefasst worden, nicht umsonst haben wir uns
    mehrfach persönlich wg. des Problems zusammengesetzt. Der Beirat hat sch auch
    am Anfang dahingehend geäußert, das das Problem schnellstens beseitigt werden
    soll. Bei der letzten Zusammenkunft hat sich das aber schon wieder ganz anders
    angehört, weil einer der Beiräte auch dann mal in seinem Keller nachgeschaut hat,
    und huch: der ist ja auch feucht (nicht so stark wie bei uns).
    Dennoch gehe ich auch von einer Lösung mittels Plan aus. Ich habe bei unseren
    "Pappaneheimern" aber wieder die Befürchtung, das das wieder Elend lange
    dauert, bis man mal Nägel mit Köpfen macht - Und das ist das, was mich :motzki
    Da wir jetzt schon seit 1 Jahr (!) daran "rumhampeln" und ich wieder kein Ende
    sehe, muss ich mir einfach überlegen wie ich Druck in diese Sache bringe - denn wer lässt Sich gerne vernatzen...? :stupid
    Eine Frage hast Du mir glaube ich noch nicht beantwortet: Sind durchfeuchtete
    Kellerwände und Schimmelbefäll nun dringlich oder Peanuts? (Wohlgemerkt
    ist der Keller eher Teil der Wohnung - also als Parterre bei uns zu sehen - sprich
    kein "Kohlenkeller" hinter dem man 3 Türen schließt und nix davon mitbekommt...)
    Wie lange darf ein Verwalter/Beirat soetwas aufschieben ohne konkrete Lösungs-
    maßnahmen (wie z.B. auch ein Plan)?? Verletzen die Kollegen nicht bald auch Ihre
    "Sorgfaltspflicht"????

    Gruß

    Ente


    :help
     
  9. #8 Martens, 30.07.2007
    Martens

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    RE: Prinzipiell bin ich Deiner Meinung

    moin Ente,

    Tja, inwieweit dieser Schaden dringlich ist, ergibt sich aus dem Gesamtzusammenhang, der Art und Menge der sonstigen Schäden und den vorhandenen Mitteln.
    Feuchtigkeit im Haus ist grundsätzlich ein ernstes Problem.

    So, und nun ist der Keller Teil der Wohnräume? Da sieht man, wie schwierig Kommunikation sein kann, die ganze Zeit schreibst Du von Keller und das ist per Definition ein Raum, der nicht beheizt, nicht belichtet sein muß und nicht zum ständigen Aufenthalt von Menschen geeignet ist. Dadurch sind an den Zustand wesentlich geringerer Anforderungen zu stellen, als an einen Wohnraum...

    Entscheidend ist übrigens nicht die aktuelle oder gewünschte Nutzung sondern die Ausweisung in der Baugenehmigung! :crazy

    Da schon die Einschätzung, wie gravierend der Schaden, über Monitor / Tastatur schwierig ist, werde ich Dir keine Auskunft dazu geben können, ab wann der Verwalter seine Sorgfaltspflichten verletzt. Aber nochmal: der Beirat ist in solchen Angelegenheiten überhaupt und sowie grundsätzlich zu gar nichts verpflichtet.

    schöne Woche,
    Christian Martens
     
  10. #9 Rubberduck, 30.07.2007
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    RE: Prinzipiell bin ich Deiner Meinung

    Aber doch wohl der Verwalter, oder?

    Und wenn der nicht spurt?
    Immerhin habe ich den Eindruck, das ich einen Teil seiner Aufgaben
    (Angebotsbeschaffung, Schadensdokumentation bzw. -Identifikation durch Sachverständigen) gemacht habe, weil sonst garnix passiert wäre.....
    Da bin ich doch schon ausserordentlich entgegenkommend und kooperativ gewesen, oder?

    Wenn der Beirat nicht für solche Fälle da ist, wofür sonst??
    Als gewähltes Gremium soll er doch die Interessen der Gemeinschaft
    beim Verwalter repräsentieren, oder?

    Gruß

    Ente
     
  11. #10 Martens, 30.07.2007
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    RE: Prinzipiell bin ich Deiner Meinung

    moin Ente,

    Nochmal, als Verwalter von 40 Reihenhäusern habe ich mich um das Gemeinschaftseigentum insgesamt zu kümmern - nicht jedoch mit dem Elan, den der jeweils betroffene Einzeleigentümer für geboten hält, um jedes Einzelproblem.
    Das ist ein leider häufig vorkommendes Mißverständnis...

    Tja, auch hier ein häufig anzutreffendes Mißverständnis.
    Ich zitiere mal das WEG:

    Das sind die Aufgaben und Befugnisse eines Verwaltungsbeirates, sonst nichts.

    Es gibt viele Beiräte, die wichtige und effektive Verwaltungs(zu)arbeit für die Gemeinschaft leisten, Dinge klären und vorbereiten, die eine Verwaltung so oder so schnell oder so kostengünstig nie erbringen könnte - die tun das aber freiwillig und können dazu nicht verpflichtet werden!

    Schon dieses - wie Du selbst schreibst mehrfache - Zusammensetzen mit Dir ist eine freiwillige und ihm hoch anzurechnende Leistung des Beirates und zeigt, daß er sehr engagiert und lösungsorientiert arbeitet.

    Jetzt drehe ich mal - nur zum Spaß - den argumentatorischen Spieß um um schildere Dir Deine Situation aus anderer Sicht:

    Da kauft also jemand günstig ein Reihenhaus in einer Siedlung aus den 70ern, die Häuser sind einfach gebaut und nach 35 Jahren besteht dringender und offensichtlicher Instandhaltungsbedarf. Wie aus den Protokollen hervorgeht, sind u.a. alle Dächer zu sanieren, die Gemeinschaft hat hierfür in den vergangenen Jahren mühsam das Geld zusammengespart.

    Die ehemals vorhandene Vertikalsperre ist an vielen Stellen durchwurzelt und unwirksam, in vielen Kellern tritt Feuchtigkeit ein, ein Projekt für die nächsten Jahre.

    Nun kommt der neue Eigentümer, will seinen Keller als Wohnraum nutzen und pocht darauf, daß sein Keller sofort und gleich saniert werden muß, damit er ihn nutzen kann.

    Der Beirat setzt sich mit ihm zusammen, diskutiert mehrfach die Angelegenheit, macht deutlich, daß es noch mehrere und auch ähnliche Baustellen in der Anlage gibt und bittet um Geduld, ersteinmal sind die Dächer dran - das beeindruckt den neuen Eigentümer alles jedoch herzlich wenig.

    Er wirft Beirat und Verwaltung Kungelei und Verschleppung vor, holt ausschließlich für seinen Schaden Sachverständigenmeinungen und Kostenvoranschläge ein und erwartet nun, daß man sich seinem Problem noch vor dem Winter widmet, ansonsten überlegt er, Klage einzureichen.

    Tja, ich sage nicht, daß das Deine Geschichte ist, aber ich habe sie aus Fragmenten Deiner Beiträge zusammengesetzt und überspitzt dargestellt. Hört sich fies an, oder?

    vielleicht liege ich ja auch völlig falsch,
    Christian Martens
     
  12. #11 Rubberduck, 30.07.2007
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    Zugegeben........

    kann mir vorstellen, das dies dem ganzen aus der anderen Sicht sehr nahe kommt.

    Mit kleinen Einschränkungen:
    1) Mit meinem Schaden sind auch noch meine beiden Nachbarn direkt betroffen, und
    wollen auch eine schnelle Lösung - sind also in der gleichen Situation wie ich.
    Ich habe Angebote und Sachverständigenmeinungen eingehohlt, weil die Verwaltung
    dies nicht wie versprochen (oder nur in einem auch für die Gemeinschaft unzureichendem Maße) getan hat - also nicht nur aus purem Eigennutz....
    Möchte zur Findung der optimalen Lösung beitragen (mal unabhängig vom Zeitfaktor).
    2) Die Dächer sind schon länger beschlossene Sache, können aber nicht
    als Alibi für weitere notwendige Instandhaltungsmaßnahen gelten, oder?
    3)das mit dem vor dem Winter reagieren war schon letztes Jahr so :party

    Zum Beirat: Er muss doch auch in bestimmten Fällen so ok geben (z.B. bei
    höheren Reparaturen etc.), hat also doch noch weitere wichtige Funktionen, oder?


    Um das ganze mal zu resümieren (nicht ohne Dir nochmal ein Danke :top für Dein Engagement in diesem Thread zuzuwerfen):

    Ich verstehe was Du mit "gemeinschaftlich" lösen meinst, wie Du gelesen hast
    tue ich mehr (Arbeite auch noch anderweitig dem Beirat zu), als man ursprünglich
    nach meinem ersten Post denken mag. Ich habe auch eigentlich keine Lust irgendwie
    prozessieren zu müssen oder so - das liegt mir eigentlich völlig fern.
    Ich möchte eigentlich nur mal eine klipp und klare Aussage meiner Gremien hier,
    wie denn weiter verfahren wird, aber auf sowas lässt sich hier keiner ein....
    Das kann natürlich auch z.B. die Aussage sein: machen wir erst in 1 Jahr oder so.....
    Das habe ich auch schon mehrmals ganz sachlich und nett weiterkommuniziert.....
    Auch einer Vorleistung bin ich ja garnicht abgeneigt, aber im Verlauf dieser ganzen
    Geschichte bin ich mir mehrmals vernatzt vorgekommen.
    Ich habe auch kein Problem mir eine Schüppe in die Hand zu nehmen und das
    Problem selbst zu beheben - aber ich denke das ist auch keine Lösung (wg. Garantie, etc.).

    Sicherlich kann jemand von aussen betrachtet meinen, jetzt ist der gerade mal 1 Jahr hier und stellt nur Forderungen - die entsprechenden Rechte habe ich aber miterworben, oder? (Offensichtlich auch die A-Karte in solchen Sachen :ätsch)
    Mich darf als Eigentümer die Sicht der Anderen nicht interessieren, da ich
    Investitionssicherung betreiben muss. Wenn die Anderen das nicht für nötig halten
    oder mit Wasser im Keller leben können - Bitteschön! Ich kann das nicht und
    ich denke das kann man verstehen....
    Sehr wohl muss ich den Gemeinschaftgedanken wahren, was ich m.M. auch getan
    habe (einer Versicherung z.B. hätte ich im Leben nicht 1 Jahr für sowas eingeräumt). Ich mache mir in Verbindung mit dem Beirat auch schon Gedanken
    um weitere Verbesserungen die auch mal Geld sparen.....mir liegt also was an
    dieser Siedlung. Nichtsdestotrotz muss bei allen freundschaftlichen Beratungen
    , besonders in solchen Dingen, immer ein Gewisser Spielraum eingehalten werden. Um nichts anderes wie
    als die Grenzen dieses Spielraumes geht es mir hier....

    Ich glaube, das mir die juristische Keule in naher zukunft sowieso abgenommen wird, da unsere Nachbarn an die Spasskasse (Gläubiger) veräussert haben oder dies wollen und diese davon ausgeht, das dieser Schaden schnellsten behoben wird. Ich glaube denen ist das mit der Gemeinschaft mal völlig egal.... :party
    Aber muss das denn so sein???

    Gruß

    Ente
     
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