Kosten der Heiz- und Warmwasserabrechnung - Dienstleistungsrechnung

Diskutiere Kosten der Heiz- und Warmwasserabrechnung - Dienstleistungsrechnung im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; suche Infos zum obigen Thema. In einem 3-Fam. Haus mit 23 Heizkörpern (Ölzentral) wird seit jahren ein Abrechnungsdienstleister beauftragt, der...

the-blue-cloud

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suche Infos zum obigen Thema.
In einem 3-Fam. Haus mit 23 Heizkörpern (Ölzentral) wird seit jahren ein Abrechnungsdienstleister beauftragt, der die Ablesung an den Körpern vornimmt und die Abrechnung erstellt.
Ich ärgere mich jedes Jahr über die Gebühren, obwohl diese letztlich von den Mietern getragen werden.
Ölkosten im Jahr rund 1.600 €
Nebenkosten dazu wie Wartung, TÜV, Schornsteinfeger etc. = 400 €
mithin Gesamtkosten rund 2 tsd. Euro. Der Messdienst nimmt inzwischen 395 € also rund 20 % der Verbrauchskosten udn verteuert es damit extrem.
Da halte ich für völlig überzogen. Sämtliche Abrechnungsinfos übermittle ich online.
Es sind noch alte Röhrchenmessgeräte.

Einerseits ist bereits festgelegt, dass bis 2026 auf Funkablesung nachgerüstet werden muss. Gleichzeitig gibt es schon neue (andere?) Bestrebungen zur Änderung. Im Netz fand ich einen Referentenentwurf zur Änderung der Heizkostenverordnung von März 2021. Da werden mithin weitere Änderungen folgen.
Gibt es eine Möglichkeit, Funkgeräte von einem seriösen Anbieter für x Jahre zu erwerben und dann in Zukunft die Abrechnung "selber" zu erstellen? Es tummeln sich reichlich Anbieter. Nur die Meinungen in den Foren sind eigentlich alle überwiegend negativ.

Wer hat sich mit dieser problematik schoen einmal auseinandergesetzt und hat qualifitzierte Erkenntnisse?? Danke.
 
Andres

Andres

Moderator
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Gibt es eine Möglichkeit, Funkgeräte von einem seriösen Anbieter für x Jahre zu erwerben und dann in Zukunft die Abrechnung "selber" zu erstellen?
Die gibt es auch bisher schon, auch wenn ich nicht sicher bin, wie es mit den funkenden Geräten aussieht, aber allerspätestens sobald das verpflichtend wird, gehe ich auch dort von entsprechenden Angeboten aus.

Das Elend ist und bleibt aber immer das gleiche:
  • Für Heizkostenverteiler sind zur Anpassung entsprechende K-Faktoren erforderlich. Die zu beschaffen, ist aufwändig und für den kleinen Privaten nicht rechtssicher durchführbar. Sobald ein Mieter die Abrechnung inhaltlich anzweifelt, hast du bei diesen Selbstbaulösungen den Ärger an der Backe. Eine umfängliche Datenbasis zu diesen Faktoren ist im Prinzip die Geschäftsgrundlage dieser Dienstleister.
  • Die Kosten der Abrechnung durch einen Dienstleister tragen die Mieter. Den Aufwand der Abrechnung in Eigenleistung trägt der Vermieter. Warum soll ich das machen?
  • Die Kosten der Anmietung der Messgeräte sind Betriebskosten, die Kosten eines Kaufs sind es zumindest nach der Kommentierung (höchstgerichtliche Entscheidungen gibt es nicht) eher nicht und die Umlage als Modernisierung ist ein einmaliger Effekt, der von der allgemeinen Mietentwicklung aufgefressen wird, d.h. den Eichtausch zahlt der Vermieter aus der Privatschatulle.

Eine wirkliche Lösung gibt es in dem Moment, in dem der Aufbau des Heizungssystems die Verwendung von Wärmemengenzählern zur Ermittlung aller individuellen Wärmebedarfe erlaubt. Dann ist die Abrechnung so harmlos, dass man sie auch selbst gewuppt bekommt. Wenn man nur ein paar Rohre im Heizungskeller ändern muss (oder einen Neubau plant), ist das in Ordnung, aber größere Umbauten sind unwirtschaftlich.

Die nächste Hürde ist dann der Anspruch auf "jederzeit alle Messwerte online einsehen", sobald und sofern er kommt. Auch das könnte man zwar irgendwie selbst hinbekommen, aber warum sollte ich das machen? Ich will es nicht, niemand vergütet mir den Aufwand, am Ende habe ich sinnlose Diskussionen mit Mietern, die mit Rechnen auf Grundschulniveau schon überfordert sind. Der Mieter trägt die Kosten und wenn es politisch gewollt ist, die Konzerne zu füttern, dann kann ich das auch nicht aufhalten. Deine Rechnung ...
Ölkosten im Jahr rund 1.600 €
Nebenkosten dazu wie Wartung, TÜV, Schornsteinfeger etc. = 400 €
mithin Gesamtkosten rund 2 tsd. Euro. Der Messdienst nimmt inzwischen 395 € also rund 20 % der Verbrauchskosten
... stellt bei den Mietervereinen irgendwie niemand an oder wird zumindest in der Politik damit nicht vorstellig. Nun gut, dann ist das eben so.
 

FMBerlin

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Eigenleistungen des Vermieters, durch die Betriebeskosten erspart werden, dürfen mit dem Nettopreis der ersparten Dienstleistung Dritter angesetzt werden. Die selbst durchgeführte Heizkostenabrechnung muß der Vermieter also nicht zum Nulltarif leisten.
 

Ferdl

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Für Heizkostenverteiler sind zur Anpassung entsprechende K-Faktoren erforderlich. Die zu beschaffen, ist aufwändig und für den kleinen Privaten nicht rechtssicher durchführbar.
Es gibt Anbieter die die K-Faktoren für Gekaufte HKV liefern.
Habe ich so gemacht aus Gründen.
Wenn ich etwas mehr Zeit habe kann ich ja mal darüber Berichten.

wenn ich die Ablesekosten den M überhelfen könnte und keine Probleme hätte die Wohnungen gut zu vermieten würde ich es wahrscheinlich auch machen lassen.
 

the-blue-cloud

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Danke Andres. Deine Infos sind korrekt, waren mir letztlich aber auch so bekannt. Einerseits wohnt in dem voll vermieteten Objekt ein Verwandter, andererseits ist nicht ansatzweise einsehbar, warum ein Mieter solch enorme Nebenkosten für die Abrechnungsmodalitäten der Messdienste zahlen soll und sich damit die Heizkosten deutlich ehöhen.
Ich gehöre damit vielleicht zu den wenigern Vermietern, die auch an den Geldbeutel der Mieter denken und kostengünstig und ohne Ärger und Aufwand längjährig vermieten möchten. Günstige Miete und Nebenkosten sorgen sehr oft für ein langes unkompliziertes Miteinander + damit Mietverhältnis.
Damit würde mich weiterhin interessieren, ob es eine Möglichkeit gibt, entsprechende Funkgeräte installieren zu lassen und jederzeit die Werte per Funk abzurufen, so wie es für die Zukunft gesetzlich geplant ist.
Da es ein Altbau ist, die Heizungsrohre im Keller nicht pro Mietpartei getrennt werden können, bleibt mithin nur die Messung am Heizkörper.Da es in den einzelnen Wohnungen das WW auch noch an mehreren Heizrohrsträngen ankommt, scheidet die Variante einer zentralen Trennung vollkommen aus.
Nach § 11 Abs. 1 Nr. 1 b der Heizkostenverordnung sehe ich zumindest die theoretische Möglichkeit, wegen Unwirtschaftlichkeit dieses teure Abrechnungssystem zu beeenden. Dazu fehlt mir jedoch das Hintergrundwissen.

Der Hinweis von "Ferdl" ist daher interessant und für weitere detaillierte Infos wäre ich dankbar.

Auch die Infos von FM Berlin sind neu für mich. Gibt es dazu eine Quelle, da ich in 3 Objekten die komplette Nebenkostenabrechnung (ohne Heizung) erstelle.

Vielen Dank.

Mod: Formatierung entfernt. D.
 
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Ferdl

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@the-blue-cloud, du Schreist, warum? Hier ist keiner Schwerhörig ;)
Gibt es dazu eine Quelle, da ich in 3 Objekten die komplette Nebenkostenabrechnung (ohne Heizung) erstelle.
Da verwechselst du etwas, die Kosten für die Erstellung der Neben- Betriebskostenabrechnung sind keine Betriebskosten und daher nicht umlegbar, unabhängig davon wer sie erstellt hat.
Anders ist das bei der Erfassung der Heizkosten, die Kosten für diese Dienstleistung sind als Bestandteil der Heizkosten Umlegbar. Ob, und in welcher Höhe diese Kosten bei Selbstvornahme geltend gemacht werden können, darüber streiten sich die Geister, mW gibt es zu diesem Thema keine Höchstrichterliche Interpretation. Von daher bin ich auch an Informationen zu diesem Thema Interessiert.

ME ist jedoch spätestens bei diesen Funkenden HKV schluss mit Lustig. Weil, die Erfassungsgeräte Sackteuer sind, daß lohnt sich bei kleineren Einheiten nicht mehr.

Dies ist mE auch der Sinn dieser Verordnung => die inzwischen umstrittenen Dienstleister werden unabdingbar (und die benutzen sowieso schon die Funkgeräte => Personaleinsparung), das Geld kommt den richtigen Leuten zu gute und das alles unter dem alles Rechtfertigendem Deckmantel des Umweltschutzes.
 

the-blue-cloud

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sorry, hatte vergessen die Tastatur umzustellen. Ist mir nicht augefallen.Sollte aber auch nebensächlich sein.

Danke für das rasche Statement. Nach den obigen Ausführungen ....Eigenleistungen des Vermieters bei "Betriebskosten" ist allumfassend.... vielleicht war es anders gemeint..
Eigenleistungen des Vermieters, durch die Betriebeskosten erspart werden, dürfen mit dem Nettopreis der ersparten Dienstleistung Dritter angesetzt werden. Die selbst durchgeführte Heizkostenabrechnung muß der Vermieter also nicht zum Nulltarif leisten.
galt es hier nachzuhaken, da es konträr zu meiner Kenntnis war. Offensichtlich ist mithin diese Info allenfalls auf die Ablesung begrenuzt und/oder nicht korrekt oder letztlich mehr als strittig.

Meine grundsätzlichen Fragen stellen sich weiterhin.
 
immodream

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Hallo the-blue-cloud,
da ich mich seit über 30 Jahren über die Entgelte der ISTA für die Heizkostenabrechnung aufrege , habe ich mir gerade einmal die Beträge heraus gesucht.
6 Familienhaus, Gaszentralheizung, Gasrechnung 2600 € , Gebühren für ISTA ca. 390 € .
Es werden seit mehreren Jahren Funkerfassungsgeräte benutzt, kein Ableser muss mehr in die Wohnung oder sich mit nicht anwesenden Mietern rumärgern.
Da bin ich ja mit den Entgelten der ISTA doch noch im normalen Rahmen , da die Kosten sowieso von meinen Mietern getragen werden.
Grüße
Immodream
 
Duncan

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Meine grundsätzlichen Fragen stellen sich weiterhin.
Diese stellen sich so ziemlich allen hier. Unsere Antwort gründete in der Frage qui bono und die hat Ferdl schon erklärt.
Im Gewerbeobjekt mit Wärmepumpenanlage hab ich mit den Mietern einfach vereinbart über m² abzurechnen, sie können aber auch gerne eine "korrekte" Abrechnung nach Verbrauch haben die wird dann aber für jeden mindestens 100 € teurer. Da hab ich es aber halt mit Vollkaufleuten zu tun, die einen Taschenrechner bedienen können.
In den Wohnungen bleibt es halt bei der Abrechnung stur nach Verordnung, koste es was es wolle, da ist immer ein Mieter bei, der zum Mieterbund rennt und um 5 € Heizenergie vom Nachbarn nicht bezahlen zu müssen, lieber 100 € für die Verbrauchserfassung bezahlt...
Dt. Mieter lieben wenig mehr als die Mietkosten und vor allem auch die Mietnebenkosten in die Höhe zu treiben, um sich dann darüber zu beschweren, dass die Mieten so hoch seien...
In der Frage sind die meisten Vermieter schon lange resigniert und rechnen halt einfach ab. Kostet halt. Vor allem die Mieter. Warum soll ich da auch noch Zeit und Nerven verschwenden?
 

the-blue-cloud

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ich finde weiterhin 15 % Abrechnungskosten auch noch deutlich zu viel. Da passen m.E. die Verhältnisse nicht. § 556 Abs. 3 BGB wird immer öfter als Einwand zur Wirtschaftlichkeitsprüfung von den Mietvereinen herangezogen.
Wenn man dann keine Vergleichsangebote zum Vertragsabschluss und laufend hat, auch problematisch. Klar, wer beschäftigt sich schon ständig damit und vergleicht die Preise der Anbieter oder prüft Alternativen. Für unseren persönlichen Strom und andere Energiearten, bei den Benzinpreisen usw. machen wir es ......
Habe jetzt den weiteren Hinweis bekommen, dass selbst 15 % Kosten des Ablesedienstes als viel zu hoch angesehen werden und es auch dazu bereits Urteile (?) geben soll.......
Ich möchte auch nicht unbedingt 15 % nur für eine Ablesung und/oder Abrechnung bezahlen, insbeondere dann, wenn alles online erfolgt. Wir würden doch auch nicht 15 % Aufschlag an der Lebensmittelkasse zahlen, nur weil jemand das Transportband einschaltet und die Kasse öffnet...
Für mich ist der Hinweis, wird auf die Mieter umgelegt, nicht so ganz hilfreich.
Angeblich hat die Stiftung Warentest vor Jahren (?) dazu berichtet.
Vielleicht haben weitere Leser detailliertere Infos.
Danke.
 
immodream

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Hallo,
wenn du nicht bereit bist, die 15 % Ablesekosten zu bezahlen , überprüfst du auch regelmäßig, ob es nicht einen preiswerteren Versicherer, Schornsteinfeger, Energieanbieter, Kabelnetzanbieter usw gibt.
Dann brauchst du keine weiteren Hobbys und wirst trotzdem von deinen Mietern keinen Dank bekommen.
Grüße
Immodream
 

FMBerlin

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Kosten der Heiz- und Warmwasserabrechnung - Dienstleistungsrechnung

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