Kosten der Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlage in Prozent

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von Moskito0210, 03.09.2014.

  1. #1 Moskito0210, 03.09.2014
    Moskito0210

    Moskito0210 Gast

    Tag Leute, folgendes:
    ich ziehe bald um und habe mein Mietvertrag zugeschickt bekommen.
    Folgenden Absatz verstehe ich gar nicht:

    b) Die Kosten des Betriebs der zentralen Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlage oder die Kosten der Wärme- und Warmwasserlieferung - soweit jeweils vorhandn - werden nacholgend wie folgt verteilt:

    70 Pronzent (min. 50, höchstens 70) nach dem erfassten Wärme- und ggf. Warmwasserverbrauch des Mieters, der Rest nach dem Verhältnis der Wohn-/Nutzfläche.


    Meine Frage: was heißt das mit diesen 70%? Was muss ich darunter verstehen?
     
  2. AdMan

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  3. Syker

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    Hallo Moskito0210,

    Das bedeutet das 70% der Heizkosten (Gas, Heizöl, Schorni, Wartung, usw.) nach dem erfassten Verbrauch und die übrigen 30% nach der Wohnfläche verteilt werden.
    Dies hat den Grund das auch die Bereitstellung der Heizung Kosten verursacht auch wenn der M die Heizkörper auf 0 stellen würde und die Heizung nicht nutzt.
    Aber er könnte.

    VG Syker
     
  4. Andres

    Andres
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    Zu erwähnen wäre noch, dass das hier beschriebene Verfahren der gesetzlich normierte Regelfall ist. Würde diese Klausel also ersatzlos gestrichen werden, müsste trotzdem so abgerechnet werden.
     
  5. #4 dots, 04.09.2014
    Zuletzt bearbeitet: 04.09.2014
    dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    auch meiner Meinung nach ist der Absatz vollkommen okay (aus Mieter- und auch als Vermietersicht) - du kannst den Vertrag also ruhigen Gewissens unterschreiben, wenn der Rest auch okay ist.

    Übersetzt heißt der Absatz, dass der Vermieter Anfang des Jahres alle Kosten, die ihm durch die Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser entstanden sind, addiert (Kosten für Heizöl, Schornsteinfeger, Wartung der Heizungsanlage, ...). Da kommen dann z.B. 2000 Euro raus.

    Nehmen wir mal an, dass in euerm Haus 2 Wohnungen sind: Eure und eine weitere.
    Also werden erst mal 30% der Heizkosten, also 30% von 2000€ = 600€ nach dem Verhältnis der Wohn-/Nutzfläche auf die beiden Wohnungen verteilt. Sind beide Wohnungen gleich groß, bekommt jeder erst mal 300 Euro angerechnet. Ist eure Wohnung größer, bekommt ihr vielleicht 400 Euro angerechnet (und die andere Wohnung dann 200 Euro). Wenn eure Wohnung doppelt so groß ist (im Vergleich zur anderen Wohnung), müsst ihr einen doppelt so großen Anteil von den 30% = 600€ zahlen (im Vergleich zu den Mietern der anderen Wohnung). Wenn eure Wohnung kleiner ist, entsprechend weniger.

    Nun müssen noch die 70% von den 2000€ verteilt werden - und zwar (laut dem Vertragsabsatz) nach dem erfassten Wärme- und ggf. Warmwasserverbrauch des Mieters.

    Wenn in eurer Wohnung genau so viel Heizwärme und Warmwasser verbraucht wurde wie in der anderen Wohnung, dann werden die 70% von 2000€ = 1400€ gleichmäßig auf die beiden Wohnungen verteilt, d.h. 700€ pro Wohnung. Wenn ihr mehr geheizt habt und/oder mehr Warmwasser verbraucht habt als die anderen Mieter, dann z.B. 800/600€.

    Angerechnet werden euch dann 300€ (aus dem Teil mit den 30%) und 700€ (aus dem Teil mit den 70%) = 1000€.

    Das sind dann die Kosten, die euch fürs jeweils vergangene Jahr durch Heizwärme und Warmwasserbereitung entstanden sind und die ihr zu zahlen habt oder bereits durch monatliche Betriebskostenvorauszahlungen gezahlt habt.

    PS: Ich habe der Einfachheit halber einen dem Kalenderjahr entsprechenden Abrechnungszeitraum unterstellt. In den allermeisten Fällen entspricht das der Realitiät.
     
  6. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    @dots
    Hast Du schön erklärt!
     
  7. Andres

    Andres
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    Auch das ist eine kleine Vereinfachung, die aber für den grundsätzlichen Ablauf nicht weiter tragisch ist: Die Gesamtkosten werden zunächst in einen Anteil für Heizung und einen Anteil für WW aufgeteilt. Danach werden beide Teile getrennt wie beschrieben auf die Wohnungen verteilt.
     
  8. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Stimmt!

    Und je länger ich darüber nachdenke, um so schlimmer wird das Gefühl, dass mein Beitrag an vielen Stellen viel zu grob und allgemein gehalten ist und von idealen bedingungen ausgeht. Aber ob man den Grundgedanken einer Heizkostenabrechnung überhaupt jemals umgangssprachlich verständlich darlegen kann?
     
  9. Andres

    Andres
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    Du hast da einen ganz guten Kompromiss getroffen. Man muss ja nicht unbedingt sämtliche Details erschlagen, vor allem wenn es dem TE eigentlich nur darum ging, dass er die Klausel nicht versteht. Er muss die Abrechnung ja nicht selbst erstellen ...
     
  10. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    genau,

    bei dem Gedanken der Feinheiten kommen mir bei der Heizkostenabrechnung die Frage:
    Können folgende Kosten in die Heizkostenabrechnung einfließen und dann auch entsprechend aufgeteilt werden?
    • die Mietkosten für den Heizungsraum,
    • die Kosten der Kontrolle des laufenden Betriebs durch den Hausmeister,
    • die Finanzkosten für die Ölvorfinanzierung,
    • die Kosten für die Neuanschaffung einer Heizung, bzw. Rücklage für Heizungserneuerung oder Finanzierungskosten der Erstellungskosten der Heizungsanlage.
     
  11. Andres

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    Warum muss der gemietet werden? Bis mir das klar ist, sage ich mal: nein.

    Ja, explizit von der HeizkostenV genannt ("Überwachung und Pflege der Anlage").

    Nein, gehört nicht zu den Heizkosten (keine Nennung) und auch nicht zu den allgemeinen Betriebskosten. Diese Finanzierung ist nichts, was durch "bestimmungsmäßigen Gebrauch" anfällt, sondern hat nur mit den Finanzen des Vermieters zu tun.

    Das ist nicht ernst gemeint, oder?
     
  12. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Der Effekt der Miete des Heizraums wäre, dass mit den Raummieten Kosten auf Heizungsnutzer und somit auf die Mieter umgelegt werden könnten. Denn der Raum muss ja gestellt werden und kann somit nicht anderweitig genutzt werden z.B. vermietete Lagerraum oder Werkstatt.

    das wird in Hausgeldabrechnungen häufig nicht von Hausmeistertätigkeit abgezogen und auf Heizkostenabrechnung zu bzw. eingerechnet!


    Nun meine generelle Überlegung geht dahin, dass ich bei dem Einkaufen von Wärmeleistung im Falle einer Fernwärme sehr wohl die kompletten Herstellungskosten sogar inkl. Gewinne des Anbieters zu zahlen habe.
    Im Bereich des Wärmekontrakting ist es ja auch so. Ebenso wird die Finanzierung der Anlagen in den Produktpreis eingerechnet.
     
  13. Andres

    Andres
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    Und wenn der blöde Mieter nicht gelegentlich in seine Wohnung wollte, könnte ich das Treppenhaus auch noch vermieten ...

    Formal: Es handelt sich weder um eine Sach- noch um einer Arbeitsleistung des Eigentümers, damit ist kein Ansatz als BK möglich.


    Nach einem kurzen Kontrollblick in die BetrKV scheint mir das auch richtig zu sein. Dort heißt es, dass die (umlagefähigen) Kosten des Hauswarts komplett in Nr. 14 anzusetzen sind. Der Ansatz in den Heizkosten kommt damit nur bei Eigenleistung oder externer Dienstleistung in Betracht.


    Und wer hält dich davon ab, das gleiche mit deinen Mieten zu machen? Betriebskosten sind das jedenfalls nicht.
     
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