Kosten des Notars rechtmässig?

Dieses Thema im Forum "Immobilien - Erwerb/Veräußerung im Inland" wurde erstellt von fidelity1992, 24.05.2016.

  1. #1 fidelity1992, 24.05.2016
    fidelity1992

    fidelity1992 Neuer Benutzer

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    Hallo!
    Ich habe vor kurzem einen Kaufvertrag für einen TG-Stellplatz (Kaufpreis 6.400,-€)bei einem Notar abgeschlossen. Überall in den Rechnern im Internet steht, dass die Notargebühren ca. 1,5% des Kaufpreises betragen.
    Bei mir war es deutlich mehr:
    Beurkundungsverfahren (2,0- Mindestwert) (Geschäftswert nach §97,47) 120,00€
    Vollzugsgebühr (0,5) (Geschäftswert nach §112) 28,50€
    Betreuungsgebühr (0,5) (Geschäftswert nach §113) 28,50€
    Dokumentenpauschale Papier (110 Seiten) 16,50€
    Auslagenpauschale Post und Telekommunikation 20,00€
    Auslagen Grundbucheinsicht 8€ /2 Einsichten 16,00€

    zzgl. Umsatzsteuer, insgesamt also 273,11€

    Das macht 4,2% des Kaufpreises.

    Sind die Kosten soweit richtig berechnet worden?

    DANKESCHÖN!
     
  2. AdMan

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  3. Duncan

    Duncan
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    Die genannten §§ beziehen sich auf das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) danach kannst du die einzelnen Posten prüfen.
    Mir fällt da nichts ungewöhnliches auf. Das dein Kaufpreis und damit der Geschäftswert ungewöhnlich gering ist, ist der Grund für den relativ hohen prozentualen Anteil.
    Aber dein Stellplatz macht halt für den Notar die gleiche Arbeit wie die 50 Millionen-Villa. Nicht selten gar mehr...
     
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  4. #3 fidelity1992, 24.05.2016
    fidelity1992

    fidelity1992 Neuer Benutzer

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    Naja, der Geschäftswert spielt schon eine Rolle und bildet die Grundlage für die Gebühren!
     
  5. #4 immobiliensammler, 24.05.2016
    immobiliensammler

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    Klar spielt der Geschäftswert eine Rolle, aber das soll z.B. die Haftung ausgleichen, außerdem ist das beim Notar genau wie beim Anwalt eine Mischkalkulation. Manche Mandate bringen mehr Gebühren, manche weniger.

    Mal als Beispiel beim Anwalt: Ein Mahnbescheid über 100 Euro macht genau so viel Arbeit ein Mahnbescheid über 10 Millionen Euro, nur die Gebühren sind eben anders. Trotzdem werden beim 100 Euro Mahnbescheid geschätzt 50 % Anwaltsgebühren draufgerechnet, beim 10 Mio. Mahnbescheid wären das wohl eher Promille als Prozente.
     
  6. Duncan

    Duncan
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    Ja, genau wie ich oben geschrieben habe. Dein Geschäftswert ist so gering, dass dein Notar da bei den Mindestgebühren nachschlagen darf und das auch getan hat.
    Wenn du nun nicht nur den einen Stellplatz kaufst sondern ein durchschnittliches EFH, dann landest bei den oft berichteten 1,5% und wenn du einen ganzen Häuserblock für zig Millionen kaufst landest deutlich unter den 1%...

    Dein Notar hat an der Beurkundung nichts verdient! Er kann froh sein, wenn er eine interne Organisation hat, dass er bei diesem KV nicht noch zuzahlt.
     
  7. Andres

    Andres
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    Kannst du für diese Positionen ...

    ...selbst im GNotKG nachschlagen, und zwar obwohl ich dir das Ergebnis verrate: Ja.

    Wenn du diese Fleißarbeit gemacht hast, dürftest du unterwegs den § 34 GNotKG und damit eine wesentliche Ursache dafür, dass die Schätzung von 1,5 % des Kaufpreises für die Notarkosten nicht passt, gefunden haben: Sobald man über 50.000 € Geschäftswert liegt, steigen die Gebühren deutlich langsamer. Daher ist ein Stellplatz beim Notar prozentual viel teurer als ein ganzes Haus.

    Ich erlaube mir an dieser Stelle auch eine kleine Korrektur in Richtung des geschätzten Kollegen Duncan ;)
    Er hat, aber das macht fast nichts aus. Die tatsächliche Gebühr für die Beurkundung wäre 2,0 * 57 € = 114 € gewesen. Die 120 € Mindestgebühr machen den Kohl auch nicht mehr fett. Die anderen zwei Tatbestände sind noch nicht einmal die Mindestgebühren.


    Diese Kosten sind nicht abhängig vom Geschäftswert. Auch wenn ich als Vermieter wirklich gerne 15 ct je Kopie abrechnen würde, ist das für Notare ganz normal. Die Auslagenpauschale Post/TK ist es auch.


    Dafür kann der Notar auf Wunsch sicher einen Nachweis erbringen. Auch diese Kosten sind unabhängig vom Geschäftswert.


    Ich habe gerade mal bei Tante Google "Notargebühren Rechner" eingegeben und die ersten 10 Treffer ausprobiert. Ergebnisse:
    • 210,63 und der Hinweis, dass noch Gebührenauslagen von 50-150 € fällig werden (interhyp)
    • 210,63 nach Aussortieren der Grundbuchkosten und manueller Nachberechnung der USt, dazu ein diffuser Hinweis, dass alles auch ganz anders sein könnte. (Focus)
    • 227,29 ohne Hinweis auf weitere Kosten. (notarkostenrechner.com)
    • 214 und ein nicht näher bestimmter Hinweis auf weitere Kosten. (Deutsche Apotheker- und Ärztebank)
    • faz.net verwendet erkennbar die gleiche Software wie Focus und kommt daher auf das gleiche Ergebnis in der gleichen, frickeligen Darstellung.
    • Dr. Klein erlaubt keine Kaufpreise unter 10.000 €.
    • Die übrigen vier waren keine Rechner sondern allgemeine Erklärungen.

    Manöverkritik:
    • Keiner liegt auch nur ungefähr in der Nähe von 1,5 %, also 96 €. "Überall" sieht für mich anders aus.
    • interhyp hat die Sache richtig eingeschätzt, Betonung auf -geschätzt.
    • Die anderen haben alle zu tief geschätzt. Das ist auch nicht überraschend, denn z.B. die Kopierkosten zu antizipieren wäre sehr schwer gewesen. Andere Fehler wären aber vermeidbar gewesen.
    • Die Jungs von notarkostenrechner.com scheinen die Einzigen zu sein, die so eine Rechnung tatsächlich schon einmal in der Hand hatten. Anders kann ich nicht erklären, warum der Rest des Feldes die TK-Pauschale nicht berücksichtigt hat. Andererseits fehlt jeder Hinweis, dass diese Auskunft nicht verbindlich sein kann, weil Kostenrecht auch knallharten Juristen gelegentlich die Tränen in die Augen treibt. Beweis: Sie haben die Mindestgebühr vergessen - ja, wenn man so einen Rechner richtig machen will, ist das sehr komplex. Der Einleitungssatz (mit "detailliert") klingt mir da zu sehr nach Hybris ...

    Fazit: Sind halt alles so Schätz-O-Maten. Keiner war wirklich schlecht, keiner war wirklich gut, ungefähr passend waren alle und bei den behaupteten 1,5 % des Kaufpreises war keiner.
     
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  8. Pitty

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    Also wenn Du bei den Summen die Rechtmäßigkeit anzweifelst, solltest Du Dir nichts zulegen.
     
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  9. Syker

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    Hallo zusammen,

    Ich vermute mal das der TE seine "schätzungen" nicht mit einem Notarkostenrechner, sondern mit einem der unzähligen Finanzierungsrechner gemacht hat.
    ...
    Die rechnen oft pauschal mit 1,5% sofern man nichts anderes eingibt.

    VG Syker
     
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  10. #9 BHShuber, 25.05.2016
    BHShuber

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    Hallo,

    hat man vor der Beauftragung sich über die Kosten des Notars kundig gemacht? Nein denke ich!

    Gruß
    BHShuber
     
Thema: Kosten des Notars rechtmässig?
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