Kosten dürfen auf den EG-Mieter umgelegt werden siehe hier...

Diskutiere Kosten dürfen auf den EG-Mieter umgelegt werden siehe hier... im Aufzug Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; An alle Vermieter die ärger mit Ihren Erdgeschossmietern haben, jetzt habt ihr es hier durch den BGh bestätigt, gerade ein paar Tage alt......

  1. #1 Insolvenzprofi, 25.09.2006
    Insolvenzprofi

    Insolvenzprofi Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    09.06.2006
    Beiträge:
    923
    Zustimmungen:
    0
    An alle Vermieter die ärger mit Ihren Erdgeschossmietern haben, jetzt habt ihr es hier durch den BGh bestätigt, gerade ein paar Tage alt...

    Beteiligung des Erdgeschossmieters an den Aufzugskosten

    Der unter anderem für das Wohnraummietrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden, dass der Vermieter von Wohnraum die Kosten für den Betrieb eines Aufzugs durch Formularvertrag auch auf den Mieter einer Erdgeschosswohnung umlegen darf.

    Die Beklagten waren Mieter einer Wohnung des Klägers im Erdgeschoss einer Seniorenanlage, die mit einem Aufzug ausgestattet ist. Zu dem Mietobjekt der Beklagten gehörte weder ein mit dem Aufzug erreichbarer Keller noch ein Dachboden. Nach dem zwischen den Parteien geschlossenen Formularmietvertrag sollten Betriebskosten im Sinne des § 27 der Zweiten Berechnungsverordnung, unter anderem die Kosten des Aufzugs, umgelegt werden. Gestützt darauf verlangte der Kläger von den Beklagten mit einer Nebenkostennachforderung für das Jahr 2004 einen anteiligen, nach dem Maßstab der Wohnfläche umgelegten Betrag von 141,37 € für Betriebskosten des Aufzugs. Das Amtsgericht hat die Klage insoweit abgewiesen. Auf die zugelassene Berufung hat das Landgericht die Beklagten zur Zahlung der Aufzugskosten verurteilt. Die vom Berufungsgericht zugelassene Revision der Beklagten hat der Bundesgerichtshof zurückgewiesen.

    Gemäß § 556 Abs. 1 BGB können die Mietvertragsparteien vereinbaren, dass der Mieter Kosten des Aufzugsbetriebs trägt. Der VIII. Zivilsenat hat entschieden, dass eine solche Vereinbarung auch formularvertraglich mit einem Erdgeschossmieter geschlossen werden kann; sie ist unabhängig von einem konkreten Nutzen des Aufzugs für diesen Mieter nicht wegen unangemessener Benachteiligung unwirksam (§ 307 Abs. 1 Satz 1 BGB).

    Die Zulässigkeit der Umlage von Aufzugskosten auf sämtliche Mieter einschließlich des Erdgeschossmieters ergibt sich allerdings bei preisfreiem Wohnraum, wie er im Streitfall vorlag, nach der Ansicht des Bundesgerichtshofs entgegen einer verbreiteten Auffassung in Rechtsprechung und Literatur nicht schon aus § 24 Abs. 2 der Neubaumietenverordnung 1970 (NMV). Die Vorschrift sieht für preisgebundenen Wohnraum vor, dass die Kosten des Betriebs von Aufzügen nach dem Verhältnis der Wohnflächen umgelegt werden dürfen und Wohnraum im Erdgeschoss von der Umlage lediglich ausgenommen werden kann. Der Bundesgerichtshof hat es abgelehnt, die Regelung auf den preisfreien Wohnraum zu übertragen, weil es sich dabei um auslaufendes, nur noch auf den Altbestand im sozialen Wohnungsbau anzuwendendes Recht handelt.

    Er hat vielmehr als maßgeblich angesehen, dass die formularmäßige Beteiligung auch des Mieters einer im Erdgeschoss gelegenen Wohnung an den Aufzugskosten nicht von der allgemeinen wohnraummietrechtlichen Regelung des § 556a Abs. 1 Satz 1 BGB abweicht. Nach dieser Vorschrift sind die Betriebskosten grundsätzlich nach dem Anteil der Wohnfläche umzulegen, wobei von der Gesamtwohnfläche auszugehen ist. Die Beteiligung an den Aufzugskosten benachteiligt den Erdgeschossmieter unabhängig von dem konkreten Nutzen, den ihm der Aufzug bietet, nicht unangemessen. Betriebskosten, die nicht von einem erfassten Verbrauch oder einer erfassten Verursachung abhängen – neben den Aufzugskosten etwa die Kosten der Beleuchtung und Reinigung allgemein zugänglicher Bereiche oder Kosten der Gartenpflege -, werden häufig von den einzelnen Mietern in unterschiedlichem Umfang verursacht oder es werden die damit verbundenen Vorteile von ihnen in unterschiedlichem Maße genutzt. Eine nach der konkreten Verursachung oder tatsächlichen Nutzung differenzierende Umlage dieser Kosten auf die Mieter wäre vielfach nicht praktikabel und hätte eine erhebliche Unübersichtlichkeit und möglicherweise auch laufende Veränderungen in der Abrechnung zur Folge. Gründe der Praktikabilität für den Vermieter und der Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit der Abrechnung für den Mieter sprechen deshalb für eine Abrechnung nach einem einheitlichen, generalisierenden Maßstab, auch wenn gewisse Ungenauigkeiten bei der Verteilung der Betriebskosten dann unvermeidlich sind. Eine solche generalisierende Betrachtungsweise entspricht zudem der Intention des Gesetzgebers, der mit der Regelung des § 556a Abs. 1 Satz 1 BGB die Umlage von Betriebskosten leichter handhabbar machen wollte.

    Urteil vom 20. September 2006 – VIII ZR 103/06
     
  2. Anzeige

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
Thema: Kosten dürfen auf den EG-Mieter umgelegt werden siehe hier...
Die Seite wird geladen...

Kosten dürfen auf den EG-Mieter umgelegt werden siehe hier... - Ähnliche Themen

  1. Muss ich die Miete zurückzahlen?

    Muss ich die Miete zurückzahlen?: Hallo Ich hatte einen Mieter zum 31.12.2016 wegen Eigenbedarf gekündigt ( Wohnung soll für die Schwiegermutter sein) Der Mieter zog aber erst am...
  2. Mieter nicht den Eindruck geben, er kann sich alles erlauben

    Mieter nicht den Eindruck geben, er kann sich alles erlauben: Einer meiner Mieter hat ein Problem mit seiner Spülmaschine. Die Spülmaschine ist Teil des Mietvertrages. Der Türsensor scheint nicht mehr...
  3. Nebenkostenabrechnung bei Ein- und Auszug von anderen Mietern anpassen

    Nebenkostenabrechnung bei Ein- und Auszug von anderen Mietern anpassen: Guten Tag, ich würde gerne wissen ob mir jemand helfen könnte. Und zwar geht es um folgendes: 1 Wohnimmobilie hat 5 Wohnungen die alle...
  4. Kann ein Verwalter extra Kosten für die Beantragung eines Energieausweis berechnen

    Kann ein Verwalter extra Kosten für die Beantragung eines Energieausweis berechnen: Hallo zusammen, unsere WEG braucht in 2018 3 neue Verbrauchsausweise (3 einzelnen baugleiche Häuser mit einem gemeinsamen Gasbrenner)....
  5. Erste Hausgeldabrechnung für den Mieter nach dem Immobilienkauf

    Erste Hausgeldabrechnung für den Mieter nach dem Immobilienkauf: Hallo, Ich bräuchte ein bisschen Rat von Euch, wie ich mit dem Hausgeldabrechnung vorgehen soll. Die Situation ist folgende: - Die Wohnung hat...