Kosten für nachträglichen Einbau eines elektrischen Aussenrollos

Diskutiere Kosten für nachträglichen Einbau eines elektrischen Aussenrollos im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, wenn ein Eigentümer nachfragt, ob ein nachträglicher Einbau eines elektrischen Aussenrollos im Zuges einer Dachfenster-Erneuerung möglich...

  1. #1 Constanze S., 24.01.2021
    Constanze S.

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    Hallo,

    wenn ein Eigentümer nachfragt, ob ein nachträglicher Einbau eines elektrischen Aussenrollos im Zuges einer Dachfenster-Erneuerung möglich ist und die ETG die Genehmigung dazu erteilt, dann wird dieses Rollo ja scheinbar zum Gemeinschaftseigentum.
    Heisst das auch, dass die ETG damit automatisch verpflichtet ist die Kosten für das Rollo und den Einbau zu übernehmen?
    In der Teilungserklärung steht nur, dass es sich bei Rollos oder Jalousien um Gemeinschaftseigentum handelt.

    Danke schon mal vorab für Eure Meinungen.

    Lg
     
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  3. Andres

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    Nicht scheinbar (und noch nicht einmal anscheinend) sondern tatsächlich.


    Grundsätzlich, ja. Das könnte man durch eine entsprechend vereinbarte Kostentragungspflicht umgehen, wie man sie auch von anderen zwingend im Gemeinschaftseigentum stehenden Teilen kennt, insbesondere von den Fenstern.
     
  4. #3 Constanze S., 25.01.2021
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    Hallo,

    vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Zählt dann ein Innenrollo bei diesem neuen Fenster auch zum Gemeinschaftseigentum?
    (Wie bereits geschrieben steht in der Teilungserklärung nur: "bei Jalousien und Markisen handelt es sich um Gemeinschaftseigentum"). Sonst nix :-(.

    lg
     
  5. Andres

    Andres
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    Der Grundsatz ist. dass alles Gemeinschaftseigentum ist, solange es nicht (wirksam) dem Sondereigentum zugeteilt ist. Der große Unterschied beim Innenrollo ist, dass der immerhin sondereigentumsfähig ist. Ohne konkrete Festlegung steht die Jalousie aber so oder so in Gemeinschaftseigentum.
     
  6. #5 ehrenwertes Haus, 25.01.2021
    ehrenwertes Haus

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    Was denn nu?

    Markisen und Rolläden werden außen angebracht.
    Rollo ist Innenausstattung (bis auf ein Sonderformen).
    Jalousien gibt es für innen und außen.

    Diese 4 Dinge sind ganz verschiedene Varianten von Beschattungen.

    Besser nachsehen was wörtlich in der TE steht, denn das ist relevant, nicht deine freie Wiedergabe.
     
  7. #6 Constanze S., 26.01.2021
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    Sorry
     
  8. #7 Constanze S., 26.01.2021
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    Da habt Ihr vollkommen Recht, sorry....

    Also:
    Zum einen steht drin:"der Eigentümer darf die äußere Gestaltung des Baukörpers oder seine im gemeinschaftlichen Eigentum stehenden Bestandteile - insbesondere die Jalousien und Markisen nicht ändern."

    Zur Definition des Sondereigentums steht drin:
    "sind die gemäß Aufteilung bestimmten Räume sowie die zu diesen Räumen gehörenden Bestandteile, die verändert, beseitigt oder eingefügt werden können ohne das dadurch das gemeinschaftliche Eigentum oder ein auf Sondereigentum beruhenes Recht eines anderen Wohnungseigentümers.......oder die äußere Gestaltung des Gebäudes verändert wird."

    Da ein Innenrollo aber beseitigt oder hinzugefügt werden kann ohne die äußere Gestaltung des Gebäudes zu verändern, sollte dies dann eigentlich ganz klar Sondereigentum sein.
     
  9. Andres

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    Wenn es ganz klar wäre, müsstest du ja nicht fragen. Lass' uns doch einfach mal zum Spaß annehmen, dass es nicht ganz klar ist. :unsicher029:

    Was soll denn nun eigentlich genau passieren? Zuerst waren wir bei einem Außenrollo, dann bei einer Markise, jetzt sind wir bei einem Innenrollo. @ehrenwertes Haus hat bereits darauf aufmerksam gemacht, dass es da außerdem sehr unterschiedliche Ausführungen gibt. Das ist für die rechtliche Bewertung durchaus wichtig.

    Ein Innenrollo wird kaum die äußere Gestaltung des Gebäudes verändern, das ist richtig. Der von dir aus der TE zitierte Satz enthält aber noch weitere Bedingungen, u.a. die Veränderung von Gemeinschaftseigentum. Das wäre z.B. möglich, wenn für den Einbau eine Nische aus einer tragenden Wand ausgestemmt werden muss oder eine entsprechende Veränderung am Dach erforderlich ist. Das sind konstruktive Bestandteile des Gebäudes, also Gemeinschaftseigentum. Außerdem nennt die TE die auf Sondereigentum beruhenden Rechte der anderen Eigentümer, was sich auf § 13 Abs. 2 WEG bezieht. Dazu gehören eher konkrete Rechte, wie z.B. dass von Umbauten keine unzumutbaren Geräusche, Gerüche (Lüftungen, Klimaanlagen, ...), Sichtbehinderungen, Verschattungen oder ähnliche Einwirkungen auf andere Nutzungseinheiten ausgehen, aber auch eher abstrakte Rechte, wie z.B. die Gewährleistung der Standsicherheit des Gebäudes (Statik - Veränderungen an tragenden Bauteilen hatten wir ja schon erwähnt) oder Schutz vor eindringendem Regenwasser (der Klassiker bei Dachumbauten), allgemein die fachgerechte Ausführung von Maßnahmen, die auf den Bestand des Gebäudes wirken.

    Ohne konkrete Information, was genau ein- oder umgebaut werden soll, lässt sich kaum abschätzen, wie diese Maßnahme einzuordnen ist. Im einfachsten Fall ist es irgendeine Vorrichtung, die auf den Fensterflügel komplett entfernbar aufgesteckt oder geklebt wird. Das wäre dann weder Sonder- noch Gemeinschaftseigentum sondern selbständiges Eigentum, das mit der WEG überhaupt nichts zu tun hat.

    Außerdem möchte ich noch einmal auf das Thema Kostentragungspflicht hinweisen: Selbst wenn der Rollo durch seine Bauart zwangsläufig im Gemeinschaftseigentum steht, kann trotzdem der betroffene Sondereigentümer die Kosten für den Einbau und auch Reparaturen tragen müssen. Seit der letzten Änderung des WEG ist das für bestimmte Umbauten sogar der Regelfall, § 21 Abs. 1 WEG.
     
  10. #9 Constanze S., 26.01.2021
    Constanze S.

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    Zunächst vielen Dank für die ausführliche und hilfreiche Antwort. Ich muß halt jetzt weiter ausholen zum ganzen Vorgang:

    Es soll in einer Wohnung ein bestehendes Dachfenster erneuert werden, da es aufgrund des Alters undicht geworden ist.Dies wurde vom Wohnungseigentümer beantragt und durch die ETG beschlossen.
    Der Eigentümer fragte daraufhin noch nach, ob die ETG damit einverstanden wäre, dass ein Aussenrollo angebracht werden würde. Das wurde einstimmig abgenickt, aber es wurde dabei nicht besprochen, wer die Kosten dafür trägt.
    (Ich muß dazu sagen, dass wir uns selbst verwalten und der Eigentümer dieser Wohnung eine Art Verwaltertätigkeit ausübt, d.h. die Abrechnung macht, Kontovollmacht hat und Angebote für Reparaturen einholt)

    Nun teilte dieser Eigentümer mit, dass er nur 2 Angebote für den Fenstertausch erhalten hat, einmal für 4.600 € und einmal für 5.800 €. Und wenn keine Einwände erhoben werden, würde er das für 4.600 € bestellen.Da er uns aber keins dieser Angebote vorlegte und mir die Kosten sehr hoch vorkamen, forderte ich ihn auf, uns die Angebote zuzusenden.
    In beiden Angeboten war eine Dachfenster-Vergrößerung enthalten, mit den Positionen "Sparrenauswechslung versetzen" und "Dachöffnungsvergrößerung". Dazu ein elektrisches Solar-Aussenrollo + eine zus. Innen Jalousette Manuell Thermo, dazu noch die Pos. "Zulage für Fensterbank anarbeiten" (was immer das auch ist....).
    Ich teilte ihm mit, dass dies ja überhaupt nicht dem ET-Beschluß entspicht und außerdem eine Dachfenster-Vergrößerung eine bauliche Änderung darstellt (er wollte das Fenster um 20 cm verlängern lassen). Er ist aber der Meinung, dass es sich in seinem Sinne nicht um eine bauliche Änderung handelt, sondern nur um etwas mehr Lichteinfall.
    Als Nachsatz kam dann, das er halt jetzt nochmal ein Angebot ohne Vergrößerung anfordern würde.

    Durch den Vorfall bin ich jetzt ziemlich alamiert und schaue genau hin. Deshalb wollte ich mich vorab informieren, wie die Kostenaufteilung bei Außenrollo und Innen Jalousette rechtlich geregelt ist (ansonsten sind die Fensterkosten bei uns 50/50 geteilt).
     
  11. Andres

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    Das ist zentral in dem Gebiet, dass durch die WEG-Reform vom Ende des letzten Jahres neu gestaltet wurde. Ich kann deshalb nur dringend raten, die Rechtslage zu prüfen.

    Es gibt mittlerweile im WEG eine Definition, die diesen Fall völlig eindeutig einordnet, § 20 Abs. 1 WEG. Da die Maßnahme unstrittig über eine Erhaltung hinausgeht, ist es eine bauliche Veränderung. Solange diese nicht gestattet ist, darf sie der Eigentümer nicht durchführen. Vielleicht hat er einen Anspruch auf Gestattung (§ 20 Abs. 3 WEG) und ggf. hat er die Kosten zu tragen, § 21 WEG.


    Nach aktueller Rechtslage ist das auch nicht erforderlich, früher war das anders - da sind ohne Beschluss die Kosten bei der Gemeinschaft geblieben.


    Also gibt es doch eine Kostentragungspflicht.
     
  12. #11 Constanze S., 27.01.2021
    Constanze S.

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    Super, vielen Dank….der Hinweis zu § 21 Abs. 1 WEG ist Gold wert.
     
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