Kosten SEV-Verwaltung haben in der WEG-Abrechnung nichts zu suchen

Diskutiere Kosten SEV-Verwaltung haben in der WEG-Abrechnung nichts zu suchen im WEG-Verwaltung Forum im Bereich Wohnungseigentum; Habe gerade eine Entscheidung über eine Beschlussanfechtung zugestellt erhalten, welche evtl. auch für andere von Interesse sein könnte:...

  1. #1 immobiliensammler, 20.06.2018
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Habe gerade eine Entscheidung über eine Beschlussanfechtung zugestellt erhalten, welche evtl. auch für andere von Interesse sein könnte:

    Folgender Sachverhalt:

    Große Anlage (rund 100 WE), meistens Kapitalanleger, etliche schwach auf der Brust (Wohnungen wurden in 2001 von einem Strukturvertrieb unters Volk gebracht, etliche Wohnungen sind inzwischen zwangsversteigert (auch die mir jetzt gehörende)).

    Die WEG-Verwaltung hat bei vielen Eigentümern auch den Auftrag für die Sondereigentumsverwaltung. Die Kosten dafür bucht sie mit vom WEG-Konto ab, weist diese in der Hausgeldabrechnung als Verwaltergebühr SEV aus und belastet damit nur die betroffenen Eigentümern, Soweit so schlecht, das machen viele Verwalter und es ist m.E. in einer funktionierenden WEG nicht unbedingt etwas dagegen einzuwenden, auch wenn das formaljuristisch falsch ist. Das selbe gilt für Maßnahmen innerhalb der Wohnungen (z.B. Reparaturen am Sondereigentum), diese gibt der Verwalter via SEV in Auftrag, zahlt vom WEG-Konto und belastet dann nur den entsprechenden Eigentümer.

    Problem in "meiner" WEG sind die nichtzahlenden Eigentümer, hier bekommt der Verwalter einfach sein Geld und die WEG kann dann dem Geld hinterherlaufen bzw. musste dieses auch schon ausbuchen (Insolvenz etc.), und zwar eben nicht nur das Hausgeld, sondern auch die "hineingebuchten" Gelder, welche dem Verwalter zustehen.

    Ich hatte dies mehrfach moniert und wurde zwei Jahre lang hingehalten (prüfen Änderung etc.), bei der letzten ETV (2017) kam es dann zum Streit mit der Geschäftsführerin der Verwaltungsfirma (sie mache das garantiert weiter so, sonst würde die SEV unwirtschaftlich wenn sie alle Gebühren einklagen müsse).

    Ich habe dann Anfechtungsklage erhoben und heute die Entscheidung zugestellt erhalten.

    Tenor: Die Hausgeldabrechnung entspricht nicht ordnungsgemäßer Verwaltung, wenn "WEG-fremde" Kosten miteingerechnet werden. Die Abrechnung der SEV muss getrennt erfolgen und darf nicht über das WEG-Konto bezahlt werden.

    Hinweis der Richterin (im Beschluss): Die WEG müsse ihrer Meinung nach prüfen, welche Schadensersatzansprüche aus abgebuchten, von den Eigentümern aber nicht bezahlten SEV-Ansprüchen gegenüber der Verwalterin (GmbH) geltend zu machen sind.

    Stelle ich mir lustig vor: Die WEG-Verwalterin soll das also ermitteln, sich selbst dann mit Verzugsetzung zur Zahlung auffordern und dann das Geld evtl. einklagen.

    Am besten wäre sicherlich ein Austausch der Verwaltung, aber dafür werde ich sicherlich keine Mehrheit finden!
     
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  3. Andres

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    Der böse Mensch in mir (der dringend mal wieder an die frische Luft muss ;)) fragt sich bei dieser Aussage, ob damit bereits der für Untreue notwendige Vorsatz eingeräumt ist. Diese Behauptung macht ja nur Sinn, wenn man davon ausgeht, dass am Ende des Rechtswegs die Schuldner nicht zahlen können. Ansonsten könnte man die Forderung nach Mahnung (homöopathischer Aufwand) ja an (s)einen Anwalt weiterleiten und gemütlich bei Tee, Keksen und gut 4 % Verzugszinsen auf den Vollzug warten.

    Hintergrund dieser Aussage kann also nur die Erwartung sein, dass man den Verzugsschaden und vielleicht sogar die Hauptforderung so nie erstattet bekommen würde. Umgekehrt heißt das, dass ganz bewusst das Risiko in Kauf genommen wird, dass die Kosten bei der WEG eben kein durchlaufender Posten sein könnten. Sobald nun tatsächlich ein Schaden entsteht, droht der Verwalterin eine neue Meldeadresse für bis zu 5 Jahre.


    Da die Verwaltung das nicht aus eigenem Antrieb tun wird, sollte sie dazu per Beschlussfassung verpflichtet werden. Wird ein solche Beschluss abgelehnt: Anfechtung. Dann ...
    ... sofern die Verwaltung den Beschluss nicht umsetzt: Abberufung beantragen. Bei Ablehnung wieder Anfechtung.

    Wenn man lebenslang Popcorn hätte ...
     
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  4. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Also als Eigentümer würde Zahlungen die nichts mit der WEG zu tun haben nicht akzeptieren. Denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, vor allem muss der Buchprüfer Zahlungsausgänge und Eingängen überprüfen, die gar nichts mit der WEG zu tun haben.
    Vielleicht lässt der Verwalter ja auch noch seine Dienstwagenkosten und Büromieten mit über die Bücher der WEG laufen.

    Die bedient sich einfach am WEG Vermögen für ihre Firma, da würde ich auch genau mal die Kosten von Reparaturen im Sondereigentum anschauen ob diese auch "sauber" zurückgezahlt wurden.

    Da kann einiges zusammenkommen.
     
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